Ziel dieser Arbeit ist, mögliche Verluste durch Industrie 4.0 aufzuzeigen. Dabei wird versucht diese zu kategorisieren. Die Betrachtung der Verluste und deren Einteilung soll dabei einen möglichen Denkansatz darstellen und die Risiken bei der Umsetzung von Industrie 4.0 strukturieren. Industrie 4.0 wird als die Zukunft in der Produktion und der Gesellschaft angesehen, die damit verbundenen Möglichkeiten belegen diesen Gedanken. Dabei sollten aber die verbundenen Risiken nicht außer Acht gelassen werden. Besonders in der Produktion werden Industrie 4.0-Projekte bereits umgesetzt und erste Erfolge damit erzielt, bisher wird aber häufig nur das technisch Machbare realisiert. Der dazu gehörige Wandel in der Produktion und den Köpfen der Mitarbeiter wird oft nicht bedacht.
Industrie 4.0 ist für viele Unternehmen und Menschen ein wichtiges Thema geworden. Spätestens seit der Gründung der Plattform Industrie 4.0, im Jahr 2013, werden Unternehmen, aber auch die Wissenschaft, Politik und die Gesellschaft zur Umsetzung von Industrie 4.0 bewegt. Bei der Plattform Industrie 4.0 handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt deutscher Wirtschaftsverbände, die sich das Ziel gesetzt haben, den Begriff Industrie 4.0 im gemeinsamen Dialog zwischen den genannten Akteuren weiterzuentwickeln. Dabei werden besonders die Chancen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, betrachtet. Industrie 4.0 hat das Ziel, eine intelligente Fabrik (Smart Factory) aufzubauen sowie das Erreichen der Losgröße 1 und die damit verbundene Mass Customization. Darunter versteht sich eine kundenindividuelle Fertigung zu Kosten einer Massenproduktion.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Produktivität
2.1 Definition Produktivität
2.1.1 Volkswirtschaftlich
2.1.2 Betriebswirtschaftlich
2.2 Arten von Produktivität
2.2.1 Verständnis der Produktivität
2.2.2 Gebräuchlichste Teilproduktivitäten
2.3 Produktivität Abgrenzung
2.3.1 Produktivität und Rentabilität
2.3.2 Produktivität und Wirtschaftlichkeit
2.4 Solow-Modell
2.4.1 Solow-Modell - Ersparnis
2.4.2 Solow-Modell – Bevölkerungswachstum
2.4.3 Solow-Modell - technologischer Fortschritt
2.5 Produktivitätsparadoxon
2.6 Messproblematik
2.7 Produktivitätsverluste Zwischenfazit
3 Industrie 4.0
3.1 Geschichtlicher Hintergrund (1. bis 3. Revolution)
3.1.1 Erste industrielle Revolution
3.1.2 Zweite industrielle Revolution
3.1.3 Dritte industrielle Revolution
3.2 Definition Industrie 4.0
3.2.1 Industrie 4.0, Internet of Things und Digitalisierung
3.2.2 S-Kurven-Konzept und schöpferische Zerstörung
3.2.3 Volkswirtschaftliche Technologiefelder von Industrie 4.0
3.3 Beispiele für Industrie 4.0
3.3.1 Smart Factory
3.3.2 Cloud-Computing
3.3.3 Big Data
3.4 Versprechen oder Illusion: Industrie 4.0
3.4.1 Computer Integrated Manufacturing
3.4.2 Potenziale durch Industrie 4.0
3.4.3 Risiken bei Industrie 4.0
3.4.4 Bedeutung von Industrie 4.0 für den Mitarbeiter
4 Produktivitätsverluste durch Industrie 4.0
4.1 Faktor Technik
4.1.1 Umstellungskosten
4.1.2 Sicherheit
4.2 Faktor Mensch
4.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2.2 Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung
4.2.3 Aus- und Weiterbildung
4.3 Arbeiten 4.0
4.4 Einschätzung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die potenziellen Produktivitätsverluste, die durch die Implementierung von Industrie 4.0-Technologien in Unternehmen entstehen können, und entwickelt einen Ansatz zu deren Kategorisierung.
- Theoretische Grundlagen zur Produktivität und deren ökonomische Kennzahlen
- Analyse des Industrie 4.0-Konzepts und seiner technologischen Treiber
- Identifikation von Produktivitätsverlusten durch technologische Hürden und menschliche Faktoren
- Bewertung der Rolle des Mitarbeiters in der Fabrik der Zukunft
- Diskussion über Lösungsansätze wie "Arbeiten 4.0" zur Kompensation von Produktivitätsrisiken
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Erste industrielle Revolution
Die erste industrielle Revolution geschah Ende des 18. Jahrhunderts. Muskelkraft wurde durch Maschinenkraft ersetzt. Innovationen wie die Dampfmaschine und der mechanische Webstuhl wurden erfunden sowie die Dampflok und das Dampfschiff, was enorme Produktivitätsschübe mit sich brachte. Die ersten Branchen, welche mechanisiert wurden waren die Textil-, Eisen und Stahlindustrie. Eine Konsequenz der Industrialisierung war die zunehmende Trennung von Besitz und Bedienung, welche sich in Handwerksbetrieben ausbreitete. Die damaligen Handwerker konnten mit der verbesserten Arbeitskraft und der höheren Produktivität der Maschinen nicht mithalten und wurden dadurch gezwungen, ihren Betrieb aufzugeben und in einer Fabrik mit Maschinen anzufangen. Das machte sie vom selbstständigen Handwerker zum Maschinenbediener. Die erzeugte Kraft der Maschinen wurde mit Hilfe von Transmissionsriemen zur gewünschten Stelle übertragen. Diese Riemen bestanden aus Leder und wurden hauptsächlich an der Decke der Werkshalle angebracht. Das machte sie gefährlich für die Fabrikarbeiter. Es kam häufig dazu, dass die Haare oder lose Kleidungsstücke der Arbeiter durch den Riemen erfasst wurden, was sie schwer verletzte oder sogar tötete. Die deutlichen Verlierer der ersten Industriellen Revolution ist die Klasse der Arbeiter, welche unter lebensgefährlichen Bedingungen zu einem Hungerlohn ihre Arbeit verrichteten. Dem gegenüber stehen die Unternehmer als Gewinner dieser Epoche. Durch den Einsatz der Maschinen wurden ökonomischere Produktionsbedingungen geschaffen, außerdem wuchs der Export durch die Entwicklung der Verkehrsmittel, was zum Beginn des Kapitalismus führte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung umreißt die Relevanz von Industrie 4.0 und das Ziel der Arbeit, Produktivitätsverluste durch diesen Wandel zu identifizieren und zu kategorisieren.
2 Produktivität: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis, indem es Produktivitätsbegriffe definiert, das Solow-Modell für Wachstum erklärt und die Herausforderungen bei der Messung von Produktivität beleuchtet.
3 Industrie 4.0: Hier werden der historische Kontext, Definitionen sowie technologische Kernfelder und Anwendungsbeispiele der vierten industriellen Revolution detailliert dargestellt.
4 Produktivitätsverluste durch Industrie 4.0: Im Hauptteil werden mögliche Verlustquellen in den Kategorien "Technik" und "Mensch" systematisch analysiert sowie Ansätze für "Arbeiten 4.0" diskutiert.
5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, den Menschen bei der technologischen Transformation stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Schlüsselwörter
Industrie 4.0, Produktivität, Produktivitätsverluste, Smart Factory, Cyber-Physische Systeme, Arbeitsproduktivität, Digitalisierung, Mass Customization, Computer Integrated Manufacturing, Humankapital, Technologiefolgen, Prozessoptimierung, Arbeitswelt 4.0, Change-Management, Ressourceneffizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, welche Produktivitätsverluste Unternehmen drohen, wenn sie Industrie 4.0-Technologien einführen, und wie man diese Risiken verstehen und einteilen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft betriebswirtschaftliche Produktivitätslehren mit den technischen Neuerungen von Industrie 4.0 sowie den sozio-ökonomischen Anforderungen an die Arbeitswelt 4.0.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, eine Struktur zur Kategorisierung von Produktivitätsverlusten zu schaffen, um Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0-Projekten vor ineffizienten Investitionen und Fehlplanungen zu bewahren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse wirtschaftstheoretischer Modelle (z.B. Solow-Modell) sowie der Auswertung aktueller Studien und Experteninterviews zur praktischen Umsetzung von Industrie 4.0.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Untersuchung der Produktivitätsmessung, eine detaillierte Definition von Industrie 4.0-Technologien und die konkrete Kategorisierung von Produktivitätsverlusten durch Faktoren wie Technik und Mensch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind neben Industrie 4.0, Smart Factory und Cyber-Physischen Systemen vor allem Produktivitätsverlust, Arbeitsplatzgestaltung 4.0 und technologische Transformation.
Welche Rolle spielt der Faktor Mensch in der Analyse?
Der Mensch wird als kritischer Erfolgsfaktor betrachtet, dessen Kompetenz, Autonomie und Verbundenheit durch Assistenzsysteme gefördert werden muss, um Produktivitätsverluste durch innere Kündigung oder mangelnde Qualifikation zu vermeiden.
Welche speziellen Erkenntnisse liefert das Experteninterview?
Das Interview mit Christian Ruppel verdeutlicht, dass die größte Herausforderung bei der Umsetzung von Industrie 4.0 nicht nur die Technologie selbst ist, sondern das "Mitnehmen der Köpfe" und die Vermeidung von unverbundenen Insellösungen.
- Quote paper
- Philipp Wittmann (Author), 2018, Produktivitätsverluste durch Industrie 4.0? Chancen und Risiken der Plattform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033680