Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Schritte aufzuzeigen, die notwendig sind, um eine erste empirisch geprüfte Testversion für einen Test/Fragebogen zur Überprüfung der Lernfähigkeit von Arbeitnehmern vorlegen zu können. Dazu wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit ein Überblick über die theoretischen Grundlagen der Testentwicklung gegeben. Im dritten Kapitel wird das Konstrukt der Lernfähigkeit definiert. Anschließend erfolgt die Planung des Tests. Im fünften Kapitel geht es um die Testkonstruktion, die neben der Itemkonstruktion auch eine empirische Überprüfung des Tests beinhaltet. Anschließend werden die Ergebnisse diskutiert. Abschließend erfolgt im siebten Kapitel ein Ausblick auf das weitere Vorgehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der Testkonstruktion
2.1 Gütekriterien
2.2 Testplanung
2.3 Testkonstruktion
2.3.1 Generierung des Itempools und Reihenfolgeeffekte
2.3.2 Erprobung des Fragebogens und anschließende Normierung
2.4 Zusammenfassung
3 Definition des Konstruktes Lernfähigkeit
4 Testplanung am Beispiel „Überprüfung der Lernfähigkeit“
5 Testkonstruktion am Beispiel „Überprüfung der Lernfähigkeit“
6 Diskussion
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung eines strukturierten Prozesses zur Entwicklung einer empirisch geprüften Testversion eines Fragebogens, der spezifisch die Lernfähigkeit von Arbeitnehmern, insbesondere im IT-Kontext, erfassen soll.
- Theoretische Fundierung der Testkonstruktion (Gütekriterien und Planung)
- Definition und Operationalisierung des Konstrukts Lernfähigkeit
- Praktische Anwendung der Testplanung am Beispiel des ÜLF-01
- Methodik der Testkonstruktion inkl. Item-Generierung und Validierungsstrategien
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten bei der Itemreihenfolge
An dieser Stelle soll der Fokus auf die Reihenfolgeeffekte gelegt werden, da die Reihenfolge der Items ebenfalls einen verfälschenden Einfluss auf das Testergebnis haben kann (Moosbrugger & Brandt, 2020, S. 85). Entsprechend Eid und Schmidt (2014) werden sechs verschiedene Reihenfolgeeffekte unterschieden (S. 89): (1) Ankereffekte, (2) Konsistenz- oder Assimilationseffekte, (3) Kontrasteffekte, (4) Salienzeffekte (5) Primingeffekte und (6) Subtraktionseffekte.
Unter dem Ankereffekt wird verstanden, dass die vorherige Frage die Beantwortung der nächsten Frage beeinflusst (Moosbrugger & Brandt, 2020, S. 85). Laut Eid und Schmidt (2014) handelt es sich bei Konsistenz- oder Assimilationseffekten um eine Subfacette des Ankereffekts. Spezifisch bedeutet dies, dass das zweite Item ähnlich zum Vorherigen bearbeitet wird. Beim Kontrasteffekt tritt genau das Gegenteil auf. D. h., dass die Antwort des zweiten Items nicht so stark ausfallen würde, wenn es nicht auf das erste Item folgen würde. Bei den Salienzeffekten geht es darum, dass sich durch die Beantwortung eines Items das Bewusstsein für diesen Sachverhalt verändert. Dies führt wiederum zu einer anderen Einstellung, als eigentlich bei der Testperson vorliegt. Unter Primingeffekten verstehen Eid und Schmidt (2014) Erinnerungseffekte, die durch die Antwortvorgaben ausgelöst werden und ohne diese Vorgaben der Testperson nicht bewusst geworden wären. Bei dem Subtraktionseffekt schlussfolgert die Testperson, dass das erste Item und das zweite Item unabhängig voneinander zu beantworten sind, obwohl sie ähnliche Eigenschaften abfragen (Eid & Schmidt, 2014, S. 89).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit motiviert die Notwendigkeit eines Instruments zur Messung der Lernfähigkeit im Arbeitskontext und skizziert das methodische Vorgehen zur Entwicklung eines solchen Fragebogens.
2 Theoretische Grundlagen der Testkonstruktion: Es werden grundlegende Anforderungen an Tests wie Gütekriterien sowie die Phasen der Testplanung und -konstruktion theoretisch hergeleitet.
3 Definition des Konstruktes Lernfähigkeit: Auf Basis psychologischer Modelle wird das Konstrukt Lernfähigkeit definiert und in seine zentralen Komponenten Leistungsmotivation, kognitive Lernanteile und Rahmenbedingungen zerlegt.
4 Testplanung am Beispiel „Überprüfung der Lernfähigkeit“: Die theoretischen Anforderungen der Testplanung werden konkret auf die Entwicklung des ÜLF-01 angewandt, um Zielgruppe, Testart und Rahmenbedingungen festzulegen.
5 Testkonstruktion am Beispiel „Überprüfung der Lernfähigkeit“: Das Kapitel beschreibt die praktische Umsetzung der Itemkonstruktion nach rationalen Kriterien sowie die geplanten empirischen Überprüfungsschritte für den ÜLF-01.
6 Diskussion: Die Ergebnisse der Testentwicklung werden reflektiert, methodische Schwächen der Arbeit identifiziert und ein Ausblick auf notwendige Verbesserungen gegeben.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird der Nutzen eines solchen standardisierten Verfahrens hervorgehoben und die Übertragbarkeit auf andere Berufsfelder sowie weiterführende Analysen diskutiert.
Schlüsselwörter
Lernfähigkeit, Testkonstruktion, Testplanung, Leistungsmotivation, Gütekriterien, Fragebogen, IT-Fachkräfte, Psychometrie, Itemkonstruktion, Pilotstudie, Evaluationsstudie, Validität, Reliabilität, Skalierung, ÜLF-01
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der methodisch korrekten Entwicklung eines psychologischen Fragebogens zur Messung der Lernfähigkeit von Arbeitnehmern im IT-Sektor.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die psychometrischen Grundlagen der Testtheorie, die Definition des Konstrukts Lernfähigkeit sowie die praktischen Schritte der Testplanung und Konstruktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Aufzeigung der notwendigen Schritte, um eine erste empirisch geprüfte Testversion des Fragebogens „ÜLF-01“ zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt dem rationalen Ansatz der Testkonstruktion, ergänzt durch Methoden wie die „Think aloud“-Methode zur Verständlichkeitsprüfung und statistische Ansätze zur Itemselektion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Definition des Konstrukts sowie die konkrete Planung und Konstruktion des Fragebogens ÜLF-01.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Lernfähigkeit, Testtheorie, Testkonstruktion, Gütekriterien, Item-Generierung und Personalauswahl beschreiben.
Wie wurde das Konstrukt Lernfähigkeit operationalisiert?
Die Operationalisierung stützt sich primär auf das multidimensionale Lernprofil von Paulus (1999), welches Dimensionen wie Leistungsmotivation und kognitive Lernanteile umfasst.
Warum spielt die IT-Branche eine besondere Rolle für den Fragebogen?
Da sich das IT-Umfeld extrem schnell wandelt, ist die Lernfähigkeit als essenzielle Kompetenz für Personalberater identifiziert worden, um geeignete Kandidaten zu identifizieren.
- Quote paper
- Madeleine Hartleff (Author), 2021, Fragebogen zur Überprüfung der Lernfähigkeit von Arbeitnehmern. Testtheorie und Testkonstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041456