In der Arbeit soll ein kontrastiver Sprachvergleich zwischen dem Russischen und der deutschen Sprache erfolgen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Herausarbeitung der sprachlichen Besonderheiten des Russischen.
Zunächst soll dazu in den Kategorien Sprache, Verbreitung, Schrift, Alphabet, Aussprache, Orthografie, Morpho-Syntax, Lexiko-Semantik Besonderheiten und Metaphern ein Einblick in die Sprache gegeben werden. Im Anschluss wird anhand von Sätzen eines Russischlernenden analysiert, welche typischen Fehler beim Lernen des Deutschen auftreten können. Das Fehlerpotenzial kann nur durch die intensive Auseinandersetzung mit der Migrantensprache erkannt werden.
Der kontrastive Sprachvergleich bietet somit für Lehrkräfte die Möglichkeit, Voraussagen für Lernentwicklungen zu treffen. Mit diesem Wissen können die Lernenden eine passende Unterstützung durch die Lehrkraft erhalten. Da die russische Sprache in Deutschland eine der meistgesprochenen Migrationssprachen ist, bietet sich ein solcher Sprachvergleich hierbei besonders an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprache
3. Verbreitung
4. Schrift und Alphabet
5. Aussprache
6. Orthografie
7. Morpho-Syntax (Kasus, Numerus, Genus)
7.1 Kasus
7.2 Genus
7.3 Deklination der Substantive
7.4 Zeitformen
7.5 Satzbau
8. Lexika-Semantik Besonderheiten
9. Metaphern
10. Fehleranalyse
11. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen systematischen kontrastiven Sprachvergleich zwischen dem Russischen und dem Deutschen durchzuführen, um sprachliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf verschiedenen Ebenen herauszuarbeiten. Dabei wird insbesondere untersucht, welche typischen Fehler bei Lernenden mit russischer Muttersprache beim Erwerb der deutschen Sprache auftreten, um daraus Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte abzuleiten.
- Kontrastive Analyse der linguistischen Strukturen beider Sprachen
- Untersuchung phonetischer, morphologischer und syntaktischer Differenzen
- Analyse von Fehlerquellen im Lernprozess russischsprachiger Deutschlernender
- Erarbeitung didaktischer Ansätze zur gezielten Förderung
Auszug aus dem Buch
10. Fehleranalyse
Nun sollen einzelne Sätze eines Deutschlernenden mit russischer Muttersprache analysiert werden. Der Text ist aus dem Jahr 1996. Die Sätze wurden vom Originaltext leicht abgeändert und der neuen Rechtschreibung angepasst, das diese jeweils keine Fehler sind.
1. Weil die zwei Männer aus der Firma „Schnellumzüge“ waren betrunken und Chaos gemacht, das ist, glaube, dummer Witze, oder der Kopf nicht kocht bei dieser Männer.
In diesem Satz wurden die Zeitformen Plusquamperfekt und Perfekt nicht richtig verwendet beziehungsweise wurde die Reihenfolge der einzelnen Prädikatsteile vertauscht. Richtig wäre der Satz mit der Zeitform „ [...] betrunken waren und Chaos gemacht haben“. Dieser Fehler wird zustande gekommen sein, da es im Deutschen sechs verschiedene Zeitformen gibt und im Russischen nur drei. Die Zeitformen Perfekt und Plusquamperfekt sind aus der Muttersprache nicht bekannt.
Außerdem fehlt in diesem Satz nach dem „glaube“ das Personalpronomen „ich“. Die Personalpronomen werden im Russischen dekliniert. Vielleicht war der Lernende an dieser Stelle nicht sicher ob und wie das Personalpronomen an dieser Stelle eingesetzt wird und hat es stattdessen lieber weggelassen, um keinen Fehler zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der kontrastiven Linguistik und begründet die Relevanz des Vergleichs zwischen Russisch und Deutsch für den Sprachunterricht.
2. Sprache: Das Kapitel verortet die russische Sprache innerhalb der slawischen Sprachfamilie und skizziert ihre historische Entwicklung.
3. Verbreitung: Hier wird der Status des Russischen als Weltsprache und die Situation der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland dargestellt.
4. Schrift und Alphabet: Dieses Kapitel beschreibt das kyrillische Alphabet und vergleicht es mit dem lateinischen Schriftsystem des Deutschen.
5. Aussprache: Es wird auf die phonetischen Besonderheiten, insbesondere die Vokalreduktion und die harte bzw. weiche Konsonantenbildung, eingegangen.
6. Orthografie: Das Kapitel thematisiert die Regeln der russischen Rechtschreibung und die Besonderheiten bei Konsonantenhäufungen.
7. Morpho-Syntax (Kasus, Numerus, Genus): Dieses Kapitel analysiert die grammatikalischen Strukturen, wie Fälle, Geschlechter und Zeitformen, im Russischen.
8. Lexika-Semantik Besonderheiten: Hier werden Unterschiede bei der Bildung von Zahlwörtern und bei sogenannten „falschen Freunden“ aufgezeigt.
9. Metaphern: Das Kapitel befasst sich mit der bildhaften Sprache, Redewendungen und spezifischen kulturellen Metaphern im Russischen.
10. Fehleranalyse: Anhand konkreter Beispielsätze werden typische Fehler russischsprachiger Deutschlernender linguistisch erklärt.
11. Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung dieses Wissens für die pädagogische Förderung.
Schlüsselwörter
Kontrastive Linguistik, Russisch, Deutsch, Sprachvergleich, Grammatik, Fehleranalyse, Phonetik, Syntax, Morphologie, Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache, Didaktik, Migrationssprachen, Metaphern, Sprachlernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem kontrastiven Sprachvergleich zwischen dem Russischen und dem Deutschen, um die strukturellen Unterschiede beider Sprachen darzulegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Schriftbild, Aussprache, Morpho-Syntax, Semantik und die Identifikation typischer Fehlerquellen beim Erlernen des Deutschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrkräften durch das Verständnis der sprachlichen Unterschiede eine bessere Grundlage für die Förderung russischsprachiger Deutschlernender zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine kontrastive Sprachbetrachtung und führt ergänzend eine linguistische Fehleranalyse an konkreten Beispielsätzen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene linguistische Ebenen wie Orthografie, Grammatik, Wortschatz und Metaphorik, ergänzt durch die Analyse von Lerner-Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Kontrastive Linguistik, Deutsch als Zweitsprache, Fehleranalyse, Morphologie und russisch-deutsche Sprachvergleiche.
Warum spielt die doppelte Verneinung im Russischen eine Rolle bei der Fehleranalyse?
Die russische Struktur der doppelten Verneinung führt bei Lernenden oft zu Schwierigkeiten oder Fehlern bei der korrekten Anwendung deutscher Negationsregeln.
Inwiefern beeinflusst das Fehlen von Artikeln im Russischen den Lernprozess?
Da im Russischen keine Artikel existieren, haben Lernende Schwierigkeiten bei der korrekten Verwendung von bestimmten und unbestimmten Artikeln im Deutschen.
Welche Bedeutung hat das Weichheitszeichen im Russischen?
Das Weichheitszeichen (ь) modifiziert die Aussprache der vorangehenden Konsonanten, was für Deutschlernende eine Besonderheit im Vergleich zu ihrer Zweitsprache darstellt.
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- Anonym (Autor), 2021, Eine kontrastive Sprachbetrachtung der russischen und deutschen Sprache, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033318