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Bundesvorstellungen im Alten Testament

Titel: Bundesvorstellungen im Alten Testament

Bachelorarbeit , 2015 , 53 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht der Frage nach, welche beiden gewichtigsten Bundesvorstellungen im Alten Testament existieren, welche Merkmale und Besonderheiten sie aufweisen und wie sie zueinander in Beziehung stehen. Dabei beschränkt sie sich auf den Gottesbund. Das Wort "Bund" kommt im Alten Testament 287-mal vor. Es zeigt sich Wendepunkten der Geschichte Israels. Somit scheint es im alttestamentlichen Kontext eine besondere Rolle einzunehmen. Neben seiner Funktion, zwischenmenschliche Beziehungen festzulegen, wird es auch für die Beschreibung des Verhältnisses zwischen den Menschen und Gott verwendet. In der Tora lassen sich zwei differenzierende Ansätze einer Bundestheologie finden, die sich in Funktion, Aufbau und Inhalt stark unterscheiden. Die meisten Bundesschlüsse sind einem der beiden Vorstellungen zuzuordnen. Eine dieser Ideen vom Gottesbund stammt aus der deuteronomistischen Schule. Das andere Bundeskonzept ist der Priesterschrift (P) zuzuordnen.

Vor der Textanalyse wird die Bedeutung des Wortes berît geklärt. Anschließend wird der Sitz im Leben der berît erörtert. Da der Bund seinen Ursprung in einem profanen Rechtskontext hat, werden seine Funktion und sein vertraglicher Aufbau kurz aufgezeigt. Übernommen aus dem profanen Bereich, wird der Bund im Laufe der theologischen Überlegungen auf das Verhältnis zwischen dem Menschen und Gott als Vertragspartner übertragen. Partner an. Israel steht in der Pflicht, Gottes Worte zu befolgen, damit der Bund Bestand hat. Das Verhältnis zu Gott wird hier durch das Befolgen der Gebote charakterisiert. In diesem Zusammenhang wird die Einleitung des Dekalogs in Dtn 5,1-5 und der Textausschnitt Dtn 26,16-19 betrachtet, der den Abschluss der Gesetze bildet.

Anschließend wird die Bundesvorstellung der Priesterschrift an den Texten Gen 17 und Gen 9 dargestellt. Im ersten Text wird der Bund mit einem Menschen geschlossen. Zu Gen 9 zeigt sich eine theologische Weiterentwicklung, die sich mit dem Hinblick auf die exilische oder frühnachexilische Entstehungszeit des Textes erklären lässt: Hier schließt Gott den Bund mit der gesamten Schöpfung und nicht mehr wie bisher mit einem oder mehreren Menschen als Partnern. Die Annahme der gesamten Schöpfung erinnert an Gen 1. Alle Menschen, Tiere und sogar die Erde selbst stehen damit in einem Verhältnis zu Gott. Hier wird ein universales Bild von Gott entworfen und eine Zusage an alle Lebewesen erteilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Bund“ im Alten Testament

3. Bundesvorstellungen im Alten Testament

3.1 Bund am Horeb

3.2 Bund am Sinai

3.3 Exkurs: Bund in Genesis 15

3.4 Bund mit Abraham

3.5 Bund mit Noah

4. Bundesvorstellungen im Vergleich

5. Zusammenfassendes Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die beiden prägenden Bundesvorstellungen im Alten Testament – die deuteronomistische und die priesterschriftliche Bundestheologie – um deren Merkmale, theologische Besonderheiten und gegenseitige Beziehungen zu analysieren und einzuordnen.

  • Analyse des biblischen Begriffs „Bund“ (b'rît)
  • Untersuchung des deuteronomistischen Bundesverständnisses am Beispiel des Horeb- und Sinai-Bundes
  • Analyse der priesterschriftlichen Bundeskonzeptionen (Genesis 15, 17 und Noah-Bund)
  • Vergleichende Gegenüberstellung der beiden Bundestheologien
  • Einordnung in den alttestamentlichen Überlieferungs- und Redaktionsprozess

Auszug aus dem Buch

3.1 Bund am Horeb

Das Deuteronomium versteht den Bund als Verpflichtung des Volkes durch Gott. Mit dem Bundesbegriff wurde das Verhältnis des Volkes Israel zu Jahwe ausgedrückt. In Dtn 5 beginnt die zweite Moserede, die klar am Berg Horeb verortet wird.

Große Textähnlichkeit zeigt sich gerade hier im Vergleich mit den neuassyrischen Vasallenverträgen, was die Vermutung zulässt, dass die Rechtsformulare Vorbilder des Dekalogs waren. Dieses Vertragsverhältnis wurde nahezu eins zu eins auf die Beziehung mit Gott übertragen. „Wie schon beim Vasallenvertrag handelt es sich recht beim religiösen Bund nicht um ein Abkommen zwischen gleichen Partnern; es war allein Jahwe, der die Vertragsbedingungen vorgab [...]“ Der Bund ist, wie sein Vorbild, an Bedingungen geknüpft. Das Volk musste nur noch einwilligen. McCarthy ergänzt jedoch, dass auch das Gesetz eine Gnade Gottes darstellt, damit das Volk in Frieden zusammenleben kann. Häufig wird bedauert, dass das Gottesbild durch die „Vergesetzlichung“ des Bundes Schaden nimmt und die Liebe Gottes an Wichtigkeit verliert. Des Weiteren wird das neue Verhältnis des Volkes zu Gott nur durch das Gesetz thematisiert. So entsteht schnell der Eindruck, Gott nimmt Israel durch das Gesetz in Anspruch. Doch Albertz führt auf, dass das Verhältnis Israels zu seinem Gott von derart großer Nähe und Vertrauen geprägt war, dass sich das Volk spontan mehrfach selbst verpflichtete, um Dankbarkeit auszudrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Problemstellung der unterschiedlichen Bundestheologien im Alten Testament und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2. Der Begriff „Bund“ im Alten Testament: Erörterung der philologischen und theologischen Bedeutung des hebräischen Lexems b'rît und dessen Übersetzungsproblematik.

3. Bundesvorstellungen im Alten Testament: Detaillierte exegetische Untersuchung der verschiedenen Bundesvorstellungen, insbesondere am Horeb/Sinai sowie in der Ur- und Vätergeschichte.

4. Bundesvorstellungen im Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der deuteronomistischen und priesterschriftlichen Konzepte hinsichtlich ihrer Merkmale und redaktionsgeschichtlichen Einordnung.

5. Zusammenfassendes Resümee und Ausblick: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Bundes für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk im Kontext der alttestamentlichen Theologie.

Schlüsselwörter

Altes Testament, Bund, Bundestheologie, Deuteronomium, Priesterschrift, Dekalog, Jahwe, Rechtskontext, Bundesschluss, Bundesbruch, Sinaibund, Abraham, Noah, Exegese, Bundesvorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Bedeutung und den verschiedenen Konzepten des Begriffs „Bund“ im Alten Testament.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die deuteronomistische Schule und die Priesterschrift sowie deren jeweils spezifische Auslegung des Verhältnisses zwischen Gott und dem Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die zwei differenzierenden Ansätze einer Bundestheologie im Alten Testament herauszuarbeiten und deren Merkmale sowie die Beziehung zueinander zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine textanalytische, exegesegestützte Vorgehensweise, die den biblischen Text unter Berücksichtigung von Redaktionsgeschichte und Kontext untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Horeb- und Sinaibund sowie die Bundesvorstellungen in den Erzählungen um Noah und Abraham.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind „Bund“ (b'rît), Deuteronomium, Priesterschrift, Gottesbeziehung, Gesetz, Verpflichtung und Heilszusage.

Wie unterscheidet sich der Bund Gottes nach der Priesterschrift von dem im Deuteronomium?

Während das Deuteronomium den Bund stark an Gesetzestreue und Gehorsam gegenüber Geboten knüpft, betont die Priesterschrift den Bund primär als einseitige, bedingungslose Gnaden- und Heilzusage Gottes.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit neuassyrischen Vasallenverträgen in dieser Arbeit?

Der Vergleich dient dazu, die Rechtsformulare und den Aufbau des deuteronomistischen Bundes (Präambel, Geschichtsrückblick, Gebote) als theologische Adaption zeitgenössischer profaner Rechtsstrukturen auf die Gott-Mensch-Beziehung zu verstehen.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bundesvorstellungen im Alten Testament
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
53
Katalognummer
V1033178
ISBN (eBook)
9783346441706
ISBN (Buch)
9783346441713
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese altes Testament Bibelwissenschaften Bund AT Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2015, Bundesvorstellungen im Alten Testament, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033178
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  53  Seiten
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