Dieser Aufsatz handelt von der Erziehung und dem Lernen.
Lernen geschieht nicht im Luftleeren Raum, sondern stets unter dem Einfluss bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse; die hierzulande inzwischen zu massiven Beeinträchtigungen der Grundvoraussetzungen jeglichen Lernens geführt haben, darunter vor allem von Aufnahmefähigkeit und --Bereitschaft, Sachbezogenheit und Sachlichkeit, Konzentration, Disziplin, Leistungsfähigkeit und --Bereitschaft. So dass immer wieder nicht nur von "Bildungsnotstand", sondern auch von Erziehungskrise und Erziehungskatastrophe die Rede ist. Weshalb ich annehme, dass "(Selbst-)Erziehung nur durch Lernen" in unserer Gesellschaft nicht funktioniert, nicht funktionieren kann.
Darüber hinaus gibt es zu bedenken, dass Werte der Erziehung nicht isoliert, sondern in weitverzweigten, individuell unterschiedlichen Werte-Synthesen existieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Erziehung und Lernen. Was führt au der Krise?
2. Fehlentwicklung Spaßgesellschaft
3. Ursachen für Fehlentwicklungen
4. Erziehung: Werte vermitteln und Grenzen setzen
5. Erziehungsziele und Erziehungswerte
6. Umsetzung von Erziehung und Grenzen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Bildungs- und Erziehungskrise in unserer Gesellschaft, die durch einen zunehmenden Wertewandel und eine durch den neoliberalen Konsumismus geprägte Spaßgesellschaft verschärft wird. Ziel ist es, die Notwendigkeit einer bewussten, wertorientierten Erziehung herauszuarbeiten, die über reines "Gewährenlassen" hinausgeht und jungen Menschen notwendige Orientierung sowie soziale Kompetenzen vermittelt.
- Analyse der Ursachen der gegenwärtigen Bildungs- und Erziehungskrise.
- Kritische Auseinandersetzung mit der "Spaßgesellschaft" und dem Konsumismus.
- Bedeutung der Vermittlung von Werten wie Respekt, Verantwortung und Sachlichkeit.
- Strategien zur praktischen Umsetzung von Erziehung und Grenzziehung im Alltag.
- Reflexion über die Rolle unbewusster Prägungen im Erziehungsprozess.
Auszug aus dem Buch
Erziehung und Lernen. Was führt au der Krise?
Erziehen heißt: Werte vermitteln und Grenzen setzen, und dies innerhalb bereits bestehender Grenzen, zumal der Mensch ein unberechenbares, verletzliches Wesen ist. Sinn ergibt sich hieraus nur, wenn die Notwendigkeit von Erziehung nicht verneint wird, wie dies z.B. Ruth Abraham (2019) tut in ihrem Beitrag Kinder lernen von alleine, wir müssen sie nicht erziehen und dabei eine Position einnimmt, die so ähnlich schon Ellen Key 1902 in ihrem Buch Das Jahrhundert des Kindes propagiert hat. Wonach also das angeblich autonome Lernen der Kinder an die Stelle jeglicher Erziehung treten soll.
Was gänzlich ausgeschlossen ist, wenn Kant Recht hat mit seiner Auffassung, die er im Jahre 1776 in seiner Vorlesung Über Pädagogik dargelegt hat: „Ein Tier ist schon alles durch seinen Instinkt; eine fremde Vernunft hat bereits alles für dasselbe besorgt. Der Mensch aber braucht eigene Vernunft. Er hat keinen Instinkt, und muss sich selbst den Plan seines Verhaltens machen. Weil er aber nicht sogleich im Stande ist, dieses zu tun, sondern roh auf die Welt kommt: so müssen es andere für ihn tun.“ – Hiergegen könnte man allenfalls einwenden, dass Kinder doch schon vorgeburtlich und erst recht nach der Geburt ständig Erfahrungen machen, aus denen sie auch ohne Zutun von Eltern und Erziehern lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
Erziehung und Lernen. Was führt au der Krise?: Das Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, warum Erziehung als notwendige Instanz gegenüber der bloßen Annahme des autonomen Lernens zu betrachten ist.
Fehlentwicklung Spaßgesellschaft: Hier wird der Einfluss der Spaßgesellschaft und der damit verbundene Wandel gesellschaftlicher Sinnbilder auf die Erziehung thematisiert.
Ursachen für Fehlentwicklungen: Dieser Abschnitt analysiert die tieferliegenden Gründe für den Werteverfall, insbesondere den Einfluss des neoliberalen Turbo-Kapitalismus.
Erziehung: Werte vermitteln und Grenzen setzen: Das Kapitel erläutert die Notwendigkeit einer bewussten Erziehung, die systemische Einflüsse durch klare Wertevermittlung ausbalanciert.
Erziehungsziele und Erziehungswerte: Es wird diskutiert, welche spezifischen Werte wie Respekt und Verantwortung in der heutigen Zeit angestrebt werden sollten.
Umsetzung von Erziehung und Grenzen: Dieser Teil gibt praktische Ratschläge für Erziehende und beleuchtet die Herausforderung unbewusster Prägungen im Erziehungsprozess.
Schlüsselwörter
Erziehung, Erziehungskrise, Wertevermittlung, Grenzen setzen, Spaßgesellschaft, Konsumismus, Pädagogik, Lern-Erfahrungen, Selbstverantwortung, Respekt, Kindesentwicklung, Turbo-Kapitalismus, Sozialkompetenz, Werte-Synthesen, Bildungsnotstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die aktuelle Krise in der Erziehung und Bildung, die maßgeblich durch den Einfluss der Spaßgesellschaft und konsumorientierte Lebensstile geprägt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Erziehung, die kritische Analyse gesellschaftlicher Fehlentwicklungen, die Vermittlung fundamentaler Werte und die praktische Grenzziehung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Erziehung kein Auslaufmodell ist, sondern im Gegenteil in einer "turbo-kapitalistischen" Gesellschaft eine essenzielle Orientierungshilfe bietet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine diskursive, philosophisch fundierte Argumentation sowie die Bezugnahme auf pädagogische Fachliteratur und gesellschaftswissenschaftliche Analysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Ursachen für Erziehungsdefizite analysiert, die Rolle des Konsums kritisiert und konkrete Ansätze für eine gelingende Erziehung im Elternhaus und in der Schule diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Erziehungskrise, Wertevermittlung, Konsumismus, Selbstverantwortung und Spaßgesellschaft beschreiben den Kern der Untersuchung.
Warum reicht laut Autor "autonomes Lernen" nicht aus?
Der Autor argumentiert mit Kant, dass der Mensch keine instinktgeleiteten Verhaltenspläne hat und daher auf Erziehung angewiesen ist, um sich in der Welt zurechtzufinden.
Welche Rolle spielt das Unbewusste im Erziehungsprozess?
Der Autor betont, dass Erziehende und Kinder oft durch unbewusste Prägungen handeln, was die Erziehung komplex macht und eine ständige Selbstreflexion erfordert.
- Arbeit zitieren
- Klaus Robra (Autor:in), 2021, Erziehung und Lernen. Eine Problematik aus der Moderne?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038715