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Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg in der Schule. Eine kritische Betrachtung

Ein Vergleich der GfK mit psychologischen Konzepten, Kritik und Fehlanwendungen, empirische Studien der GfK

Titel: Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg in der Schule. Eine kritische Betrachtung

Bachelorarbeit , 2021 , 47 Seiten , Note: 1,0-1,3

Autor:in: Theresa Paas (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage: Wie können LehrerInnen die Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg an Schulen anwenden?

Es wird gezeigt, durch welche psychologischen Konzepte und empirische Studien die Gewaltfreie Kommunikation bewiesen wird, wie sie an Schulen konkret anwendbar ist, welche Herausforderungen sich ergeben und wie die empirische Studienlage über die GfK ist.

LehrerInnen wird beantwortet: Wie kann ich die GfK in meiner Schule anwenden? Welche Fehlanwendungen können mir oder meinen Schülern dabei unterlaufen? Warum steigert sie die Motivation der SchülerInnen, verbessert meine Beziehung zu ihnen und steigert ihre Leistungen? Welche wissenschaftlichen Studien gibt es über die GfK und was beweisen sie?

Lehrerinnen und Lehrer erhalten laut der Allgemeinen Dienstordnung für Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen den Auftrag, ihre Schüler zu erziehen und ihre Leistungen zu beurteilen: „Es gehört zum Beruf der Lehrerinnen und Lehrer, in eigener Verantwortung und pädagogischer Freiheit die Schülerinnen und Schüler zu erziehen, zu unterrichten, zu beraten, zu beurteilen, zu beaufsichtigen und zu betreuen.“

Dabei bestehen Erziehungsmethoden häufig daraus, Schülern Verhaltensregeln aufzuerlegen und diese mit Belohnung und Bestrafung durchzusetzen, ihnen Befehle zu erteilen und ihnen beizubringen, sich den Urteilen der Lehrpersonen unterzuordnen. Diese Urteile beschränken sich oftmals nicht nur auf die Vergabe von Noten: Schülern werden Lernschwächen diagnostiziert oder sie können etwa als „Schüler mit einer langsamen Auffassungsgabe“ bezeichnet werden.

Der US-amerikanische Psychologe Marshall B. Rosenberg (1934-2015) erklärt, diese autoritären Verhaltensweisen seien Formen der nicht-physischen Gewalt. Urteile und Befehle können unsere Beziehung zu den Schülern verschlechtern, sie demotivieren und ihrem Selbstbild schaden.

Mit seiner Gewaltfreien Kommunikation (GfK) versucht er einen Weg aufzuzeigen, Schüler nicht mehr zu verurteilen, sondern ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und einfühlsam auf sie einzugehen. Die GfK verspricht, die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern zu bereichern, Konflikte zu lösen und die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfüllen. Außerdem kann sie das Lernklima verbessern, die Motivation der Schüler fördern und ihren Selbstwert stärken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gewaltfreie Kommunikation

2.1 Gewaltfreie Selbstoffenbarung

2.1.1 Beobachtungen ohne Bewertung

2.1.2 Gefühle ohne Interpretationen

2.2.3 Bedürfnisse

2.2.4 Bitten statt Forderungen

2.2 Empathisch aufnehmen

2.3 Mediation

2.4 Die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation

3 Fehlanwendungen der GfK

3.1 Die instinktiv-magische Ebene

3.2 Die egozentrische Ebene

3.3 Die konformistische Ebene

3.4 Die rationale Ebene

3.5 Die pluralistische Ebene

3.6 Die integrative Ebene

4 Selbstreflexion

4.1 Reflexion unserer Bewertungen

4.2 Reflexion unserer Gefühle und Bedürfnisse

5 Bedarf an empirischer Forschung über den Erfolg der GfK

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg erfolgreich an Schulen einsetzen können, um Beziehungen zu verbessern, Konflikte konstruktiv zu lösen und die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen.

  • Grundlagen und Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation
  • Möglichkeiten der Mediation im schulischen Kontext
  • Kritische Analyse von Fehlanwendungen durch Bewusstseinsebenen (Spiral Dynamics)
  • Die Rolle der Selbstreflexion für Lehrpersonen
  • Überblick zur aktuellen empirischen Studienlage

Auszug aus dem Buch

2.4 Die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation versteht sich nicht nur als reine Kommunikationsmethode, sondern vor allem als die langfristige Entwicklung der Haltung, jedem Menschen Empathie entgegenzubringen. Die GfK verkörpert die Einstellung der Wertschätzung und der bedingungslosen Akzeptanz (Wilkens, 2015). Damit ist gemeint, dass andere Menschen nicht bewertet oder verurteilt werden, sondern in ihrer Gesamtheit vollkommen angenommen werden. Die GfK zeigt, dass alle Menschen im Grunde sehr ähnliche Gefühle und Bedürfnisse teilen und dass wir dadurch jede Handlung nachvollziehen können (Rosenberg, 2013). Wir beschuldigen Schüler nicht mehr, weil sie „stören“ oder „schlechte Schüler“ sind, sondern fokussieren uns auf die Bedürfnisse hinter ihren Handlungen. Dadurch gewinnen wir die Macht zurück, Situationen schnell zu ändern, wenn diese unsere Bedürfnisse oder die der Schüler nicht erfüllen. Außerdem begegnen wir Schülern nicht mehr mit (Vor-)Urteilen und geben ihnen dadurch die Chance und Unterstützung, ihre Leistungen ungehindert zu verbessern.

Wir respektieren das individuelle Erleben der Schüler und nehmen seine Einzigartigkeit als solche wahr. Wir sind also ganz bei den Schülern in diesem aktuellen Moment und fühlen uns empathisch in sie ein. Dadurch können unsere Schüler das Gefühl bekommen, vollkommen angenommen und als Menschen wertgeschätzt zu werden (Wilkens, 2015). Das Gefühl von Wertschätzung kann unsere Beziehung zu ihnen vertiefen (Perrez, Laireiter und Baumann, 2005) und ein starkes Entwicklungspotenzial bei unseren Schülern entfalten (Baumann & Kuhl, 2005). Perrez, Laireiter & Baumann (2005) etwa konnten zeigen, dass das Gefühl von Annahme und Unterstützung Menschen beruhigt, Stress abbaut, ihren Selbstwert stärkt und ihre Motivation fördert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik autoritärer Erziehungsmethoden ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der erfolgreichen Anwendung der GfK an Schulen.

2 Gewaltfreie Kommunikation: Hier werden die vier Komponenten der GfK, das empathische Zuhören, Mediation sowie die zugrunde liegende wertschätzende Haltung detailliert erläutert.

3 Fehlanwendungen der GfK: Dieses Kapitel analysiert mögliche Schattenseiten und Fehlanwendungen der GfK basierend auf den sechs Bewusstseinsebenen von Fischer/Graves.

4 Selbstreflexion: Es wird dargelegt, wie GfK als Werkzeug zur Reflexion eigener Bewertungen, Gefühle und Bedürfnisse genutzt werden kann, um emotionale Reaktionen besser zu steuern.

5 Bedarf an empirischer Forschung über den Erfolg der GfK: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über bestehende Studien und betont den Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Evidenz.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer reflexiven Haltung für den nachhaltigen Erfolg der Gewaltfreien Kommunikation.

Schlüsselwörter

Gewaltfreie Kommunikation, GfK, Schule, Marshall B. Rosenberg, Empathie, Mediation, Selbstreflexion, Pädagogische Psychologie, Konfliktlösung, Wertschätzung, Bewusstseinsebenen, Spiral Dynamics, Erziehung, Schulklima, Bedürfnisorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg als Instrument für Lehrkräfte im schulischen Alltag, um die Kommunikation zu verbessern und Konflikte konstruktiv zu bewältigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die methodischen Grundlagen der GfK, ihre Anwendung in der Mediation, die kritische Betrachtung von Fehlanwendungen durch unterschiedliche Bewusstseinsstufen sowie die Bedeutung der Selbstreflexion für Lehrpersonen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie können Lehrkräfte die Gewaltfreie Kommunikation an Schulen erfolgreich anwenden?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung von Rosenbergs Werken, ergänzt durch psychologische Theorien (wie die kognitive Dissonanz oder Reaktanz) sowie eine systematische Auswertung der aktuellen empirischen Studienlage zur GfK.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der GfK-Komponenten, eine kritische Auseinandersetzung mit der Anwendungsqualität anhand von Entwicklungsmodellen (Spiral Dynamics) und Ansätze zur Selbstreflexion für Lehrende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltfreie Kommunikation, Empathie, Schulklima, Konfliktlösung, Mediation und Selbstreflexion maßgeblich charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst das Modell von Clare W. Graves die GfK-Anwendung?

Das Modell verdeutlicht, dass die Art und Weise, wie GfK angewendet wird, stark von der individuellen Bewusstseinsebene abhängt; Fehlinterpretationen können entstehen, wenn Anwender beispielsweise aus einer harmoniebedürftigen oder rein rationalen Ebene heraus agieren.

Warum ist laut der Arbeit eine kritische Auseinandersetzung mit der GfK notwendig?

Die Autorin weist darauf hin, dass die GfK oft wie ein "Wundermittel" wirkt, in der Praxis jedoch häufig am Anwender scheitert, weshalb ein tiefes Verständnis für die eigene Haltung und mögliche psychologische "Schattenseiten" essenziell ist.

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Details

Titel
Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg in der Schule. Eine kritische Betrachtung
Untertitel
Ein Vergleich der GfK mit psychologischen Konzepten, Kritik und Fehlanwendungen, empirische Studien der GfK
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,0-1,3
Autor
Theresa Paas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
47
Katalognummer
V1037273
ISBN (eBook)
9783346456779
ISBN (Buch)
9783346456786
Sprache
Deutsch
Schlagworte
GfK Rosenberg Schule Unterricht Lehrer Psychologie Pädagogik Reaktanz Erlernte Hilflosigkeit Mediation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Paas (Autor:in), 2021, Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg in der Schule. Eine kritische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037273
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  47  Seiten
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