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Kunst und Philosophie. Eine Annäherung an Schopenhauer

Titel: Kunst und Philosophie. Eine Annäherung an Schopenhauer

Masterarbeit , 2021 , 73 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: David Prelle (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Kunst und Philosophie – für Schopenhauer sind sie miteinander verwandt und sich in vielerlei Hinsicht sehr nahe. In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, was diese Nähe bedingt und was sich aus ihr ergibt, indem die Ästhetik Schopenhauers und sein philosophisches System zur Darstellung kommen.

Dazu gliedert sich diese Betrachtung in drei Teile: Der erste wird sich mit den Grundlagen der schopenhauerschen Philosophie auseinandersetzen. Wie Schopenhauer das Problem der neueren Philosophie zu lösen versucht und welche Probleme dieser Lösung inhärent sind, wird die Basis der weiteren Betrachtung bilden. Denn, so wird sich zeigen, die wissenschaftliche Erkenntnis trifft Schopenhauer zufolge auf Grenzen, die zu überwinden ihr nicht möglich ist. Der Frage, womit die Überwindung dieser Grenzen gelingen kann, wird unter anderem im zweiten Teil nachgegangen werden. Als Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt er sich maßgeblich mit der Ästhetik Schopenhauers, die sich bei ihm „als eine Metaphysik des Schönen und der Kunst manifestiert.

Obwohl sich diese Annäherung an Schopenhauer auf Basis seiner Metaphysik die Darstellung seiner Ästhetik und des Zusammenhanges mit seiner Philosophie zur Hauptaufgabe macht, bleibt die Frage nach Erkenntnis(-möglichkeiten) ein unvermeidbares Begleitmotiv, was von dem ersten Teil und den Grundsätzen von Arthur Schopenhauers philosophischen System über den zweiten Teil, der Ästhetik als Metaphysik des Schönen und der Kunst bei Schopenhauer, in den dritten Teil, die Konsequenz für die Philosophie nach Schopenhauer und Zusammenfassung, mitschwingt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Vorgehen und Zielsetzung

I. Teil: Die äußere und innere Seite der Welt

1. Die Welt als Vorstellung

1.1 Subjekt und Objekt

1.2 Der Satz vom zureichenden Grunde

1.3 Intuitive und abstrakte Vorstellung

1.3.1. Verstand

1.3.2. Vernunft

1.4 Die Problematik der Wissenschaft

2. Die Welt als Wille

2.1 Der Ursprung der Erkenntnis des Willens

2.2 Wesen und Ursprung des Willens und des Leidens

2.3 Die Objektivationen des Willens

II. Teil: Ästhetik / Metaphysik des Schönen

1. Die platonischen Ideen

2. Kontemplation

3. Über die Schönheit

3.1 Der subjektive und der objektive Anteil ästhetischen Wohlgefallens

3.2 Schönheitskriterien

3.3 Erhabenheit

3.4 Exkurs: Die Problematik des Erhabenen

4. Über die Kunst

4.1 Das Genie

4.2. Die Hierarchie der Kunstformen

4.2.1 Baukunst

4.2.2 Bildende Kunst

4.2.3 Poesie und Prosa

4.2.4 Sonderstatus der Musik und ungeklärte Ungereimtheiten

4.3 Rangfolge des Kunstinhaltes

4.4 Rangfolge der Kunsterscheinung

5. Kritische Einordnung und Zusammenfassung

III. Teil: Philosophie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die enge Verwandtschaft von Kunst und Philosophie in Arthur Schopenhauers System, wobei sie analysiert, wie beide Bereiche als Erkenntniswege über das Wesen der Welt fungieren und wo ihre jeweiligen Grenzen liegen.

  • Grundlagen der schopenhauerschen Erkenntnistheorie (Welt als Vorstellung und Wille)
  • Die ästhetische Anschauung und die Metaphysik des Schönen
  • Die Rolle des Genies und die Hierarchie der Kunstformen
  • Das Verhältnis von Kunst, Wissenschaft und Philosophie

Auszug aus dem Buch

2. Die Welt als Wille

Die Antinomie in unserem Erkenntnisvermögen, dass das Objekt per Definition ein Subjekt voraussetzt, das erste Subjekt allerdings schon eine lange Kette von Ursachen und Wirkungen impliziert und also ebenso wenig aus sich selbst heraus existieren kann, drängt – wie in I, 1.1 bereits dargestellt – die Vermutung auf, dass es etwas gibt, was unabhängig von den beiden ist. Da das Zerfallen in Subjekt und Objekt die „erste, allgemeinste und wesentlichste Form“ der Vorstellung ist, muss dieses außerhalb der Vorstellung liegen. Einmal mehr, weil in der Welt als Vorstellung die Form des Objekts, das ist der Satz vom Grunde, diese Antinomie überhaupt erst aufkommen lässt, denn die Antinomie besteht in der gegenseitigen Bedingtheit, also der Kausalität und der zeitlichen Reihenfolge – ohne den Satz vom Grunde gäbe es gar keinen Widerspruch.

Der Welt als Vorstellung liegt also ein Paradoxon zugrunde, welches in ihr selbst nicht auflösbar ist. Es muss also etwas geben, das nicht dem Satz vom Grunde unterworfen ist, nicht in Subjekt und Objekt zerfällt und dementsprechend außerhalb und grundverschieden von der Welt als Vorstellung ist, weswegen auch die herkömmliche Erkenntnisweise – man erinnere sich der Problematik der Wissenschaft – keinen Zugang darauf ermöglichen kann. Und das ist das innerste Wesen der Welt, dessen Erscheinung die Welt als Vorstellung ist, es ist das Ding an sich.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorgehen und Zielsetzung: Einleitung in die Themenstellung und den dreiteiligen Aufbau der Untersuchung.

I. Teil: Die äußere und innere Seite der Welt: Erläuterung der metaphysischen Grundlagen nach Schopenhauer, fokussiert auf die Welt als Vorstellung und als Wille.

II. Teil: Ästhetik / Metaphysik des Schönen: Analyse der ästhetischen Erkenntnis, der Kontemplation, des Schönen, Erhabenen und der verschiedenen Kunstformen.

III. Teil: Philosophie: Synthese der Erkenntnisse und Einordnung der Philosophie als Spitze der Erkenntnisbestrebungen gegenüber Kunst und Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Wille, Vorstellung, Ästhetik, Kunst, Philosophie, Kontemplation, Platonische Ideen, Genie, Erkenntnis, Metaphysik, Erhabenheit, Objektivation, Satz vom Grund, Leiden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie von Arthur Schopenhauer und analysiert insbesondere die enge Verbindung zwischen seiner Ästhetik und seinem philosophischen Gesamtsystem.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Erkenntnistheorie (Welt als Vorstellung und Wille), die Metaphysik des Schönen, die Kunsttheorie sowie die methodische Abgrenzung der Philosophie gegenüber den Wissenschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, was die Nähe zwischen Kunst und Philosophie bei Schopenhauer bedingt und welche Erkenntnisse aus dieser Verwandtschaft für sein System resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt eine systemtheoretische und komparative Analyse, bei der Schopenhauers Hauptwerk und seine Ästhetik-Vorlesungen auf Basis der primär- und sekundärliterarischen Quellen systematisch aufgearbeitet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv der Ästhetik, der Lehre von den platonischen Ideen, der Kontemplation und der hierarchischen Ordnung der Künste, von der Baukunst bis hin zum Trauerspiel und der Musik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Charakteristika sind Schopenhauers Willensmetaphysik, die Unterscheidung zwischen dem individuellen und dem reinen Subjekt des Erkennens sowie die teleologische Ausrichtung der Kunst.

Warum nimmt die Musik laut Schopenhauer eine Sonderstellung ein?

Im Gegensatz zu anderen Künsten, die lediglich platonische Ideen (als Abbilder) vermitteln, gilt Musik als unmittelbare Objektivation und Abbild des Willens selbst.

Welche Rolle spielt die Phantasie im künstlerischen Schaffensprozess?

Phantasie ermöglicht es dem Genie, das Unwesentliche aus der Natur zu entfernen und die platonischen Ideen reiner darzustellen, wodurch sie für den Rezipienten besser erfassbar werden.

Inwiefern unterscheidet sich das Schöne vom Erhabenen?

Während das Schöne den Betrachter zur mühelosen Kontemplation einlädt, erfordert das Erhabene ein Überwinden des eigenen Willens angesichts einer bedrohlichen oder überwältigenden Übermacht.

Ende der Leseprobe aus 73 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kunst und Philosophie. Eine Annäherung an Schopenhauer
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Autor
David Prelle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
73
Katalognummer
V1038553
ISBN (eBook)
9783346455598
ISBN (Buch)
9783346455604
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthur Schopenhauer Kunst Ästhetik Wissenschaft Philosophie Die Welt als Wille und Vorstellung Parerga und Paralipomena Metaphysik Metaphysik des Schönen Wille ästhetische Erkenntnis Erkenntnis Kontemplation Genie Prosa Poesie Erhaben Erhabenheit Subjekt Objekt Schönheit Wohlgefallen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Prelle (Autor:in), 2021, Kunst und Philosophie. Eine Annäherung an Schopenhauer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038553
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Leseprobe aus  73  Seiten
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