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Von der religiösen Toleranz oder: der Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland

Die Entwicklung des religiösen Pluralismus und dessen gesellschaftliche Ausgestaltung in Deutschlands christlicher Mehrheitsgesellschaft

Título: Von der religiösen Toleranz oder: der Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland

Trabajo Escrito , 2021 , 18 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Noah Afriyie (Autor)

Sociología - Religión
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Diese Arbeit wird sich in diesem Zuge mit zweierlei befassen: Zuerst wird einen kurzen historischen Rückblick über die Geschichte religiöser Freiheit im historischen Kontext geben und einige klassische Ansätze zu dieser Thematik darlegen. Das ist insofern interessant, als das die religiöse Vielfalt, in der wir heute leben, lange ausgehandelt werden musste und die Trennung von Religion und Staat, welche uns in liberalen Staaten heute weitreichende Freiheit unserer religiösen Praktiken ermöglicht, lange Zeit umstritten war und erst im Laufe der jüngeren Geschichte in vielen Staaten etabliert werden konnte. Demzufolge erachte ich es als sinnvoll, einen kurzen Überblick über den historischen Kontext vom Zusammenhang von Staat & Religion zu geben.

Anschließend unternehme ich einen kurzen Exkurs zur Begrifflichkeit der Toleranz. Dies dient vornehmlich dazu, den Toleranzbegriff, welcher speziell im 2. Teil der Arbeit vorgenommen wird, besser zu kontextualisieren, da dieser so simpel erscheinende Begriff aufgrund mangelnder Trennschärfe zu verwandten Begriffen und verschiedener Verständnisansätze kontroverser, und komplexer ist, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Daran anschließend wird im 2. Teil der Arbeit, basierend auf dem zuvor dargelegten Toleranzverständnis, ein Sprung in die gesellschaftliche Realität unternommen und die religiöse Toleranz in unserer multireligiöse Gesellschaft genauer betrachtet. Das Hauptinteresse liegt darin, der Frage nachzugehen, inwieweit der religiöse Pluralismus in Deutschland erfolgreich ist – das heißt, inwiefern eine gegenseitige Toleranz, oder gar Anerkennung der Anhänger der unterschiedlichen Religionen stattfindet. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie weit Vorurteile und Feindseligkeiten aufgrund der religiösen Zugehörigkeit in Deutschland verbreitet sind. Zu dieser Thematik hat der Religionsmonitor 2019 eine Studie mit durchaus interessanten Ergebnissen durchgeführt. Diese bildet nachfolgend gemeinsam mit einer weiteren Erhebung aus dem Jahr 2014 die statistische Basis, anhand derer analytische Bewertungen hinsichtlich des religiösen Zusammenlebens in Deutschland vorgenommen werden, wobei vor allem auf die Sonderrolle des Islams in Deutschland eingegangen wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des religiösen Pluralismus

2.1 Klassische Ansätze zum Verhältnis von Staat und Religion

2.2 Historische Entwicklung des religiösen Pluralismus im westlichen Kontext

3. Exkurs: Zur Toleranz an sich

4. Der Pluralismus und die religiöse Toleranz in Deutschland

4.1 Religiöser Pluralismus: Deutschland im Vergleich

4.2 Deutschland und der Islam: Toleranz mit Grenzen

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtige gesellschaftliche Ausgestaltung des religiösen Pluralismus in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Wahrnehmung des Islams und die Grenzen der religiösen Toleranz innerhalb der christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft.

  • Historische Grundlagen des Verhältnisses von Staat und Religion
  • Theoretische Konzeption des Toleranzbegriffs
  • Empirische Analyse der religiösen Toleranz in Deutschland
  • Die Sonderrolle des Islams und damit verbundene Vorurteile
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer multireligiösen Struktur

Auszug aus dem Buch

4.2 Deutschland und der Islam: Toleranz mit Grenzen

Wenn man die Zahlen weiter differenziert, wird die negative Ausnahmestellung deutlich, die der Islam innehat. Waren bei der Frage nach einer generellen Bereicherung durch religiösen Pluralismus immerhin noch die Hälfte der Deutschen davon überzeugt, wandelt sich dieses Bild, wenn sich die Frage spezifisch auf den Islam bezieht. Hier sind es nur noch ein Drittel der Menschen der Meinung, dass der dieser eine Bereicherung der deutschen Gesellschaft darstelle, während über die Hälfte der Menschen angaben, den Islam als Bedrohung anzusehen (El-Menouar 2019). In den anderen erwähnten Ländern gaben hingegen zwischen 50 und 60% an, eine positive Haltung zum Islam zu haben. Jedoch fällt auf, dass es, wenn auch nicht so deutlich wie in Deutschland, sowohl in Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Portugal, Abstufungen bei der Toleranz der Religionen gibt – man steht dem Islam deutlich weniger wohlwollend gegenüber als etwa dem Judentum oder dem Buddhismus (Pollack 2014b: 20).

Diese ausgeprägte Ablehnung des Islams geht mit einer Reihe negativer Assoziationen, wie etwa weiblicher Benachteiligung, Fanatismus und Gewaltbereitschaft einher – positive Eigenschaften sehen nur ein Fünftel der Deutschen (Pollack 2014b: 21f). Doch woran liegt diese Skepsis? – gelten doch „Pluralismus, Toleranz und eine offene Geisteshaltung als Voraussetzung in einer demokratischen Gesellschaft“ (Robbers 2013: 261). Teilweise wird angeführt, dass der Islam durch fanatische Gewaltakte im Zusammenhang mit islamistischen Gruppierungen vor allem seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 von vielen als fanatisch und bedrohlich wahrgenommen wird, wobei die zuvor dargelegten Befragungsergebnisse dies belegen. „Offenbar sehen viele Menschen den Islam derzeit weniger als Religion, sondern vor allem als politische Ideologie und nehmen ihn deswegen von der religiösen Toleranz aus“, sagt Frau Dr. El-Menouar (2019).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den historischen Wandel zur Säkularisierung und definiert das Ziel der Arbeit, den historischen Kontext von Staat und Religion sowie die heutige religiöse Toleranz in Deutschland zu analysieren.

2. Die Entwicklung des religiösen Pluralismus: Dieses Kapitel behandelt historische Positionen zur Trennung von Staat und Kirche und die Entwicklung westlicher Konzepte zur Religionsfreiheit.

2.1 Klassische Ansätze zum Verhältnis von Staat und Religion: Hier werden die philosophischen Beiträge von Denkern wie Locke, Rousseau und Montesquieu zum Zusammenhang von religiöser Vielfalt und staatlicher Stabilität erläutert.

2.2 Historische Entwicklung des religiösen Pluralismus im westlichen Kontext: Dieser Abschnitt beschreibt den umkämpften Prozess der Etablierung religiöser Freiheit in Europa und den USA, gipfelnd in der modernen Trennung von Staat und Kirche.

3. Exkurs: Zur Toleranz an sich: Der Exkurs differenziert den Toleranzbegriff von verwandten Konzepten wie Respekt und Akzeptanz, um eine präzise Grundlage für die empirische Analyse zu schaffen.

4. Der Pluralismus und die religiöse Toleranz in Deutschland: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Überlegungen auf die aktuelle gesellschaftliche Realität und leitet zur Analyse des muslimischen Zusammenlebens über.

4.1 Religiöser Pluralismus: Deutschland im Vergleich: Unter Verwendung von Umfragedaten wird aufgezeigt, wie skeptisch die deutsche Bevölkerung gegenüber religiöser Vielfalt im Vergleich zu anderen europäischen Nachbarn eingestellt ist.

4.2 Deutschland und der Islam: Toleranz mit Grenzen: Hier wird die besondere, negative Wahrnehmung des Islams als Bedrohung und die Verknüpfung mit politischer Ideologie statt Religion untersucht.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die deutsche Toleranz von Ambivalenz geprägt ist und stark an die Erwartung kultureller Anpassung geknüpft bleibt.

6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Religiöser Pluralismus, Toleranz, Religionsfreiheit, Deutschland, Islam, Säkularisierung, Staat und Kirche, Multireligiöse Gesellschaft, Vorurteile, Gesellschaftliche Integration, Kontaktehypothese, Rechtspopulismus, Identität, Kultur, Glaubensausübung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der aktuellen Situation der religiösen Toleranz in der deutschen Gesellschaft vor dem Hintergrund einer zunehmenden religiösen Pluralität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das historische Verhältnis zwischen Staat und Religion, die philosophische Einordnung von Toleranz und die empirische Erfassung der Einstellung der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber religiösen Minderheiten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist es, zu analysieren, inwieweit der religiöse Pluralismus in Deutschland erfolgreich ist und welche Faktoren die gegenseitige Toleranz, insbesondere gegenüber dem Islam, fördern oder hemmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse klassischer staatstheoretischer Ansätze mit der Auswertung aktueller soziologischer Umfragedaten (z. B. Religionsmonitor) zum gesellschaftlichen Zusammenleben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Religionsfreiheit, eine theoretische Begriffsbestimmung von Toleranz und eine empirische Betrachtung der spezifischen Wahrnehmung des Islams in Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie religiöser Pluralismus, Islamwahrnehmung, Toleranzgrenzen, Säkularisierung und gesellschaftliche Integration.

Warum wird der Islam in Deutschland oft anders wahrgenommen als andere Religionen?

Laut den zitierten Daten wird der Islam von Teilen der Bevölkerung weniger als Religion, sondern vermehrt als politische Ideologie oder potenzielle Bedrohung wahrgenommen, was oft mit negativen medialen Berichten über extremistische Gewaltakte zusammenhängt.

Welchen Einfluss hat die "Kontakthypothese" auf die Toleranz?

Die Kontakthypothese postuliert, dass persönliche Kontakte und eine tiefe Auseinandersetzung mit Angehörigen anderer Religionen dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen und die allgemeine Toleranzbereitschaft zu erhöhen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen politischer Ausrichtung und religiöser Toleranz?

Ja, die Arbeit deutet darauf hin, dass eine Vielfalt ablehnende Haltung tendenziell häufiger bei Wählern rechtspopulistischer Parteien zu finden ist, während Vielfalt bejahende Ansichten eher im linken politischen Spektrum verortet sind.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Von der religiösen Toleranz oder: der Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland
Subtítulo
Die Entwicklung des religiösen Pluralismus und dessen gesellschaftliche Ausgestaltung in Deutschlands christlicher Mehrheitsgesellschaft
Universidad
University of Würzburg  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Curso
Friedens- und Konfliktforschung: Toleranz – eine umstrittene Tugend
Calificación
2,3
Autor
Noah Afriyie (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
18
No. de catálogo
V1035154
ISBN (Ebook)
9783346443304
ISBN (Libro)
9783346443311
Idioma
Alemán
Etiqueta
Religion Toleranz Pluralismus Deutschland Islam Gesellschaft Akzeptanz Integration
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Noah Afriyie (Autor), 2021, Von der religiösen Toleranz oder: der Umgang mit religiösen Minderheiten in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035154
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