Zu Beginn wird Ihnen ein Einblick in die theoretischen und empirischen Grundlagen dieser Thematik gegeben. Zur wissenschaftlichen Erarbeitung habe ich das Buch "Das Soziale Ritual - Zur performativen Bildung von Gemeinschaften" herausgegeben von Christoph Wulf sowie die Ausarbeitungen von Monika Wagner Willi in "Kinderrituale zwischen Vorder- und Hinterbühne" herangezogen. Diesen Ausführungen sollen zwei Fälle zu Grunde gelegt werden. Ersterer beinhaltet fokussierte Darstellungen, die in der Seminargemeinschaft erarbeitet wurden. Der zweite Fall wurde der eigenen Protokollsammlung entnommen und wurde analysiert. Im letzten Kapitel dieser Arbeit sollen beide Fälle miteinander verglichen und eventuelle Parallelen und Unterschiede aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische und empirische Perspektiven
2. Fallanalysen zum Thema
2.1 Fokussierte Darstellung des in der Gruppe interpretierten Falles
2.2 Fokussierte Darstellung der Interpretation eines eigenen Falles
3. Fazit: Vergleich und Diskussion
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht anhand von zwei Fallbeispielen aus dem schulischen Kontext, unter welchen Bedingungen eine Interaktion zwischen Lehrkraft und Schülern bereits vor dem offiziellen Unterrichtsbeginn als Unterrichtscharakter bewertet werden kann und welche Rolle dabei rituelle Übergangsphasen spielen.
- Analyse von Unterrichtssituationen mittels objektiver Hermeneutik
- Untersuchung des Übergangs von der Pause zum Unterricht
- Die Rolle von "Unterrichtsdingen" in der Interaktion
- Anwendung theoretischer Konzepte wie Liminalität und Antistruktur
- Vergleich von organisatorischen und unterrichtsvorbereitenden Ritualen
Auszug aus dem Buch
Fokussierte Darstellung der Interpretation eines eigenen Falles
Das gegebene Protokoll wurde innerhalb des Englischsunterrichtes am 20.02.2017 in einer 7. Klasse an der „YZ“ Sekundarschule in YZ angefertigt. Das Protokoll wurde mit dem Beobachtungsschwerpunkt der ‚Unterrichtsstörungen’ angefertigt und hat den Titel „Rückgabe einer Leistungskontrolle“ zugewiesen bekommen.
An nächster Stelle soll nun die, im Protokoll wiedergegebene Situation und die damit in Verbindung stehenden Interpretationsergebnisse vorgestellt werden. Innerhalb der Analyse stand erneut die Arbeitsweise der objektiven Hermeneutik im Mittelpunkt. Bereits mit den einleitenden Worten des Protokolls wird deutlich, dass sich die niedergeschrieben Szene außerhalb des Unterrichtes abspielte. Somit soll an späterer Stelle erneut untersucht werden, ob die gegebene Situation die Charakteristika des Unterrichts vorweist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische und empirische Perspektiven: Dieses Kapitel führt in die Konzepte von Monika Wagner-Willi, Arnold van Gennep und Viktor Turner ein, insbesondere die Begriffe Liminalität, Antistruktur und Communitas.
2. Fallanalysen zum Thema: In diesem Hauptteil werden zwei spezifische Unterrichtsprotokolle mittels objektiver Hermeneutik detailliert analysiert, um die Dynamik zwischen Lehrkraft und Schülern in der Phase vor Unterrichtsbeginn zu verstehen.
3. Fazit: Vergleich und Diskussion: Die Ergebnisse beider Protokolle werden gegenübergestellt und mit den theoretischen Grundlagen verknüpft, um zu klären, wann von einem Unterrichtscharakter gesprochen werden kann.
Schlüsselwörter
Pädagogik, Unterricht, Liminalität, Schwellenzustand, objektive Hermeneutik, Fallanalyse, Lehrer-Schüler-Interaktion, Unterrichtsstörungen, rituelle Übergänge, Antistruktur, Communitas, Unterrichtsdinge, Schulalltag, Schulklingel, Näheantinomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Analyse von Unterrichtssituationen, speziell mit der Frage, wie Interaktionen zwischen Lehrkräften und Schülern in der Übergangsphase zwischen Pause und offiziellem Unterrichtsbeginn zu bewerten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Schulforschung, die Analyse von rituellen Übergängen im Schulalltag sowie die Untersuchung der Interaktionsstrukturen innerhalb des Klassenraums.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die leitende Forschungsfrage lautet: "Wann besitzt eine Situation Unterrichtscharakter?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Auswertung der Protokolle wird die Methode der objektiven Hermeneutik angewandt, um tiefere Sinnzusammenhänge und Strukturen im Verhalten der Akteure offenzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zwei empirische Protokolle aus unterschiedlichen Schultypen (Grundschule und Sekundarschule) detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer pädagogischen Abläufe interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch die Begriffe Liminalität, Unterrichtscharakter, objektive Hermeneutik und rituelle Übergänge beschreiben.
Inwiefern spielt der Begriff der "Liminalität" eine Rolle für die Analyse?
Der Begriff beschreibt den Schwellenzustand zwischen Pause und Unterricht, in dem die gewohnten sozialen Strukturen des Unterrichts bereits ansetzen, auch wenn die offizielle Unterrichtszeit noch nicht begonnen hat.
Was unterscheidet die beiden in den Fallanalysen betrachteten Situationen?
Die erste Situation befasst sich mit organisatorischen Aufgaben (Einsammeln von Zetteln) in einer Mathematikstunde, während die zweite Situation die unterrichtsvorbereitende Rückgabe von Tests in einer Englischstunde thematisiert.
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- Anonym (Author), 2018, Unterrichtsstörungen. Theoretische und empirische Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040394