In dieser Arbeit wird die Frage soll geklärt werden, wie die Identität eines Individuums in Verbindung zu Eskapismus in virtuelle Scheinidentitäten steht. Dabei wird sich auf eskapistisches Nutzungsverhalten in sozialen Netzwerken fokussiert.
Es wird ein Modell erarbeitet, das die Hintergründe für die Realitätsflucht in virtuelle Scheinidentitäten darstellen soll. Des Weiteren soll der Zusammenhang zwischen eskapistischem Verhalten und der Identitätsarbeit skizziert werden. Dabei wird auch die Wechselbeziehung zwischen sozialer Rolle und der Patchwork-Identität thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wofür dienen und was bieten soziale Netzwerke?
3. Was meint der Begriff Eskapismus in Bezug auf die Mediennutzung?
4. Soziale Rollen in der Soziologie
5. Identität
5.1. Was bedeutet zugeschriebene Identität und Patchwork – Identity?
5.2. Was stellt die virtuelle Identität dar?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Auslöser und Identitätsfolgen von eskapistischem Nutzungsverhalten in sozialen Netzwerken, wobei der Schwerpunkt auf der Entstehung und Wirkung virtueller Scheinidentitäten liegt.
- Funktionen und Einfluss sozialer Netzwerke auf die Identitätsbildung
- Definition und Ausprägungsformen von Eskapismus im Medienkontext
- Soziologische Betrachtung sozialer Rollen und deren Einfluss auf Individuen
- Verhältnis zwischen Patchwork-Identity und virtueller Realität
- Analyse der Wechselwirkungen zwischen Identitätsarbeit und Online-Präsenz
Auszug aus dem Buch
3. Was meint der Begriff Eskapismus in Bezug auf die Mediennutzung?
Im folgendem Kapitel soll erläutert werden, was unter dem Begriff Eskapismus verstanden wird.
Eskapismus sei kein allgemein gültig definierter Begriff. Somit habe jede*r Autor*in auch verschiedene Definitionen oder Interpretationen von diesem Wort (vgl. Gisa 2016, S. 12). Allgemein werde Eskapismus oft als Realitätsflucht bezeichnet (vgl. Gisa 2016, S. 15). Der Begriff der Realitätsflucht beschreibe das „intentionale Entkommen aus der dinglichen Welt“ (Gisa 2016, S. 12). Gemeint sei also, dass sich das Individuum aus der Realität gedanklich zurückziehe. Fliehen könne das Individuum somit, bezogen auf dessen Gedanken und Handlungen, von seiner Lebensrealität in eine mediale Welt (vgl. Müller 2017, S. 17). Bezogen auf den Umgang mit sozialen Medien äußere sich Realitätsflucht, also Eskapismus, oftmals durch eine gesteigerte oder abnormale Internetnutzung (vgl. Krüger 2011, S. 68).
Eine eskapistische Mediennutzung habe Auswirkung auf das jeweilige Individuum. So greift Krüger auf die von Schenk fünf definierten Merkmale zurück, die den typischen eskapistischen Medieninhalt beschreiben. Der erste Punkt sei die Ermöglichung dazu, Probleme aus der realen Welt für die Nutzungszeit zu verdrängen. Nutzer*innen würden hier durch ihre eskapistische Mediennutzung so in den Medieninhalt vertieft sein, dass sie gedanklich sich nicht mit realitätsbezogenen Problemen beschäftigen würden (vgl. Krüger, S. 68). Als Konsequenz daraus und auch als zweites und drittes Merkmal resultiere zum einen, dass sich die Nutzer*innen passiv entspannen könnten und zum anderen, dass der Medieninhalt Ablenkung von Normen und Regeln des Alltags ermögliche (vgl. Krüger 2011, S. 68).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen den Ursachen für eskapistisches Verhalten in sozialen Netzwerken und deren Folgen für die Identität des Individuums.
2. Wofür dienen und was bieten soziale Netzwerke?: Das Kapitel beleuchtet soziale Netzwerke als Räume für Interaktion, Sozialisation und Flucht, wobei die Unterschiede zu traditionellen Medien herausgearbeitet werden.
3. Was meint der Begriff Eskapismus in Bezug auf die Mediennutzung?: Hier wird Eskapismus als Form der Realitätsflucht definiert und dessen Auswirkungen auf das Individuum sowie begünstigende Faktoren untersucht.
4. Soziale Rollen in der Soziologie: Es wird erörtert, wie soziale Rollen das Verhalten von Individuen strukturieren und in welchem Verhältnis sie zu gesellschaftlichen Erwartungen und Persönlichkeitsaspekten stehen.
5. Identität: Dieses Kapitel widmet sich der Identitätsarbeit, insbesondere den Konzepten der zugeschriebenen Identität, der Patchwork-Identity sowie der Konstruktion virtueller Identitäten.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage anhand eines entwickelten Modells, das die Verknüpfung von Symptomen, Eskapismus und Identitätsfolgen illustriert.
Schlüsselwörter
Eskapismus, Identität, Soziale Netzwerke, Virtuelle Scheinidentität, Patchwork-Identity, Rollenwechsel, Impression Management, Realitätsflucht, Soziale Rollen, Mediennutzung, Sozialisation, Selbstreflexion, Identitätsarbeit, Anonymität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem Rückzug in virtuelle Welten (Eskapismus) und der Identitätsentwicklung bei Nutzern sozialer Netzwerke.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Eskapismus, die soziologische Rollentheorie sowie das Konzept der Patchwork-Identität im digitalen Zeitalter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifischen Auslöser für eskapistisches Verhalten zu identifizieren und zu klären, welche Auswirkungen das Spielen einer virtuellen Scheinidentität auf die reale Identität eines Individuums hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die durch die Entwicklung eines eigenen, illustrativen Modells zur Verknüpfung der theoretischen Erkenntnisse ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Funktionen sozialer Netzwerke, der Definition des Eskapismus, den soziologischen Grundlagen sozialer Rollen und einer tiefgehenden Analyse der Identitätsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Eskapismus, Identität, virtuelle Scheinidentität, Patchwork-Identity und Impression Management.
Was unterscheidet die Patchwork-Identity von der virtuellen Identität?
Die Patchwork-Identity beschreibt die Gesamtheit der verschiedenen Teilidentitäten eines Individuums in der Realität, während die virtuelle Identität eine im digitalen Raum inszenierte, oft abweichende Maskenidentität darstellt.
Welche Rolle spielt das von der Autorin entwickelte Modell?
Das Modell dient der Synthese der verschiedenen Einflussfaktoren (Symptome) und zeigt auf, wie diese über Eskapismus und Rollenwechsel die Identitätsarbeit eines Individuums beeinflussen.
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- Lara Brunner (Autor), 2020, Die Verbindung von personaler Identität mit der Flucht in virtuelle Scheinidentitäten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040475