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Soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung. Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungsübergang am Ende der Grundschulzeit

Titel: Soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung. Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungsübergang am Ende der Grundschulzeit

Hausarbeit , 2021 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit sollen Bildungsübergänge genauer in den Blick genommen werden – genauer gesagt, der erste Bildungsübergang am Ende der Grundschulzeit. Der Übergang in die Sekundarstufe I stellt eine entscheidende Weichenstellung für den weiteren Bildungsverlauf der Schülerinnen und Schüler dar und in weiterer Konsequenz auch für ihren künftigen Karriereweg und die gesellschaftliche Platzierung. Doch gerade dieser erste Bildungsübergang macht deutlich, dass Übergangsempfehlung und -entscheidung maßgeblich von Faktoren der sozialen Herkunft beeinflusst werden. Wie diese sozialen Herkunftseffekte nun konkret in Erscheinung treten bzw. wie diese Einflüsse erklärt werden können, dem soll im Folgenden nachgegangen werden.

Dazu soll zunächst die Problematik der sozialen Ungleichheit im deutschen Bildungssystem aufgegriffen werden, bevor in einem nächsten Schritt ein Überblick über die relevante Theorie einige Erklärungsansätze aufzeigen soll. Darauf aufbauend wird anschließend die Übergangsempfehlung und -entscheidung nach Ende der Grundschulzeit verstärkt thematisiert. Abschließend erfolgt ein kurzes Resümee der Ergebnisse.

Die soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung abhängig von sozialer Herkunft ist ein daueraktuelles Thema, das nicht zuletzt auch aufgrund gegenwärtiger schulischer Pandemiebedingungen wieder verstärkt in das Blickfeld der öffentlichen Debatte gerückt ist. Doch Debatten um ‚Home-Schooling‘ und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Leistungsstand von Schülerinnen und Schülern verweisen lediglich auf ein viel gravierenderes Problem, das dem deutschen Bildungssystem tief eingeschrieben ist.

Denn die aktuellen Bedingungen offenbaren, wie ungleich Chancen im deutschen Bildungssystem auch 20 Jahre nach dem PISA-Schock von 2001 immer noch verteilt sind. Die Ungleichheiten zeigen sich nicht nur in den unterschiedlichen schulischen Leistungen je nach sozioökonomischer Schicht des Elternhauses, sondern darüber hinaus auch in schichtspezifischem Entscheidungsverhalten der Eltern und Lehrkräfte, das maßgeblich Einfluss auf Bildungsübergänge nimmt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Ungleichheit von Bildungsbeteiligung

3 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Bildungsungleichheit

3.1 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Raymond Boudon

3.2 Rational-Choice-Ansatz – Die Fortsetzung von Boudons Modell

3.3 Kulturelles Kapital und Transmissionstheorie nach Pierre Bourdieu

4 Die Auswirkungen sozialer Herkunft auf den Bildungsübergang nach Ende der Grundschulzeit

4.1 Der Einfluss primärer und sekundärer Herkunftseffekte auf den Bildungsübergang

4.2 Das Entscheidungsverhalten von Lehrkräften in Abhängigkeit von Effekten der sozialen Herkunft

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft auf den ersten Bildungsübergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Ziel ist es, durch die theoretische Analyse von Bildungsungleichheit zu verstehen, wie primäre und sekundäre Herkunftseffekte, rationale Bildungsentscheidungen und kulturelles Kapital die Übergangsempfehlungen sowie die Bildungsbiografien von Kindern maßgeblich prägen.

  • Soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem
  • Primäre und sekundäre Herkunftseffekte (Boudon)
  • Rational-Choice-Modelle der Bildungsentscheidung
  • Transmission kulturellen Kapitals (Bourdieu)
  • Lehrerentscheidungen und Übergangsempfehlungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Raymond Boudon

Grundlage der meisten empirischen Erhebungen sowie auch weiterer Erklärungsansätze ist das Modell der primären und sekundären Herkunftseffekte von Raymond Boudon. Mit Blick auf Übergangsempfehlungen sowie -entscheidungen lässt sich anhand dieses Modells erklären, inwiefern relevante Leistungen der S*S sowie das entsprechende Entscheidungsverhalten der beteiligten Akteure abhängig vom sozialen Hintergrund der Kinder, d.h., Sozialschicht, Klassenlage und Bildungsstatus der Familie, beeinflusst werden. Die soziale Ungleichheit von Bildungsbeteiligung wird hier als das Ergebnis eines individuellen Entscheidungsprozesses verstanden, der sich im Rahmen der institutionellen Vorgaben des Bildungssystems sowie auf Grundlage der schulischen Leistungen des Kindes und der familiären Bewertung von Bildung vollzieht. Die soziale Herkunft nimmt nun insofern Einfluss, als dass die Betrachtung der Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten von der sozialen Position und der verfügbaren Ressourcen der Familie beeinflusst wird.

Primäre Herkunftseffekte haben einen unmittelbaren und schichtspezifischen Einfluss auf die schulischen Leistungen und Kompetenzen der Kinder und somit indirekt auch auf die Übergangsempfehlung, da diese zum Großteil auf den erbrachten Leistungen beruht. Primäre Herkunftseffekte ergeben sich aus der Sozialschicht des Elternhauses, dem Sozialisationsprozess sowie der Erziehung, der Ausstattung und der Förderung der Kinder. Die primären Herkunftseffekte äußern sich in Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie in kognitiven und kommunikativen Vorteilen gegenüber Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten. Die günstigen Voraussetzungen im Elternhaus bedingen überdies, dass Kinder aus den sozial höheren Schichten der Bildung und dem Lernen eine andere Form der Wertschätzung entgegenbringen sowie über effektive, schichtspezifische Lernstrategien und ausgeprägtere Bildungsmotivation verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die dauerhafte Problematik sozialer Ungleichheit im Bildungssystem, die sich insbesondere an Bildungsübergängen zeigt, und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.

2 Soziale Ungleichheit von Bildungsbeteiligung: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit und verknüpft sie mit der Bildungsforschung, wobei insbesondere die Persistenz trotz Bildungsexpansion diskutiert wird.

3 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Bildungsungleichheit: Das Kapitel erläutert zentrale theoretische Konzepte wie Boudons Herkunftseffekte, den Rational-Choice-Ansatz und Bourdieus Theorie des kulturellen Kapitals.

4 Die Auswirkungen sozialer Herkunft auf den Bildungsübergang nach Ende der Grundschulzeit: Der Hauptteil analysiert die empirische Verflechtung von Herkunftseffekten, Leistungsstand und dem Entscheidungsverhalten von Eltern sowie Lehrkräften beim ersten Übergang.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Rolle des Schulsystems sowie die Grenzen der Beeinflussung durch pädagogische Akteure.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungsbeteiligung, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Rational-Choice, Kulturelles Kapital, Pierre Bourdieu, Raymond Boudon, Bildungsexpansion, Übergangsempfehlung, Grundschule, Sekundarstufe I, Bildungsaspiration, Sozialstatus, Bildungschancen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem, wobei der Fokus gezielt auf dem ersten Bildungsübergang nach der Grundschulzeit liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischem Erfolg, die Rolle der elterlichen Ressourcen sowie das Entscheidungsverhalten bei der Schullaufbahnwahl.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die primäre und sekundäre Herkunftseffekte die Bildungsbiografien von Kindern steuern und soziale Disparitäten reproduzieren.

Welche wissenschaftlichen Theorien dienen als methodische Grundlage?

Die Arbeit nutzt das Modell von Raymond Boudon (primäre/sekundäre Herkunftseffekte), den Rational-Choice-Ansatz zur Kosten-Nutzen-Analyse und Pierre Bourdieus Transmissionstheorie des kulturellen Kapitals.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht konkret, wie sich soziale Herkunft auf die Leistung und die Übergangsempfehlungen auswirkt und inwieweit Lehrkräfte und Eltern in Entscheidungsprozesse involviert sind.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Herkunftseffekte, Bildungsübergang, kulturelles Kapital und Rational-Choice.

Welche Rolle spielt die elterliche Bildungsaspiration in dieser Untersuchung?

Die elterliche Aspiration wird als zentraler sekundärer Herkunftseffekt identifiziert, der maßgeblich darüber entscheidet, welche Schullaufbahn für das Kind angestrebt wird, oft unabhängig von der tatsächlichen schulischen Leistung.

Sind Lehrkräfte laut der Analyse direkt für die Bildungsungleichheit verantwortlich?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Lehrkräfte oft in systemischen Zwängen agieren und die Ungleichheit eher eine Folge struktureller Gegebenheiten des deutschen Bildungssystems ist als bloßes individuelles Fehlverhalten.

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Details

Titel
Soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung. Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungsübergang am Ende der Grundschulzeit
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Erziehungs- und Bildungssoziologie
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1033792
ISBN (eBook)
9783346445896
ISBN (Buch)
9783346445902
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungsbeteiligung Bildungsübergänge Bildungsungleichheit Übergangsempfehlung Soziale Ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung. Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungsübergang am Ende der Grundschulzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033792
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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