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Interpretation des Gedichtes Psalm von Paul Celan

Title: Interpretation des Gedichtes Psalm von Paul Celan

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Silke Lerz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Bei der vorliegenden Arbeit geht es um eine Gedichtinterpretation des Gedichtes Psalm von Paul Celan. Psalm stammt aus dem fünften Gedichtband Niemandsrose. Der Titel Die Niemandsrose war zuerst nur Bestandteil des Gedichtes Psalm. Erst am 31.01.1961 ersetzte er die ursprünglich erwogene Überschrift Nouveaux Poèmes bsw. Stationen. Paul Celan kombinierte zunehmend zwei im Grunde nicht kompatible Begriffe zu einem Neologismus (z.B. Atemwende, Fadensonne und Lichtzwang).1 Auf den Neologismus gehe ich später bei der Gedichtinterpretation noch genauer ein, da Paul Celan diese Art der Kompositumbildung nicht nur für die Titel aller späteren Zyklen benutzt, sondern auch in meinem Gedicht Psalm arbeitet der Dichter mit dem Neologismus.

Meine Hausarbeit ist so gegliedert, dass ich zuerst auf den Dichter eingehen werde, da seine Biographie im sehr engen Verhältnis zu seinen Gedichten steht. Anschließend werde ich zu der , in vielen Büchern mit Paul Celan im gleichen Atemzug genannten, hermetischen Lyrik kommen. Anhand der danach kommenden Stilmittel sollen z.B. Reim und Metrik näher erläutert werden. Die nächsten Punkte gehören zu den inhaltlichen Elementen, bei denen es unter anderem um das lyrische Wir sowie die Mystik gehen wird. Die letzten drei Bereiche werden dann die Paradoxie, die Gedichtinterpretation und die abschließende Schlussbetrachtung sein. Das bedeutet, dass ich zuerst die äußere Form des Gedichtes behandle und allmählich von ihr aus in die inhaltlichen Aspekte übergehe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Autor Paul Celan

III. Hermetische Lyrik

IV. Stilmittel

V. Inhaltliche Elemente

1. Das lyrische Wir

2. Das Mystische

VI. Die Paradoxie

VII. Interpretation

VIII. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine tiefgehende Interpretation des Gedichtes "Psalm" von Paul Celan vorzunehmen, wobei die Verknüpfung von Celans Biographie, jüdischer Tradition und seiner speziellen poetischen Formsprache im Mittelpunkt steht. Die Forschungsfrage kreist dabei um die Bedeutung des "Niemand" als Gottesbezeichnung und die Rolle des lyrischen "Wir" im Kontext der Holocaust-Verarbeitung.

  • Analyse der hermetischen Lyrik bei Paul Celan
  • Untersuchung metrischer und sprachlicher Stilmittel sowie Neologismen
  • Interpretation religiöser Symbole und mystischer Motive
  • Deutung der "Niemandsrose" als Ausdruck menschlicher Gemeinschaft
  • Diskussion von Paradoxien zwischen Schöpfung und Vernichtung

Auszug aus dem Buch

Die Paradoxie

Das Gedicht Psalm baut auf einer Reihe von Paradoxien auf. Gott existiert und doch ist er nicht vorhanden, da er nicht fassbar ist. Außerdem ist er eins mit dem Menschen und gleichzeitig ein „Niemand“. Dies bedeutet, dass Gott einerseits in der Schöpfung ein lebender Geist „ist“ und andererseits jedoch als ein in sich selbst ruhendes Sein „nicht ist“. Insgesamt zeigt sich in diesem Gedicht ein Widerspruch zwischen Logik und Glauben. Die Paradoxie ist eine beliebte Stilfigur der Mystik und Psalm ist selbst ein einziges Paradoxon. Die Paradoxie des Gedichtes besteht nicht in der Anrede des Gottes als Niemand, sondern besteht darin, dass der Name Gottes hier „Niemand“ ist. Außerdem geht hier die Aktivität, wie schon genannt, vom Wir aus und nicht von Gott. Die Paradoxie steht also in dem Zustand des Wir und des Niemand. Gleichzeitig zeigt sich die Paradoxie in dem „Blühen-wollen“, denn man will dem „Niemand“ „zulieb“ „blühen“, der aufgrund seines Namens zu einer Neuschöpfung nicht in der Lage ist, der sie jedoch dennoch vollzieht. Er, der „Niemand“, knetet uns wieder aus Erde und Lehm.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung des Gedichtes "Psalm" aus dem Band "Niemandsrose" und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.

II. Der Autor Paul Celan: Biographischer Abriss unter Berücksichtigung des Einflusses von Herkunft, Verfolgung und dem Holocaust auf sein Werk.

III. Hermetische Lyrik: Definition und Einordnung von Celans komplexer, verschlüsselter Ausdrucksweise in den literarischen Kontext.

IV. Stilmittel: Analyse der metrischen Gestaltung, der Anaphern sowie der Wortneuschöpfungen im Gedicht.

V. Inhaltliche Elemente: Untersuchung der Wandlung des lyrischen Wir und der mystischen Anspielungen innerhalb des Textes.

VI. Die Paradoxie: Erörterung des Spannungsverhältnisses zwischen Glauben und Nicht-Existenz sowie der Rolle des "Niemand" als Schöpfer.

VII. Interpretation: Zusammenführende Deutung des Gedichts als Bindeglied zwischen Psalmentradition und der jüdischen Geschichte.

VIII. Schlussbetrachtung: Fazit zur Harmonie von Form und Inhalt trotz des düsteren, schmerzlichen Themas der Judenverfolgung.

Schlüsselwörter

Paul Celan, Psalm, Niemandsrose, Hermetische Lyrik, Holocaust, Gott, Niemand, Jüdische Mystik, Neologismus, Lyrisches Wir, Paradoxie, Interpretation, Sprachphilosophie, Schöpfung, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich einer detaillierten Gedichtinterpretation von Paul Celans "Psalm" unter Berücksichtigung biographischer und theologischer Kontexte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der hermetischen Lyrik, der jüdischen Mystik, dem Holocaust-Bezug und der Analyse von sprachlichen Stilmitteln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschlüsselten Bedeutungen des Gedichtes zu entschlüsseln, insbesondere das Verhältnis zwischen dem lyrischen Wir und dem als "Niemand" bezeichneten Gott.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Text sowohl formal (Metrik, Neologismen) als auch inhaltlich-motivgeschichtlich erschließt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Form, die Rollenverteilung zwischen Mensch und Gott, die Mystik sowie die Paradoxien, die dem Werk zugrunde liegen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Paul Celan, Niemandsrose, hermetische Lyrik, Holocaust-Verarbeitung, Mystik, Paradoxie und Neologismen.

Wie interpretiert der Autor den Begriff "Niemandsrose"?

Die "Niemandsrose" wird als eine Bezeichnung für die menschliche Gemeinschaft und insbesondere für das jüdische Schicksal gedeutet, die Schönheit und Leiden vereint.

Warum spielt die Person "Niemand" eine so zentrale Rolle?

Der Begriff fungiert als Gottesbezeichnung in einem mystischen Sinn, der zugleich die Abwesenheit eines traditionellen "Vater-Gottes" und eine schmerzhafte Erfahrung der Gottverlassenheit nach Auschwitz thematisiert.

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Details

Title
Interpretation des Gedichtes Psalm von Paul Celan
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (FB Germanistik)
Course
Deutsche Lyrik nach 1945
Grade
2,0
Author
Silke Lerz (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V10391
ISBN (eBook)
9783638168298
Language
German
Tags
Interpretation Gedichtes Psalm Paul Celan Deutsche Lyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Lerz (Author), 2002, Interpretation des Gedichtes Psalm von Paul Celan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10391
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