Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Sozialpädagogik

Pierre Bourdieus Illusion der Chancengleichheit. Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem

Titel: Pierre Bourdieus Illusion der Chancengleichheit. Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem

Hausarbeit , 2021 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Kontext der Chancengleichheit setzt sich diese Arbeit kritisch mit der Frage auseinander, ob und falls ja, auf welche Art und Weise sich die soziale Selektivität des Bildungssystems mithilfe der Terminologie Bourdieus im Einzelnen beschreiben und belegen lässt.

Nötige Hintergründe für die Thematik soll der erste Teil dieser Arbeit liefern. Dazu wird sich zunächst dem Leitbegriff der Chancengleichheit und dem neueren Begriff der Bildungsgerechtigkeit angenähert, um diese Begriffe anschließend voneinander abzugrenzen. Das daran anknüpfende Kapitel beschäftigt sich mit den Folgen der Bildungsexpansion, um anschließend auf die PISA-Studie einzugehen mit dem Schwerpunkt auf ihren Ergebnissen bezüglich sozialer Bildungsungleichheiten.

In Kapitel 3 werden die zentralen Konzepte der bourdieuschen Theorie der Sozialen Praxis „Habitus“ und „Kapital“ sowie deren Verhältnis im „sozialen Raum“ skizziert. Die Ungleichheit reproduzierenden Mechanismen des Schulsystems kann nach Bourdieu nur durch eine „rationale Pädagogik“ entgegengewirkt werden. Mittel und Wege, die aus der Chancenungleichheit herausführen, sollen anschließend aufgezeigt werden. Der letzte Teil dieser Arbeit soll klären, inwiefern die Arbeiten Bourdieus auch heute noch relevant und aktuell sind und inwiefern seine Thesen Anknüpfungspunkte in der aktuellen ungleichheitsbezogenen empirischen Bildungsforschung sein können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildungsungleichheit in Deutschland: 1960er und heute

2.1 Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit

2.2 Bildungsexpansion oder Bildungsinflation?

2.3 Die PISA-Studie und ihre Ergebnisse in Bezug auf Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft

3 Bourdieus Theorie sozialer Ungleichheit - zentrale Aspekte

3.1 Habitus

3.2 Kapitalformen

3.2.1 Kulturelles Kapital

3.2.2 Ökonomisches Kapital

3.2.3 Soziales Kapital

3.2.4 Symbolisches Kapital

3.3 Sozialer Raum und Macht

3.4 Die Illusion der Chancengleichheit

4 Wege aus der Bildungsmisere: Bourdieu’s rationale Pädagogik

5 Bourdieus in der aktuellen ungleichheitsbezogenen empirischen Bildungsforschung

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems mithilfe der soziologischen Terminologie von Pierre Bourdieu. Dabei wird hinterfragt, inwiefern das Bildungssystem soziale Ungleichheiten nicht nur reproduziert, sondern diese durch ein ideologisches Selbstverständnis von Chancengleichheit sogar legitimiert und perpetuiert.

  • Analyse der Begriffe Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit
  • Untersuchung der Mechanismen sozialer Reproduktion durch Habitus und Kapitalformen
  • Kritische Reflexion der PISA-Studien im Kontext sozialer Herkunft
  • Erörterung der "rationalen Pädagogik" als möglicher Ausweg aus der Bildungsmisere
  • Diskussion der aktuellen Relevanz Bourdieus in der empirischen Bildungsforschung

Auszug aus dem Buch

3.1 Habitus

Um erklären zu können, wie und warum die Inszenierung von Wissen und Bildung so ungleich wirkt, greift Bourdieu auf das alte sozial-philosophische Konzept des Habitus zurück (vgl. Rohlfs, 2011, S. 70). Die wahrscheinlich knappste Definition für den Habitus – quasi dem Kernstück der Theorie von Pierre Bourdieu – liefert Eckart Liebau: „Die lebensgeschichtlich, in der und durch die Praxis erworbene Bildung des sozialen Akteurs, die er wiederum einsetzt, um seine Verhältnisse zu bilden“ (Liebau, 2006, S. 48). Was Individuen als für sie selbst angemessen, zu ihnen passend, als anstrebenswert und erreichbar empfinden, ist Bourdieu zufolge Ausdruck ihres Habitus. „Kurzum: Habitus ist das, was wir sind“ (Dörpinghaus/ Uphoff, 2011, S. 123).

Der Habitus bildet sich durch vergangene Erfahrungen, die sich in die Körper einschreiben, und ermöglicht so eine Orientierung in der sozialen Welt und den spezifischen Praxisfeldern (vgl. Alkemeyer, 2009, S. 119). Die Produkte dieser Einverleibungen bezeichnet Bourdieu als „Dispositionen“ (Bourdieu, 2001, S. 175). Voraussetzung für die Einverleibung von Dispositionen ist die Sozialisation, besonders die Prägung in früher Kindheit durch Familie und Schule (vgl. Bourdieu, 2001 S. 212f.). Die wichtigsten Lernprozesse für die Inkorporation ereignen sich im Lernen durch Praxis, die wichtigste Lernform stell hierbei das mimetische Lernen dar: durch Nachahmung werden bestehende Routinen und Gewohnheiten angeeignet und dabei auch die entsprechenden Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata übernommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die anhaltende Bildungskrise in Deutschland, die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch auf Chancengleichheit und der empirischen Realität der sozialen Selektion.

2 Bildungsungleichheit in Deutschland: 1960er und heute: Dieses Kapitel analysiert die Begriffe Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit und untersucht die Folgen der Bildungsexpansion sowie die Erkenntnisse der PISA-Studie bezüglich sozialer Herkunft.

3 Bourdieus Theorie sozialer Ungleichheit - zentrale Aspekte: Hier werden die Kernkonzepte Bourdieus wie Habitus, verschiedene Kapitalformen, der soziale Raum und die Mechanismen der Reproduktion sozialer Strukturen im Bildungswesen erläutert.

4 Wege aus der Bildungsmisere: Bourdieu’s rationale Pädagogik: Das Kapitel diskutiert Bourdieus Plädoyer für eine "rationale Pädagogik", die durch die Enthüllung verborgener Mechanismen soziale Ungleichheiten im Bildungssystem durchbrechen soll.

5 Bourdieus in der aktuellen ungleichheitsbezogenen empirischen Bildungsforschung: Es wird die aktuelle Rezeption Bourdieus in der Bildungsforschung kritisch beleuchtet und aufgezeigt, wo sein Ansatz bei der Analyse von Bildungsungleichheit trotz methodischer Herausforderungen fruchtbar bleibt.

6 Resümee: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines Umsteuerns im Bildungssystem zusammen und betont die Leistungsfähigkeit des bourdieuschen Ansatzes für eine kritische, machtsensible Bildungssoziologie.

Schlüsselwörter

Bildung, Chancengleichheit, Bildungsungerechtigkeit, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Habitus, Kulturelles Kapital, Sozialer Raum, Reproduktion, Rationale Pädagogik, PISA-Studie, Soziale Herkunft, Bildungsferne, Bildungsexpansion, Bildungstitel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziale Selektivität und Bildungsungerechtigkeit im deutschen Schulsystem unter Rückgriff auf die soziologischen Konzepte von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Illusion der Chancengleichheit, die Reproduktion sozialer Strukturen durch das Bildungssystem, sowie die Analyse von Kapitalformen (kulturelles, ökonomisches, soziales Kapital) und des Habitus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob und wie sich die soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems mittels Bourdieus Theorie beschreiben und belegen lässt, um daraus pädagogische Schlussfolgerungen zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der kritischen Analyse soziologischer Fachliteratur und der Anwendung der bourdieuschen Terminologie auf aktuelle empirische Befunde im Bildungsbereich basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Bourdieus Hauptbegriffe (Habitus, Kapitalformen, sozialer Raum) definiert und auf das Bildungssystem angewendet, um die "Illusion der Chancengleichheit" zu dekonstruieren und eine "rationale Pädagogik" als Gegenentwurf vorzustellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsungerechtigkeit, Habitus, Kulturelles Kapital, soziale Reproduktion und rationale Pädagogik charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Schule bei sozialer Ungleichheit?

Die Arbeit argumentiert, dass die Schule soziale Unterschiede nicht neutralisiert, sondern durch ihre Bewertungsmechanismen und die Honorierung spezifischer kultureller Voraussetzungen soziale Herkunft in vermeintliche Unterschiede von Begabung übersetzt und somit legitimiert.

Was bedeutet der Begriff "Klassenrassismus" im Kontext der Arbeit?

Der Begriff beschreibt nach Bourdieu und Passeron ein strukturelles Problem des Bildungssystems, bei dem Angehörige unterprivilegierter Schichten aufgrund mangelnder kultureller Passung scheitern, was jedoch oft als individuelles Versagen der Schüler missverstanden wird.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pierre Bourdieus Illusion der Chancengleichheit. Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
28
Katalognummer
V1038539
ISBN (eBook)
9783346455666
ISBN (Buch)
9783346455673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pierre bourdieus illusion chancengleichheit soziale ungleichheiten bildungssystem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Pierre Bourdieus Illusion der Chancengleichheit. Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038539
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  28  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum