Diese Arbeit befasst sich unter anderem mit der Geschichte der Sprachheilpädagogik und Logopädie. Daran anschließend wird auf die Rolle der sprachpädagogischen Professionalität an Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein eingegangen, bevor sich die Arbeit mit der sprachlichen Heterogenität im Unterricht auseinandersetzt. Zusätzlich werden Themen wie die Diagnostik der rezeptiven Störung, das internationale phonetische Alphabet sowie die AWMF-Leitlinien zum Stottern diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Zeitschriftenartikel zum Thema Sprachbehindertenpädagogik
2. Geschichte der Sprachheilpädagogik und Logopädie
3. Rolle der sprachpädagogischen Professionalität an Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein
4. Sprachliche Heterogenität im Unterricht
5. AWMF-Leitlinie zu USES
6. Inclusion and Norweign History of Education: A Model for Germany?
7. Rezeptive Störungen: Diagnostik
8. Das Internationale Phonetische Alphabet
9. Transkription eines Tonbeispiels
10. Stottern: AWMF-Leitlinie (USES)
11. Schriftspracherwerb: Schriftprobe
12. Relevanz der Bildung und Erziehung für die Arbeit als Lehrkraft
13. Sprachstörungen bei Primärbeeinträchtigungen (Video)
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Showcase Portfolios ist die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der Sprachbehindertenpädagogik und Logopädie, um eine reflektierte Grundlage für die zukünftige pädagogische Berufspraxis als Lehrkraft zu schaffen. Dabei werden theoretische Modelle mit praktischen Beobachtungen und Diagnostikmethoden verknüpft.
- Zusammenhang von explizitem und implizitem Sprachwissen beim Schriftspracherwerb.
- Rolle der sprachpädagogischen Professionalität im inklusiven Schulkontext.
- Vergleichende Analyse internationaler Schulsysteme (Norwegen vs. Deutschland).
- Diagnostik und Symptomatik von Sprach- und Sprechstörungen (USES/Stottern).
- Integration von Erziehung und Bildung in der Sprachbehindertenpädagogik.
Auszug aus dem Buch
1. Zeitschriftenartikel zum Thema Sprachbehindertenpädagogik
„Wie schreiben sprachschwache Kinder? Beitrag zum Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem Sprachwissen“ (Schaller, 2017)
In dem o.g. Artikel geht es um den Zusammenhang expliziten und impliziten Sprachwissens bei sprachschwachen und sprachstarken Kindern. Der Fokus liegt hierbei auf der Orthographie, der Lexik sowie der Syntax. Um diesen Zusammenhang begründen zu können, wird eine Studie vorgelegt, in der die Teilaspekte einer Schreibhandlung, d.h. Orthographie, Lexik und Syntax, in Versuchsgruppen sprachschwacher und sprachstarker Kinder differenziert untersucht wurden. Die Studie führt zum Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem Sprachwissen bei sprachschwachen Kindern signifikant höher ist als bei sprachstarken Kindern. Dies führt zu der Annahme, dass bei der Diagnostik der Schreibprozess an sich sowie die Sprachwissensvoraussetzungen – neben dem Produkt des Schreibprozesses, d.h. dem fertigen Text – herangezogen werden sollten.
Dieser Artikel hat in der Hinsicht meinen Blick auf die Sprachbehindertenpädagogik verändert, dass ich nun eine deutlich differenziertere Vorstellung der Vielfältigkeit der Sprach- und Schreibebenen entwickeln konnte. Mir war vorher nicht bewusst, wie vielschichtig das Schreiben betrachtet werden muss und welche Zusammenhänge sich dadurch auch für die Sprache und damit verbunden die Kommunikation ergeben. Das Differenzieren von implizitem und explizitem Sprachwissen war mir vor der Bearbeitung dieses Artikeln nicht bekannt, weshalb ich mich zum Verständnis des Textes dahingehend erst einmal intensiver belesen musste. Das Verständnis für diese Einteilung erachte ich als komplex, weshalb ich mir während des Lesens des Artikels immer wieder den Unterschied bewusst machen musste. Ferner verdeutlichte sich mir, dass eine Schreibproblematik zahlreiche Facetten aufweisen und in unterschiedlichster Weise auftreten kann und die Teilaspekte des Schreibens sowie das Sprachwissen große Bedeutung für die Diagnostik haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zeitschriftenartikel zum Thema Sprachbehindertenpädagogik: Reflektion über eine Studie zum Zusammenhang von explizitem und implizitem Sprachwissen bei Kindern mit und ohne Sprachschwächen.
2. Geschichte der Sprachheilpädagogik und Logopädie: Bedeutung des historischen Hintergrunds für die Identität und die interdisziplinäre Arbeit im Berufsfeld.
3. Rolle der sprachpädagogischen Professionalität an Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein: Kritische Betrachtung des Stellenwerts sprachpädagogischer Förderung und Inklusion innerhalb des regionalen Schulsystems.
4. Sprachliche Heterogenität im Unterricht: Diskussion des norwegischen Inklusionsmodells und dessen Potenziale sowie Defizite im deutschen Schulkontext.
5. AWMF-Leitlinie zu USES: Theoretische Grundlagen zu umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache sowie deren ätiologische und diagnostische Aspekte.
6. Inclusion and Norweign History of Education: A Model for Germany?: Auseinandersetzung mit historisch gewachsenen Organisationsmodellen und der professionellen Rolle von Lehrkräften im inklusiven Unterricht.
7. Rezeptive Störungen: Diagnostik: Vorstellung eines Testverfahrens (Heidelberger Vorschulscreening) zur Identifikation von Wahrnehmungs- und Sprachverarbeitungsproblemen.
8. Das Internationale Phonetische Alphabet: Kurze Anmerkung zur Bearbeitung einer alternativen Aufgabenstellung.
9. Transkription eines Tonbeispiels: Analyse und Transkription eines Sprachbeispiels zur Verdeutlichung grammatikalischer Schwierigkeiten.
10. Stottern: AWMF-Leitlinie (USES): Definition, Symptomatik und therapeutische Ansätze bei stotternden Kindern.
11. Schriftspracherwerb: Schriftprobe: Analyse einer konkreten Schriftprobe eines 9-jährigen Mädchens hinsichtlich orthographischer und grafomotorischer Abweichungen.
12. Relevanz der Bildung und Erziehung für die Arbeit als Lehrkraft: Theoretische Verknüpfung von ganzheitlicher Pädagogik und Sprachbehindertenpädagogik im beruflichen Handeln.
13. Sprachstörungen bei Primärbeeinträchtigungen (Video): Tabellarische Aufbereitung und Dokumentation beobachteter Sprach- und Sprechauffälligkeiten in verschiedenen Fallbeispielen.
Schlüsselwörter
Sprachbehindertenpädagogik, Logopädie, Inklusion, Schriftspracherwerb, Diagnostik, USES, Stottern, Sprachwissen, Bildung und Erziehung, Sprachstörungen, Gemeinschaftsschule, Sprechmotorik, Phonetik, Sprachförderung, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit stellt eine Sammlung von Reflexionen und Analysen zu zentralen Themen der Sprachbehindertenpädagogik dar, die im Rahmen eines Portfolios erstellt wurden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der Schriftspracherwerb, Inklusionsstrategien im nationalen und internationalen Vergleich, verschiedene Formen von Sprach- und Sprechstörungen sowie die professionelle Haltung von Lehrkräften.
Was ist das primäre Ziel des Portfolios?
Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und praktischen Beispielen, um eine fundierte Basis für das pädagogische Handeln in der Schule zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden Literaturanalysen, die Auswertung von Leitlinien sowie Fallbeispiele (wie Transkriptionen und Schriftproben) genutzt, um theoretische Erkenntnisse mit praktischen Beobachtungen zu verknüpfen.
Was sind die Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil umfasst Analysen zu Sprachdiagnostik, Schulrecht, Sprachstörungen bei Kindern, dem Vergleich norwegischer und deutscher pädagogischer Konzepte sowie eine Reflexion über die Bedeutung von Bildung und Erziehung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inklusion, Sprachdiagnostik, ganzheitliche Förderung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und sprachpädagogische Professionalität.
Wie bewertet die Autorin das norwegische Inklusionsmodell im Vergleich zu Deutschland?
Die Autorin betrachtet das norwegische System als vorbildlich hinsichtlich der Inklusion und der professionellen Haltung der Lehrkräfte, sieht jedoch aufgrund der Klassenstärken und Reizüberflutung in Deutschland auch Berechtigungen für spezielle Förderzentren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem Sprachwissen für die Lehrkraft wichtig?
Die Autorin hebt hervor, dass ein besseres Verständnis dieser Differenzierung für die Diagnostik von Schreibproblemen essenziell ist, da nicht nur das Endprodukt des Textes, sondern der Schreibprozess selbst betrachtet werden muss.
- Arbeit zitieren
- Finya Brock (Autor:in), 2018, Beeinträchtigungen der Sprache und Kommunikation. Grundlagen der Sprachpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039912