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Verbreitung und Wirkung von Druckwerken. Analyse anhand des „Hexenhammers“

Título: Verbreitung und Wirkung von Druckwerken. Analyse anhand des „Hexenhammers“

Trabajo Escrito , 2020 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage: Wie wurden Druckwerke am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit verbreitet und wahrgenommen und wie und wodurch wirkten sie auf die Gesellschaft? Die Analyse soll anhand des Hexenhammers vorgenommen werden.

Insbesondere aus westlicher Perspektive wird Johannes Gensfleisch, genannt Johannes Gutenberg, mit seinem „Werk der Bücher“ als Wegbereiter der Frühen Neuzeit gesehen. Gutenbergs neuartiges Druckverfahren mit austauschbaren Schriftzeichen setzte in der Mitte des 15. Jh. eine Medienrevolution in Gang. Diese Erfindung ist als Antwort auf einen akut vorherrschenden Bedarf zu sehen, der sich in den Jahrhunderten zuvor herauskristallisiert hatte.

Es war im Mittelalter immer wichtiger geworden, sich auf schriftlichem Wege auszutauschen und Vorgänge aller Art schriftlich festzuhalten. Aus diesem Grund wurde mehrerenorts, nebst der Suche nach einem erschwinglicheren Material als dem Pergament, nach neuen Optionen gesucht, Geschriebenes zu reproduzieren. Gutenberg gelang mit seiner Technik der Durchbruch. Texte ließen sich daraufhin beträchtlich schneller kopieren, und, zusammen mit Papier als billigerem Bedruckstoff, konnten Bücher günstiger als bisher angeboten werden.

Zwar wurden diese schon zuvor in größerem Stil angefertigt, aber die Einführung des Gutenbergschen Buchdruckverfahrens stellte eine bedeutende Innovation dar, veränderte sich doch die Schrift- und Buchherstellung in der darauffolgenden Zeit maßgeblich und zog weitreichende Entwicklungen in allen Bereichen nach sich. Gutenbergs Name steht daher noch heute für den Buchdruck, Buchkultur und damit auch für Wissensverbreitung und -vermittlung.

Eines der Druckwerke, das von Gutenbergs neuartigem Verfahren profitierte, war der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum), der gegen Ende des 15. Jh. erschien. Diese Dämonologie geht auf den Inquisitor Heinrich Kramer (ca. 1430-1505) zurück und diente zur Rechtfertigung der systematischen Hexenverfolgung sowie zur Aufklärung und Belehrung über die Gefährlichkeit der Hexerei. Zudem zeigte Kramer auf, welche Maßnahmen von juristischer Seite zu treffen seien, um angemessen gegen die immer größer werdende Bedrohung vorzugehen. Noch zu heutiger Zeit löst dieses Buch Unbehagen aber auch Faszination in den Menschen aus, was für seine langanhaltende Wirkung auf die Gesellschaft spricht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schriftlichkeit am Umbruch des Spätmittelalters zur Frühen Neuzeit

2.1 Die Zeit vor Gutenbergs Erfindung

2.2 Gutenbergs Buchdruckerkunst

2.3 Von Mainz in die Welt

3. Der Hexenhammer

3.1 Umstände der Entstehung

3.2 Autorenschaft

3.3 Inhaltliche Aspekte

3.4 Drucker, Druckort und Aufmachung der Erstausgabe

3.5 Verbreitung und Wirkung

3.5.1 Von Verbreitung und hohen Auflagen

3.5.2 Der Hexenhammer trifft den „Nerv der Zeit“

3.5.3 Inhaltliche Besonderheiten: Das Exempel

3.5.4 Einfluss auf die Hexenverfolgung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert, wie Druckwerke am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit verbreitet und wahrgenommen wurden und welchen nachhaltigen Einfluss sie auf die Gesellschaft hatten, wobei der "Hexenhammer" als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Die medienhistorische Bedeutung von Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks.
  • Die Entstehungsgeschichte, Autorenschaft und inhaltliche Struktur des "Hexenhammers".
  • Vertriebswege und die Bedeutung von Legitimation durch päpstliche und fakultäre Unterstützung.
  • Die Rolle narrativer Strategien (Exempla) zur Mobilisierung der Leserschaft.
  • Die Wechselwirkung zwischen Krisenzeiten, "Nerv der Zeit" und der Wirkung dämonologischer Schriften.

Auszug aus dem Buch

3.1 Umstände der Entstehung

Im Jahre 1478 wurde Heinrich Kramer von päpstlicher Seite damit beauftragt, im Raum Oberdeutschland gegen Häresie vorzugehen. Seiner Tätigkeit als Hexeninquisitor ging er dann primär rund um den Bodensee nach. Zwar konnte Kramer in diesen Gebieten die knapp 50 Exekutionen durch Feuertod, auf die er später im Hexenhammer Bezug nahm, erwirken, stieß aber bisweilen auf Gegenwehr, beispielsweise konnten Personen, die mit dem Gesetz vertraut waren, Angeklagten des Öfteren zur Freiheit verhelfen. Kramer informierte Rom darüber, woraufhin Papst Innozenz VIII. die Bulle Summis desiderantes affectibus ausstellte. Besagte Hexenbulle war der erste Erlass des Papstes, der mit Hilfe des Buchdrucks Verbreitung fand. Durch sie erhielten Heinrich Kramer und Jakob Sprenger die offizielle Genehmigung des Papstes, verstärkt Maßnahmen gegen Ketzerei und Hexerei zu setzen und sie diente als Nachweis, dass dies rechtmäßig passierte.

Im Sommer 1485 trat Kramer, zusammen mit genannter Bulle, in Innsbruck in Erscheinung. Er beabsichtigte im Rahmen eines Prozesses gegen Zauberei und Gotteslästerung vorzugehen. Allerdings schlug dieses Vorhaben fehl. Menschen aus allen Schichten opponierten dagegen und der Inquisitor wurde zum Schluss von Bischof Georg Golser dazu genötigt abzureisen. Der Unmut Kramers über den Ausgang des „Innsbrucker Hexenprozesses“ und vermutlich auch darüber, dass sogar der Bischof, also ein Vertreter des geistlichen Standes, die Notwendigkeit hinter der Hexenfrage unterschätzte, ihn nicht unterstützte und sogar zwang zu gehen, brachte ihn zur Abfassung des Hexenhammers. Zwar lassen sich die genauen Gedankengänge Kramers nicht mehr belegen, allerdings würde die in weiterer Folge eilends vorgenommene Abfassung des Traktats, welches im Übrigen auch von einer gewissen Endzeitstimmung geprägt ist, dafür sprechen. Das Problem war für ihn so gefährlich und drängend, dass kein Aufschub, wie etwa in Rom vorstellig zu werden, möglich war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die medienrevolutionäre Bedeutung von Gutenbergs Erfindung und Vorstellung des Hexenhammers als zentrales Untersuchungsfeld.

2. Schriftlichkeit am Umbruch des Spätmittelalters zur Frühen Neuzeit: Untersuchung der Buchproduktion und des Wandels von handgeschriebenen Kopien hin zum effizienten Buchdruck.

3. Der Hexenhammer: Detaillierte Analyse der Entstehung, Autorenschaft, Argumentationsweise und der massenhaften Verbreitung des Traktats sowie dessen Einfluss auf die Hexenverfolgung.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Buchdrucks bei der gesellschaftlichen Wirksamkeit von Schriften in Krisenzeiten.

Schlüsselwörter

Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Gutenberg, Buchdruck, Medienrevolution, Heinrich Kramer, Hexenverfolgung, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Dämonologie, Inquisitor, Exempla, Wissensvermittlung, Kommunikationsgeschichte, Reformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbreitung und Wirkung von Druckwerken an der Schwelle vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit am Beispiel des "Hexenhammers".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der Schriftkultur, die Erfindung des Buchdrucks, die Entstehung der Hexenverfolgung und die Funktion von Dämonologien als mediale Instrumente.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu analysieren, wie durch den Buchdruck Wissen verbreitet wurde und wie der Hexenhammer in einer empfänglichen Gesellschaft seine Wirkung entfalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgeschichtlichen Analyse von Fachliteratur zur Buchkultur sowie einer intensiven Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte des "Hexenhammers".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Buchdruckerkunst und eine spezifische Analyse des Hexenhammers, inklusive Fragen der Autorenschaft, Verbreitung und Wirkungsweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Buchdruck, Hexenhammer, Medienrevolution, Inquisitor, Dämonologie und der Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit.

Welche Rolle spielte die "Hexenbulle" für den Erfolg des Hexenhammers?

Die päpstliche Bulle diente als essenzielle Legitimation des Werkes und stellte sicher, dass die Maßnahmen gegen Hexerei vom Papst offiziell gutgeheißen wurden.

Warum waren die sogenannten "Exempla" für Kramer so wichtig?

Die Exempla dienten dazu, das abstrakte Thema Hexerei für die Leserschaft greifbar und anschaulich zu machen, um so Angst und ein Gemeinschaftsgefühl im Kampf gegen Hexen zu erzeugen.

War Jakob Sprenger tatsächlich ein Mitautor des Werkes?

Die Forschungslage ist geteilt, jedoch weist vieles darauf hin, dass Kramer den Namen Sprengers vor allem nutzte, um dem Traktat durch eine zweite Person mehr Ansehen zu verleihen.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Verbreitung und Wirkung von Druckwerken. Analyse anhand des „Hexenhammers“
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
21
No. de catálogo
V1037375
ISBN (Ebook)
9783346455437
ISBN (Libro)
9783346455444
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hexenhammer Hexenverfolgung Druckwerke Schriftkultur Malleus Maleficarum Buchdruck
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2020, Verbreitung und Wirkung von Druckwerken. Analyse anhand des „Hexenhammers“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037375
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