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Die Dynamik des Genozids in Ruanda. Eine Literaturanalyse

Titre: Die Dynamik des Genozids in Ruanda. Eine Literaturanalyse

Thèse de Bachelor , 2020 , 50 Pages , Note: 2.0

Autor:in: Tom Neugebauer (Auteur)

Sciences Sociales générales
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Diese Arbeit befasst sich mit dem Genozid an der ruandischen Bevölkerungsminderheit Tutsi und den gemäßigten Hutu in den 1990er Jahren und untersucht, inwiefern sich bestimmte Ansätze aus der Soziologie beziehungsweise der Sozialpsychologie als Erklärungsversuch für die stattgefundenen Gewaltakte in der bisherigen Forschung über den Völkermord wiederfinden lassen. Mit Hilfe der gewählten Theoreme soll der zu behandelnde Sachverhalt so wissenschaftlich analysiert, etwaige Ursachen und begünstigende Faktoren herausgearbeitet und damit anschließend verdeutlicht werden, ob und in welchem Maße die verwendeten Thesen in der Lage sind, kollektive Gewalt an einem empirischen Beispiel zu erklären.

Ethnische Konflikte und Gewaltakte gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen finden leider auch in der heutigen Zeit noch statt. Unterschiedliche Beispiele zeigen, dass das Phänomen des Genozids als durchaus zeitgemäß betrachtet werden sollte. Immer wieder haben die vereinten Nationen Warnungen vor potenziellen Völkermorden in unterschiedlichen Ländern herausgegeben. Nach dem Ausbruch eines religiös motivierten Bürgerkriegs zwischen christlichen und muslimischen Milizen in der zentralafrikanischen Republik im Jahr 2013 wurde die humanitäre Lage im Land, vier Jahre darauf, seitens der UNO als äußerst prekär eingestuft. Auch für den Südsudan gab die UN aufgrund eines bis 2018 andauernden Bürgerkriegs entsprechende Warnungen heraus. Ein politischer Machtkampf hat sich dort zu einem Konflikt zwischen Bevölkerungsgruppen entwickelt und so zehntausende Opfer gefordert. Im April 2019 wurde 25 Jahre nach Beginn des Völkermords in Ruanda weltweit an die im ostafrikanischen Binnenstaat stattgefundene Massengewalt erinnert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Mikrosoziologie der Gewalt: Handlungstheoretische Grundlagen

2.1 Emotionale Energie

2.2 Der Tunnel der Gewalt

2.3 Die Vorwärtspanik in Gruppen

3 Die Theorie der sozialen Identität

3.1 Das Minimalgruppen-Paradigma

3.2 Identitätstheoretische Grundlagen

3.3 Die (Wieder-)Herstellung eines positiven Gruppenbildes

3.4 Enthumanisierung

4 Der Genozid

4.1 Hintergründe

4.2 Gewalt- und Tötungsformen

5 Analyse

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die soziologische und sozialpsychologische Untersuchung des Genozids in Ruanda in den 1990er Jahren, um zu analysieren, inwiefern mikrosoziologische Dynamiken der Gewalt sowie Theorien zur sozialen Identität als Erklärungsmodelle für die stattgefundenen Massengewaltakte dienen können.

  • Mikrosoziologische Handlungstheorien von Randall Collins
  • Soziale Identitätstheorie von Henri Tajfel und John C. Turner
  • Analyse des Genozids in Ruanda anhand der Fachliteratur
  • Untersuchung von Gruppendynamiken und Entmenschlichungsprozessen
  • Erörterung von situativen Faktoren vs. Makro-Strukturen bei Massengewalt

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Tunnel der Gewalt

„Vorwärtspanik ist Gewalt, die nicht zu stoppen ist. Sie ist ein Overkill ein Kraftaufwand, der weit über das Maß hinaus geht das für einen Sieg notwendig gewesen wäre. Wer aus einer Anspannung in eine Vorwärtspanik abrutscht ist in einen Tunnel gefallen und kann nicht anhalten. Die Menschen töten dann nicht nur sondern zerstören alles was ihnen in die Augen kommt. Sie schlagen und treten im Übermaß und greifen sogar leblose Körper an. […] Manche Menschen nutzen ihre Fähigkeit, sich selbst in hohe Konfrontationsanspannung zu versetzen, als Mittel, um andere beherrschen. Sobald sie aber in einen hohen Erregungszustand geraten, können sie sich nicht mehr kontrollieren.“ (Collins 2011: 141-145)

Wenn eine Vorwärtspanik allem Anschein nach eine solch extreme und grausame Art der Gewalt verkörpert, ist es unerlässlich, nach den Gründen für die Entstehung einer solchen zu fragen. Wenn Täter_innen, die sich im metaphorischen Tunnel befinden, somit nicht aufhören können zu schießen, zu treten oder zu schlagen, obwohl ein Kampf bereits lange gewonnen wurde, bleibt außerdem die Frage nach den situationsspezifischen Bedingungen, die Collins hierfür anführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ethnisch motivierter Konflikte ein und formuliert die Forschungsfrage, inwiefern soziologische und sozialpsychologische Ansätze den Völkermord in Ruanda erklären können.

2 Die Mikrosoziologie der Gewalt: Handlungstheoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie emotionale Energie, der Tunnel der Gewalt und Vorwärtspaniken definiert, um das theoretische Gerüst für die spätere Analyse zu bilden.

3 Die Theorie der sozialen Identität: Hier wird die Theorie der sozialen Identität erläutert, wobei insbesondere das Minimalgruppen-Paradigma und die Prozesse der Kategorisierung und Enthumanisierung im Zentrum stehen.

4 Der Genozid: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext des ruandischen Völkermords und beschreibt die sozio-politischen Hintergründe sowie die praktizierten Gewalt- und Tötungsformen.

5 Analyse: Die Analyse führt die vorangegangenen Theorien mit den historischen Erkenntnissen zusammen, um zu prüfen, ob mikrosoziologische und identitätstheoretische Erklärungsansätze auf den Genozid in Ruanda übertragbar sind.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Eignung der gewählten theoretischen Ansätze für die Erklärung von Massengewalt und Völkermorden.

Schlüsselwörter

Genozid in Ruanda, Mikrosoziologie der Gewalt, Randall Collins, Soziale Identitätstheorie, Henri Tajfel, Vorwärtspanik, Massentötungen, Enthumanisierung, Ingroup-favoritism, Gruppendynamik, Intergruppenkonflikt, Ethnische Gewalt, Sozialpsychologie, Konfrontationsanspannung, Emotionale Energie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Genozid in Ruanda aus einer soziologischen und sozialpsychologischen Perspektive, um zu verstehen, wie und warum es zu solch extremer Massengewalt kommen konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Mikrosoziologie der Gewalt, Theorien zur sozialen Identität, die historische Entwicklung in Ruanda sowie die Dynamik von Gruppenein- und -ausgrenzungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die Gewalt- und Identitätstheorien von Randall Collins, Henri Tajfel und John C. Turner als Erklärungsversuche für die im Ruanda-Völkermord stattgefundenen Ereignisse dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die existierende wissenschaftliche Werke und Studien zum ruandischen Genozid sekundäranalytisch auf der Basis soziologischer Theorien untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2 und 3) und eine empirische Betrachtung des ruandischen Genozids (Kapitel 4), die in einer Analyse (Kapitel 5) zusammengeführt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Genozid, Mikrosoziologie, Vorwärtspanik, soziale Identität, Enthumanisierung und Intergruppenkonflikt charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Collins' Theorie von der sozialen Identitätstheorie in Bezug auf Gewaltentstehung?

Collins fokussiert sich primär auf situative, interaktive Dynamiken und emotionale Zustände im Moment der Gewalt, während die Identitätstheorie die langfristige Wirkung von Gruppenkategorisierung und Identitätsstiftung betont.

Welche Rolle spielt die „Enthumanisierung“ bei der Erklärung der Gräueltaten?

Enthumanisierung ist ein zentraler Mechanismus, der es Tätern ermöglicht, Opfer nicht als Individuen, sondern als anonyme Masse wahrzunehmen, was die Hemmschwelle für Gewalt massiv senkt.

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Résumé des informations

Titre
Die Dynamik des Genozids in Ruanda. Eine Literaturanalyse
Université
University of Marburg  (Institut für Soziologie)
Note
2.0
Auteur
Tom Neugebauer (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
50
N° de catalogue
V1037754
ISBN (ebook)
9783346448477
ISBN (Livre)
9783346448484
Langue
allemand
mots-clé
Soziale Identität Social Identity Genozid Ruanda Rwanda Völkermord Bourdieu Foucault Minimalgruppen Minimalgruppen Paradigma Gruppenbild positives Gruppenbild Gewalt Hass Drittes Reich Overkill John C. Turner Henri Tajfel Tajfel and Turner Handlungstheorie Bachelorarbeit Bachelor Thesis Enthumanisierung Entmenschlichung Randall Collins Mikrosoziologie Sozialwissenschaft Literaturanalyse Tötungsformen Erving Goffman
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tom Neugebauer (Auteur), 2020, Die Dynamik des Genozids in Ruanda. Eine Literaturanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037754
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Extrait de  50  pages
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