Wie lässt sich Resilienz in Arbeitswelt 4.0 bei der Mitarbeiterführung steigern? Die Arbeit geht dieser Frage nach und beleuchtet die Bedeutung von Resilienz. Die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben fließen vermehrt ineinander. Dies ist zuletzt darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglichen. Zudem zählt im neuen Zeitalter schnelles Reagieren und ständige Weiterentwicklung. Menschen und Unternehmen erleben (wirtschaftliche) Schwankungen und plötzliche Krisen. Um solche Herausforderungen bewältigen zu können, muss zunehmend Initiative, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aufgebracht werden – das Zauberwort lautet: Resilienz.
Der Ausbruch des Coronavirus im Frühjahr 2020 und die daraus resultierende Pandemie stellte von heute auf morgen unseren gesamten Alltag (beruflich wie auch privat) auf den Kopf. Die in vielen europäischen Ländern durch die Regierungen verhängten Beschränkungen zur Eindämmung der Ansteckungsausweitung machten auch im Berufsleben nicht Halt. Viele Mitarbeiter, die ihre Arbeitsleistung vorrangig im Büro erbrachten, siedelten ins Homeoffice um. Insbesondere für berufstätige Eltern, die durch ausfallende externe Kinderbetreuung gleichzeitig die Betreuung der Kinder zuhause bewerkstelligen, stellt das nunmehr größtenteils praktizierende Homeoffice jedenfalls eine neue Herausforderung dar, da für viele Eltern auch noch Homeschooling ihrer Kinder dazu kommt. Wie sieht es jedoch mit der Mitarbeiterführung im mobilen Arbeiten bzw. generell Mitarbeiterführung in Arbeitswelt 4.0 aus, wenn flexible Arbeitszeiten und auch -orte die Grenzen von Privat- und Berufsleben verwischen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Resilienz und ihre Definition
2.1 Resilienzfaktoren im Beruf
2.2 Resilienz als Schutzfaktor
3 Arbeitswelt 4.0
3.1 Entwicklungen bis zur Arbeitswelt 4.0
3.2 Mitarbeiterführung in der Arbeitswelt 4.0.
3.3 Mitarbeiterführung und Resilienz
3.3 Stärkung und Steigerung der Resilienz in der Mitarbeiterführung
4 Aktuelle Situation – Resilienz und Corona
5 Fazit und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Resilienz als essenzielle Kompetenz für Führungskräfte und Mitarbeiter in der digitalisierten Arbeitswelt 4.0, insbesondere unter dem Einfluss krisenhafter Ereignisse wie der Corona-Pandemie.
- Grundlagen der Resilienz und ihre Definition
- Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 (Digitalisierung, Flexibilität)
- Die Rolle der Mitarbeiterführung im Kontext von Resilienz
- Empirische Erkenntnisse zu Resilienz und Arbeitszufriedenheit
- Strategien zur Stärkung der persönlichen Resilienz
Auszug aus dem Buch
2 Resilienz und ihre Definition
Thun-Hohenstein, Lampert und Altendorfer-Kling fassen in ihrem Bericht vom 29. Jänner 2020 (Z Psychodrama Soziom) die Begriffsableitung aus dem lateinischen „resilire“ auf, was zu Deutsch zurückspringen oder abprallen bedeutet (vgl. Thun-Hohenstein et al., 2020, S. 8).
Im heutigen Sprachgebrauch versteht man unter „Resilienz“ die innere psychische Widerstandskraft, mit der eine Person belastende Situationen, Schicksalsschläge, Krisen oder auch traumatische Ereignisse bewältigt und bestenfalls sogar gestärkt aus ihnen hervorgeht (vgl. Wunsch, 2018, S. 26; Amann, 2019, o.S.). Analog dazu findet sich in Dorsch – Lexikon der Psychologie als Definition die Widerstandskraft eines Individuums, welches sich trotz ungünstiger Lebensumstände und kritischer Lebensereignisse erfolgreich entwickeln kann (vgl. Warner, 2020, S. 1517).
Diese Widerstandskraft lässt sich sehr gut mit dem menschlichen Immunsystem, das den Körper vor Krankheiten schützt, vergleichen. Resilienz unterstützt die menschliche Psyche und Seele bei Stress, Belastungen, neuen Lebenssituationen und Krisen, welche physiologische Bedürfnisse darstellen. Diese lassen sich durch Übungen stärken, wobei es noch wichtiger ist, die eigenen biologischen Bedürfnisse zu erfüllen und damit die Psyche zu stärken (vgl. Böhme, 2019, S. 7; Amann, 2019, o.S.). Der Grundstein wird bereits in der frühen Kindheit durch die Bedürfnisbefriedigung eines Babys mittels Nähe, Nahrung, Wärme und Schlaf gelegt (vgl. Böhme, 2019, Schlusswort; Mourlane, 2015, S. 127).
„Resilienz ist ein Synonym für die psychische Widerstandskraft und Stärke an sich“ (Mourlane, 2015, S. 26). Analog zur Weiterentwicklung der körperlichen Stärke lässt sich auch die mentale Stärke weiterentwickeln, beispielsweise, dass wir mit belastenden, wiederkehrenden Situationen mit der Zeit gelassener umgehen, da wir durch die erfolgreiche Bewältigung in der Vergangenheit an psychologischer Stärke gewonnen haben (vgl. Mourlane, 2015, S. 126). Nach Mourlane kann ein Mensch an seiner psychologischen Widerstandsfähigkeit arbeiten und somit Einfluss auf die folgenden Resilienzfaktoren nehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Resilienz im Kontext der Arbeitswelt 4.0 ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie beschleunigten Digitalisierung.
2 Resilienz und ihre Definition: Das Kapitel erläutert den Begriff der Resilienz als psychische Widerstandskraft, stellt die sieben Resilienzfaktoren nach Reivich & Shatté vor und beleuchtet Resilienz sowohl als erlernbaren Prozess als auch als Schutzfaktor anhand wissenschaftlicher Langzeitstudien.
3 Arbeitswelt 4.0: Dieses Kapitel analysiert die technologischen und sozialen Entwicklungen der Arbeitswelt 4.0, die Anforderungen an moderne Mitarbeiterführung und den Zusammenhang zwischen Resilienz und Arbeitszufriedenheit.
4 Aktuelle Situation – Resilienz und Corona: Hier werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das psychische Wohlbefinden und die Arbeitswelt anhand einer Umfrage von Rundstedt und INNOFACT AG betrachtet.
5 Fazit und Ausblick in die Zukunft: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Resilienz aufgrund der zunehmenden Dynamik und Komplexität in der zukünftigen Arbeitswelt weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Schlüsselwörter
Resilienz, Arbeitswelt 4.0, Mitarbeiterführung, Digitalisierung, Psychische Widerstandskraft, Homeoffice, Resilienzfaktoren, Arbeitszufriedenheit, Krisenmanagement, Coaching, Selbstwirksamkeit, Anpassungsfähigkeit, Work-Life-Balance, Corona-Pandemie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Widerstandskraft (Resilienz) von Menschen im beruflichen Umfeld und wie diese angesichts der Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt 4.0 sowie krisenhafter Ereignisse gestärkt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Resilienz, den Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeitsformen, der Rolle der Führungskraft in modernen Organisationen und der Bedeutung von psychischer Stabilität für die Arbeitszufriedenheit.
Was ist die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie lässt sich Resilienz in Arbeitswelt 4.0 bei der Mitarbeiterführung steigern?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse von Studien (wie der IAP Studie 2017 oder der Bertelsmann Stiftung) sowie der theoretischen Ableitung von Resilienzfaktoren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Resilienz, die Transformation der Arbeitswelt 4.0, die spezifische Funktion der Führungskraft und empirische Zusammenhänge zwischen Resilienz, Führung und Arbeitszufriedenheit erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Resilienz, Arbeitswelt 4.0, Mitarbeiterführung, Digitalisierung, Selbstwirksamkeit und Arbeitszufriedenheit.
Wie unterscheidet sich die Resilienz von Führungskräften von der der Mitarbeiter laut der Studie?
Die herangezogene Studie von Mourlane et al. zeigt, dass Führungskräfte in den meisten Resilienzfaktoren einen höheren Mittelwert (Resilienzquotient) aufweisen als Mitarbeiter.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für die Resilienz im Beruf?
Die Pandemie fungiert als Katalysator, der Belastungen durch Homeoffice, Unsicherheit und soziale Distanz verstärkt hat, wodurch die Relevanz der persönlichen Resilienz für die Bewältigung des Arbeitsalltags massiv zugenommen hat.
- Citar trabajo
- Christina Yüksel (Autor), 2020, Resilienz in der Arbeitswelt 4.0. Bedeutung und Möglichkeiten der Steigerung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037222