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"Von den Juden und ihren Lügen" von Martin Luther. Eine Analyse der Lutherschrift

Titre: "Von den Juden und ihren Lügen" von Martin Luther. Eine Analyse der Lutherschrift

Dossier / Travail de Séminaire , 2018 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Jan-Niklas Brüggemann (Auteur)

Théologie - Théologie historique, Histoire ecclésiastique
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Um Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ genauer zu analysieren und die Hintergründe dieser Schrift besser verstehen zu können, sind einige Vorarbeiten notwendig. So beginnt der Autor dieser Arbeit, um sich zu Beginn ein Bild über die gesellschaftliche Meinung des Judentums beziehungsweise über dessen Situation von der Entstehung des Christentums bis zur Reformation machen zu können, im ersten Schritt mit der Entstehung des jüdischen Stereotyps und Luthers Verhältnis zum Judentum. Anschließend folgt eine kurze Passage zum Haltungswechsel in Luthers Schriften über die Juden.

Als der wohl bedeutendste deutsche Reformator gilt Martin Luther. Durch seine Schriften, seine Betonung des gnädigen Gottes, seine Bibelübersetzung und seine Predigten hat er die, durch die römisch-Katholische Kirche geprägte Gesellschaft seiner Zeit, nachhaltig verändert. Als Gründer der Evangelischen Kirche hat er völlig neue Wege aufgezeigt und alte Denkstrukturen aufgebrochen.

Die Gleichheit aller Menschen vor Gott war eines seiner Hauptanliegen. So ist ein Priester durch die Gnade Gottes genauso gerechtfertigt, wie ein Bauer. Aber wie so oft, gibt es auch bei Martin Luther zwei Seiten. Er, der diese Gleichheit aller vor Gott fordert, fordert in seinen Schriften auch, dass die Juden verfolgt und ausgeschlossen werden sollten. Während seines Lebens war der Umgang mit dem jüdischen Volk ein Thema, was ihn immer wieder beschäftigte. Es fällt schwer zu glauben, dass Martin Luther, wenn man seine Schriften, in denen er über Juden schreibt, betrachtet, zugleich auch Gründer der evangelischen Kirche ist. Nicht selten wird ihm auch vorgeworfen, er sei mit seinen Schriften gegen die Juden ein wichtiger Wegbereiter für den Antisemitismus der Deutschen in der NS-Zeit gewesen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Die Entwicklung des jüdischen Stereotyps
  • Luthers Auseinandersetzung mit dem Judentum
  • Der Haltungswechsel Luthers in seinen Judenschriften
  • Analyse der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen"
    • 5.1 Inhalt der Schrift
    • 5.2 Aufbau der Schrift
    • 5.3 Die Hauptaussagen der Schrift
  • Die Wirkungsgeschichte der Judenschriften Luthers
  • Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Martin Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“, um deren Inhalte, historischen Hintergründe und die gesellschaftliche sowie theologische Wirkung zu beleuchten. Sie untersucht Luthers wandelbare Haltung gegenüber dem Judentum und die damit verbundenen Vorwürfe.

  • Die Entwicklung und Verfestigung jüdischer Stereotypen von der Antike bis zur Reformation.
  • Martin Luthers theologische Auseinandersetzung und seine persönlichen Ansichten über das Judentum.
  • Der deutliche Wandel in Luthers Schriften, von anfänglicher Toleranz hin zu radikaler Feindschaft.
  • Eine detaillierte Analyse der Argumente und Empfehlungen in Luthers Spätschrift „Von den Juden und ihren Lügen“.
  • Die weitreichenden historischen Auswirkungen und der Missbrauch von Luthers anti-jüdischen Schriften, insbesondere im Kontext des modernen Antisemitismus.
  • Die ambivalente Bewertung Luthers als Reformator und gleichzeitig als Figur, die antisemitische Tendenzen beförderte.

Auszug aus dem Buch

5.1 Inhalt der Schrift

Sofort am Anfang wird deutlich, dass Luther in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen" einen härteren und schrofferen Gang ansteuert als zuvor in seinen anderen Schriften über die Juden, da er direkt im Titel die Juden anklagt, indem er sie als Lügner bezeichnet. In „Von den Juden und ihren Lügen" hat er seine Absicht aus den anderen Schriften, die Juden zu bekehren und vom Christentum zu überzeugen, aufgegeben. Es geht ihm hierbei nur noch darum, die Christen in ihrem Glauben zu bestärken. Er macht deutlich, dass Gott die Juden ebenfalls aufgegeben hat, denn „sie sind schlägelfaul von Jugend auf erzogen mit Gift und Groll wider unsern Herrn, dass da ist keine Hoffnung bis sie dahin kommen, dass sie durch ihr Elend mürb und gezwungen werden zu bekennen, dass der Messias gekommen sei.“19 Luther wirft den Juden Arroganz vor, da sie sich ihrer edlen Herkunft vom Stamme Israels rühmen und damit behaupten Gottes Volk zu sein: „Es ist nicht zu sagen noch zu begreifen, welch ein störriger, ungezähmter, verzweifelter Hochmut in dem Volke steckt. "20 Die Juden werden durch ihren Überheblichkeit von Luther als ein gepeinigtes Volk angesehen, welches sich aufgrund ihres Verhaltens selbst einen Schaden zufügt. Obwohl er zu Beginn betont, dass er sich nicht mehr zu den Juden äußern wolle, macht Luther deutlich, dass ihn Gottes Wut auf das jüdische Volk wohlwollend stimmt: „Ich denke mit ernst nicht gern an solchen grausamen Zorn Gottes über dies Volk, denn ich erschrecke davor, dass mir's durch Leib und Leben gehet, was will's werden mit dem ewigen Zorn in der Hölle über falsche Christen und alle Ungläubigen.“21 Luther zählt zu den Lügen der Juden unter anderem die Weissagung Gabriels. Seiner Meinung nach legten sie diese Weissagung falsch aus. Ebenfalls wirft Luther den Juden Gotteslästerung und eine Verfälschung der Schrift vor. Somit würden sie Gott als Lügner darstellen. Da Luther dadurch sich und seinen Gott beleidigt sieht, klagt er die Juden öffentlich an: „Sie sind unsere öffentlichen Feinde, wenn sie uns alle töten könnten, täten sie es gern. Sie nennen Maria eine Hure, Jesus ein Hurenkind. Ihr sollt sie nicht leiden, sondern vertreiben. “22 Dadurch, dass die Juden den Messias nicht ehren, über ihn abfällig sprechen und ihn in Misskredit bringen, lästern über Gott selbst. Somit erkennen sie die Gottheit Gottes nicht an. Am Ende seiner Schrift gibt Luther den Christen sieben Ratschläge, wie man die Juden am besten bekriegen und vernichten sollte. Man solle „mit Gebet und Gottesfurcht eine scharfe Barmherzigkeit üben. "23 Diese scharfe Barmherzigkeit sollte durch verschiedene Punkte angewendet werden: Man solle die Synagogen verbrennen, die jüdischen Gebetsbücher und auch den Talmud beschlagnahmen, jüdische Häuser abbrechen und die Juden dem Lande verweisen, Rabbinern unter Androhung der Todesstrafe das öffentliche Lehren untersagen, den kaiserlichen Schutz für Juden aufheben, Wucher und den Besitz von unrecht erworbenen Reichtümern verbieten. Ziel von diesen sieben Ratschlägen war es, den Juden ihre Rechte zu nehmen und sie komplett aus dem Land zu vertreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt Martin Luthers Rolle als Reformator und seine widersprüchliche Haltung gegenüber Juden dar, wobei sie die Analyse seiner Schrift "Von den Juden und ihren Lügen" als zentrales Thema einführt.

2. Die Entwicklung des jüdischen Stereotyps: Beschreibt die historische Entstehung und Verfestigung negativer Stereotypen über Juden von der Antike bis ins Mittelalter, einschließlich religiöser und wirtschaftlicher Vorurteile.

3. Luthers Auseinandersetzung mit dem Judentum: Erläutert Luthers lebenslange theologische Beschäftigung mit dem Judentum, das für ihn ein Gegenbild zum Christentum darstellte, und seine geringen persönlichen Kontakte zu Juden.

4. Der Haltungswechsel Luthers in seinen Judenschriften: Vergleicht Luthers frühe, noch versöhnlichere Schriften mit seinen späteren, radikal judenfeindlichen Schriften, die die Vertreibung der Juden forderten.

5. Analyse der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen": Untersucht den Inhalt, Aufbau und die Hauptaussagen von Luthers Spätschrift, in der er Juden als Lügner anprangert, ihnen Gotteslästerung vorwirft und sieben scharfe Ratschläge zur Bekämpfung und Vertreibung der Juden formuliert.

6. Die Wirkungsgeschichte der Judenschriften Luthers: Beleuchtet, wie Luthers anti-jüdische Schriften die lutherische Theologie über Jahrhunderte prägten und im späten 19. und 20. Jahrhundert von Antisemiten, insbesondere im Nationalsozialismus, zur Rechtfertigung von Judenverfolgung missbraucht wurden.

7. Zusammenfassung: Fasst die Hauptpunkte der Arbeit zusammen, betont Luthers schroffe Haltung, seine Anklagen und die sieben Ratschläge, und kritisiert die Gewalt implizierenden Empfehlungen, während sie Luthers theologische (nicht rassistische) Motivation hervorhebt.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Judenschriften, Antisemitismus, Reformator, Juden, Lügen, Stereotyp, Christentum, Wirkungsgeschichte, Mittelalter, Reformation, Vertreibung, Gotteslästerung, theologische Analyse, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Martin Luthers Spätschrift „Von den Juden und ihren Lügen“, beleuchtet ihre historischen Hintergründe und untersucht die weitreichende Wirkungsgeschichte sowie den Missbrauch von Luthers judenfeindlichen Ansichten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Entwicklung jüdischer Stereotypen, Luthers theologische Auseinandersetzung mit dem Judentum, der Wandel seiner Haltung in seinen Schriften und die historische Rezeption seiner judenfeindlichen Werke.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ detailliert zu analysieren, ihre Hintergründe zu verstehen und ihre historische Bedeutung und ihren Missbrauch kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet einen historischen und analytischen Ansatz, der die Kontextualisierung von Luthers Schriften, die Analyse primärer Quellen und die Untersuchung der Rezeptionsgeschichte umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen jüdischen Stereotypen, Luthers Entwicklung in seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum, eine detaillierte Analyse seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ sowie deren Wirkungsgeschichte behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Martin Luther, Judenschriften, Antisemitismus, Reformator, Juden, Lügen, Stereotyp, Wirkungsgeschichte und Kirchengeschichte.

Wie unterscheidet sich Luthers Haltung gegenüber den Juden in seinen frühen und späten Schriften?

In seinen frühen Schriften (z.B. „Daß Jesus Christus ein geborner Jude sei“) zeigte Luther eine eher versöhnliche Haltung und wollte Juden für das Christentum gewinnen. In seinen späten Schriften, wie „Von den Juden und ihren Lügen“, schlug er jedoch einen radikal judenfeindlichen Ton an und forderte harte Maßnahmen bis zur Vertreibung.

Welche sieben konkreten Ratschläge gab Luther zur Bekämpfung der Juden in seiner Spätschrift?

Luther forderte die Verbrennung von Synagogen, die Zerstörung jüdischer Häuser, die Beschlagnahmung von Gebetsbüchern und Talmudschriften, ein Lehrverbot für Rabbiner, die Aufhebung des kaiserlichen Schutzes, ein Verbot des Wuchers und die Zwangsarbeit für junge Juden.

Wie wurde Luthers Spätschrift "Von den Juden und ihren Lügen" historisch missbraucht?

Luthers Spätschrift wurde von lutherischen Theologen im 16. und 17. Jahrhundert zur Abgrenzung genutzt und im späten 19. sowie 20. Jahrhundert von Antisemiten, insbesondere im Nationalsozialismus, zur Rechtfertigung von Judenverfolgung und Vertreibung herangezogen.

Welche Widersprüche ergeben sich aus Luthers Forderungen an die Obrigkeit im Hinblick auf Gewaltfreiheit?

Obwohl Luther betonte, dass keine direkte körperliche Gewalt angewendet werden sollte, führten seine sieben Ratschläge wie die Zerstörung von Eigentum, Verweisung und Zwangsarbeit unweigerlich zu psychischer und physischer Gewalt und bedrohten das Leben der Juden.

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Résumé des informations

Titre
"Von den Juden und ihren Lügen" von Martin Luther. Eine Analyse der Lutherschrift
Université
University of Münster
Note
1,7
Auteur
Jan-Niklas Brüggemann (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
19
N° de catalogue
V1038946
ISBN (ebook)
9783346452528
ISBN (Livre)
9783346452535
Langue
allemand
mots-clé
juden lügen martin luther eine analyse lutherschrift
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan-Niklas Brüggemann (Auteur), 2018, "Von den Juden und ihren Lügen" von Martin Luther. Eine Analyse der Lutherschrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1038946
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