Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval

Geschlecht und Gewalt im Nibelungenlied. Die rechtliche Stellung der Frau am Beispiel der Figuren Kriemhild und Brünhild

Título: Geschlecht und Gewalt im Nibelungenlied. Die rechtliche Stellung der Frau am Beispiel der Figuren Kriemhild und Brünhild

Trabajo Escrito , 2021 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Der Fokus der Arbeit liegt auf der Betrachtung der rechtlichen Stellung der Frau im Nibelungenlied anhand der Figuren Brünhild und Kriemhild. Passen sie in die damaligen Vorstellungen der höfischen Kultur? Wo überschreiten sie die Antizipationen ihrer Rollen und welche Konsequenzen zieht dies nach sich?

Unser Geschlecht bringt von Geburt an verschiedene spezifische Verhaltensmuster mit sich, die im Laufe unserer Entwicklung erwartet werden. Diese Verhaltensmuster sind meist durch die gesellschaftlichen bzw. kulturellen Umstände geprägt und werden durch Erziehung verstärkt. Dadurch bildete sich die Frage hinsichtlich der Wertigkeit der Geschlechter heraus, die einen entscheidenden Einfluss auf Handlungs- und Entscheidungsspielräume hat.

Jene Unterteilung schreibt der männlichen Lebenswelt die aktive Rolle und der weiblichen, eine passive Rolle zu. Es ist deshalb interessant zu betrachten, woraus sich diese Ansichten ergaben und inwiefern sie sich in der Literatur, insbesondere im Nibelungenlied, widerspiegelten. Insbesondere in Hinblick auf die Gewalt, welche einen großen Teil in literarischen Werken einnimmt, kann der Handlungsspielraum verschiedener Figuren untersucht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Betrachtung des Geschlechterdiskurses im 13. Jh.

2.1. Erziehung und Verhaltensvorgaben der Frauen am Hof

2.2 Stellung männlicher und weiblicher Figuren im Nibelungenlied

3. Männliche Sozialisation und Gewalt im Mittelalter

4. Charakterisierung Brünhilds

4.1. Brünhilds Stärke

4.2. Brautwerbung und Täuschung

5. Charakterisierung Kriemhild

5.1. 14. Aventiure – Streit

5.2. Kriemhilds Rache – Justizvorstellungen damaliger Zeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtliche Stellung und den Handlungsspielraum der Frauenfiguren Brünhild und Kriemhild im Nibelungenlied vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Normen und des Geschlechterdiskurses des 13. Jahrhunderts, wobei insbesondere die Korrelation von Geschlecht und Gewalt im Fokus steht.

  • Konstruktion des höfischen Frauenbildes im Mittelalter
  • Männliche Sozialisation und die Legitimierung von Gewalt
  • Analyse der Figuren Brünhild und Kriemhild als Handelnde
  • Bedeutung der Brautwerbung, Täuschung und des Königinnenstreits
  • Wahrnehmung von weiblichem Handeln und Justizvorstellungen

Auszug aus dem Buch

4.1. Brünhilds Stärke

Wie es schon in der zitierten Strophe 437 zu sehen war, verfügt Brünhild über fast übermenschliche Kräfte, denn um ihren Schild zu tragen, braucht es vier Männer (437,4), für den Speer drei (441,3) und um den Stein, den die Kontrahenten später werfen werden, zu bewegen, sind zwölf Recken notwendig (449,4). Aus dieser Darstellung des Tragens der Waffen ist erkennbar, dass der Maßstab von Brünhilds Stärke, männliche Körper sind. Um ihre physische Stärke zu charakterisieren, wird sie auf die männliche Kraft bezogen. Der männliche Körper stellt demnach die Richtlinie dar, über deren Größe keinerlei Zweifel zu bestehen scheint und demnach als Norm zu erachten ist. Sie wird nicht nur mit einem Mann verglichen, mit derselben körperlichen Qualität ausgestattet und damit als äquivalent beschrieben, sondern übertrifft die Kraft eines einzelnen Mannes um ein Vielfaches. Brünhild bekommt die Position des Exzeptionellen zugewiesen.

Trotzdem wird eine geschlechterspezifische Grenze gezogen, was am Gebrauch bestimmter Wörter für die Figuren abzulesen ist. So werden Begriffe wie „kraft“ und „krefteclîch“ nicht nur auf die männlichen Helden angewandt, sondern im Rahmen des Brautwerbungswettkampfes auch auf Brünhild. Worte wie „ellenhaft“ (459,4) und „küene“ (458,1) dagegen, welche ritterliche Fähigkeiten und Tugendhaftigkeit implizieren, werden an dieser Stelle nur zur Beschreibung der beiden Männer genutzt. Es wird also deutlich, dass auf der Ebene lexikalischer Zuweisungen, physische Stärke beiden Geschlechtern zugeordnet werden kann, aber die Beimessung spezifischer ritterlicher Ideale den Männern vorbehalten bleibt.

Hinsichtlich ihrer Stärke ist noch ein Rekurs auf den Einfluss des Christentums mit anzuführen. Es war nicht vorgesehen, dass eine Frau in der körperlichen Kraft den Männern gleichkommt, ansonsten wurde sie ihnen unheimlich. Brünhild wurde deshalb von Hagen als Teufelsweib beschrieben: „ ‚wâfen‘, dô sprach Hagene, ‚waz hât der künic ze trût! Jâ sol si in der helle sîn des übeln tiuvels brût.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie sich gesellschaftliche Geschlechterrollen und die Unterordnung der Frau im Nibelungenlied in literarischen Handlungsmöglichkeiten und Gewaltdarstellungen widerspiegeln.

2. Betrachtung des Geschlechterdiskurses im 13. Jh.: Das Kapitel erläutert das zeitgenössische Frauenbild, das durch christliche Ideologien geprägt war, und beschreibt die strengen, auf Passivität ausgerichteten Erziehungsvorgaben für adelige Frauen.

2.1. Erziehung und Verhaltensvorgaben der Frauen am Hof: Dieser Abschnitt konkretisiert die lebenslange Überwachung und die geforderten Tugenden der Frau, die von Schamhaftigkeit bis zur Unterordnung in der Ehe reichten.

2.2 Stellung männlicher und weiblicher Figuren im Nibelungenlied: Hier wird analysiert, wie die Geschlechterrollen durch machtbezogene Auseinandersetzungen im Epos konturiert werden und welche Rolle die Gewalt dabei spielt.

3. Männliche Sozialisation und Gewalt im Mittelalter: Das Kapitel definiert den Gewaltbegriff und untersucht die männliche Sozialisation, die Gewalt als probates Mittel zur Konfliktlösung und zur Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen etablierte.

4. Charakterisierung Brünhilds: Diese Analyse widmet sich der Königin von Isenstein, deren Stolz und Stärke sie als Gegenentwurf zum passiven Ideal der höfischen Dame erscheinen lassen.

4.1. Brünhilds Stärke: Der Abschnitt verdeutlicht, dass Brünhilds übermenschliche Kraft zwar an männlichen Maßstäben gemessen wird, ihr ritterliche Ideale jedoch weitgehend vorenthalten bleiben.

4.2. Brautwerbung und Täuschung: Hier wird aufgezeigt, wie die Täuschung bei der Brautwerbung Brünhild ihrer Macht beraubt und eine soziale Statusänderung bewirkt, die ihre Handlungsfähigkeit einschränkt.

5. Charakterisierung Kriemhild: Das Kapitel charakterisiert Kriemhild als ideale höfische Dame, die durch das Leid nach Siegfrieds Ermordung eine emanzipatorische Wandlung vollzieht.

5.1. 14. Aventiure – Streit: Dieser Teil analysiert den Königinnenstreit als dialogische Kraftprobe, in der die Offenlegung der Täuschung zur Eskalation und Feindschaft führt.

5.2. Kriemhilds Rache – Justizvorstellungen damaliger Zeit: Das Kapitel beschreibt Kriemhilds finale Rachehandlung und deren Sanktionierung durch die männliche Ordnung, da das Töten eines Mannes durch eine Frau einen Tabubruch darstellte.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Nibelungenlied ein misogynes Frauenbild transportiert, in dem jedes Abweichen von den Normen und jede Ausübung von Macht durch Frauen gewaltsame Konsequenzen nach sich zieht.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Geschlechterdiskurs, Gewalt, Männliche Sozialisation, Brünhild, Kriemhild, Höfische Dame, Mittelalter, Patriarchat, Tugendideal, Brautwerbung, Macht, Geschlechterrollen, Literaturanalyse, Feminine Handlungsmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Geschlechterdiskurs im Mittelalter und analysiert, wie das Nibelungenlied die Rolle der Frau zwischen vorgegebenen gesellschaftlichen Verhaltensvorgaben und ihrem tatsächlichen literarischen Handeln darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit, der Rolle von Gewalt als Konfliktlösungsmuster sowie der Analyse der Figuren Brünhild und Kriemhild hinsichtlich ihrer Handlungsspielräume.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Brünhild und Kriemhild in die Vorstellungen der höfischen Kultur passen, wo sie die Antizipation ihrer Rollen überschreiten und welche Konsequenzen diese Grenzüberschreitungen in einer männerdominierten Ordnung nach sich ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Nibelungenlieds mit historischen, kulturwissenschaftlichen und sozialpsychologischen Modellen, wie etwa Theorien zur männlichen Sozialisation, in Beziehung setzt.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Frauenbildes, die Analyse von Männlichkeit und Gewalt, die Charakterisierung der beiden Protagonistinnen Brünhild und Kriemhild sowie deren Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Geschlechterdiskurs, Nibelungenlied, Gewalt, Patriarchat, Brünhild, Kriemhild, männliche Sozialisation und höfische Kultur.

Warum wird Brünhild in der Arbeit als Sonderfall dargestellt?

Brünhild stellt durch ihre physische Stärke und ihre Autonomie eine Ausnahme im höfischen Frauenbild dar, die jedoch durch die Täuschung bei ihrer Brautwerbung systematisch in ein konventionelleres Statusverhältnis gezwungen wird.

Inwiefern beeinflusst der Streit der Königinnen den Verlauf der Erzählung?

Der Streit ist der auslösende Moment für die Eskalation zwischen den Geschlechtern; er offenbart die Täuschung und führt dazu, dass die weibliche Ehre zum Auslöser für die männliche Gewalt und Rachemechanismen wird.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Geschlecht und Gewalt im Nibelungenlied. Die rechtliche Stellung der Frau am Beispiel der Figuren Kriemhild und Brünhild
Universidad
Dresden Technical University
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
16
No. de catálogo
V1041480
ISBN (Ebook)
9783346465399
ISBN (Libro)
9783346465405
Idioma
Alemán
Etiqueta
geschlecht gewalt nibelungenlied stellung frau beispiel figuren kriemhild brünhild
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2021, Geschlecht und Gewalt im Nibelungenlied. Die rechtliche Stellung der Frau am Beispiel der Figuren Kriemhild und Brünhild, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041480
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  16  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint