Einführung in die Entwicklungspsychologie


Skript, 2001

10 Seiten


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Einführung in die Entwicklungspsychologie

1.Definitionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Zeit-Bezugssysteme

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3. Arten von Intelligenz

Fluid: schnell viele Einfälle, produktiv, kreativ, nimmt im Alter ab

Kristallin: sprachgebunden, Allgemeinwissen, bleibt im Alter konstant

4. Untersuchungsmethoden

Querschnitt: psychatrisch: Totalerhebung bei einem Patienten in kurzer Zeit entwicklungspsychologisch: verschieden alte Personengruppen werden zu einem Thema zu einem Zeitpunkt befragt.

Problem: Vergleich verschiedener Altersgruppen ist kaum möglich Längsschnitt: Untersuchung des gleichen Sachverhalte an gleichen Personen über deren Lebenslauf hinweg

Problem: Memory, Money, Mortalität, Motivation Zeitreihendesign: z.B. Shellstudie

5. Forschungsmethoden

Strichliste Zeit / Ereignisse

Tagebuch Problem: unregelmäßig, theorielos (bzw. implizite Theorie), voreingenommen, rückwärtsbezogen, einzelfallbezogen, unsystematisch, subjektiv

Rating list

Selective placemen ausgwählte Platzieruung bei Adoptivkindern

Fragebogen: Subjektive Datenerhebung, um bestimmte Aspekte vergangener oder zukünftiger Verhaltensweisen und Ereignisse einer Person zu gewinnen.

Test: Wissenschaftliches Routineverfahren zur Unterstützung eines oder mehrerer empirisch abgegrenzter Persönlichkeitsmerkmale. Ziel ist eine möglichst quantitative Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung.

Entwicklungstest: stellt zusätzlich Veränderungen auf der Zeitachse fest. Wie ist der Entwicklungsstand? Wie weit wird sich jemand entwickeln? Wie könnte die Entwicklung verlaufen?

Korrelationstheorie: läßt sich für Vorhersagen nutzen. Es untersucht die Beziehung zweier Variablen. Die Vorhersagen beruhen auf Beobachtungen von Zusammenhängen bei einer ganzen Gruppe von Personen. Deshalb liefern sie selten genaue Vorhersagen für einzelne Personen. Rauchen ßà Lungenkrebs; Haushaltsgeräte ßà Verhütungsmittel

Experiment: muß unabhängig, wiederholbar und variabel sein

Als Meßmethode für allgemeine Merkmale gelten

*Ent wicklungstests und

*Beobachtungsverfahren von konkreten Abläufen.

6. Methodenlehre

Objektivität: In welchem Ausmaß sind die Testergebnisse vom Testabwender unabhängig?

*Durchführungsobjektivität: Die Testergebnisse der Probanden sind vom Untersuc hungsleiter unbeeinflußt.

*Auswertungsobjektivität: Die Vergabe von Testpunkten sind vom Auswerter unabhängig, deshalb sollte es möglichst automatisiert werden (z.B. Multiple- choice-test).

*Interpretationsobjektivität: Individuelle Deutungen fließen nicht in die Interpretation eines Testwertes hinein.

Reliabilität: Wie hoch ist der Grad der Genauigkeit, mit den das geprüfte Merkmal gemessen wird? Durch Wiederholung sollte das gleiche Ergebnis hergestellt werden (=Paralleltestmethode).

Validität: Mißt der Test genau das, was er zu messen vorgibt?

*kriteriumsbezogene Validität

*prognostische Validität

*Paralleltestvalidität

7. Einteilung der menschlichen Ontogenese

Altersabschnitte: nicht nur biologisch, sondern auch gesellschaftlich; z.B. Schuleintritt, Fötus

Funktionsbereiche: z.B. kollektiver Monolog, emotionale, motorischen und körperliche Entwicklung („Ich-Konzept“), Sprachentwicklung, Fähigkeit zur Gruppenbildung

Umwelten: z.B. Familie, Schule, Peergroup, Religion, Sprachgemeinschaft

Kritische Lebensereignisse: Übergänge, die organisiert, epochal oder zufällig passieren; z.B. Heirat, Pensionierung, Kinderkriegen

Theoretische Orientierung: z.B. kognitiv, soziale Lerntheorie, informationstheoretisch, tiefenpsychologisch, soziobiologisch

8. Geschichte der Entwicklungspsychologie

1798 Tiedemann: Wie sieht die optimale Pädagogik aus? à theoretisch

1854 Darwin: Was ist angeboren/anerzogen? àerklärend-theoretisch

1882 Preyer: Welche Ereignisse und Zeitabschnitte sind notwendig? àdeskriptiv

9. Rekapitulationstheoretiker

Haeckel: Biogenetische Entwicklungstheorie Jedes Individuum durchlebt in der Ontogenese die Phylogenese seiner Vorfahren, z.B. Kiemen und Haare. Jedoch gibt es viele Gegenargumente.

Hall: Psychogenetisches Entwicklungsgesetz In Kindheit und Jugend erlebt jeder die gesamte Entwicklunggeschichte der Menschheit.

Es gibt viele Gegenargumente und die Theorie ist nicht belegbar.

Freud Kindheitsgenetisches Entwicklungsgesetz

10. Grundkonzepte der Entwicklungspsychologie

Prägung: Spezifische Umweltreize treffen in spezifischen Entwicklungsphasen aufeinander und verändern nach dem „Alles-oder-Nichts“-Prinzip.

Differenzierung: Fortschreitende Ausgliederung unähnlicher Teilgebiete aus einem anfänglich ungegliederten einheitlichem Ganzen.

Sie führt zu einer Zunahme der strukturellen Komplexität, Variationen und der Flexibilität sowohl von Organismen als auch des Verhaltens. Es ist die fortschreitende Erweiterung, Verfeinerung und Strukturierung psychischer Funktio nen und Verhaltensweisen.

Diese Verfeinerung schreitet von Rückenmark zu den Extremitäten.

Reifung: In der Biologie bezeichnet man damit die Entwicklung der unreifen Keimzelle bis zur Reifung.

Es ist die durch Vererbung genetisch gesteuerte Entwicklung bestimmter, von innen gesteuerter Wachstumsimpulse.

Wachstum: In biologischen Sinne ist die qualitativer Zunahme gemeint (z.B. Zunahme von Körpergewicht).

Psychologisch gesehen handelt es sich um die quantitative Zunahme von Aspekten von Entwicklungsprozessen (z.B. Wahrnehmen von Doppeldeutigkeit).

Sozialisation: Man entwickelt sich mit und in der Umwelt Umgreift den gesamten Lebenslauf

Ziel: Soziales Verstehen des anderen und reagieren darauf Man ist von Geburt an Interaktionen ausgesetzt Es existieren verschieden Gruppen (z.B. Verwandtschaft, Geschlecht, Alter, Freunde, Interessen) Normen, Wertvorstellungen, Rollen

Themen: Abhängigkeit, Bindungen, Aggressivität Definition:

*Prozeß, durch den ein Individuum, das mit einem Verhaltenspotential größter Variationsbreite geboren wurde, zu einer Entwicklung solcher Verhaltensweisen gebracht wird, die sich im Rahmen des engeren Verhaltensspielraums befindet, wie er durch Gruppennormen festgelegt ist ( =Trichtermodell nach Child).

Problem: passiver Vorgang der fortschreitenden Einengung und Festlegung des Verhaltensspielraums; hört im Jugendalter auf.

*Interaktionsprozeß, durch den das Verhalten einer Person so verändert wird, so das es den Erwartungen der Mitglieder seiner Bezugsgruppe entspricht ( =deskriptiver Begriff nach Second & Backman; lebenslange Entwicklung).

Rollen: Es handelt sich um einen soziopsychologischen und soziologischen Begriff.

Soziopsychologische Definition: Man bezeichnet damit das Bündel an Erwartungen, das man an sich und/oder andere hat.

Es handelt sich um implizite, unausgesprochene Normen..

Merkmale:

1. Rollen sind interpendent

Wandelt sich die Rolle eines Rollenpartners, dann wandelt sich auch die des anderen

2. Rollen beziehen sich auf rollentypische Standartsituationen

3. Rollen werden signifikant beim Rollenwechsel oder beim „Aus-der Rolle-fallen“.

4. Rollenerwartungen sind schwer zu ändern. Folgende Fakten beeinflussen das Rollenkonzept:

*Charakteristika des sozialen Systems, durch das sich der Lernende bewegt

*Besonderheiten der Rollensituation

*Eigentümlichkeiten des Individuums

Positionen: Man unterscheidet Sollen-, Können-, und Müssensnormen.

Zu jeder Position gehören Rechte und Pflichten.

Lernen: * Vielzahl von Prozessen, die mehr oder weniger überdauernde Verhaltensänderung durch Erfahrung verursachen (= psychologische Definition).

* Erreichen eines Leistungsfortschrittes aufgrund gezielter Anstrengung und Übung (= pädagigische Definition).

*exogene Steuerung von Entwicklung

*Erwerb von Wissen, Gedächnisinhalten, Motiven und Einstellungen

*es spielt keine Rolle, ob es einen Leistungszuwachs gibt oder ob es beiläufig oder absichtlich geschieht.

*es ist kein Lernen, wenn das neue Verhalten zurückzuführen ist auf:

a) eine Funktionsreifung

b) vorübergehende physiologische Zustände (z.B. Medikamente, Müdigkeit)

c) angeborene Reaktionstendenzen (z.B. Reflexe, Instinkte)

*Topographie des Verhaltens: Wann und Wo zeigt sich das Verhalten

*Lerntheorien: klassische Konditionieren, operantes Konditionieren, Modelllernen, Mediationslernen, kognitives Lernen

*Lernprozeß:

a) UV (unabhängige Variable, Stimulus)

b) IV (intervenierende Variable, Lernprozeß, hypothetisch)

c) AV (abhängige Variable, Reaktion, Frage nach Rate, Intensität, Dauer, Latenz)

11. Konzept der Entwicklungsaufgaben (nach Havighurst)

Dem individuelle Lebenslauf wird ein Bündel von Entwicklungsaufgabe zugeschrieben.

Aufgaben der frühen Kindheit ( 0-2 ):

*sozial attachment

*Objektpermanenz

*sensomotorische Intelligent und schlichte Kausalität

* motorische Funktionen

Aufgaben der Kindheit ( 2-4 ):

*Selbstkontrolle

*Sprachentwicklung

*Phantasie und Spiel

*Verfeinerung motorischer Fähigkeiten

Aufgaben des Schulübergangs ( 4-6 ):

*Geschlechtsrollenidentifikation

*Einfache moralische Entscheidungen treffen

*Konkrete Operationen

*Spielen in der Gruppe

Aufgaben des mittleren Schulalters ( 6-12 ):

*Soziale Kooperation

*Selbstbewußtsein

*Erwerb von Kulturtechniken

*Spielen und Arbeiten im Team

Adoleszens ( 13-22):

* körperliche Reife

*formale Operation

*Peergroup

*Heterosexuelle Beziehungen

Jugend ( 22-30 ):

*Autonomie von den Eltern

*Identität mit der Geschlechtsrolle

*Internalisiertes moralisches Gewissen

*Berufswahl

Frühes Erwachsenenalter ( 22-30 ):

*Heirat

*Geburt von Kindern

*Arbeit und Beruf

*Lebensstil finden

Mittleres Erwachsenenalter ( 30-50 ):

*Heim und Haushalt führen

*Kinder aufziehen

*Berufliche Karriere

Spätes Erwachsenenalter ( ab 51 ):

*Energie auf neue Rollen lenken

*Akzeptieren des eigenen Lebens

*Haltung zum Sterben entwickeln

Woher kommen Entwicklungsaufgaben?

*biologisch vorgegeben

*gesellschaftlich bedingt

*persönlichkeitsspezifisch

Jede Sozialisation ist antizipatorisch (nimmt spätere Entwicklungsaufgaben vorweg).

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Entwicklungspsychologie
Autor
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V103937
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Entwicklungspsychologie
Arbeit zitieren
Stephanie Geis (Autor), 2001, Einführung in die Entwicklungspsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103937

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