Burkart gibt einen Überblick über die folgenden Forschungsgebiete:
1) Wirkungen der Massenmedien: Auf relativ knappem Raum sind hier die wichtigsten Ansätze und vor allem ihre Entwicklung detailreich und kritisch dargestellt, verschiedene Untersuchungen zusammengefasst. Brauchbar.
2) Strukturen der Kommunikationsgesellschaft: Um die konstruktivistischen Aufsätze von Schmidt, Luhmann & Co einzuordnen, empfiehlt sich dieses Kapitel, zumal es auch einen guten Überblick über die Kommunikatorforschung gibt, und die Nachrichtenwerttheorie in den konstruktivistischen Kontext einordnet. Ist auch wieder
kritisch.
3) Fernsehen: Guter Überblick über Kultivierungsthese und Gerbner-Gewalthypothesen. Der Rest – McLuhan, Postman etc. ist als Hintergrundwissen bestimmt gut, kann mir aber nicht vorstellen, dass das detailliert abgefragt wird. Ebenso wenig die Rubriken:
Fernsehen und Bildung, Lesen etc. oder der Unterschied zwischen Zapping und Flipping.
4) Funktionen der Massenmedien: Wieder eine gute Basis für Systemtheorie und Konstruktivismus. Als Hintergrundwissen sehr aufschlussreich, auch im Hinblick auf -> Kommunikationspolitik: „Medien als vierte Gewalt“.
[...]
Inhaltsverzeichnis
5.3 Wirkungen der Massenmedien
5.3.1. Zur Genese der massenkommunikativen Wirkungsforschung
5.3.2. Psychologisch orientierte Wirkungsforschung
5.3.2.1 Die Yale-Studien
5.3.2.2 Konsistenztheoretischen Ansätze
5.3.3. Soziologisch orientierte Wirkungsforschung
5.4.3 Sind die Massenmedien wirkungslos?
5.3.5 Nutzung der Massenmedien
5.3.6. Der dynamisch-transaktionale Ansatz
5.3.7 Die Agenda-Setting-Hypothese
5.3.8 Die Wissenskluft - Hypothese
5.3.9 Die Schweigespirale
5.4 Strukturen der modernen Massenkommunikationsgesellschaft
5.4.1 Realität als mediale Konstruktion
5.4.2 Realitätsinszenierung in der Massenkommunikationsgesellschaft
5.4.3 Öffentlichkeitsarbeit und Medien
5.4.4 Zuflucht beim Konstruktivismus?
5.5 Das Fernsehen
5.5.2 Fernsehen und Realität
5.5.3 Die Kultivierungsthese
5.5.4 Medien und Gewalt
5.5.5 Fernsehen und Bildung
5.5.6 Fernsehen und Lesen
5.5.6 Fernsehen und Familie
5.5.8 Zerstückelung des Fernsehens
5.5.9 Vielkanalfernsehen, Politik, Videomalaise
5.5.10 Multimedia, Internet und die Zukunft des Fernsehens
5.6 Funktionen der Massenmedien
5.6.1 Soziale Funktionen
5.6.2 Politische Funktionen
5.6.3 Ökonomische Funktionen
5.6.4 Informationsfunktion
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Werk bietet einen fundierten wissenschaftlichen Überblick über die wesentlichen Forschungsfelder der Kommunikationswissenschaft, mit einem besonderen Fokus auf die Wirkungsforschung und die gesellschaftliche Rolle der Massenmedien. Dabei wird der Wandel der theoretischen Paradigmen, von mechanistischen Wirkungsmodellen hin zu konstruktivistischen und transaktionalen Ansätzen, kritisch nachgezeichnet.
- Entwicklung und Wandel der massenmedialen Wirkungsforschung.
- Konstruktion von Realität durch journalistische Selektionsprozesse.
- Die Rolle des Fernsehens als Sozialisationsinstanz und seine Auswirkungen auf die Wahrnehmung.
- Funktionen der Massenmedien innerhalb des sozialen, politischen und ökonomischen Systems.
Auszug aus dem Buch
5.3.1. Zur Genese der massenkommunikativen Wirkungsforschung
189: In keinem anderen Bereich der KW gibt es ein vergleichbares Maß an Forschungsaktivitäten. Enttäuschend wenige konstante Resultate. Fragen wurden auch oft falsch gestellt; wahrscheinlich sind sie nie beantwortbar.
Deshalb muss man zwei Faktoren berücksichtigen:
1. ist es wichtig, dass man das ursprüngliche Erkenntnisinteresse / Ausgangspunkt der Wirkungsforschung hinterleuchtet und versteht.
2. Die WF ist auch immer stark an die Entwicklungen der Psychologie und Soziologie gebunden und wird von ihnen geprägt.
Zusammenfassung der Kapitel
5.3 Wirkungen der Massenmedien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung der Wirkungsforschung, die sich von einer Suche nach direkten Effekten hin zu komplexen, kontextabhängigen Modellen gewandelt hat.
5.4 Strukturen der modernen Massenkommunikationsgesellschaft: Hier wird analysiert, wie Medien Wirklichkeit nicht bloß abbilden, sondern durch Selektion und Interpretation aktiv konstruieren.
5.5 Das Fernsehen: Dieser Abschnitt behandelt die spezifische Rolle des Fernsehens als "Jahrhundertmedium" und untersucht seine Auswirkungen auf das Zeitverständnis, die Realitätswahrnehmung und die soziale Struktur.
5.6 Funktionen der Massenmedien: Das abschließende Kapitel beleuchtet die Leistungen der Medien für das gesellschaftliche Gesamtsystem, unterteilt in soziale, politische, ökonomische und informatorische Funktionen.
Schlüsselwörter
Kommunikationswissenschaft, Wirkungsforschung, Massenmedien, Realitätskonstruktion, Agenda-Setting, Schweigespirale, Fernsehen, Kultivierungsthese, Systemtheorie, Mediennutzung, Öffentlichkeitsarbeit, Wissenskluft, Konstruktivismus, Journalismus, Nachrichtenfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über zentrale Forschungsfelder der Kommunikationswissenschaft, wobei der Schwerpunkt auf der Wirkungsweise von Massenmedien und deren gesellschaftlicher Funktion liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die mediale Wirkungsforschung, die Nachrichtenwerttheorie, die Rolle des Fernsehens, gesellschaftliche Funktionen von Medien sowie konstruktivistische Ansätze in der Medienforschung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser einen detailreichen und kritischen Überblick über die wichtigsten theoretischen Ansätze der Kommunikationswissenschaft zu vermitteln, um diese in den jeweiligen Forschungskontext einordnen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Theorienanalyse, in der historische und aktuelle Ansätze der Wirkungs- und Publikumsforschung kritisch rezipiert und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Phasen der Wirkungsforschung, vom Stimulus-Response-Modell über die Agenda-Setting-Hypothese bis hin zu modernen dynamisch-transaktionalen Ansätzen und systemtheoretischen Funktionsanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienwirkung, Realitätskonstruktion, Agenda-Setting, Fernsehen, Systemtheorie und Nachrichtenfaktoren.
Wie unterscheidet sich der dynamisch-transaktionale Ansatz von früheren Modellen?
Im Gegensatz zu einseitigen, statischen Wirkungsmodellen betrachtet dieser Ansatz sowohl den Kommunikator als auch den Rezipienten als aktiv und untersucht das oszillierende Wechselspiel zwischen Medienangebot und individueller Bedeutungszuweisung.
Warum wird die Nachrichtenwerttheorie in der Arbeit kritisiert?
Die Theorie wird als apolitisch kritisiert, da Journalisten nicht nur passiv Nachrichtenfaktoren folgen, sondern aktiv und intentional Ziele verfolgen, beispielsweise durch instrumentelle Aktualisierung zur Beeinflussung gesellschaftlicher Diskurse.
- Arbeit zitieren
- Reinhard Röde (Autor:in), 2001, Burkart: Kommunikationswissenschaft - Rezension / Zusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040