Das Thema der Hausarbeit ist die Darstellung gesetzlicher Rahmenbedingungen für die Geltendmachung von Pflegeleistungen in der ambulanten Pflege. Berücksichtigt werden hierbei das System der Pflegegrade unter dem Gesichtspunkt alltagsbetreuerischer Leistungen und den Herausforderungen des Sozialstaates für eine weiterführende soziale Altenarbeit.
Im Hauptteil der Arbeit geht es einleitend um die Vorstellung der fördernden Prozesspflege mit integrierten ABEDLs nach Monika Krohwinkel, um dann das darin liegende Potential für weiterführende Konzepte der sozialen Arbeit, von denen im Punkt Ausblicke exemplarisch vier vorgestellt werden, herauszustellen. Wie wichtig alltagsbetreuerischen Leistungen in der ambulanten Pflege sind, wird am markantesten sichtbar am Beispiel der sozialen Beziehungen (nach Krohwinkel). Zur Veranschaulichung der Bedeutung von Kommunikation in sozialen Beziehungen in der fördernden Prozesspflege wird eine Betreuungssituation zwischen Pflege/Betreuungskraft und der Tochter einer pflegebedürftigen dementiell Erkrankten aufgeschlüsselt.
Das anschließend daran beschriebene Case Management kann, wie sich deutlich zeigen wird, die ambulante Pflege im Blick haben und gleichzeitig den Horizont erweitern um das, was jenseits der Grenzen des Gesamtpaketes ambulanter Pflegeleistungen zum Wohle des alten Menschen möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Soziale Pflegeversicherung im Reformprozess
2.1. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff
2.2. Das neue Begutachtungsinstrument (NBI)
2.3. Das Begutachtungsverfahren
3. Anbindungsfähige Inhalte fördernder Prozesspflege nach Monika Krohwinkel für alltagsbetreuerischer Leistungen in der Ambulanten Pflege
4. Case Management in der ambulanten Altenarbeit
5. Ausblicke – Know-how für die Altenarbeit
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ambulante Pflegeleistungen im Kontext der Pflegegrade und beleuchtet deren Relevanz für die soziale Altenarbeit. Im Fokus steht dabei die Frage, wie alltagsbetreuerische Ansätze und Konzepte wie Case Management in die bestehende Pflegelandschaft integriert werden können, um eine ganzheitliche Versorgung und Teilhabe älterer Menschen zu gewährleisten.
- Entwicklung und Reformen der sozialen Pflegeversicherung (PSG I-III)
- Struktur und Anwendung des Neuen Begutachtungsinstruments (NBI)
- Fördernde Prozesspflege nach Monika Krohwinkel als pflegewissenschaftliche Basis
- Bedeutung von Case Management in der ambulanten Altenhilfe
- Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in der sozialen Altenarbeit
Auszug aus dem Buch
3. Anbindungsfähige Inhalte fördernder Prozesspflege nach Monika Krohwinkel für alltagsbetreuerischer Leistungen in der Ambulante Pflege
Alltagsbetreuerische Leistungen mit multimorbiden Menschen im ambulanten Kontext haben zwangsläufig eine hohe Affinität zur ausführenden, ihr in der Regel unterstehenden und zuarbeitenden, versorgenden Pflege basierend auf dem bei der pflegebedürftigen Person festgestellten Pflegegrad. Hierbei ist die Frage bedeutsam, auf welchen pflegewissenschaftlich-validierten Erkenntnissen ein ganzheitliches und zeitgemäßes Pflegekonzept basiert und, weitergedacht, an welchen Schnittpunkten Felder der Sozialen Arbeit, angefangen bei der Alltagsbetreuung, anbindungsfähig sind. Wie sich fortführend herausstellen wird, erweist sich das Konzept fördernder Prozesspflege nach Monika Krohwinkel mit seinen noch zu benennenden Kriterien aus mehreren Gründen als passend.
Monika Krohwinkel, geboren 1941 in Hamburg, gilt bis heute als eine der bekanntesten Pflegewissenschaftlerinnen Deutschlands. Angefangen hat sie ihre Karriere als Hebamme und Krankenpflegerin mit Ausbildungsstationen im In- sowie englischsprachigen Ausland. Zudem absolviert sie ein Studium der Pflegewissenschaften in England und wird für den deutschsprachigen Raum eine der ersten Vertreterinnen einer neuen, akademischen Pflegeschule. 1989 kann für das Pflegewesen als einschneidendes Jahr hin zu mehr Professionalität und internationaler Ausrichtung identifiziert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen ambulanter Pflege mit Fokus auf die soziale Altenarbeit und alltagsbetreuerische Leistungen zu analysieren.
2. Die Soziale Pflegeversicherung im Reformprozess: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Pflegeversicherung von 1995 bis zu den Pflegestärkungsgesetzen und erläutert den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff sowie das Begutachtungsverfahren.
3. Anbindungsfähige Inhalte fördernder Prozesspflege nach Monika Krohwinkel für alltagsbetreuerischer Leistungen in der Ambulanten Pflege: Es wird das Konzept der fördernden Prozesspflege als pflegewissenschaftliche Grundlage vorgestellt und dessen Bedeutung für die soziale Arbeit herausgearbeitet.
4. Case Management in der ambulanten Altenarbeit: Hier wird der Ansatz des Case Managements als Steuerungsinstrument im Gesundheits- und Sozialwesen für die ambulante Altenhilfe diskutiert.
5. Ausblicke – Know-how für die Altenarbeit: Das Kapitel reflektiert zukünftige Anforderungen an die Altenarbeit, wie etwa Digitalisierung und Quartiersentwicklung, und diskutiert notwendige gesellschaftliche Veränderungen.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Reformen kritisch und betont das Potenzial für eine stärkere Integration sozialarbeiterischer Kompetenzen in der ambulanten Pflege.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflege, Soziale Altenarbeit, Pflegeversicherung, Pflegegrad, Begutachtungsverfahren, NBI, Monika Krohwinkel, Fördernde Prozesspflege, ABEDLs, Case Management, Altenhilfe, Pflegestärkungsgesetz, Sozialraumorientierung, Partizipation, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den gesetzlichen Grundlagen ambulanter Pflegeleistungen und untersucht, wie diese mit Konzepten der sozialen Altenarbeit verknüpft werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Feldern gehören die Reformprozesse der Pflegeversicherung, das Begutachtungsverfahren, die fördernde Prozesspflege nach Krohwinkel sowie die Anwendung von Case Management.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Schnittstellen zwischen ambulanter Pflege und sozialer Altenarbeit zu identifizieren, um eine ganzheitliche Unterstützung älterer Menschen in ihrem häuslichen Umfeld zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung pflegewissenschaftlicher Konzepte sowie gesetzlicher Bestimmungen des SGB XI.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das neue Begutachtungsverfahren, das Pflegemodell von Monika Krohwinkel und die Einsatzmöglichkeiten von Case Management in der ambulanten Altenhilfe detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ambulante Pflege, Pflegegrad, fördernde Prozesspflege, Case Management und soziale Altenarbeit geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Bedeutung von Modul 7 und 8 im Begutachtungsverfahren?
Die Autorin kritisiert, dass diese Module für die Eingruppierung in einen Pflegegrad kaum Gewicht haben, was die Umsetzung von Inklusion und Sozialraumorientierung in der Praxis erschwert.
Welche Rolle spielt der "Familienrat" in der vorgestellten Altenarbeit?
Der Familienrat wird als ein Modell für mehr Partizipation genannt, das die pflegebedürftige Person aktiv einbindet und Ressourcen des sozialen Netzwerks optimal nutzt.
- Arbeit zitieren
- Julia Magerkurth-Henneke (Autor:in), 2021, Ambulante Pflegeleistungen. Rahmenbedingungen und Bedeutung für die soziale Altenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038431