In der vorliegenden Arbeit soll es darum gehen, den Ursprung der Wandlungsworte (Abendmahlsworte) zu analysieren. Denn ohne die Intention des Stifters zu kennen, kann man auch die späteren theologischen Begriffe (siehe oben) nicht verstehen. Zunächst geht es darum, einen Überblick über die verschiedenen Fassungen der Abendmahlsberichte zu bekommen und den Stand der Forschung zu erläutern. In einem weiteren Schritt sollen Brotwort und Kelchwort theologisch erörtert werden, um deren Ursprungsgenese besser verstehen zu können und einen Zugang zu den sehr alten und oft schwierigen Texten zu bekommen. Diese Hausarbeit beleuchtet jenes Kelchwort, welches im Hochgebet in der katholischen Messliturgie als eine Mischform aus zwei Traditionslinien zusammengesprochen und verbunden wurde.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung:
1. Die Abendmahlsberichte des Neuen Testaments
2. Jüdische Mahlgemeinschaften in der Botschaft Jesu
3. Das Wort über das Brot
4. Das Wort über den Kelch
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Ursprung der Wandlungsworte (Abendmahlsworte) zu analysieren, um das Verständnis für die zentralen theologischen Begriffe und die Intention des Stifters Jesu Christi zu vertiefen. Dabei werden die biblischen Berichte und ihr kulturgeschichtlicher Kontext erörtert, um die tiefere Bedeutung von Brotwort und Kelchwort innerhalb der Messliturgie zu erschließen.
- Analyse der Abendmahlsberichte im Neuen Testament
- Bedeutung jüdischer Mahlgemeinschaften für die Botschaft Jesu
- Theologische Exegese des Wortes über das Brot
- Theologische Exegese des Wortes über den Kelch
- Ursprungsgenese und Einbettung in das Hochgebet
Auszug aus dem Buch
3. Das Wort über das Brot
Die Überlieferungen zum Wort über das Brot sind im Kern gleich, aber in der Ausgestaltung mit unterschiedliche Akzenten durchsetzt. Bei Markus und Matthäus fordert Jesus auf, von Ihm das Brot zu nehmen. Bei Lukas und bei Paulus gibt Jesus das Brot den Jünger (für euch). Beide Formulierungen beschreiben den gleichen Sinnzusammenhang, sodass wir uns nun auf die Semantik konzentrieren können.
Das Brot ist in allen Kulturperioden das Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung. Dieses hat aber auch eine geistige Dimension, denn es wird im Judentum als von Gott geschenkt wahrgenommen. Deshalb wird dafür in jeder Mahlzeit gedankt, darüber hinaus führt es zu einem erfüllten Leben (Dtn 8,3). Auch Jesus greift diese Stelle auf (Lk 4,4). Es geht also hier nicht um die materielle Substanz von Brot, sondern um dessen Zweck „geistig als auch körperlich“.
Meiner Auffassung zufolge, nimmt Jesus in Vollmacht seiner Sendung als Sohn Gottes beim letzten Mahl das Brot, segnet es, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach das deutende Wort und stellt es damit in eine heilige Ebene. Jesus identifiziert sich mit diesem von Gott gegebenen Brot (sein Leib) und gibt ihm eine neue geistig (reale) Funktion, die mit seinem Sterben zusammenhängt. Das Brot welches er gibt, ist sein Leib, der für die zwölf Jünger hingegeben wird (für euch). Da er es bricht und seinen Jüngern somit Anteil an diesem Brot (sein Leib) gibt, erhalten Sie auch Anteil an der Deutung des Brotes. Er macht dadurch den Seinen deutlich, dass er sich selber Ihnen schenkt, im Brot, damit Sie Leben. Jesus gibt sein Leben und seine Person hin, um als Speise uns die Tore zum ewigen Leben zu öffnen. Dieses Brot ist nun durch sein deutendes Wort, sein Leib (Körper+ Seele), der es uns ermöglicht in das Himmelreich zu kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Rückgang des Messebesuchs und erläutert die Notwendigkeit, die Abendmahlsworte zu analysieren, um das Verständnis für die Wandlung der Gaben zu fördern.
1. Die Abendmahlsberichte des Neuen Testaments: Es wird der Stand der Forschung zu den vier biblischen Berichten dargestellt und ihre Einordnung in die paulinisch-lukanische und markinisch-matthäische Tradition vorgenommen.
2. Jüdische Mahlgemeinschaften in der Botschaft Jesu: Dieses Kapitel verortet das letzte Abendmahl im Kontext jüdischer Mahlgemeinschaften und beschreibt es als messianische Zeichenhandlung.
3. Das Wort über das Brot: Hier erfolgt eine theologische Exegese des Brotwortes, wobei Jesus als Sohn Gottes dargestellt wird, der sich selbst als lebendige Speise für die Jünger schenkt.
4. Das Wort über den Kelch: Das Kapitel analysiert die ambivalente Bedeutung des Kelches und deutet ihn als Kelch des Heiles, der durch das vergoßene Blut den erneuten Bund Gottes mit dem Volk besiegelt.
5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Jesus in den Worten über Brot und Kelch sein gesamtes Wirken und seinen Tod für die Menschheit vorwegnimmt und ratifiziert.
Schlüsselwörter
Abendmahlsworte, Jesus Christus, Eucharistie, Wandlung, Kelch, Brot, Neues Testament, Theologie, Mahlgemeinschaft, Judentum, Bund, Sühne, Messliturgie, Glaube, Erlösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theologischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Abendmahlsworte Jesu im Kontext des letzten Abendmahls.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den biblischen Berichten, der Bedeutung von Mahlgemeinschaften in der Zeit Jesu sowie der detaillierten Auslegung der Worte über Brot und Wein.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Ursprung der Wandlungsworte zu analysieren und ein tieferes Verständnis für die Intention Jesu und die nachfolgenden theologischen Begriffe in der Messliturgie zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine exegetische und theologische Analyse der neutestamentlichen Texte unter Einbeziehung des alttestamentlichen Kontextes und der Forschungsliteratur verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der biblischen Überlieferungen, die Einordnung in den jüdischen Kontext sowie eine spezifische Exegese des Brotwortes und des Kelchwortes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Abendmahlsworte, Eucharistie, Bund, Wandlung, Sühnetod und die Person Jesu Christi.
Warum ist das Verständnis der Abendmahlsworte heute so wichtig?
Da viele Gläubige Schwierigkeiten haben, die Wandlung der Gaben zu verstehen, soll die Rückbesinnung auf die Intention des Stifters Klarheit schaffen.
Welche besondere Rolle spielt der Kelch in der Argumentation?
Der Kelch wird als positiver „Kelch des Heiles“ gedeutet, der durch das Blut Jesu den neuen Bund zwischen Gott und den Menschen ratifiziert.
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- Maixmilian Sauer (Autor), 2020, Die Deuteworte beim letzten Mahl Jesu. Ihr Kontext, ihre Wirkung, ihr Verständnis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039969