Teambildung als Führungsaufgabe. Darstellung und kritische Würdigung der Möglichkeiten und Grenzen der Führung im Rahmen von Teamstrukturen


Akademische Arbeit, 2021

12 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Teamarbeit
Was ist ein Team?
Teamarbeit und Teambildung

3. Führung von Teams
Aufgaben der Teamleitung
Möglichkeiten und Grenzen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Gendererklärung

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Assignment die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Einleitung

„Teamfähigkeit“ - eine der Kompetenzen, die heutzutage in den meisten Stellenanzeigen gefordert ist und von nahezu jedem Bewerber verlangt wird. Das liegt daran, dass Teams in Unternehmen nicht mehr weg zu denken sind (vgl. Meier 2020, S.1). Die Entwicklung hin zu flacheren Hierarchien und die Ausbreitung abteilungsübergreifender Arbeit fördert diesen Trend. Es wird davon ausgegangen, dass Teams durch deren Flexibilität und Anpassungsfähigkeit - auch in Zeiten großer Veränderungen - handlungsfähig(er) sind. Teamarbeit ermöglicht außerdem, dass eine Führungskraft mehr Mitarbeiter führen kann, wodurch die Personalkosten gesenkt werden können. Doch nicht alle Teams sind produktiver, als die einzelnen Mitarbeiter es wären. Der Teamleitung kommt eine große Bedeutung zu, denn sie hat einen starken Einfluss auf den Erfolg eines Teams. Der Einsatz von Teams bringt immer auch gewisse Risiken und Herausforderungen mit sich, deren sich eine Führungskraft bewusst sein sollte. Das Führen von Teams ist weitaus komplexer, als die Führung einzelner Mitarbeiter (vgl. Becker 2016, S. 1fff).

Diese Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welche Rolle die Führungskraft bei der Teambildung spielt. In Kapitel 2 geht es zunächst um die Definition des Begriffes Team und was unter Teamarbeit verstanden wird. Anschließend werden die Phasen der Teambildung näher betrachtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Führung von Teams, welche Aufgaben die Teamleitung hierbei hat und welche Möglichkeiten sowie Grenzen es im Rahmen von Teamstrukturen gibt. Abschließend erfolgt ein Fazit.

Teamarbeit

Der Einsatz von Teamarbeit hat vielfältige Gründe. Hierzu zählen die zunehmende Projektarbeit in Unternehmen, in deren Rahmen komplexe und zeitkritische Aufgaben erledigt werden, die für einzelne Mitarbeiter kaumt stemmbar sind. Es wird zunehmend auf Eigenverantwortung gesetzt, sodass sich Mitarbeiter innerhalb eines Teams selbst organisieren und koordinieren und dadurch das volle Potenzial entfaltet wird. Ein weiterer Grund ist die Annahme, dass die Motivation der Mitarbeiter durch die selbstbestimmte Arbeit in Teams gesteigert wird. Auch bei vielen Mitarbeitern besteht der Wunsch, Aufgaben im Team zu erledigen. Heywood und Jirjahn konnten in ihrer Studie 2004 feststellen, dass Teamarbeit zu geringeren Fehlzeiten und einer geringeren Fluktuation führen kann (vgl. Becker 2016, S. 2f). Was genau sich hinter dem Begriff Team und Teamarbeit verbirgt und wie sich ein Team bildet, wird in diesem Kapitel dargelegt.

Was ist ein Team?

Der Teambegriff stammt aus dem Englischen und wurde zuerst hauptsächlich im Bereich des Sportes verwendet, bevor er Einzug in den Arbeitsalltag hielt. „Ein Team ist in Anlehnung an Hackman (1987) eine soziale Einheit von drei oder mehr Personen, deren Mitglieder von außen als solche erkannt werden und sich selbst als Mitglieder wahrnehmen (Identität), die eingegliedert in eine Organisation (Kontext) durch unmittelbare Zusammenarbeit gemeinsame Aufgaben erledigt" (Müthel/Högel 2013, S. 273). Dabei wird ein Team von einer Gruppe unterschieden, denn es handelt sich nicht bei jeder Gruppe um ein Team. Umgekehrt kann aber jedes Team als Gruppe bezeichnet werden (vgl. Meier 2020. S. 5f). Da es sich bei Teams um eine Form von Gruppe handelt, ist es zentral, die besonderen Merkmale von Gruppen zu kennen, um das Verhalten von Teams verstehen zu können. Es handelt sich um mehrere Individuen, die miteinander interagieren. In einem Team gibt es immer gewisse Gruppennormen sowie unterschiedliche Gruppenrollen. Für alle Mitglieder des Teams ist es ersichtlich, wer zum Team gehört und es wird ein Gefühl der gemeinsamen Identität erlebt. Eine Gruppe hat außerdem immer eine gemeinsame Aufgabe, welcher sie nachgeht. Dabei muss eine gewisse Stabilität gegeben sein, damit von einer Gruppe gesprochen werden kann. Diese genannten Merkmale sind in jeder Gruppe unterschiedlich ausgeprägt und machen eine Kategorisierung möglich. Teams sind demnach geschaffene Gruppen, die um eine Aufgabe herum aufgebaut werden, um diese zu lösen. Das übergeordnete Ziel ist die Aufgabe; nach deren Erledigung wird ein Team im beruflichen Kontext meist aufgelöst (vgl. Becker 2016, S. 6ff).

Teamarbeit und Teambildung

Obwohl vielfach angenommen, ist Teamarbeit kein Garant für Produktivitätssteigerung. Denn es können unterschiedliche Effekte eintreten, was die individuelle Leistung betrifft: Positive, keine oder negative Synergieeffekte. Das bedeutet, dass Mitarbeiter durch die Arbeit in einem Team entweder produktiver arbeiten, es keine Auswirkungen auf das Leistungsverhalten des Einzelnen hat oder es sogar sein kann, dass durch Teamarbeit weniger produktiv gearbeitet wird (vgl. ebd.; S. 18).

Teams entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Hierbei lassen sich unterschiedliche Phasen unterscheiden, die in Abbildung 1 dargestellt sind und im Folgenden näher beschrieben werden. Tuckman/Jensen (1977) haben herausgefunden, dass diese Phasen immer in ähnlicher Art und Weise ablaufen, wie in Abbildung 1 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Phasen der Teamentwicklung (erweitertes Modell)

In der Vorphase ist das Team noch nicht zusammengestellt, hier geht es zuerst um die Organisation sowie den Aufgabenbereich (vgl. ebd., S. 75).

Phase der Formung

Hierbei handelt es sich um die erste Phase, die Findungsphase, in der sich alle Teammitglieder kennenlernen und ihre Rollen in der Gruppe herausfinden müssen. Oftmals ist die Motivation zu diesem Zeitpunkt relativ hoch, aber die Leistung noch nicht, da erst gemeinsame Strukturen und Regeln gefunden werden müssen.

Phase der Konfrontation

Diese Phase - auch „Storming" genannt - ist von Konfrontationen und Konflikten geprägt, die aus Aufgaben- und Rollenkonflikten der Teammitglieder resultieren. In dieser Phase ist die Leistung des Teams am niedrigsten. Es ist die schwierigste und wichtigste Phase, denn schafft es das Team nicht, die Konflikte zu lösen, hat dies immense Auswirkungen auf die zukünftige Leistungsfähigkeit.

Phase der Normierung

Die Regelungsphase ist dadurch zu erkennen, dass die Konflikte überwunden sind, die Teammitglieder gemeinsame Regeln und ein gemeinsames Ziel haben und dies wichtiger ist, als die individuellen Ziele. Die Teammitglieder kennen ihre Rollen in der Gruppe und nehmen diese an, was dazu führt, dass Motivation und Leistung steigen.

Leistungsphase

Nach Tuckman „Performing" genannt, ist die Leistung des Teams in dieser vierten Phase der Teambildung auf dem höchsten Niveau. Das Erreichen des gemeinsamen Zieles steht für die Teammitglieder an erster Stelle und das Zusammenarbeiten ist geprägt durch Unterstützung, Wertschätzung und Akzeptanz. „In dieser Phase sind die Ergebnisse des Teams mehr als die Summe ihrer Einzelteile" (Johanning 2020, S. 192). Dies kann allerdings nur gelingen, wenn mit den zuvor aufgetretenen Konfliktsituationen konstruktiv umgegangen wurde (vgl. ebd., 190ff).

Alterung

In der Alterungsphase nimmt die Teamleistung wieder ab. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Teams, die bereits lange zusammenarbeiten, weniger innovativ und flexibel agieren und ihr Handeln nicht mehr hinterfragen. Auch die Aufgaben rücken mit der Zeit in den Hintergrund und das Team beschäftigt sich beispielsweise mehr mit sich selbst (vgl. Becker 2020, S. 77).

Phase der Auflösung

Im Arbeitskontext ist Teamarbeit häufig beendet, sobald die Ziele eines Projektauftrages erreicht wurden. Diese Phase kann schon vor der Auflösung mit Ungewissheit und Unsicherheit einhergehen und so zum Verlust von Motivation und Leistung führen. Von großer Bedeutung ist ein professioneller Abschluss sowie eine Reflexion der Teamleistung (vgl. Johanning 2020, S. 192f).

Weitere Forschungen belegen, dass es zwischen den einzelnen Phasen auch zu Rückschritten kommen kann, etwa wenn neue Teammitglieder hinzukommen oder bei Teamzusammenführung (vgl. hierzu Brodbeck 2004). Wie Führungskräfte mit diesen

Phasen umgehen sollten und welche Handlungsempfehlungen es gibt, wird im nächsten Kapitel näher beleuchtet.

Führung von Teams

Was ist Führung überhaupt? In diesem Assignment soll unter Führen „der Aufbau eines sozialen Systems mit dem Ziel, eine eigene oder fremdgestellte Aufgabe zu lösen" (Posé 2016, S. 7) verstanden werden, welche je nach Situation verschiedene Führungsstile beinhaltet (vgl. ebd., S. 6f).

Die Einführung von Teamarbeit setzt einen gewissen Entwicklungsprozess aller Beteiligten voraus. Denn wie im vorherigen Kapitel gezeigt werden konnte, wächst ein Team, indem es verschiedene Phasen durchläuft. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, die Arbeitsbedingungen für das Team so zu gestalten, dass es zu positiven Synergieeffekten kommt. Damit dies gelingt müssen allerdings auch entsprechende Strukturen im gesamten Management verankert sein. Häufig wird in Unternehmen der Teamgedanke nicht gelebt und ist nicht in der Kultur verankert. Wenn etwa ausschließlich Einzelleistungen gefördert und mit entsprechenden Zielvereinbarungen belohnt werden, ist das nicht sehr förderlich (vgl. Spisak/Della Picca 2017, S. 235f).

Aufgaben der Teamleitung

Die Aufgaben und Anforderungen an eine Teamführungsrolle sind vielfältig. Diese beinhalten die Verantwortung für die Entwicklung des Teams, den Informationsfluss im Team sowie die Verteilung der Aufgaben anhand der Kompetenzen. Auch bei Konflikten ist die Teamleitung gefragt. Daher sollte sie Menschenkenntnis besitzen, alle Mitglieder gut einschätzen können und eine stark ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit vorweisen. Mit regelmäßigem Feedback wird dafür gesorgt, dass Standards eingehalten werden und das Aufgabenziel von allen Teammitgliedern im Fokus bleibt. Bei der Leitung von Projektteams kommt meist hinzu, dass Teammitglieder auch ohne Weisungsbefugnis beeinflusst und motiviert werden müssen (vgl. ebd., S. 239).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Teambildung als Führungsaufgabe. Darstellung und kritische Würdigung der Möglichkeiten und Grenzen der Führung im Rahmen von Teamstrukturen
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Führung in Veränderungsprozessen
Note
2,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
12
Katalognummer
V1034388
ISBN (eBook)
9783346441775
ISBN (Buch)
9783346441782
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Teambildung, Team, Gruppe, Gruppendynamik, Führung von Gruppen, Leadership, 5 Phasen der Gruppenbildung, Teamarbeit, Teamleitung
Arbeit zitieren
Nadine Haas (Autor:in), 2021, Teambildung als Führungsaufgabe. Darstellung und kritische Würdigung der Möglichkeiten und Grenzen der Führung im Rahmen von Teamstrukturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034388

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