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Frank Wedekinds Drama "Frühlings Erwachen" und seine Schluss- und Schlüsselszene. Analyse der Sinnesebenen

Title: Frank Wedekinds Drama "Frühlings Erwachen" und seine Schluss- und Schlüsselszene. Analyse der Sinnesebenen

Term Paper , 2019 , 21 Pages

Autor:in: Laura Vormann (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, welche Lesart dem Leser die meisten Sinnebenen des Dramas "Frühlingserwachen" von Frank Wedekind erschließt und somit den größten Gewinn einbringt. Zentral hierfür ist die Figur des vermummten Herrn, die auf vielerlei Weise interpretiert wurde. Die verschiedenen Interpretationsarten dieser Figur gehen mit den unterschiedlichen Lesarten des Stückes einher, weshalb sie von enormer Wichtigkeit für diese Arbeit ist.

In Frühlings Erwachen werden die Konflikte von Jugendlichen in der Pubertät thematisiert. Offenkundig ist v.a. die Kritik am Gymnasium und der Erziehung – weder Lehrer noch Eltern bringen den Kindern Verständnis entgegen. Die Kinder stoßen sich in diesem schwierigen Lebensabschnitt, in welchem sie ohnehin schon Konflikte mit sich selbst und untereinander ausfechten, auch noch an der erwachsenen Gesellschaft.

Das Drama thematisiert existenzielle Fragen, die zeitlos sind. Außerdem stellt es eine Literaturparodie dar, welche Kritik an der damals herrschenden Strömung des Naturalismus übt. Von diesem hob es sich z.B. durch die Technik der Montage und Collage ab, durch welche die Architektur des geschlossenen Dramas aufgebrochen wurde. Am signifikantesten ist allerdings der Verlust der Realitätsgewissheit. Die Naturalisten hatten sich der "Verwissenschaftlichung der Kunst" verschrieben und legten einen großen Wert auf eine detaillierte Beschreibung der Wirklichkeit. Wedekind stellte dieser Sichtweise seinen Konstruktivismus entgegen, welcher mit einem allegorischen Ausdruck verbunden ist. Am deutlichsten wird der allegorische Charakter der Stückes in den Schlussszene auf dem Friedhof.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Schlussszene – ein innerer Konflikt?

Die allegorische Lesart

Zirkusgedanken – Charaktere oder Typen?

Frühlings Erwachen - (k)eine Kindertragödie?

Die Tragik des Stückes

Das Stück und der Autor

Der humoristische Aspekt des Dramas

Frühlings Erwachen – ein Faust-Drama mit Kindern?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama "Frühlings Erwachen" von Frank Wedekind mit einem Fokus auf die Schlussszene, um herauszufinden, ob eine realistische oder eine allegorische Interpretation des Textes zu einem tieferen Verständnis der im Drama angelegten Ebenen führt.

  • Analyse des "inneren Konflikts" in der Schlussszene
  • Untersuchung der allegorischen Bedeutungsebene
  • Vergleich von Charaktertypen im Kontext von Wedekinds "Zirkusgedanken"
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Gattungsbezeichnung "Kindertragödie"
  • Intertextuelle Bezüge zu Goethes "Faust"

Auszug aus dem Buch

Die Schlussszene – ein innerer Konflikt?

Nach dem Lesen der Schlussszene von Frühlings Erwachen muss der Rezipient eine Entscheidung fällen. Bisher ließ sich die Dramenhandlung als real mögliches Geschehen betrachten; sie unterlag einer – zumindest textimmanente – Logik. Entscheidet sich der Leser für die realistische Lesart, stellen die Vorgänge auf dem Friedhof in einer hellen Folgenacht eine Herausforderung dar. Das Drama bricht mit der Poetik der Wahrscheinlichkeit, indem der tote Moritz Stiefel und der vermummte Herr auf dem Friedhof auftauchen. Auch wenn sich bereits die Szenen II,7 und III,1 stilistisch vom Rest des Dramas unterschieden – insbesondere III,1 mit seinem satirischen Charakter und den grotesken Überzeichnungen – so konnten sie gewissermaßen dennoch als realistisch behaupten. Das Erscheinen des toten Moritz Stiefel und des vermummten Herrn auf dem Friedhof hingegen fernab oller Realität. Die Szene mutet phantastisch und tendenziell grotesk an; sie ist naturalistisch nicht greifbar. Wedekind war ein Gegner der Verwissenschaftlichung von Kunst, die von den Anhängern des Naturalismus betrieben wird.

Wenn der Rezipient sich dafür entscheidet, die Handlung auf dem Friedhof dennoch als reales Geschehen zu betrachten, bietet es sich an, in der Szene die Repräsentation eines inneren Konflikts zu sehen, der sich in Melchiors Kopf abspielt. Somit wäre der Dialog auf dem Friedhof das mehrstimmige Produkt eines Einzelnen – Melchiors – der aus diversen Ich-Anteilen besteht. Diese Ich-Anteile werden in diesem Interpretationsansatz durch Moritz und den vermummten Herrn repräsentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Entstehungsgeschichte und die thematischen Schwerpunkte des Dramas sowie die Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

Die Schlussszene – ein innerer Konflikt?: Untersuchung der Schlussszene unter der Hypothese, ob die Ereignisse eine realistische Handlung oder einen psychologischen inneren Konflikt des Protagonisten Melchior darstellen.

Die allegorische Lesart: Analyse der Schlussszene als allegorisches Geschehen, wobei die Figuren als Symbole und nicht als realistische Charaktere gedeutet werden.

Zirkusgedanken – Charaktere oder Typen?: Analyse der Figuren Melchior und Moritz im Hinblick auf Wedekinds theoretisches Konzept der Charaktertypen aus seinen "Zirkusgedanken".

Frühlings Erwachen - (k)eine Kindertragödie?: Hinterfragung der Gattungsbezeichnung des Untertitels anhand einer Analyse der tragischen Elemente und der Fallhöhe der Protagonisten.

Die Tragik des Stückes: Darstellung der tragischen Schicksale von Moritz Stiefel und Wendla Bergmann und die Grenzen der dramatischen Gattungsdefinition.

Das Stück und der Autor: Erläuterung der Bedeutung von Wedekinds Briefen und theoretischen Schriften für das Verständnis der Intentionen hinter dem Werk.

Der humoristische Aspekt des Dramas: Analyse der humoristischen und grotesken Elemente im Drama, insbesondere im Kontext der Lehrer-Konferenz.

Frühlings Erwachen – ein Faust-Drama mit Kindern?: Untersuchung von Parallelen zwischen der Schlussszene von "Frühlings Erwachen" und der Paktszene in Goethes "Faust".

Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die allegorische Lesart die erkenntnisreichste Deutung für die Vielschichtigkeit des Dramas darstellt.

Schlüsselwörter

Frühlings Erwachen, Frank Wedekind, Melchior Gabor, Moritz Stiefel, Schlussszene, Allegorie, Realismus, Kindertragödie, Zirkusgedanken, Identitätsdiffusion, Gesellschaftskritik, Faust-Rezeption, Dramenanalyse, Pubertät, Literaturparodie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schlussszene von Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" und prüft verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, um die komplexe Struktur und die Intention des Dramas besser zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft, die Pubertät, der Umgang mit gesellschaftlichen Normen sowie die dramaturgische Form des Stückes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Lesart – die realistische oder die allegorische – den größten Erkenntnisgewinn für die Interpretation der Schlussszene und des gesamten Dramas bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Dramenanalyse angewandt, die den Primärtext unter Einbeziehung von Wedekinds theoretischen Schriften (wie den "Zirkusgedanken") und intertextuellen Bezügen untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Schlussszene als innerer Konflikt, die allegorische Deutung, eine Typisierung der Figuren, die Kritik an der Gattungsbezeichnung "Kindertragödie" sowie den Vergleich mit Goethes "Faust".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Allegorie, Identitätsdiffusion, naturalistische Kritik, Charaktertypen und der intertextuellen Verbindung zum "Faust" charakterisiert.

Wie wird der "vermummte Herr" in der Arbeit interpretiert?

Der vermummte Herr wird nicht nur als reale Figur oder reiner innerer Anteil Melchiors betrachtet, sondern im Rahmen der allegorischen Lesart als ein Element, das die Grenzen des realistischen Handlungsrahmens sprengt.

Warum wird die Bezeichnung "Kindertragödie" kritisch hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt diesen Untertitel, da die Protagonisten nicht die für die klassische Tragödie notwendige Fallhöhe durch sozialen Stand besitzen und das Stück zudem humoristische sowie groteske Elemente enthält, die eine reine Tragödie konterkarieren.

Welche Rolle spielt die Lehrer-Konferenz im Stück?

Die Lehrerkonferenz dient als Beispiel für den humoristischen Aspekt des Dramas und unterstreicht die satirische Kritik an der verkrusteten Schulerziehung und den gesellschaftlichen Zuständen der damaligen Zeit.

Was ist das abschließende Ergebnis der Untersuchung?

Das Fazit stellt fest, dass die allegorische Lesart die erkenntnisreichste Methode ist, um die vielfältigen Sinnebene und das komplexe Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft in Wedekinds Drama zu erfassen.

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Details

Title
Frank Wedekinds Drama "Frühlings Erwachen" und seine Schluss- und Schlüsselszene. Analyse der Sinnesebenen
College
University of Münster
Author
Laura Vormann (Author)
Publication Year
2019
Pages
21
Catalog Number
V1038211
ISBN (eBook)
9783346450661
ISBN (Book)
9783346450678
Language
German
Tags
frank wedekinds drama frühlings erwachen schluss- schlüsselszene analyse sinnesebenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Vormann (Author), 2019, Frank Wedekinds Drama "Frühlings Erwachen" und seine Schluss- und Schlüsselszene. Analyse der Sinnesebenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038211
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