Die konkrete Anwendung des persönlichen Budgets zur Organisation der Kinderkrankenpflege im häuslichen Umfeld und die Vor- und Nachteile, die dieses Konzept für das deutsche Gesundheitssystem und die betroffene Familie mit sich bringt, sollen in dieser Arbeit analysiert werden. Die konkrete Forschungsfrage lautet: „Gilt das persönliche Budget als sinnvolle Alternative zur häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?“
Nachdem die zentralen Begriffe „persönliches Budget“ und „häusliche Kinderkrankenpflege“ anhand der Darstellung ihrer wesentlichen Charakteristika näher erläutert wurden, soll Kapitel 3 die konkrete Anwendung des persönlichen Budgets vom ersten Schritt der Beantragung bis hin zur tatsächlichen Umsetzung im häuslichen Umfeld aufzeigen. Im anschließenden Kapitel werden die Chancen und Grenzen erörtert, die das neue Konzept gegenüber der herkömmlichen Methode, die das Hinzuziehen eines ambulanten Pflegedienstes zur Pflege von Kindern im häuslichen Umfeld vorsieht, aufweist.
Seit Jahren wird unser deutsches Gesundheitssystem mit einem herausfordernden Thema konfrontiert, das in Zusammenhang mit dem demografischen Wandel und der dadurch bedingten Alterung der Bevölkerung steht – Dem Pflegenotstand. Da der Anspruch auf Pflegeleistungen kontinuierlich ansteigt, die Ressource von qualifiziertem Pflegepersonal jedoch nur in knappem Maße verfügbar ist, ist es erforderlich, neue, alternative Konzepte zu entwickeln und anzuwenden, die versuchen, diesen Mangel zu kompensieren und gleichzeitig zur Sicherung einer ausreichenden und angemessenen Versorgung der deutschen Bevölkerung beitragen sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffe und Fakten
2.1 Häusliche Kinderkrankenpflege
2.2 Persönliches Budget
3 Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinderkrankenpflege – Von der Entscheidung bis zur konkreten Umsetzung
4 Chancen und Grenzen der Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinderkrankenpflege
4.1 Chancen
4.1.1 Chance auf Inklusion durch Individualität des Behandlungskonzeptes
4.1.2 Mehr Selbstbestimmung und Einfluss auf die Leistungserbringung
4.1.3 Möglichkeit der Entlohnung von helfenden Familienangehörigen, Bekannten sowie Assistentinnen/Assistenten
4.1.4 Möglichkeit des Aufbaus eines familiären Verhältnisses zu den Angestellten
4.1.5 Umsetzung ökonomischer Aspekte
4.2 Grenzen
4.2.1 Erhöhtes Risiko für die Erziehungsberechtigten
4.2.2 Erhöhter Organisationsaufwand
4.2.3 Schwierigkeit der Wahrung der professionellen Distanz
4.2.4 Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung
5 Zusammenfassung und Fazit: Persönliches Budget vs. Pflegedienst
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob das Persönliche Budget eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Versorgung durch einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst darstellt, wobei insbesondere die veränderten Verantwortungsbereiche und die Auswirkungen auf die betroffenen Familien analysiert werden.
- Vergleich zwischen ambulanter Pflegedienstleistung und dem Persönlichen Budget
- Analyse der Chancen durch Individualität, Selbstbestimmung und Inklusion
- Bewertung der Risiken und des Organisationsaufwands für Erziehungsberechtigte
- Untersuchung der Rolle der Eltern als Arbeitgeber und Budgetverwalter
- Diskussion über potenzielle Mischformen beider Versorgungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1 Beantragung und Beschluss des Persönlichen Budgets
Bevor die Entscheidung für die Beantragung eines Persönlichen Budget gefällt wird, ist es zu empfehlen, ein kostenfreies Beratungsgespräch mit entsprechenden Beratungsstellen und/oder dem/den Leistungsträger(n) zu führen (Riedel & Clausen, 2016). Im nachfolgenden Verlauf wird der Singular als Überbegriff für einen oder mehrere Leistungsträger verwendet. Während des Gespräches sollen alle Fragen der interessierten Eltern geklärt werden. Zudem werden sie darüber aufgeklärt, wie sie für den Fall der Beantragung weiter vorzugehen haben.
Die Beantragung selbst beruht auf freiwilliger Basis und ist grundsätzlich bei allen Rehabilitationsträgern, die in Paragraph Sechs des SGB IX gelistet sind, möglich. Dazu zählen unter anderem die gesetzlichen Krankenkassen, die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung, sowie Träger der Jugend- und Eingliederungshilfe (§ 6 SGB IX, 2020). Als Erstes sollte gemeinsam mit dem gewählten Träger besprochen werden, welche Hilfen bzw. Leistungen von der Familie konkret angestrebt werden. Eine Besonderheit des Persönlichen Budgets ist dabei, dass nicht nur medizinisch oder pflegerisch notwendige Aufwendungen zur Versorgung der Patientin/des Patienten, sondern auch Assistenzleistungen wie z.B. eine Schulbegleitung oder eine Haushaltshilfe für die Familie, beantragt werden können (BMAS, 2020).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Pflegenotstands ein und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung des Persönlichen Budgets als Alternative zur klassischen Kinderkrankenpflege.
2 Begriffe und Fakten: Hier werden die Grundlagen der häuslichen Kinderkrankenpflege und des Persönlichen Budgets als Finanzierungsmodell für Teilhabeleistungen definiert.
3 Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinderkrankenpflege – Von der Entscheidung bis zur konkreten Umsetzung: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Beantragung, die Zielvereinbarung mit Leistungsträgern und die tägliche Handhabung des Budgets durch die Eltern.
4 Chancen und Grenzen der Anwendung des Persönlichen Budgets zur häuslichen Kinderkrankenpflege: In diesem Abschnitt werden die Vorteile hinsichtlich Selbstbestimmung und Inklusion den Herausforderungen durch organisatorische Belastungen und Haftungsrisiken gegenübergestellt.
5 Zusammenfassung und Fazit: Persönliches Budget vs. Pflegedienst: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die verdeutlicht, dass das Budget keine vollständige Ersatzlösung darstellt, aber als flexible Ergänzung oder Wahlmöglichkeit sinnvoll sein kann.
Schlüsselwörter
Persönliches Budget, Häusliche Kinderkrankenpflege, Pflegenotstand, Selbstbestimmung, Teilhabe, Rehabilitationsträger, Zielvereinbarung, Pflegedienst, Familienentlastung, Inklusion, Assistenzleistungen, Versorgungsqualität, Organisationsaufwand, Gesundheitsmanagement, Sozialgesetzbuch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das Persönliche Budget eine geeignete und sinnvolle Alternative zur klassischen Versorgung durch einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst bietet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen des Persönlichen Budgets, die praktische Organisation der häuslichen Pflege sowie die Chancen und Risiken der Eigenverantwortung für Familien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Gilt das Persönliche Budget als sinnvolle Alternative zur Häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der strukturierten Gegenüberstellung von Versorgungsstrategien im Rahmen eines Projektberichts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Beantragungsprozess, die Rollenfindung der Eltern als Budgetverwalter sowie die Vor- und Nachteile im direkten Vergleich zum Pflegedienst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Persönliches Budget, Häusliche Kinderkrankenpflege, Selbstbestimmung, Inklusion und Pflegenotstand.
Können Familienangehörige über das Persönliche Budget bezahlt werden?
Ja, eine der Chancen des Budgets ist die Möglichkeit, Freunde, Bekannte oder Familienangehörige (mit Ausnahme der Eltern aufgrund von Beistandspflichten) als Assistenten zu beschäftigen und zu entlohnen.
Ist das Persönliche Budget eine "perfekte" Lösung?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine perfekte Strategie gibt; der hohe Organisationsaufwand und das Risiko von Dienstausfällen machen eine individuelle Abwägung je nach Situation des Kindes erforderlich.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Das persönliche Budget. Eine sinnvolle Strategie als Alternative zur häuslichen Kinderkrankenpflege durch einen Pflegedienst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040280