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Zur Funktionalisierung der Autobiographie bei Rousseau. Die "Bekenntnisse" als Entschuldigung und Rechtfertigung

Titre: Zur Funktionalisierung der Autobiographie bei Rousseau. Die "Bekenntnisse" als Entschuldigung und Rechtfertigung

Dossier / Travail , 2020 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Luzie Stever (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Das Ziel dieser Hausarbeit ist es Rousseaus, den Bekenntnissen zugrunde liegende, Programm genauer zu definieren und seine Umsetzung zu untersuchen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt an welchen Stellen, und mit welchen Mitteln, er über die klassische Lebensbeschreibung in seiner Autobiographie hinausgeht und zu welchen Zwecken er diese funktionalisiert, ebenfalls in Hinblick auf sein vorab präsentiertes Programm.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Autobiographie: Das Schreiben über sich selbst

2.1 Der Begriff der Autobiographie

2.2 Probleme und Grenzen der Autobiographie

3. Die Bekenntnisse

3.1 Das Programm der Bekenntnisse

3.2 Funktionalisierung der Autobiographie

3.2.1 Die Bekenntnisse als Rechtfertigung

3.2.2 Die Bekenntnisse als Entschuldigung

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Jean-Jacques Rousseau seine Autobiographie "Die Bekenntnisse" über die bloße Selbstdarstellung hinaus funktionalisiert, um seine Person und Handlungen vor dem Leser zu rechtfertigen und zu entschuldigen.

  • Definition und theoretische Grundlagen der Autobiographie als Gattung
  • Analyse des spezifischen autobiographischen Programms Rousseaus
  • Untersuchung der Bekenntnisse als Instrument der moralischen Rechtfertigung
  • Analyse der Funktion der Selbst-Entschuldigung im Kontext persönlicher Verfehlungen
  • Diskussion der Manipulation der Leserwahrnehmung durch narrative Strategien

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Programm der Bekenntnisse

Bevor die erweiterte Funktion der Autobiographie Rousseaus analysiert werden kann ist es wichtig seine eigene, Idee des Textes zu skizzieren. Wie bereits am Zitat der Einleitung zu erkennen, war es Rousseau in erster Linie wichtig etwas Neues, nie zuvor Dagewesenes, zu schaffen. Diese Einzigartigkeit seines Textes liegt, wie er selbst betont, darin dass er nichts als die Wahrheit sagt und dabei in einer schonungslosen Offenheit sowohl das Gute als auch das Schlechte seiner Person dem Leser vorführt. Dazu betont er die Einzigartigkeit, und gleichzeitig Unfassbarkeit seiner Person: „Ich bin nicht gemacht wie irgendeiner von denen, die ich bisher sah“20. Es wird deutlich, dass obwohl Rousseau dabei ist sich komplett zu entblößen und ebenfalls den Vergleich des Lesers mit seiner Person fordert. Allerdings steht diese Aufforderung des Vergleichs im Kontrast zu Rousseaus eigener Aussage sich nicht mit anderen vergleichen zu wollen. „Wenn ich nicht besser bin, so bin ich doch wenigstens anders“21, bereits hier beginnt Rousseau sich, bereits bevor er etwas über sich preisgibt, zu rechtfertigen.

Die Einzigartigkeit seiner Person macht ihn nicht zu etwas Besserem doch rechtfertigt in seinen Augen seine Handlungen. Andersherum betont er mit dieser Aussage indirekt, dass das Anderssein in seinen Augen etwas Besseres ist. Schon an dieser Stelle bereitet Rousseau den Leser auf das Kommende vor und beeinflusst sein Urteil, indem er seine Individualität über die von der Gesellschaft formulierten Moralvorstellungen stellt. Ob nun seine Besonderheit gut oder schlecht ist vermag der Leser erst zu beurteilen „nachdem man [der Leser] mich gelesen hat“22. Dass Rousseau ganz klar ein Urteil des Lesers fordert betont er durch seinen Bezug zum jüngsten Gericht. Er beschreibt wie, wenn er vor dem jüngsten Gericht stehen würde, der Inhalt dieses Buches für seine ganze Person sprechen würde. Der Leser, welcher nun mit dem Buch die ganze Person in der Hand hält, wird somit ebenfalls zum Richter und involviert indem er urteilen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Rousseau seine Autobiographie funktionalisiert, um über eine rein chronologische Lebensbeschreibung hinaus zu gehen.

2. Die Autobiographie: Das Schreiben über sich selbst: Hier werden der Begriff der Autobiographie sowie die allgemeinen Probleme und Grenzen der Gattung, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Autor, Erzähler und Objekt, erläutert.

3. Die Bekenntnisse: Dieses Kapitel analysiert Rousseaus spezifisches autobiographisches Programm, seine Rechtfertigungsstrategien und die Funktion der Bekenntnisse als Instrument zur Beeinflussung der Leserwahrnehmung.

4. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Rousseau sein Programm der Selbstrechtfertigung konsequent umsetzt, obwohl er letztlich am Ziel der vollständigen Selbsterkenntnis beziehungsweise der Akzeptanz durch den Leser scheitert.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Die Bekenntnisse, Autobiographie, Rechtfertigung, Entschuldigung, Selbstbild, Identitätskonstruktion, Lesermanipulation, Wahrheit, Selbstdarstellung, Gattungstheorie, Erzähltheorie, Subjekt, Individualität, Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk "Die Bekenntnisse" von Jean-Jacques Rousseau und untersucht, wie er das Medium der Autobiographie einsetzt, um seine Taten zu rechtfertigen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Themen sind die Gattungstheorie der Autobiographie, Rousseaus persönliches Programm der Lebensdarstellung sowie die psychologischen Mechanismen von Rechtfertigung und Entschuldigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Rousseaus spezifisches Programm der Selbstdarstellung zu definieren und zu zeigen, an welchen Stellen er die klassische autobiographische Form verlässt, um das Urteil des Lesers zu manipulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, bei der Auszüge aus Rousseaus "Bekenntnissen" im Kontext gattungstheoretischer Literatur analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Autobiographie und die konkrete textnahe Analyse von Rousseaus Rechtfertigungs- und Entschuldigungsstrategien anhand von ausgewählten Beispielen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Rousseau, Bekenntnisse, Autobiographie, Rechtfertigung, Entschuldigung, Identität, Wahrheit, Leser-Manipulation und Selbsterkenntnis.

Warum bezieht Rousseau den Leser als Richter in sein Werk ein?

Rousseau möchte den Leser aktiv in den Prozess seiner Rechtfertigung involvieren, um durch die Offenlegung seiner Fehler Sympathie zu erlangen und seine Individualität zu legitimieren.

Wie geht Rousseau mit seinem Scheitern um?

Rousseau thematisiert sein Scheitern, versucht jedoch auch hier, die Schuld auf die mangelnde Auffassungsgabe der Leser oder die gesellschaftliche Unfähigkeit, ihn zu verstehen, abzuwälzen.

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Résumé des informations

Titre
Zur Funktionalisierung der Autobiographie bei Rousseau. Die "Bekenntnisse" als Entschuldigung und Rechtfertigung
Université
Technical University of Braunschweig
Note
1,0
Auteur
Luzie Stever (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
19
N° de catalogue
V1040400
ISBN (ebook)
9783346457066
ISBN (Livre)
9783346457073
Langue
allemand
mots-clé
funktionalisierung autobiographie rousseau bekenntnisse entschuldigung rechtfertigung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Luzie Stever (Auteur), 2020, Zur Funktionalisierung der Autobiographie bei Rousseau. Die "Bekenntnisse" als Entschuldigung und Rechtfertigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040400
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