Ich möchte mit dieser Arbeit auf den Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, der ihnen in Form verschiedener Medien wie Lehrmaterialien wie beispielsweise Bücher, Filme, Vermittlung unhinterfragter Afrikabilder und Haltung der Lehrer/innen und Erzieher/ innen begegnet, im Schulwesen aufmerksam machen.
In den vergangenen Jahren konnte ich beobachten, dass das Thema Rassismus im Laufe der Ausbildung immer mehr in den Vordergrund rückte. Einer der Gründe, weshalb ich das Thema: „Vorurteilsbewusstes Denken und Handeln am Beispiel des Anti-Schwarzen-Rassismus im Grundschulbereich“ ausgesucht hat ist, dass die heutigen Lehrmaterialien einseitig und nicht aus Schwarzer Sichtweise geschrieben und ausgesucht werden. Somit wird den Schüler/innen, darunter auch Schwarzen Schüler/innen, ein falsches Bild von Afrika und Schwarzen Menschen vermittelt.
Der Beschluss der KMK (Kulturministerkonferenz) empfiehlt 2013 verschiedene Maßnahmen, unter anderem eine Überprüfung der Lehr-/Lernmaterialien im Hinblick darauf, ob die vielschichtige, auch herkunftsbezogene Heterogenität der Schüler/innen berücksichtigt werden, und gegebenenfalls Ergänzung der Materialien. Jedoch wurden im Jahr 2016/2017,170 Fälle von Diskriminierung an einer Berliner Schule gemeldet und verifiziert. In 106 Fällen fanden diese aus rassistischen Hintergründen statt.
In dieser Arbeit werden die Begriffe „Schwarz/weiß“ als gesellschaftliche Verortung verwendet. Auch wenn sie als Konstruktionen verstanden werden, sind diese beiden Begriffe doch wirkmächtig. Zum konstruierten weiß, welches kursiv und als Adjektiv klein geschrieben wird, soll die kursive Schreibweise auf den konstruierten Charakter der Bezeichnung hinweisen.
Im Gegenteil zum weiß bezieht sich der Begriff Schwarz nicht auf biologische Merkmale, sondern auf das Selbstverständnis einer Personengruppe, die als Reaktion auf die Abwertung ihrer afrikanischen Herkunft im rassistisch-konstruierten Machtgefüge von weiß/ Schwarz, ihr Bewusstsein genau daraus ableitet, Schwarz als positiv umdeutet und dies durch Großschreibung signifikant macht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Diskriminierung
institutioneller
strukturelle
individuelle
2.2 Rassismus
Struktureller Rassismus
Schwarzer Rassismus in Deutschland
Rasse – Rassifizierung in Deutschland
Rassismus damals und heute Alltagsrassismus in Deutschland
Rassismus an deutschen Schulen ( am Beispiel....)
3. Rassismus an deutschen Schulen durch Lehrmaterial
4. Vorurteilbewusstes Denken und Handeln:
Vorurteile: Hautfarbe, Herkunft, ...
Anti- Bias von Louise Derman-Sparks
(mit Praxisbeispielen aus dem Praktikum)
Critical- Whiteness von Jane Elliiot (Reflektion der eigene Rolle)
5. Bildung und soziale Verantwortung
Rassismus bei Kindern vorbeugen
Vorurteilbewusste Bildung und Erziehung
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Anti-Schwarze Rassismus in deutschen Schulen verankert ist und wie Lehrmaterialien sowie die pädagogische Haltung von Fachkräften dazu beitragen, stereotype Afrikabilder zu reproduzieren oder abzubauen.
- Analyse von rassistischen Strukturen im deutschen Schulwesen und Lehrmaterialien.
- Reflexion der Rolle von Erziehern und Lehrern bezüglich eigener Privilegien und Vorurteile.
- Einsatz des Anti-Bias-Ansatzes zur Identitätsstärkung und Förderung von Vielfalt.
- Bedeutung von Critical Whiteness für eine rassismuskritische Pädagogik.
- Praktische Handlungsoptionen für einen rassismusfreien Lernraum.
Auszug aus dem Buch
3. Rassismus an deutschen Schulen durch Lehrmaterial
„In der Schule sind die Schulbücher das wichtigste Instrument, um Themen anhand von Bildern und Texten aufzubereiten. Die Fragen, die sich mir stellen, sind unter anderem: Welche Afrikabilder vermitteln die Schulbücher? Sind die Begriffe und Benennungen in rassistischem Kontext zu verorten? Wird Geschichte verharmlost und nur aus weißer Perspektive dargestellt? Wie werden Schwarze Menschen in den Schulbüchern dargestellt? Wie ist die Haltung der Lehrer/innen/Erzieher/innen bei rassistischen Inhalten? Dazu untersuchten und analysierten die Erziehungswissenschaftlerin Elina Marmer und Papa Sow Schulbücher für die Fächer Geschichte, Politik und andere. Die afrikanische Geschichte wurde meist nur knapp und fast ausschließlich aus eurozentrischer Sichtweise erzählt“.
In den letzten Jahren wurden für die Analyse 40 verschiedene Schulbücher, die in Grundschulen verwendet werden untersucht und zwar aus den Fächern Deutsch, Geschichte, Geographie, Gesellschaftswissenschaft, Politik und Musik. Untersucht wurden sie auf die Darstellung von stereotypischen und einseitigen Bildern und Beschreibungen von Menschen in Afrika. In Deutschland blieb der kolonial rassistische Afrikadiskurs nach dem Ende der Kolonien erhalten, wurde angepasst und weiterentwickelt. Das lässt sich anhand des Vergleichs historischer und aktueller Schulbücher gut verfolgen, siehe im Anhang das Bild mit Schwarzen Menschen auf der Baumwollplantage.
Die Sprache, die benutzt wird, suggeriert meistens Primitivität. Bezogen auf Afrika wird von Stamm“, „Häuptling“ und „Aberglaube“ gesprochen. Abwertende koloniale Bezeichnungen wie „Buschmänner“ oder „Pygmäen“ werden kommentarlos verwendet. Nach wie vor ist das beleidigende und herabsetzende N-Wort im Gebrauch, das kürzlich im Zusammenhang mit dem Sprachgebrauch in Kinderbüchern durch die Medien aufgegriffen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl mit der Beobachtung, dass Lehrmaterialien ein falsches, eurozentrisches Bild von Afrika und Schwarzen Menschen vermitteln.
2. Begriffserklärungen: Definition und Differenzierung der Begriffe Diskriminierung (individuell, strukturell, institutionell) sowie eine historisch-kritische Einordnung des Rassismusbegriffs.
3. Rassismus an deutschen Schulen durch Lehrmaterial: Untersuchung der Art und Weise, wie Schulbücher durch koloniale Sprachmuster und eurozentrische Perspektiven rassistische Konzepte stetig reproduzieren.
4. Vorurteilbewusstes Denken und Handeln:: Vorstellung des Anti-Bias-Ansatzes sowie Reflexion der eigenen Rolle und Identität im pädagogischen Alltag anhand von Praxisbeispielen.
5. Bildung und soziale Verantwortung: Diskussion über die Notwendigkeit, bereits im Kindesalter durch Präventionsprogramme und bewusste Bildung gegen Rassismus vorzugehen.
6. Fazit: Resümee der Facharbeit mit dem Appell, neue Wege der Wissensvermittlung einzuschlagen und die Rolle von Schwarzen Menschen in der Bildung nicht länger unsichtbar zu lassen.
Schlüsselwörter
Anti-Schwarzer Rassismus, Grundschule, Lehrmaterialien, Diskriminierung, Anti-Bias-Ansatz, Critical Whiteness, eurozentrische Sichtweise, Vorurteile, Identitätsstärkung, koloniale Konstruktionen, pädagogische Reflexion, Rassismuskritik, soziale Verantwortung, Empowerment, Bildungsgerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Verankerung von Anti-Schwarzem Rassismus in deutschen Grundschulen, insbesondere durch die Verwendung von Lehrmaterialien und das Verhalten von pädagogischen Fachkräften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Schulbüchern, die Bedeutung von Vorurteilen in der Kindheit, der Anti-Bias-Ansatz und das Konzept von Critical Whiteness als Reflexionsinstrument.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie rassistische Strukturen im Schulwesen reproduziert werden, und Handlungsansätze für eine rassismuskritische Pädagogik zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Literaturanalysen, die Auswertung bestehender Studien sowie persönliche Reflexionen aus der eigenen Schulpraxis und dem Praktikum herangezogen.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Schulbücher afrikanische Geschichte und Menschen darstellen, warum die Reflexion eigener Privilegien („Weißsein“) notwendig ist und wie Kinder im Alltag im Umgang mit Vielfalt unterstützt werden können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rassismuskritik, Anti-Bias, eurozentrische Bildungsstrukturen, Identitätsstärkung und kritische Reflexion des Weißseins charakterisiert.
Wie gehen Erziehende laut der Arbeit am besten mit rassistischen Inhalten in Lehrmaterialien um?
Sie sollten das Material aktiv hinterfragen, Workshops zur Weiterbildung besuchen, eine bewusste Sprache pflegen und die Lehrkräfte auf rassistische Darstellungen aufmerksam machen.
Warum ist das Konzept des "Critical Whiteness" laut der Autorin für Schulen wichtig?
Es hilft weißen Fachkräften, ihre eigenen Privilegien zu erkennen und zu reflektieren, da sie durch ihre eigene Sozialisation oft unbewusst dazu neigen, rassistische Strukturen zu reproduzieren.
- Quote paper
- Andrea Manuel (Author), 2019, Anti-Schwarzer-Rassismus im Grundschulbereich. Eine Darstellung vorurteilsbewussten Lernens und Denkens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032632