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Exkludiert die Inklusion? Kritische Analyse des Inklusionsdispositivs bezüglich exkludierender Subjektivierungsprozesse

Titel: Exkludiert die Inklusion? Kritische Analyse des Inklusionsdispositivs bezüglich exkludierender Subjektivierungsprozesse

Masterarbeit , 2016 , 80 Seiten , Note: Gut

Autor:in: BA MA Andrea Böck (Autor:in)

Pädagogik - Inklusion
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention hat der Begriff der Inklusion Konjunktur. Ist es aber möglich, dass gerade sie Exklusionen hervorbringt? In der Arbeit gehe ich mit Bührmanns und Schneiders Dispositivanalyse bzw. mit Links Topikmodell dieser Frage nach. Ich fokussiere dabei auf Subjektivierungsweisen, die durch inklusive Strategien hervorgebracht werden und analysiere Dokumente der Europäischen Union und der österreichischen Regierung, die sich auf Inklusion beziehen.

Mit Hilfe des foucaultschen politischen Blickes gehe ich in meiner Arbeit der Frage nach, ob nicht gerade auch Inklusion – entgegen den Intentionen ihrer BefürworterInnen – Exklusion produziert. Ist es möglich, dass Menschen trotz – oder gerade wegen – inklusiver Strategien aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden und wenn ja, wie ist dieser Vorgang zu beschreiben? Damit verbunden ist die Frage, in welche Art von Gesellschaft inkludiert werden soll bzw., wie Winkler ausführt, ob man überhaupt in die Gesellschaftsform des Kapitalismus eingeschlossen werden will.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Inklusionsdiskurs

2.1 Der Diskurs

2.2 Modelle von Behinderung und ihre Implikationen

3 Gouvernementalität

3.1 Biopolitik: die Emergenz der Bevölkerung

3.1.1 Staat versus Regierung?

3.2 Gouvernementale Rationalitäten

3.2.1 Liberalismus und Neoliberalismus

3.2.2 Die Theorie des Humankapitals und der „homo oeconomicus“ als „Unternehmer seiner selbst“

3.2.3 Normalismus als Grundlage der Sicherheitsdispositive

3.3 Subjektivierung

4 Methode

4.1 Dispositiv-analytische Forschungsperspektive nach Bührmann/Schneider – theoretische und methodologische Überlegungen

4.2 Jürgen Links Topikmodell

4.3 Fragen an die Dokumente/Diskursfragmente

4.4 Grenzen der Methode und Reflexion der eigenen Position

5 Analyse der Dokumente bzw. der Diskursfragmente

5.1 Kurze Beschreibung der ausgewählten Dokumente

5.2 Analyse und Kritik der ausgewählten Dokumente

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob inklusive Strategien in Regierungsdokumenten der EU und Österreichs entgegen den Absichten ihrer Befürworter exkludierende Prozesse und Subjektivierungseffekte erzeugen, indem sie Individuen auf ein neoliberales, marktkonformes Menschenbild festlegen.

  • Kritische Analyse des Inklusionsdiskurses mittels Foucaults Gouvernementalitätsstudien
  • Untersuchung von Subjektivierungsprozessen und der Konstruktion von Normalitätsgrenzen
  • Anwendung der Dispositivanalyse nach Bührmann/Schneider auf aktuelle politische Dokumente
  • Reflexion über das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Verwertbarkeit und gesellschaftlicher Inklusion

Auszug aus dem Buch

3 Gouvernementalität

Mit dem Begriff der Gouvernementalität versucht Foucault die Steuerung des Menschen durch moderne Rationalitäten zu fassen. Der Begriff bedeutet „die Regierung betreffend“ und Foucault verwendet ihn zum ersten Mal in den beiden Vorlesungen „Sicherheit, Territorium, Bevölkerung“ (1977-1978) und „Die Geburt der Biopolitik“ (1978-1979) am Collège de France.

Regieren im Sinne der Gouvernementalität bedeutet nicht mehr auf das Subjekt direkt einzuwirken (wie dies bei der Souveränen Macht oder der Disziplinierung der Fall war), sondern die Realität in einer Art und Weise zu gestalten, dass sich das Subjekt in einer bestimmten Art und Weise selbst regiert. Wie kam es zu dieser Art des Regierens? Wer wurde und wird so regiert und mit Hilfe welcher Strategien und/oder Technologien ist diese Art der Regierung möglich? Foucault spricht von der Emergenz der Bevölkerung, die zum Objekt der Regierung wurde. In Kapitel 3.1 beschreibe ich dieses neue Zielobjekt der Regierung ebenso wie Foucaults Auslegung des Staatsbegriffes. Im darauffolgenden Kapitel (3.2) stelle ich dar, wie und wodurch dieses Regieren der Bevölkerung sowie des Individuums im Verständnis Foucaults vor sich geht, um herauszustellen, wie durch (staatliche) Strategien Individuen dazu gebracht werden, sich in einer bestimmten Weise zu sich selbst und der Welt zu verhalten. Im dritten Unterkapitel wende ich mich explizit dem Subjekt zu und führe aus, wie Foucault das moderne Subjekt bzw. den Vorgang der Subjektwerdung denkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Inklusionsdebatte im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention und definiert das Forschungsinteresse der Arbeit an den exkludierenden Potenzialen inklusiver Strategien.

2 Der Inklusionsdiskurs: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Inklusionstheorien und fundiert die eigene theoretische Position, insbesondere unter Rückgriff auf Luhmann und Foucault.

3 Gouvernementalität: Hier werden Foucaults Konzepte der Gouvernementalität, der Biopolitik, des Neoliberalismus und des Normalismus sowie deren Bedeutung für die Steuerung von Subjekten detailliert dargelegt.

4 Methode: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, bestehend aus der Dispositivanalyse nach Bührmann/Schneider und dem Topikmodell von Jürgen Link, zur Untersuchung der ausgewählten Dokumente.

5 Analyse der Dokumente bzw. der Diskursfragmente: Hier werden ausgewählte bildungspolitische Dokumente der EU und Österreichs auf ihre machtvollen Strategien zur Subjektivierung von Menschen mit Behinderung hin kritisch analysiert.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließenden Ausführungen fassen die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, reflektieren die Ergebnisse kritisch und benennen weiterführende Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, Gouvernementalität, Michel Foucault, Dispositivanalyse, Neoliberalismus, Subjektivierung, Normalismus, Humankapital, Behindertenrechtskonvention, soziale Schließung, Machtbeziehungen, Disability Studies, Empowerment, Marktkonformität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das aktuelle Inklusionsdispositiv trotz seiner inklusiven Ziele exkludierende Effekte auf Menschen mit Behinderungen ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Inklusion/Exklusion, neoliberale Gouvernementalität, Normalisierungsprozesse und die Subjektivierung behinderter Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie inklusive Bestrebungen Individuen im Sinne eines „unternehmerischen Selbst“ formen und welche Menschen dabei als nicht verwertbar exkludiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Dispositivanalyse nach Bührmann/Schneider und ergänzt diese durch Jürgen Links Topikmodell zur Diskursanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen (Foucault, Luhmann) und wendet diese methodisch auf aktuelle Dokumente der EU und Österreichs zur Behindertenpolitik an.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, Exklusion, Gouvernementalität, Dispositivanalyse, Neoliberalismus und Subjektivierung.

Wie definiert der Autor das soziale Modell von Behinderung in den untersuchten Dokumenten?

Das soziale Modell definiert Behinderung nicht als individuellen Defekt, sondern als Produkt von gesellschaftlichen Barrieren, deren Abbau zur Teilhabe befähigen soll.

Warum spielt der Begriff des „Unternehmers seiner selbst“ eine so zentrale Rolle?

Der Begriff markiert das neoliberale Anforderungsprofil, dem sich alle Individuen unterwerfen sollen, wobei Menschen mit Behinderungen oft nicht die Möglichkeiten haben, diesem Ideal zu entsprechen.

Was kritisiert die Arbeit an den aktuellen „Best Practice“-Beispielen für Inklusion?

Kritisiert wird, dass diese Beispiele oft als Leistungsvergleiche fungieren, die den Wettbewerbsdruck erhöhen, statt reale strukturelle Ausgrenzung nachhaltig zu beseitigen.

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Exkludiert die Inklusion? Kritische Analyse des Inklusionsdispositivs bezüglich exkludierender Subjektivierungsprozesse
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Note
Gut
Autor
BA MA Andrea Böck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
80
Katalognummer
V1039846
ISBN (eBook)
9783346456892
ISBN (Buch)
9783346456908
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Subjektivierung Foucault Gouvernementalität Inklusion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA MA Andrea Böck (Autor:in), 2016, Exkludiert die Inklusion? Kritische Analyse des Inklusionsdispositivs bezüglich exkludierender Subjektivierungsprozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039846
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Leseprobe aus  80  Seiten
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