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Kennzeichen und Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields

Title: Kennzeichen und Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 34 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Clemens Grün (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich den Ursprüngen und Funktionsweisen der amerikanischen Filmfarce am Beispiel der Komiker-Antipoden Buster Keaton und W.C. Fields.

Der Erfolg der Filmfarce liegt zu einem guten Teil in dem zwiespältigen Verhältnis der Menschen zum Maschinenzeitalter begründet. Vor dem Hintergrund von Entfremdung, abnehmender Chancengleichheit und dem Konsumterror der Massengesellschaft bot die Filmfarce Zerstreuung: Sie verließ den Boden der Wirklichkeit, befreite von sozialen Klassenunterschieden, Normen und Zwängen, war ein Mittel der psychischen Hygiene. Der Clown der Filmfarce war der Dionysos der 20er, 30er und 40er Jahre: Er verkörperte alle negativen, unerwünschten, verdrängten Tendenzen des Menschen, die im Alltag nicht ausgelebt werden konnten.

Buster Keaton, der größte Akrobat der Stummfilmzeit, war ein Pantomime, der seine Maske modifizieren konnte. Er war zu der gedanklichen Leistung fähig, die es braucht, um eine Maschine zu zu verstehen, zu verwandeln und kreativ zu nutzen. Das machte ihn zum “dadaistischen Architekten par excellence”, dessen Technik Gilles Deleuze in die Nähe des europäischen Surrealismus eines Dali oder Luis Buñuel rückt, von Bergsons Traumtheorie und jener des Komischen.

Während Keaton viele Merkmale des klassischen Underdog verkörpert, in dem sich die Bedürfnisse des Publikums nach anarchischer Wunscherfüllung spiegeln, steht der integrierte Clown W.C. Fields für die Angst vor zu großer Integration in die ihn umgebende Gesellschaft und der Fremdbestimmtheit des Handelns. Fields ist der Anti-Hero, das klassische, seinem Schicksal ergebene Opfer der Farce. Seine Figur ist diejenige eines gequälten Kleinbürger, der versucht, trotz der Sabotage durch seine Mitmenschen einigermaßen friedlich zu überleben. Ein Menschenfeind und Choleriker mit sadistischen Anwandlungen, der gute Gründe hat für seine Überzeugungen.

Die Entwicklung vom Stummfilm zum Tonfilm war auch eine von der Stummfilmfarce zur Tonfilmkomödie. W.C. Fields gehörte zu den wenigen Farceuren, die die reine Form der Farce auch im langen Tonfilm durchhielten. Während Fields Humor nur zu Teilen auf Körperkomik beruhte und somit tonfilmkompatibel war, war die Tonfilmkarriere des visuellen Clowns Buster Keaton eine Geschichte des Scheiterns.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die amerikanische Filmfarce

1.1. Geschichte

1.2. Die Farce im Film

1.3. Elemente und Stilmittel

1.4. Anarchie und Individuum

1.5. Die komische Katharsis

2. Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields

2.1. Die Tücke des Objekts

2.2. Stummfilm – Tonfilm

2.3. Farce und Komödie

2.4. Identifikation und Distanz

3. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Genre der amerikanischen Filmfarce mit dem Fokus auf die komischen Modelle und Typologien, wie sie sich in der Arbeit von Pionieren wie Buster Keaton und W.C. Fields widerspiegeln. Das Ziel ist es, die strukturellen Charakteristika der Farce, ihre philosophischen Grundlagen bei Henri Bergson und ihre gesellschaftliche Funktion im Kontext der Moderne zu analysieren.

  • Genese und historische Entwicklung der Filmfarce
  • Philosophische und strukturelle Aspekte der Farce (z. B. "Tücke des Objekts")
  • Vergleichende Analyse der Filmkomik von Buster Keaton und W.C. Fields
  • Der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm im Genre der Farce
  • Sozialpsychologische Wirkmechanismen und die komische Katharsis

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Tücke des Objekts

Objekte als Antagonisten sind eine der Konventionen des Genres. Sie entwickeln ein böses Eigenleben und legen ein „Verhalten“ an den Tag, das katastrophale Folgen haben kann. Da sie, im Gegensatz zu den Figuren der Farce, zerstörbar sind, sind sie in gewisser Hinsicht sogar menschlicher als der Mensch.

Voll realisiert wird die Tücke des Objekts im Zeitalter der Maschine. Maschinen gehen kaputt, wenn der Protagonist von ihrem Funktionieren abhängt, sie arbeiten weiter, wenn sie eigentlich damit aufhören sollen, sie arbeiten mit der falschen Geschwindigkeit, geraten vollkommen außer Kontrolle oder werden komplett zerstört.

Die Dauerhaftigkeit des Elements der Destruktion von Dingen als Selbstzweck in der amerikanischen Filmfarce ist ein Ausdruck des zwiespältigen Verhältnisses der Menschen zum Maschinenzeitalter und der damit verbundenen Massengesellschaft. Zwiespältig, weil der Rausch der Geschwindigkeit, die Weite des Landes, der Drang, seinen Aktionsraum auszudehnen und die neuen Möglichkeiten, die technische Innovationen den Menschen eröffneten, andererseits Faszination in sich barg. Verfolgungsjagden, meist mit dem Auto, wurden zu einem ständigen Element der Filmfarce.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die amerikanische Filmfarce: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung des Genres von den mittelalterlichen Wurzeln über das Vaudeville bis hin zur Etablierung im Film.

2. Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields: Hier werden die unterschiedlichen komischen Ansätze und Maskeraden von Buster Keaton und W.C. Fields im Detail gegenübergestellt.

3. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Filmfarce, Slapstick, Buster Keaton, W.C. Fields, Tücke des Objekts, Stummfilm, Tonfilm, Komiktheorie, Henri Bergson, Anarchismus, Körperkomik, Filmgeschichte, Klassische Komödie, Identifikation, Distanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Genre der amerikanischen Filmfarce und ihre spezifischen Ausprägungen im frühen 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen und strukturellen Bedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Slapstick-Genres, die Rolle der Technik bzw. Maschinen in der Komik, das Verhältnis von Mensch und Objekt sowie die komischen Archetypen der Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen filmischen Strategien zu identifizieren, durch die Filmfarce im amerikanischen Kino etabliert wurde, und dabei die Ansätze von zentralen Komikern wie Keaton und Fields zu systematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche und kulturtheoretische Analyse durchgeführt, die auf der Rezeption philosophischer Theorien (u. a. von Bergson und Deleuze) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Farce, eine Analyse ihrer Elemente (Stilmittel, Anarchie, Katharsis) und einen detaillierten Vergleich von Keaton und Fields.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Farce, Filmkomik, Slapstick, Tücke des Objekts, Buster Keaton, W.C. Fields, Maschinenzeitalter und komische Katharsis.

Wie unterscheidet sich Buster Keatons Umgang mit Maschinen von dem anderer Clowns?

Während viele Clowns an der Technik scheitern oder von ihr beherrscht werden, nutzt Keaton Maschinen kreativ als Werkzeuge oder Verbündete und verschmilzt in seiner Akrobatik teilweise mit ihnen.

Inwiefern beeinflusste der Tonfilm das Genre der Farce?

Der Tonfilm führte zu einer realistischeren Darstellung, schränkte die Bewegungsfreiheit der Slapstick-Akteure zunächst ein und erforderte eine Anpassung der komischen Ausdrucksmittel hin zu mehr Dialogen und veränderter Situationskomik.

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Details

Title
Kennzeichen und Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields
College
Humboldt-University of Berlin  (Theaterwissenschaft und Kulturelle Kommunikation)
Course
Modelle des Komischen (II) bei Henri Bergson, im französischen Vaudeville und in den Thrill comedies von Harold Lloyd
Grade
2,0
Author
Clemens Grün (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V10383
ISBN (eBook)
9783638168243
ISBN (Book)
9783638681612
Language
German
Tags
Komik Lachen Katharsis Buster Keaton W.C. Fields Aristoteles Stummfilm Amerika Tonfilm Komödie Anarchie Individuum Identifikation Distanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Clemens Grün (Author), 2001, Kennzeichen und Typen der amerikanischen Filmfarce: Buster Keaton und W.C. Fields, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10383
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