Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Modern History

Akkulturation und ethnische Identifikation von Spätaussiedlern. Eine lokale Fallstudie

Title: Akkulturation und ethnische Identifikation von Spätaussiedlern. Eine lokale Fallstudie

Bachelor Thesis , 2017 , 56 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Anonym (Author)

History of Germany - Modern History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zu Beginn der Arbeit werde ich die zentralen Begriffe der Akkulturation und ethnischen Identität erläutern. Dabei werde ich das Konzept der Akkulturation nach Berry veranschaulichen, auf das ich mich in dieser Arbeit stütze. Es folgt der historische Kontext und im Anschluss daran die Demographie in Hinblick auf die Motive der Rückwanderung. Danach erläutere ich anhand aktueller Forschungsergebnisse die Akkulturationsprozesse der Spätaussiedler im Herkunftsland sowie Deutschland. Diese werden durch meine eigene Studie ergänzt, die in Form von Interviews in zwei Wohngebieten in Ibbenbüren durchgeführt wurde. Nachdem ich den Rahmen der Studie dargestellt, die Variablen beschrieben und die Ergebnisse dargestellt habe, werde ich eine Deutung der Ergebnisse vornehmen. Vergleiche mit anderen Migrantengruppen werde ich hier nicht erbringen, da dies den Rahmen der Arbeit überschreiten würde.

In Deutschland ist die Migration kein historisch neues Phänomen. Dennoch hat sie seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark zugenommen. Gastarbeiter kommen seit Mitte der 1950er Jahre nach Deutschland, Aussiedler seit den 1970er Jahren, Asylsuchende wie auch Flüchtlinge seit den 1980er Jahren und hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland seit 2000.1 Die meisten dieser Menschen kommen dauerhaft zusammen mit ihren Familien. Es leben 2014 circa 16,38 Millionen2 Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, wovon nach Mikrozensus 3,2 Millionen3 Aussiedler und Spätaussiedler sind. Die dauerhafte Niederlassung und die hohe Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland machen Akkulturationsprozesse somit unumgänglich. Eine gelungene Eingliederung jedoch bedeutet eine enorme Herausforderung für die Migranten wie auch für die Aufnahmegesellschaft.

Es ist Ziel dieser Arbeit herauszustellen, inwieweit dies bei den Spätaussiedlern erfolgt ist und welchen Einfluss die ethnische Identität darauf nimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe: Akkulturation und ethnische Identifikation

3. Chronologie und Demografie

3.1 Historischer Kontext

3.2 Motive der Rückwanderung

3.3 Akkulturation im Herkunftsland

3.4 Akkulturation in Deutschland

4. Eine lokale Fallstudie

4.1 Ort und Durchführung

4.2 Variablen

4.3 Ergebnisse

4.4 Deutung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Akkulturationsprozess und die ethnische Identifikation von Spätaussiedlern in Deutschland anhand einer lokalen Fallstudie, um zu beleuchten, wie die historische Vergangenheit die Identitätsbildung verschiedener Generationen beeinflusst und welche Akkulturationsstrategien dabei zur Anwendung kommen.

  • Historische und demografische Analyse der Zuwanderung von Spätaussiedlern.
  • Untersuchung des Konzepts der Akkulturation nach Berry im Kontext der Migration.
  • Psychosoziale Faktoren der ethnischen Identitätsbildung über Generationen hinweg.
  • Empirische Fallstudie mittels Experteninterviews zur Identifikation in einer lokalen Gemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3 Akkulturation im Herkunftsland

„Mama was ist das – Njemzy?“, wollte ich wissen. „Auf Russisch heißt das Deutsche […] Du musst darauf gefasst sein, dass ‚Njemzy‘ hier wie ein ganz schlimmer Fluch klingt. Wirst dich dran gewöhnen müssen.“

Die Assimilation sowie die psychische, wirtschaftliche und kulturelle Vernichtung durch die ständige Verlagerung des Lebensmittelpunktes aufgrund von erzwungener Migrationen führte zu einer Entwurzelung und Erschütterung der nationalen und kulturellen Identität der deutschen Siedler und ihrer Nachkommen bis hin zu der Erlebnis- und der Nachkriegsgeneration. In der zu Beginn dieses Kapitels aufgeführten Aussage einer Zugehörigen der Nachkriegsgeneration wird deutlich, dass das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer Schicksalsgemeinschaft, einer kollektiven Identität sich aufgrund eines kulturellen Gedächtnisses bis in diese Generation getragen hat. Die Nachkriegsgeneration ist zwar kulturell stark an die russische Ethnie angepasst und fühlt sich ihr auch zugehörig, begegnet im Alltag jedoch immer noch der Diskriminierung aufgrund ihrer historischen Vergangenheit. Doch ist das Wissen über die Vergangenheit und nicht das Ausleben, das Einzige, worin sie ihr Zugehörigkeitsgefühl zum „Deutschtum“ sehen. Die Erlebnisgeneration versucht somit ihr „Deutschtum“ verdeckt zu erhalten und trotz versuchter Assimilation das „Russische“ zu verdrängen. Sie leben somit in ihrem Herkunftsland in einer Separation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die demografische Bedeutung der Spätaussiedler in Deutschland dar und definiert das Ziel, den Einfluss der ethnischen Identität auf den Akkulturationsprozess dieser Gruppe zu untersuchen.

2. Zentrale Begriffe: Akkulturation und ethnische Identifikation: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen nach dem Akkulturationsmodell von Berry erarbeitet und die Begriffe ethnische Identität sowie der Prozess der ethnischen Identifikation definiert.

3. Chronologie und Demografie: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung, von der planmäßigen Umsiedlung unter Katharina II. bis hin zu den Auswirkungen der stalinistischen Politik und der späteren Rückwanderungsbewegungen.

4. Eine lokale Fallstudie: Hier werden die Ergebnisse der in Ibbenbüren durchgeführten Befragungen von Spätaussiedlern zur Identifikation mit ihrer Herkunft und mit Deutschland ausgewertet und gedeutet.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ethnische Identität ein zentraler Indikator für die gewählten Akkulturationsstrategien ist und bestätigt die Bedeutung generationenspezifischer Unterschiede bei diesem Prozess.

Schlüsselwörter

Akkulturation, Spätaussiedler, ethnische Identität, Migration, Integrationsstrategien, Russlanddeutsche, Erlebnisgeneration, Nachkriegsgeneration, Identifikation, Assimilation, Separation, Multikulturalismus, lokale Fallstudie, Identitätsbildung, interkulturelle Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen der ethnischen Identität von Spätaussiedlern und den von ihnen gewählten Akkulturationsstrategien im Migrationsland Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Russlanddeutschen, die psychologische Dynamik von Akkulturationsprozessen sowie die empirische Analyse von Identitätsformen bei verschiedenen Generationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszustellen, inwieweit die historische Vergangenheit der Spätaussiedler deren ethnische Identität prägt und welchen Einfluss diese Identität auf die Akkulturation der verschiedenen Generationen nimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert einen sozialhistorischen Überblick mit einer eigenen qualitativen Fallstudie, bei der 32 Spätaussiedler in Ibbenbüren mittels eines standardisierten Fragebogens zur Selbsteinschätzung ihrer Identität befragt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Begriffe der Akkulturation, bietet einen historischen Abriss der Migration aus der ehemaligen Sowjetunion und präsentiert die Auswertung der lokalen empirischen Studie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Akkulturation, Spätaussiedler, ethnische Identität, Integration und Generationeneffekte.

Wie unterscheidet der Autor die Generationen der Spätaussiedler?

Die Einteilung erfolgt in die Erlebnisgeneration (hat Krieg miterlebt), die Nachkriegsgeneration, die zweite Generation (G2) sowie verschiedene Untergruppen der letzten Generation (G3), basierend auf Diskriminierungserfahrungen und dem Zeitpunkt der Migration.

Welche Bedeutung hat das Modell von Berry für die Untersuchung?

Das Modell von Berry dient als theoretisches Gerüst, um Akkulturationsstrategien (wie Integration oder Separation) der Minderheit in Abhängigkeit von ihrer ethnischen Identität zu verstehen und zu systematisieren.

Excerpt out of 56 pages  - scroll top

Details

Title
Akkulturation und ethnische Identifikation von Spätaussiedlern. Eine lokale Fallstudie
College
University of Münster  (Geschichte)
Grade
2,1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
56
Catalog Number
V1032989
ISBN (eBook)
9783346445322
ISBN (Book)
9783346445339
Language
German
Tags
Akkulturation ethnische Identifikation Spätaussiedler Russlanddeutsche Rückwanderung Ibbenbüren Migration Migrationshintergrund Transnational Diaspora Zuwanderung Deutschtum Identität Generationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Akkulturation und ethnische Identifikation von Spätaussiedlern. Eine lokale Fallstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032989
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  56  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint