Das persönliche Budget. Eine sinnvolle Strategie als Alternative zur häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?


Hausarbeit, 2020

19 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffe und Fakten
2.1 Häusliche Kinderkrankenpflege
2.2 Persönliches Budget

3 Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinder­ krankenpflege - Von der Entscheidung bis zur konkreten Umsetzung

4 Chancen und Grenzen der Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinderkrankenpflege
4.1 Chancen
4.1.1 Chance auf Inklusion durch Individualität des Behandlungs­konzeptes
4.1.2 Mehr Selbstbestimmung und Einfluss auf die Leistungs­erbringung
4.1.3 Möglichkeit der Entlohnung von helfenden Familienange­hörigen, Bekannten sowie Assistentinnen/Assistenten
4.1.4 Möglichkeit des Aufbaus eines familiären Verhältnisses zu den Angestellten
4.1.5 Umsetzung ökonomischer Aspekte
4.2 Grenzen
4.2.1 Erhöhtes Risiko für die Erziehungsberechtigten
4.2.2 Erhöhter Organisationsaufwand
4.2.3 Schwierigkeit der Wahrung der professionellen Distanz
4.2.4 Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung

5 Zusammenfassung und Fazit: Persönliches Budget vs. Pflege­dienst

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit Jahren wird unser deutsches Gesundheitssystem mit einem herausfordernden Thema konfrontiert, das in Zusammenhang mit dem demografischen Wandel und der dadurch bedingten Alterung der Bevölkerung steht - Dem Pflegenotstand. Da der An­spruch auf Pflegeleistungen kontinuierlich ansteigt, die Ressource von qualifiziertem Pflegepersonal jedoch nur in knappem Maße verfügbar ist, ist es erforderlich, neue, al­ternative Konzepte zu entwickeln und anzuwenden, die versuchen, diesen Mangel zu kompensieren und gleichzeitig zur Sicherung einer ausreichenden und angemessenen Versorgung der deutschen Bevölkerung beitragen sollen. Eine derartige Strategie stellt das sogenannte Persönliche Budget dar. Beim Persönlichem Budget handelt es sich um eine Geldleistung, die teilhabebedürftige Menschen als Alternative zu der ihnen zu­stehenden Sachleistung beantragen können. Dadurch werden sie befähigt, ihre Betreu­ung selbstbestimmt, individuell und eigenständig zu organisieren. Auch Eltern können für ihre pflegebedürftigen Kinder ein persönliches Budget beantragen. Gerade für Fami­lien, die die Pflege ihres Kindes im gewohnten häuslichen Umfeld, möglichst selbststän­dig und ohne die Abhängigkeit von den Vorgaben eines Pflegedienstes, verrichten möchten, scheint dieses Konzept hohes Potential aufzuweisen.

Die konkrete Anwendung des persönlichen Budgets zur Organisation der Kinderkran­kenpflege im häuslichen Umfeld und die Vor- und Nachteile, die dieses Konzept für das deutsche Gesundheitssystem und die betroffene Familie mit sich bringt, sollen im Rah­men dieses Projektberichts analysiert werden. Die konkrete Forschungsfrage lautet: „Gilt das Persönliche Budget als sinnvolle Alternative zur Häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?“

Nachdem die zentralen Begriffe „Persönliches Budget“ und „Häusliche Kinderkranken­pflege“ anhand der Darstellung ihrer wesentlichen Charakteristika näher erläutert wur­den, soll Kapitel 3 die konkrete Anwendung des Persönlichen Budgets vom ersten Schritt der Beantragung bis hin zur tatsächlichen Umsetzung im häuslichen Umfeld aufzeigen. Im anschließenden Kapitel 4 werden die Chancen und Grenzen erörtert, die das neue Konzept gegenüber der herkömmlichen Methode, die das Hinzuziehen eines ambulan­ten Pflegedienstes zur Pflege von Kindern im häuslichen Umfeld vorsieht, aufweist. Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung sowie ein Fazit, das die Forschungs­frage zu beantworten versucht.

2 Begriffe und Fakten

Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Argumentationen werden in den folgen­den Unterkapiteln 2.1 und 2.2 die beiden Begrifflichkeiten „Häusliche Kinderkranken­pflege“ und „Persönliches Budget“ näher erläutert.

2.1 Häusliche Kinderkrankenpflege

Nach Angaben des Bundesverbandes Häusliche Kinderkrankenpflege e.V. (BHK) wurde das Konzept der häuslichen Kinderkrankenpflege Anfang der 1980er Jahre für Neuge­borene, Kinder und Jugendliche, die schwere Krankheiten und/oder Behinderungen und eine damit verbundene nachgewiesene Pflegebedürftigkeit aufweisen, entwickelt (BHK, 2020). Dabei wird die Verantwortung für ein krankes Kind in die Hände eines ambulanten Pflegedienstes gelegt, dessen Pflegekräfte ihre Arbeit direkt im häuslichen Umfeld der Patientin/des Patienten verrichten. Dies schafft für die betroffenen Familien die Möglich­keit, die Pflegeleistungen ihres Kindes im vertrauten Umfeld abzuhalten, statt es in ein Hospital übergeben zu müssen, was eine räumliche Eltern-Kind-Trennung verursachen würde. Durch die Pflege im eigenen Zuhause zielt das Konzept darauf ab, die Lebens­qualität der Patientinnen/Patienten und ihrer Familien zu steigern und gleichzeitig auch die Eltern in die Pflege mit einzubeziehen und sie durch beobachtendes Lernen und ihre aktive Mithilfe zu befähigen, auch selbstständig Pflegeleistungen erbringen zu können (BHK, 2020). Generell gilt, dass Eltern zur Pflege ihres Kindes befähigt sind, selbst wenn sie keine Ausbildung als qualifizierte (Kinder-)Krankenpfleger vorweisen können. Vo­rausgesetzt wird eine umfangreiche Einarbeitung in die Pflege und alle dazugehörigen Prozessschritte, die die Eltern in der Regel bereits zum Zeitpunkt des Auftretens der Behinderung ihres Kindes, sei es bei der Geburt oder im späteren Lebensverlauf durch einen Unfall, durch geschulte Fachkräfte bekommen. Des Weiteren soll die häusliche Pflege dazu beitragen, der Familie ein möglichst „normales" und uneingeschränktes Le­ben zu gewähren. Bei den Mitarbeitenden des ambulanten Pflegedienstes handelt es sich in der Regel um qualifizierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende, die sowohl Leistungen zur Grundpflege, als auch zur Behandlungspflege verrichten (BHK, 2020). Bei der Grundpflege handelt es sich um Hilfen bei alltäglichen Verrichtungen in den Be­reichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Voraussetzung für den Erhalt von derar­tigen Leistungen ist eine Einschätzung des Pflegegrades des jeweiligen Kindes durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Die Kosten für die Grundpflege übernimmt die Pflegekasse. (Land, 2018). Die Behandlungspflege dagegen umfasst me­dizinische Hilfeleistungen wie Verbandswechsel oder Medikamentengaben und setzt eine Verordnung der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes voraus, die die mo­natlich zu leistenden Pflegestunden vorgibt. Vergütet wird die Behandlungspflege durch die Krankenkassen der Patientin/des Patienten (Land, 2018). Heutzutage gibt es in etwa 160 Pflegedienste, die ihren Pflegeauftrag im Rahmen einer häuslichen Kinderkranken­pflege leisten (Statistisches Bundesamt, 2015, zitiert nach BHK, 2020).

2.2 Persönliches Budget

Mit der Aufnahme von Rehabilitation und Teilhabe als neue Leitbegriffe im Rahmen des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB) im Jahr 2001 wurde ein bedeutender Anstoß zum Umgang mit behinderten und benachteiligten Menschen gegeben, indem ein neues Grundverständnis zur Unterstützung dieser geschaffen wurde (Riedel & Clausen, 2016). Während vorab eine gewisse Abhängigkeit von anderen Personen und deren Fürsorge bestand und die beeinträchtigten Individuen eine eher passive Rolle einnahmen, soll durch die Gesetzesänderung die Selbstbestimmung dieser Menschen gestärkt bzw. in den Fokus gerückt werden. Als konkrete Strategie zur Förderung dieser Eigenständigkeit zählt das Persönliche Budget (Riedel & Clausen, 2016). Die Möglichkeit der Inanspruch­nahme des Persönlichen Budgets besteht seit 2001, seit 2008 gilt sogar ein Rechtsan­spruch für all diejenigen Menschen, die ein Recht auf Leistungen zur Teilhabe haben (Kollak & Schmidt, 2015). Dabei ist es unwesentlich, ob es sich um eine körperliche, geistige oder psychische Behinderung handelt, noch wird ein bestimmter Schweregrad, ein gewisses Alter oder eine bestimmte Wohn- oder Arbeitssituation der betroffenen Per­son verlangt (Riedel & Clausen, 2016). Die gesetzliche Verankerung des Persönlichen Budgets findet sich im Paragraph 29 des SGB IX. Darin wird leistungsberechtigten Per­sonen das Anrecht zugesprochen, die ihnen zustehenden Sach- oder Dienstleistungen zur Teilhabe, in Form einer Geldleistung bzw. in Ausnahmefällen als Gutschein, zu be­ziehen (§ 29 SGB IX, 2020). Mit diesem Geld können sie eigenständig diejenigen Hilfe­leistungen bezahlen, die sie für sich selbst und ihre individuelle Lebenssituation am Wichtigsten halten. Befähigte Leistungsträger, bei denen das Persönliche Budget bean­tragt werden kann, sind beispielsweise die Krankenkasse, die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Unfall- oder Rentenversicherung, die soziale Pflegeversicherung, das Integrationsamt oder auch Sozialhilfeträger (Kollak & Schmidt, 2015). Werden mehrere Leistungsträger involviert und die Leistung als sogenannte Komplexleistung erbracht, so wird von einem trägerübergreifenden Budget gesprochen. Die Auszahlung des monetä­ren Betrags erfolgt monatlich und wird vom jeweiligen Leistungsträger bzw. von den je­weiligen Leistungsträgern vorgenommen (§ 29 SGB IX, 2020). Die Möglichkeiten der Unterstützung sind sehr vielfältig. Es kommen sowohl pflegerische Leistungen wie auch Unterstützungs- oder Betreuungsleistungen zur Alltagsbewältigung in Frage (Riedel & Clausen, 2016). Zudem besteht für die Personen, die das Persönliche Budget zwar be­ziehen möchten, in der Steuerung und Organisation des Verfahrens aber überfordert sind, die Möglichkeit, fachkundige Beratungsdienste, wie Case Manager oder Budget­verwalter aufzusuchen, um eine qualifizierte Beratung und Hilfe im Abwicklungsprozess zu erhalten (Kollak & Schmidt, 2015).

Zusammengefasst handelt es sich beim Persönlichen Budget also um eine Form der Finanzierung von Teilhabeleistungen, bei der die benachteiligten Personen oder berechtigte Angehörige selbst als Arbeitgebende fungieren, indem sie ihre Unterstüt­zungsleistungen selbst auswählen und mithilfe ihres monatlich zustehenden Geldbe­trags bezahlen (Riedel & Clausen, 2016). Die Leistungsbeziehenden werden durch ihr Wahlrecht und ihre damit verbundene hohe Verantwortung für sich selbst in ihrer Selbst­bestimmung gefördert. Grundsätzlich ist bei der Umsetzung der Strategie stets darauf zu achten, dass die Versorgungsqualität auf hohem Niveau erfolgt und der beeinträch­tigte Mensch und dessen individuellen Bedürfnisse stets im Mittelpunkt stehen (Köser et al., 2015).

Da für den Bezug eines Persönlichen Budgets, wie bereits erwähnt, keine Altersbe­schränkung vorliegt, kann die Finanzierungsstrategie auch für beeinträchtigte Kinder be­antragt werden. Verantwortlich für den Abwicklungsprozess und die damit verbundenen Aufgaben und Pflichten sind in diesem Fall die Eltern/ ein Elternteil bzw. der/die Erzie­hungsberechtigte^) des jeweiligen Kindes. Zur besseren Lesbarkeit der nachfolgenden Argumentationen werden „die Eltern" als Überbegriff für die sorgeberechtigte(n) Per­sonen) verwendet. Wie die Beantragung und Umsetzung konkret verläuft und inwiefern sich das Konzept mit der häuslichen Kinderkrankenpflege verknüpfen lässt, wird im fol­genden Kapitel veranschaulicht.

3 Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kin­derkrankenpflege - Von der Entscheidung bis zur konkreten Umsetzung

Der konkrete Unterschied, zwischen der häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen ambulanten Pflegedienst und der Nutzung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Pflege besteht in der Verantwortung. Während im ersten Fall der Pflegedienst bzw. des­sen examinierten Mitarbeitenden die Hauptverantwortung für die fachgemäße Pflege des entsprechenden Kindes tragen und alle dazugehörigen Prozesse wie Dienstpla­nung, Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen, Bezahlung der Mitarbeitenden etc. organisieren, sind die Eltern in der Finanzierungsstrategie Persönliches Budget für all diese Aufgaben selbst verantwortlich. Die Eltern sind sozusagen verpflichtet, sich durch ihre Regie und einen entsprechenden Umgang mit dem vorhandenen Budget, für eine individuell auf ihr Kind abgestimmte, bestmögliche Versorgung zu kümmern. Generell gibt es nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) verschie­dene Möglichkeiten, das Verwaltungsverfahren anzugehen (BMAS, 2020). In den meis­ten Fällen gestaltet sich der Weg von der Entscheidung für das Budget seitens der Eltern bis hin zur tatsächlichen Anwendung des Persönlichen Budgets wie in den folgenden beiden Kapiteln beschrieben.

3.1 Beantragung und Beschluss des Persönlichen Budgets

Bevor die Entscheidung für die Beantragung eines Persönlichen Budget gefällt wird, ist es zu empfehlen, ein kostenfreies Beratungsgespräch mit entsprechenden Beratungs­stellen und/oder dem/den Leistungsträger(n) zu führen (Riedel & Clausen, 2016). Im nachfolgenden Verlauf wird der Singular als Überbegriff für einen oder mehrere Leis­tungsträger verwendet. Während des Gespräches sollen alle Fragen der interessierten Eltern geklärt werden. Zudem werden sie darüber aufgeklärt, wie sie für den Fall der Beantragung weiter vorzugehen haben.

Die Beantragung selbst beruht auf freiwilliger Basis und ist grundsätzlich bei allen Re­habilitationsträgern, die in Paragraph Sechs des SGB IX gelistet sind, möglich. Dazu zählen unter anderem die gesetzlichen Krankenkassen, die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung, sowie Träger der Jugend- und Einglie­derungshilfe (§ 6 SGB IX, 2020). Als Erstes sollte gemeinsam mit dem gewählten Träger besprochen werden, welche Hilfen bzw. Leistungen von der Familie konkret angestrebt werden. Eine Besonderheit des Persönlichen Budgets ist dabei, dass nicht nur medizi­nisch oder pflegerisch notwendige Aufwendungen zur Versorgung der Patientin/des Pa­tienten, sondern auch Assistenzleistungen wie z.B. eine Schulbegleitung oder eine Haushaltshilfe für die Familie, beantragt werden können (BMAS, 2020). Innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen hat der Rehabilitationsträger anschließend festzustellen, ob er selbst für die gewünschten Leistungen zuständig ist, ob die Leistungserbringung nur als trägerübergreifende Komplexleistung zusammen mit andern Trägern zu bewerk­stelligen ist, oder ob die Verantwortung für das Verfahren komplett an einen anderen Leistungsträger zu übergeben ist (BMAS, 2020). Wurde der verantwortliche Träger aus­findig gemacht, sind einige weitere Schritte zu klären. Zuerst ist es erforderlich, eine gemeinsame Zielvereinbarung zwischen den Eltern des Kindes und dem verantwortli­chen Rehabilitationsträger zu schließen. Diese soll den Anforderungen der sogenannten SMART-Methode entsprechend und demzufolge spezifisch, messbar, anspruchsvoll, re­alistisch und terminiert sein (BMAS, 2020). Die Zielvereinbarung soll individuell auf die Bedarfe des Kindes und die zu deckenden Leistungen angepasst werden und enthält verpflichtend eine Auflistung der individuell gewählten Ziele zur Förderung des Kindes, einen Beleg zum subjektiv festgestellten Unterstützungsbedarfs des Kindes, einen Hin­weis zur Qualitätssicherung sowie die Höhe des monatlichen Budgetbetrags (§ 29 SGB IX, 2020). Die Ziele und dazu notwendigen Leistungen sollen sich dabei auf die Bedarfe des jeweiligen Kindes beziehen, die kontinuierlich und in alltäglichen Situationen auftre­ten. Die Qualitätssicherung findet hauptsächlich selbst durch die Familie des Kindes statt, da diese durch ihren alltäglichen Kontakt zur Einschätzung des allgemeinen Wohl­befindens am Besten geeignet ist. Konkret wird dabei die Ergebnisqualität, d.h. die Er­füllung der Ziele, die im Rahmen der Zielvereinbarung vereinbart wurden, beurteilt (BMAS, 2020). Bezüglich der Festlegung der Höhe des Budgets ist der Grundsatz zu beachten, dass der individuell festgelegte Bedarf zwar gedeckt werden soll, die zu er­wartenden Leistungen jedoch die Kosten aller Leistungen, die ohne das Persönliche Budget, beispielsweise durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht werden würden, nicht überschreiten (Blesinger, 2001, zitiert nach Köser et al., 2015). Hinzu kommt die Aufgabe des Leistungsträgers, eine Einschätzung darüber vorzunehmen, ob die mit dem persönlichen Budget zusammenhängenden organisatorischen Verpflichtungen alleine im familiären Umfeld bewältigt werden können, oder ob das Hinzuziehen von zusätzli­chen Beratungs- und Unterstützungsangeboten nötig ist (Köser et al., 2015). Dies ist ebenso bei der Bemessung der Höhe des monatlichen Geldbetrags zu beachten (BMAS, 2020). Die Höhe des Einkommens bzw. des Vermögens der Erziehungsberechtigten spielt dabei keine Rolle. Lediglich beim Wunsch nach bestimmten Sozialleistungen, die nicht dem medizinischen Bedarf der Patientin/des Patienten entsprechen, sind Zuzah­lungen eigenständig zu erbringen (BMAS, 2020).

Nach Beschluss der Zielvereinbarung wird diese auf ihre Eignung geprüft und die Bean­tragenden erhalten einen Bescheid, ob diese bewilligt wurde und wie hoch der Betrag im Falle einer Bewilligung ist. Sollte der Bescheid nicht den Ansprüchen der Erziehungs­berechtigten entsprechen, sind sie befähigt, Rechtsmittel vor einem endgültigen Ver­tragsschluss einzulegen (BMAS, 2020). Kommt ein Vertrag zustande, so wird alle zwei Jahre ein Ermittlungsverfahren des aktuellen Bedarfs durchgeführt, um gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können (SGB IX, 2020).

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das persönliche Budget. Eine sinnvolle Strategie als Alternative zur häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,0
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1040280
ISBN (eBook)
9783346459817
ISBN (Buch)
9783346459824
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Persönliches Budget, Budget, Häusliche Kinderkrankenpflege, Kinderkrankenpflege, Krankenpflege, Pflege, Gesundheit, Gesundheitsmanagement, Gesundheitswesen, Managed Care, Strategie, Pflegedienst, Ambulanter Pflegedienst, häusliches Umfeld, gewohntes Umfeld, Pflegenotstand, Betreuung, Pflegeleistung, Pflegeperson, Geldleistung, Gesundheitssystem
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Das persönliche Budget. Eine sinnvolle Strategie als Alternative zur häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040280

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