In der Hausarbeit wird beschrieben, wie Menschen anderen Menschen mit Migrationshintergrund begegnen. Sie beschäftigt sich also mit der Fragestellung, wie Zuschreibungen hinsichtlich der Menschen mit Migrationshintergrund entstehen und welche Auswirkungen diese möglicherweise auf den einzelnen Menschen und das gesellschaftliche Zusammenleben haben. Die Begriffe "Migrationshintergrund" und "Ausländer:innen", werden in dieser Arbeit in Anführungszeichen gesetzt, da diese nicht als passende Ausdrücke empfunden werden.
Damit erkennbar wird, um welche Alltagsproblematik es geht, werden die Begriffe trotzdessen verwendet. Zunächst wird kurz die Einwanderungsgeschichte Deutschlands dargestellt, um den Prozess der Entstehung von gesellschaftlichen Verhältnissen, vor allem die der Migrationsbewegungen, deutlich zu machen. Danach wird näher darauf eingegangen, dass Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund oft als fremd oder anders empfunden werden, was auch sozial konstruiert wird. Daraufhin wird verdeutlich, welche Folgen dies auf einzelne Menschen und unsere Gesellschaft haben kann. Diese möglichen Folgen werden sodann beleuchtet. Des Weiteren wird die Bedeutung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund aus der dritten Generation innerhalb der Gesellschaft aufgezeigt. Am Ende wird zu dem Thema Stellung genommen. Es wird der gesellschaftliche Anteil am Prozess der Entstehung von Migrationsbewegungen erläutert sowie eine eigene Perspektive dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzer Einstieg in die Einwanderungsgeschichte Deutschlands
3. Fremde Kultur als Andersartigkeit – Entstehung eines sozialen Konstruktes
4. Mögliche Folgen für Menschen mit „Migrationshintergrund“
4.1 Bedeutung und Wirkung für Menschen mit „Migrationshintergrund der zweiten und dritten Generation“
5. Fazit: Gesellschaftliche Aufgabe
5.1 Eigene Perspektive
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung von Zuschreibungen an Menschen mit einem sogenannten „Migrationshintergrund“ und analysiert deren Auswirkungen auf das Individuum sowie das gesellschaftliche Zusammenleben unter Berücksichtigung struktureller Diskriminierung.
- Historische Einordnung der Einwanderungsgeschichte Deutschlands
- Theoretische Auseinandersetzung mit Fremdheit als soziales Konstrukt
- Analyse der Folgen von Stigmatisierung in Bildung, Arbeit und Alltag
- Identitätskonflikte bei der zweiten und dritten Generation
- Die Rolle der Sozialen Arbeit als inklusiv handelnde Instanz
Auszug aus dem Buch
Fremde Kultur als Andersartigkeit - Entstehung eines sozialen Konstruktes
Im Hinblick auf die Geschichte Deutschlands waren Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen immer ein Teil der Gesellschaft. Durch die Globalisierung entstanden neue Migrationsbewegungen aus unterschiedlichen Beweggründen wie Flucht oder Hoffnung auf eine Chance für ein besseres Leben. Das bedeutet auch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen. Die Kultur des eigenen Landes wird in Frage gestellt und andere Kulturen werden als anders und fremd empfunden. Wieso ist das so?
Jede Person, jede soziale Gruppe, jede kulturelle Einheit hat eine eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wodurch verschiedene Erfahrungen gemacht wurden oder werden. Dementsprechend entstehen verschiedene Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen, die von der gewohnten Umgebung geschaffen werden können (vgl. Schäffter, 1991: 11). Laut Schäffter gibt es verschiedene Modi des Fremderlebens, welche wiederum das Deutungsmuster im Umgang mit Fremdheit beeinflussen. Zunächst kann Fremdheit in einem Beziehungsverhältnis stehen, denn je näher das „Fremde“ ist, desto eher wird es als fremd wahrgenommen (vgl. Schäffter, 1991:12). Durch die Nähe wird sich das Gefühl des Befremdet-seins möglicherweise intensivieren, was dazu führt, dass „[…] latent zugrundeliegende Unterschiedlichkeiten eine soziale Bedeutung erlangen und sich zu persönlichen, gruppenbezogenen, politischen, ökonomischen und kulturellen Reibungsflächen aufbauen.“ (Schäffter, 1991: 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Zuschreibungen bei Menschen mit „Migrationshintergrund“ ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Kurzer Einstieg in die Einwanderungsgeschichte Deutschlands: Das Kapitel beleuchtet prägende Ereignisse der Migrationsgeschichte vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
3. Fremde Kultur als Andersartigkeit – Entstehung eines sozialen Konstruktes: Hier wird theoretisch fundiert dargelegt, wie Fremdheit als soziale Konstruktion entsteht und warum Menschen in Gruppen eingeteilt werden.
4. Mögliche Folgen für Menschen mit „Migrationshintergrund“: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen von Stigmatisierung auf Bereiche wie Bildung, Arbeit und Gesundheit.
4.1 Bedeutung und Wirkung für Menschen mit „Migrationshintergrund der zweiten und dritten Generation“: Es werden spezifische Identitätskonflikte untersucht, die bei in Deutschland geborenen Nachkommen von Migranten entstehen können.
5. Fazit: Gesellschaftliche Aufgabe: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines inklusiven gesellschaftlichen Wandels zusammen.
5.1 Eigene Perspektive: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Biografie als Angehörige der dritten Generation sowie ihre zukünftige Rolle als Sozialarbeiterin.
Schlüsselwörter
Migrationshintergrund, Soziale Konstruktion, Stigmatisierung, Identitätskonflikt, Diskriminierung, Fremdheit, Integration, Soziale Arbeit, Zweite Generation, Dritte Generation, Gesellschaftliche Teilhabe, Stereotype Threat, Hybride Identität, Ausgrenzung, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von gesellschaftlichen Zuschreibungen gegenüber Menschen mit einem sogenannten „Migrationshintergrund“ und deren Auswirkungen auf das soziale Miteinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der deutschen Einwanderungsgeschichte, der Theorie der sozialen Konstruktion von Fremdheit, den Folgen von struktureller Diskriminierung sowie der Bedeutung von Inklusion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, wie Stigmatisierung entsteht und welche konkreten negativen Auswirkungen diese auf die Lebensbereiche Betroffener sowie auf deren Identitätsfindung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten sowie einer persönlichen Reflexion basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die theoretische Definition von Fremdheit sowie eine detaillierte Analyse der Stigmatisierungsfolgen, insbesondere für die zweite und dritte Generation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Migrationshintergrund, Stigmatisierung, soziale Konstruktion, Identitätskonflikt und strukturelle Diskriminierung.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Migrantengenerationen?
Weil die Identitätskonflikte der zweiten und dritten Generation – die in Deutschland geboren sind – sich von denen der ersten Generation unterscheiden und oft durch einen Druck zur Anpassung bei gleichzeitiger Nicht-Anerkennung geprägt sind.
Welche Bedeutung hat die persönliche Perspektive der Autorin?
Die Autorin verdeutlicht durch ihre eigene Geschichte, wie Stigmatisierung und die Frage „Wo kommst du her?“ das Selbstbild prägen und motiviert daraus ihre professionelle Haltung als angehende Sozialarbeiterin.
Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Autorin?
Die Soziale Arbeit wird als eine Instanz gesehen, die den Stigmatisierungsprozess nicht nur auffangen, sondern durch inklusive Handlungsweisen aktiv gegensteuern muss.
- Arbeit zitieren
- Yasmin Kaltwasser (Autor:in), 2021, Die mögliche Zuschreibung von Menschen mit einem Migrationshintergrund. Ursache, Wirkung und Folge eines sozialen Konstruktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040212