In diesem Aufsatz wird untersucht, inwiefern dem Monarchen Ludwig XIV. seine Rolle im Zentrum des Ballettstücks "Ballet Royal de la nuit" aus dem Jahr 1653 bei der Ausübung und Demonstration absolutistischer Macht half. Bereits in früher Kindheit begann Ludwig XIV., Ballett zu tanzen. Im Alter von vier Jahren wurde er zwar zum König gekrönt, doch mangelte es ihm an Regierungsfähigkeit. Daher übernahmen zunächst seine Mutter und anschließend ein Minister und Kardinal seine Vormundschaft. In dieser Zeit musste der junge König mehrfach aus Paris fliehen und es gab große Probleme bei der Machtausübung. Entscheidungen des Königshauses wurden teilweise nicht befolgt und seine Regierungsfähigkeit wurde vehement infrage gestellt.
Die dieser Arbeit zugrunde liegende Hypothese ist, dass sich dies mit seinem Auftritt im "Ballet Royal de la nuit", worin er eine zentrale Rolle innehatte, änderte. Bei der Überprüfung dieser Hypothese werden zum Beispiel die Rolle des Monarchen als Sonnengott Apollon im "Ballet Royal de la nuit" und deren Symbolik untersucht. Besonderes Augenmerk wird auf den Einfluss von Ballett auf die öffentliche Meinung über Ludwig XIV. gelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrundinformationen
2.1 Biographische Eckinformationen zu Ludwig XIV.
2.2 Absolutismus
2.3 Ludwig XIV. als absolutistischer Herrscher
2.4 Ballet royal de la nuit
2.5 Institutionalisierung des Balletts und des Tanzes durch Ludwig XIV.
3. Analyse
3.1 Die Symbolik der Sonne und des Apollon
3.2 Auswirkung der Institutionalisierung von Ballett und Tanz
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Ludwig XIV. durch seine zentrale Rolle im Ballettstück Ballet Royal de la nuit aus dem Jahr 1653 seine absolutistische Macht demonstrieren und festigen konnte. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Funktion des Balletts als politisches Instrument zur Inszenierung göttlicher Autorität und zur Kontrolle des Adels.
- Die biographischen Hintergründe von Ludwig XIV. und die Entstehung des Absolutismus.
- Die detaillierte Analyse des Ballet Royal de la nuit als politische Allegorie.
- Die Institutionalisierung des Tanzes durch die Gründung der Académie royale de danse.
- Die symbolische Inszenierung des Monarchen als Sonnengott Apollon.
- Die Auswirkungen der höfischen Etikette auf die Disziplinierung und Schwächung des Adels.
Auszug aus dem Buch
2.4 Ballet royal de la nuit
Im 15. Jahrhundert wurden in Italien höfische Tänze zu festlichen Anlässen präsentiert. Als die erste geschichtlich festgehaltene Ballettaufführung gilt eine in Italien zur Hochzeit des Herzogs von Mailand 1499 stattfindende Einlage. An den französischen Hof wurde Ballett von der florentinischen Prinzessin Katharina de Medici durch ihre Heirat mit Heinrich II. 1533 gebracht. Ludwig entwickelte schon in jungen Jahren seine Liebe zum Tanz. Als 14jähiger tanzte Ludwig XIV. am 23. Februar 1653 in Paris das Ballet Royal de la nuit. Er stellte sich als „heller, mächtiger und lebensspendender Himmelskörper,“ der Sonne dar und feierte mit diesem Auftritt „die Niederlage der Fronde.“ Die Aufführung stellte eine politische Allegorie der Rebellion der Fronde dar und glorifizierte die Wiederherstellung der Ordnung durch den König in der Gestalt der Sonne. Ludwig XIV. ging mit diesem Auftritt, in dem er sich den Namen Le Roi de soleil gab, in die Geschichte ein.
Das 43 Minuten andauernde Ballett besteht aus vier Akten – eine mit Szenen aus der griechischen Mythologie gespickte Abfolge von imaginären Ereignissen zwischen Sonnenuntergang und Morgengrauen. Der erste Akt - die personifizierte Nacht - beginnt bei Sonnenuntergang. Es ist dunkel und das wirre Treiben der Händler, Jäger und Kaufmänner ist zu sehen. Der zweite Akt zeigt das Chaos bei Nacht durch Darstellung der Unordnung und Gefahren bei Finsternis. Die Liebesgöttin Aphrodite unterbricht das Chaos. Sie widmet sich der „Hochzeit der Thetis“ und somit der Ausgelassenheit des nächtlichen Festes. Im dritten Akt bricht erneut Chaos aus, als die berühmten Astrologen Ptolemäus und Zarathustra den Himmel beobachten und feststellen, dass der Mond nicht mehr zu sehen ist. Es finden sich Dämonen, Zauberer, kleinwüchsige Monster und Werwölfe auf der Bühne zum Hexensabbat zusammen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Balletts für Ludwig XIV. und Darstellung der zentralen Hypothese zur Ausübung absolutistischer Macht.
2. Hintergrundinformationen: Beleuchtung der historischen und biographischen Rahmenbedingungen, einschließlich der Krise während der Fronde und der Etablierung des Absolutismus.
3. Analyse: Untersuchung der mythologischen Inszenierung als Apollon und der soziopolitischen Auswirkungen der institutionalisierten Tanzkultur auf den Adel.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das Ballett als geschicktes Instrument zur Machtfestigung und Entmachtung des Adels diente, jedoch gleichzeitig langfristige sozioökonomische Spannungen förderte.
Schlüsselwörter
Ludwig XIV., Absolutismus, Ballett, Ballet Royal de la nuit, Sonnenkönig, Machtdemonstration, Fronde, Versailles, Apollon, Institutionalisierung, Tanzakademie, Adelskontrolle, Hofetikette, Politische Allegorie, Machtausübung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die politische Instrumentalisierung der Ballettkunst durch Ludwig XIV., um seine absolute Herrschaft zu legitimieren und den Adel an den Hof zu binden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des Monarchen, der politischen Theorie des Absolutismus, der Analyse spezifischer Ballettinszenierungen und der Institutionalisierung der Tanzkunst.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Auftritt Ludwigs XIV. als Sonne im Ballet Royal de la nuit ein entscheidender Wendepunkt war, um seine Macht nach den Aufständen der Fronde zu stabilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Forschungsmethodik durch die Analyse von Sekundärquellen und historischen Fachbüchern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Hintergrundinformationen zum absolutistischen Herrschaftsverständnis und einer detaillierten Analyse der Symbolik sowie der gesellschaftlichen Auswirkungen der Tanzkultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Ludwig XIV. und Absolutismus stehen Begriffe wie Machtdemonstration, Sonnenkönig, Ballet Royal de la nuit und höfische Etikette im Vordergrund.
Wie trug das Ballet Royal de la nuit zur Legitimierung bei?
Es verknüpfte die Person des Königs mit dem Sonnengott Apollon, womit Ludwig XIV. sich als göttliches, ordnungsstiftendes Zentrum des Universums inszenierte.
Warum war die Institutionalisierung des Tanzes so wirksam?
Durch die Gründung von Akademien und die Einführung strenger Regeln wurde der Adel zur Einhaltung höfischer Etikette verpflichtet, was ihn disziplinierte, immobilisierte und von politischer Rebellion abhielt.
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- Sara Issguhi Reisyan (Autor), 2019, Die Bedeutung des Balletts im Kontext der Macht Ludwigs XIV. Das Ballettstück "Ballet Royal de la nuit" aus dem Jahr 1653, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034490