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Multiperspektivität in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Eine narratologische Untersuchung

Titel: Multiperspektivität in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Eine narratologische Untersuchung

Hausarbeit , 2020 , 21 Seiten , Note: 10

Autor:in: Eleftheria Papadopoulou (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In seinem Werk "Die Erzählung" beschriebt Genette das Verhältnis zwischen dem Wissen der Figuren der erzählten Welt und dem Wissen des Erzählers. Dabei wird unterschieden zwischen der Frage Wer nimmt wahr? und Wer spricht? Auf diese Theorie gestützt sollen die verschiedenen Erzählperspektiven in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" durchleuchtet werden, die nicht nur die erzählte Welt auf den Kopf stellen, sondern auch zur Verwirrung des Lesers beitragen. Es soll die Frage geklärt werden, in wie weit der Perspektivwechsel der Novelle zur Verzerrung der erzählten Wirklichkeit führt. Dabei wird zu Anfang der Begriff des Modus und der Fokalisierung von Genette näher erklärt, um es später als Grundlage der narratologischen Untersuchung zu verwenden. Des Weiteren werden die Perspektiven der drei am Geschehen beteiligten Erzähler skizziert, um den polyperspektiven Charakter der Erzählung zu verdeutlichen.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Modus und Fokalisierung nach Gérard Genette

3. Die drei Erzählinstanzen

3.1 Sichtweise der Figur Nathanael. Wahnsinn oder Realität?

3.2 Blickwinkel auf die Figur Claras

3.3 Die Multiperspektivität Erzählweise des Rahmenerzählers

4. Handelt es sich um einen Zuverlässigen Erzähler?

5. Widersprüchliche Logik der Phantastischen Welt

6. Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe narrative Struktur von E.T.A. Hoffmanns Novelle "Der Sandmann" unter Anwendung der erzähltheoretischen Konzepte von Gérard Genette. Das primäre Ziel ist es, die Wirkungsweise der Multiperspektivität sowie den Wechsel der Fokalisierungen zu analysieren und deren Einfluss auf die Verzerrung der erzählten Wirklichkeit für den Leser zu klären.

  • Analyse des Begriffs der Fokalisierung nach Gérard Genette
  • Untersuchung der verschiedenen Erzählinstanzen in der Novelle
  • Deutung der Wechselwirkung von Innen- und Außenwelt bei der Figur Nathanael
  • Betrachtung der Rolle von Clara als Gegenpol zur subjektiven Wahrnehmung
  • Reflexion über die Zuverlässigkeit des Rahmenerzählers
  • Erörterung der widersprüchlichen Logik zwischen Phantasie und Realität

Auszug aus dem Buch

3.1 Sichtweise der Figur Nathanael. Wahnsinn oder Realität?

Die Wechselwirkung von Innenwelt und Außenwelt haben, eine zentrale Rolle in der Erzählten Welt.35 Nicht nur die Art des Erzählens sondern auch Nathanaels Entwicklung trägt dazu bei, dass die Grenzen zwischen der subjektiven Vorstellung seiner Innenwelt und der objektiven Begebenheiten der Außenwelt, ineinander überlaufen und verwischen.36 Schon zu Anfang äußert Clara, dass „alles Entsetzliche und Schreckliche“ nur in seinem „Innern vorging, die wahre wirkliche Außenwelt aber daran wohl wenig teilhatte“37 und warnte ihn von einer dunkle Macht die für den Manschen gefährlich werden kann.

„Gibt es eine dunkle Macht, die so recht feindlich und verräterisch einen Faden in unser Inneres legt, woran sie uns dann festpackt und fortzieht [...] – gibt es eine solche Macht, so muss sie in uns sich, wie wir selbst gestalten, ja unser selbst werden; denn nur so glauben wir an sie und räumen ihr den Platz ein, dessen sie bedarf, um jenes geheime Werk zu vollbringen.“38

Dieser rationale Erklärungsversuch der befangenen Clara, bildet die äußere Welt von der sich Nathanael immer mehr und mehr entfernt und in seine innere Welt zurückzieht, in der er Coppelius und Coppola als ein und dieselbe Person und Olimpia als menschlich wahrnimmt.39 Schon in den beiden Briefen Nathanaels erfahren wir wie schwankend seine Realität ist und wie sehr seine Gefühlswelt seine Wahrnehmung beeinflusst.40

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Irritation des Lesers durch die Multiperspektivität der Novelle und definiert das Ziel der narratologischen Untersuchung mittels der Theorie von Gérard Genette.

2. Modus und Fokalisierung nach Gérard Genette: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Erzählweise und Fokalisierung sowie deren Relevanz für die Distanzregulierung und Perspektivierung in fiktionalen Texten.

3. Die drei Erzählinstanzen: Es wird analysiert, wie die verschiedenen Perspektiven der Briefe und des Rahmenerzählers die Komplexität und Subjektivität der erzählten Welt konstituieren.

3.1 Sichtweise der Figur Nathanael. Wahnsinn oder Realität?: Das Kapitel untersucht, wie Nathanaels psychische Instabilität die Wahrnehmung der Außenwelt verzerrt und die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verwischt.

3.2 Blickwinkel auf die Figur Claras: Es wird dargelegt, wie die Figur Clara durch unterschiedliche Blickwinkel als Gegenpol zur rationalen Unfähigkeit Nathanaels etabliert wird.

3.3 Die Multiperspektivität Erzählweise des Rahmenerzählers: Hier wird die Rolle des Rahmenerzählers beleuchtet, dessen subjektive Kommentare und perspektivische Wechsel die Zuverlässigkeit des Berichts in Frage stellen.

4. Handelt es sich um einen Zuverlässigen Erzähler?: Das Kapitel hinterfragt die Intention des Erzählers und dessen offenkundige Widersprüchlichkeiten, die den Leser an der Authentizität der Geschichte zweifeln lassen.

5. Widersprüchliche Logik der Phantastischen Welt: Es wird erörtert, wie Hoffmann durch die Vermengung von psychologischen und übernatürlichen Lesarten eine undurchsichtige Welt schafft, die eine eindeutige Interpretation verweigert.

6. Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst zusammen, dass die narratologische Analyse als Werkzeug dient, um die Konstruktion der zwei Welten im Sandmann zu verstehen, ohne dabei eine endgültige Wahrheit über Nathanaels Zustand zu erzwingen.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Narratologie, Gérard Genette, Fokalisierung, Multiperspektivität, Wahnsinn, Realität, Erzählinstanzen, Phantastik, Nathanael, Clara, Rahmenerzähler, Erzähltheorie, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der narratologischen Untersuchung von E.T.A. Hoffmanns Novelle "Der Sandmann" und analysiert, wie verschiedene Erzählperspektiven die Wahrnehmung der Geschichte beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Modus und Fokalisierung, die Analyse verschiedener Erzählinstanzen, der Kontrast zwischen Innen- und Außenwelt bei Nathanael sowie die Frage nach der Zuverlässigkeit des Erzählers.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch die Theorie von Gérard Genette zu ergründen, inwiefern der Perspektivwechsel innerhalb der Novelle dazu beiträgt, dass der Leser die erzählte Wirklichkeit als verzerrt wahrnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es wird eine narratologische Analyse durchgeführt, die primär auf dem theoretischen Framework von Gérard Genette zur Fokalisierung und den Erzählinstanzen basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der drei Erzählinstanzen, die differenzierte Betrachtung der Sichtweisen auf die Figuren Nathanael und Clara sowie die Analyse der widersprüchlichen Logik in der phantastischen Welt der Erzählung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Multiperspektivität, Erzählsituation, Fokalisierung (intern/extern/null), Wahnsinn, Realitätsverlust und die erzählerische Unzuverlässigkeit.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Nathanael von der des Rahmenerzählers?

Während Nathanaels Sichtweise durch seine innere psychische Instabilität und seine Traumata geprägt ist, versucht der Rahmenerzähler zwar eine vermittelnde Instanz zu sein, kommentiert die Ereignisse jedoch subjektiv und bleibt in seiner Glaubwürdigkeit zweifelhaft.

Warum spielt der Begriff der "Fokalisierung" für die Analyse eine zentrale Rolle?

Der Begriff ist deshalb ideal, weil er explizit die Trennung zwischen der Instanz, die wahrnimmt ("Wer nimmt wahr?"), und der Instanz, die spricht ("Wer spricht?"), ermöglicht, was für das Verständnis von Hoffmanns komplexem Erzählstil essenziell ist.

Inwiefern beeinflusst das "Taschenperspektiv" Nathanaels Wahrnehmung?

Das Perspektiv fungiert als technisches Mittel, das Nathanaels Blick nicht schärft, sondern seine Täuschung verstärkt und seine Realitätswahrnehmung zunehmend in Richtung Wahnsinn verschiebt.

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Details

Titel
Multiperspektivität in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Eine narratologische Untersuchung
Hochschule
National & Kapodistrian University of Athens
Note
10
Autor
Eleftheria Papadopoulou (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1040238
ISBN (eBook)
9783346457011
ISBN (Buch)
9783346457028
Sprache
Deutsch
Schlagworte
multiperspektivität hoffmanns sandmann eine untersuchung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eleftheria Papadopoulou (Autor:in), 2020, Multiperspektivität in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Eine narratologische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040238
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Leseprobe aus  21  Seiten
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