Ernährungsberatung unter Einbezug des GROW-Modells. Erklärung des Coaching-Prozesses


Hausarbeit, 2020

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Charakterisierung der Klientin
1.2 Ausgangssituation, Problem, Änderungswunsch

2 Coaching Prozess
2.1 Das GROW-Model
2.2 Anwendung des GROW – Modells – Goal
2.3 Anwendung des GROW – Modells – Reality – Checking
2.4 Anwendung des GROW – Modells – Options
2.5 Anwendung des GROW – Modells – What
2.6 Anwendung des GROW – Modells – Gap
2.7 Maßnahmenplan zum Verhaltenstraining
2.8 Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe

3 Darstellung einer Coachingsitzung
3.1 Die Coachinghaltung
3.2 Darstellung einer Sitzung

4 Ergebnisbewertung und Schlussfolgerung

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Charakterisierung der Klientin

Tab. 1: Charakterisierung der Klienten nach Eingangsgespräch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Ausgangssituation, Problem, Änderungswunsch

Die Patientin hat bei einer Größe von 170cm und einem Gewicht von 117,0 kg einen BMI von 40,5 und leidet damit an Adipositas Grad III(Nach den Einstufungskriterien der Weltgesundheitsorganisation zur Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen, WHO, 2000). Bereits vor 10 Jahren wurde ihr Bluthochdruck diagnostiziert. An Arthrose im Knie leidet sie seit ca. 5 Jahren.

Aufgrund ihres hohen Interesses an Ernährung wird sie der der Gruppe der „Ernährungsbewussten Anspruchsvollen“ zugeordnet. Sie legt sehr viel Wert auf Qualität und Regionalität ihrer Lebensmittel. Außerdem bevorzugt sie Gemüse und Obst aus biologischem Anbau. Fleisch steht nicht auf ihrem Speiseplan, allerdings isst sie sehr gerne Fisch.

Nach dem Eingangsgespräch konnte festgestellt werden, dass die Klientin häufig aus sozialen Gründen isst, da sie oftmals außer Haus mit Bekannten und der Familie essen geht. Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob sie wirklich Hunger hat, oder nicht. Außerdem beinhaltet ihr täglicher Speiseplan viele, kleine Zwischenmahlzeiten, da sie ihren Food Blog ständig mit neuen Beiträgen versehen muss und daher auch viel ausprobiert, kocht und natürlich auch kosten muss.

Nach einer eingehenden Untersuchung beim Hausarzt hat ihr dieser geraten eine Ernährungsberatung aufzusuchen. Es wurde ihr in Aussicht gestellt, dass man mit der optimalen Ernährung eventuell ganz auf eine Blutdruckmedikation verzichten könnte. Außerdem würde eine Gewichtsreduktion eine deutliche Besserung der Knieschmerzen begünstigen.

Da die Klientin sehr ernährungsbewusst ist, ist es ihr größter Wunsch mit Hilfe einer Gewichtsreduktion auf die Blutdruckmedikation verzichten zu können. Ein weiteres Problem stellt sich beim Trinkverhalten der Patientin dar. Laut Anamnese trinkt sie höchstens einen Liter Wasser am Tag und sie weiß nicht, wie sie dieses Problem beheben kann.

Im Eingangsgespräch wurde klar, dass die Klientin fest entschlossen ist etwas zu ändern. Somit wurde als erstes Ziel eine Gewichtsreduktion um 4kg in den ersten 4 Wochen festgelegt.

2 Coaching Prozess

2.1 Das GROW-Model

Das GROW-Modell wurde 1997 von John Whitmore entwickelt und dient als Gestaltungsvorschlag für den Ablauf einer Coaching Sitzung.

Das Modell kann sowohl in einer Einzel- als auch in einer Gruppensitzung angewandt werden. Das Ziel des Coachings ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Der Patient soll angeleitet werden sich selbst zu helfen. Das Coaching wird in 4 Phasen gegliedert.

Der Name des GROW-Modells setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Phasen zusammen. Die erste Phase – das „Goal-Setting“ – beschreibt die Findung von einem End- und mehreren Zwischenzielen. Bei der Zielfindung ist es wichtig, dass das Ziel spezifisch und detailliert besprochen wird. Dies kann man beispielsweise mit der SMART-Formel umsetzen.

Stufe zwei „Reality Checking“ beschreibt eine Momentaufnahme des Verhaltens des Klienten. Der Patient schildert, welche Strategien er bisher angewandt hat, um sein Ziel zu erreichen, warum dies gegebenenfalls nicht funktioniert hat und welche Auswirkungen dies bisher hatte.

Die dritte Stufe „Options“ beschreibt die Möglichkeiten der Klient nun hat um sein in der ersten Stufe formuliertes Ziel zu erreichen. Besonders wichtig ist nun alle Strategien aufzuzählen und diese auch etwaigen Störfaktoren gegenüberzustellen.

Hier greift die Hilfe zur Selbsthilfe. Der Klient allein beschreibt die Möglichkeiten und bekommt keine Vorgaben gemacht.

In der vierten und letzten Stufe „Will“ wird nun genau beschrieben, welche Möglichkeiten der Klient aus der Stufe „Options“ umsetzen möchte und auch am besten umsetzen kann. Das GROW-Modell gibt somit jedem Coaching Prozess eine Struktur. Jede Stufe baut auf die vorangegangene auf. Daher ist es unumgänglich, die Stufen detailliert auszuarbeiten.

John Whitmore hat genaue Fragen zu jeder einzelnen Stufe formuliert, die allerdings gegebenenfalls abgeändert werden können, um eine Vertrauensbasis zwischen Coach und Klient zu schaffen. Diese ist wichtig, damit sich der Klient wohlfühlt und ehrlich und offen gegenüber dem Coach ist.

Während des Coachings können Probleme auftreten. Daher muss vorher mit dem Klienten erarbeitet werden, wir er mit Rückschlägen oder Störfaktoren umgehen kann, damit er in seinem Vorhaben nicht gebremst wird und weiterhin motiviert bleibt. Falls sich während des Coachings herausstellt, dass der Klient das Ziel mit den erarbeiteten Lösungsvorschlägen nicht erreicht, ist es möglich die Reihenfolge der Stufen abzuändern und wieder zurück zur ersten Stufe zu gehen, um ein neues Ziel zu vereinbaren.

2009 wurde das Modell von Fuchshuber um eine Stufe erweitert – „Gap“. In der fünften Stufe werden der bisher erreichte Fortschritt überprüft und die weiteren Prozess- bzw. auch das Endziel gegebenenfalls optimiert. Es wird besprochen, warum die Ziele nicht erreicht wurden und der Patient wird aufs Neue motiviert.

2.2 Anwendung des GROW – Modells – Goal

Zu Beginn der ersten Sitzung wird anhand der SMART-Formel ein End-, sowie Zwischenziele (Prozessziele) festgelegt. Die Sitzung dauert etwa 60 Minuten.

Tab. 2: Prozess- und Endziele der Klientin

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch das Festlegen kleinerer Prozessziele kann die Klientin das Erreichen des Endziels selbst beeinflussen. Die Prozessziele wurden anhand Fragen wie „Was kann ich jetzt tun, um diesem Ziel näher zu kommen?“ ermittelt.

2.3 Anwendung des GROW – Modells – Reality – Checking

Beim Reality – Checking wird der Status – Quo der Patientin durch gezieltes Fragen analysiert. Auch für diese Sitzung werden ca. 60 Minuten veranschlagt. Zu Beginn des Coachings wird der Klientin genau erklärt was heute passiert, um eine Vertrauensbasis zu schaffen und eine lockere Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Was ist das eigentliche Problem?

Die Klientin hat vor ihrer Erstberatung ein 5 – Tage – Ernährungsprotokoll führen müssen. Anhand des Protokolls war zu erkennen, dass sie, trotz ihres Ernährungswissens und ihrer Begeisterung für Ernährung, weit mehr Kalorien zu sich nimmt, als sie verbraucht. Dazu kam, dass es mindestens 2-3 Zwischenmahlzeiten jeden Tag gab und dass die tägliche Trinkmenge der Patientin im Durchschnitt zwischen 0,5 und 1 Liter lag.

In welcher Situation tritt das Problem auf?

Laut eigener Angabe vergisst die Klientin das Trinken einfach. Sie verspürt den Tag über meist kein Durstgefühl.

Die häufigen Zwischenmahlzeiten sind das Ergebnis von Langeweile oder aber von Test Koch – Versuchen für ihren Food Blog. Häufig ist sie dann so fixiert auf das Essen und das ständige Probieren, dass sie den Überblick über die am Ende verzehrte Menge verliert.

Wie wichtig ist das Problem?

Die Patientin hat das Problem auf einer Skala von 1-10 mit einer 9 eingestuft (Skala: 1=unwichtig; 10=wichtig). Durch die Gewichtszunahme verringert sich ihr Selbstbewusstsein und sie sieht einen Konflikt zwischen ihrem Hobby, dem Food bloggen, und somit den Leuten zeigen, wie man sich gesund und ausgewogen ernähren kann und ihrem Übergewicht.

Was soll so bleiben wie es ist?

Die Mahlzeiten außer Haus, mit der Familie und Freunden sollen bleiben.

Wie wird das problematische Verhalten erklärt?

Die Patientin begründet ihr Verhalten durch das Hobby und die vielen Restaurantbesuche, die für sie als „Pflicht“ gelten.

Anhand dieser Grundlage kann nun die Ausarbeitung der Situation erfolgen.

Was hat die Klientin bisher dafür getan?

Bisher versucht die Klientin jeden Morgen nach dem Aufstehen ein kleines Glas Wasser zu trinken. Außerdem achtet sie bei Restaurantbesuchen darauf, eher auf kohlenhydratarme Speisen zurückzugreifen.

Was denkt die Klientin in der Situation?

Wenn es um Essen geht denkt sich die Klientin laut eigener Aussage häufig „Ich muss viel Gesundes essen, damit mein Körper ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist.“ Dabei verliert sie allerdings das Auge für die Menge, die sie isst.

Wie sehen andere die Situation?

Die Patientin wird von ihrem Mann und ihrer Tochter unterstützt. Allerdings bremst ihr Mann sie manchmal aus mit Aussagen wie „Wenn wir schon ins Restaurant gehen, dann iss doch was Anständiges und keinen Salat.“

Was wäre, wenn sich die Situation nicht ändert?

Die Klientin ist sich dessen bewusst, dass sie weiter zunehmen wird und sie sich den Wunsch des Verzichts auf die Blutdruckmedikation wohl nicht erfüllen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ernährungsberatung unter Einbezug des GROW-Modells. Erklärung des Coaching-Prozesses
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Veranstaltung
Ernährungspsychologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1035628
ISBN (eBook)
9783346447432
ISBN (Buch)
9783346447449
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ernährungsberatung, einbezug, grow-modells, erklärung, coaching-prozesses
Arbeit zitieren
La Ru (Autor), 2020, Ernährungsberatung unter Einbezug des GROW-Modells. Erklärung des Coaching-Prozesses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035628

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