Die Arbeit beschäftigt sich mit der interkulturellen Elternarbeit im schulischen Kontext aus Sicht von ungarischen Migranteneltern. Das Ziel der Untersuchung besteht darin, ein umfassendes und treffendes Bild über die Bedürfnisse, Erwartungen, Haltungen und Herausforderungen der ungarischen Migranteneltern zu bieten und zudem die bisherigen Erfahrungen in der Elternarbeit zusammenzufassen. Diese Überlegungen führten zu den folgenden Fragestellungen: Welche bisherigen Erfahrungen haben Eltern mit ungarischem Migrationshintergrund in der Zusammenarbeit mit Schulen im Südburgenland gemacht? Welche Einstellungen, Bedürfnisse, Interessen, Präferenzen und Haltungen haben ungarische Migranteneltern in der Elternarbeit?
Die forschungsleitenden Fragen werden anhand von insgesamt neun Dimensionen thematisiert. Im zweisprachigen Fragebogen werden 18 Fragen gestellt. Die aus dieser Momentaufnahme gewonnenen Ergebnisse ergeben ein umfassendes Bild der ungarischen interkulturellen Elternarbeit. Auf dieser Basis entstand das erste interkulturelle Elternarbeitsbarometer aus der Sicht der ungarischen Migranteneltern, dessen Ergebnisse mit der aktuellen Fachliteratur verglichen werden, um migrationstypische Ähnlichkeiten sowie Unterschiede festzustellen. Er kann als Kompass oder Orientierung für die Elternarbeit dienen, die wiederum als Grundlage nutzbar ist, um sich mit der Schule abzustimmen und zu verhandeln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gliederung meiner Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Begriffserklärungen
2.1.1 Was bedeutet Migration?
2.1.2 Was bedeutet Migrationshintergrund?
2.1.3 Was bedeutet Kultur?
2.1.4 Was ist Interkulturalität?
2.1.5 Was ist Elternarbeit? (Von der Elternarbeit zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft)
2.1.6 Was bedeutet interkulturelle Elternarbeit?
2.2 Statistik zur ungarischen Zuwanderung
2.2.1 Soziodemografie
2.2.2 Schulische Statistik
2.2.3 Integration/Segregation
2.3 Gesetzliche Grundlagen in Österreich
2.4 Elternarbeit als Teil der Erziehungsaufgaben von Eltern
2.5 Die Notwendigkeit der Elternarbeit – die Eltern-Schule-Kooperation als Einflussfaktor für schulische Leistungen auch bei Migranteneltern
2.6 Die Ziele der Elternarbeit
2.7 Die Aufgabenfelder der Elternarbeit und die besonderen Aufgaben der interkulturellen Elternarbeit
2.7.1 Willkommens- und Begegnungskultur
2.7.2 Vielfältige und respektvolle Kommunikation
2.7.3 Erziehungs- und Bildungskooperation
2.7.4 Partizipation der Eltern
2.8 Migrationstypische Einflussfaktoren bei der Elternarbeit
2.8.1 Sprachliche Barrieren und Verständigungsprobleme der Migranteneltern
2.8.2 Kulturelle Unterschiede der Migranteneltern
2.8.3 Informationsmangel der Migranteneltern und Lehrkräfte
2.8.4 Einstellungen und Erwartungen von Lehrkräften und Migranteneltern
2.8.5 Negative Erfahrungen und Diskriminierung
2.8.6 Sozioökonomische Faktoren
2.9 Formen der Elternarbeit
2.9.1 Klassische Formen: Elternabende, Elternsprechtage, Elternbriefe / schriftliche Mitteilungen im Mitteilungsheft
2.9.2 Formen in Einzelarbeit: Einzelgespräche, Hausbesuche, Tür-Angel-Gespräche, Telefongespräche, Hospitationen
2.9.3 Kollektive und informelle Formen: Elternstammtisch, Elterncafé, Elternseminare, niederschwellige Aktivitäten, Hospitationen
2.9.4 Mitwirkende Formen
2.9.5 Die bevorzugten Formen der Elternarbeit bei Migranteneltern
3 Empirischer Teil
3.1 Forschungsdesign
3.1.1 Gegenstandsbereich
3.1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
3.1.3 Datenerhebung
3.1.4 Vorbereitung und Durchführung der Befragung
3.1.5 Datenauswertung
3.2 Datenanalyse und Auswertung der Ergebnisse in Hinblick auf die Forschungsfragen und Dimensionen
3.2.1 Dimension 1: Welche Kenntnisse können aus dem allgemeinen Daten herauskristallisiert werden? (Fragen 1–5)
3.2.2 Dimension 2: Beteiligungshäufigkeit an der Elternarbeit und die Gründe dafür (Frage 6)
3.2.3 Dimension 3: Generelle Einstellungen und Haltungen zur Zusammenarbeit (Fragen 7–8)
3.2.4 Dimension 4: Einflussfaktoren in der Zusammenarbeit (hemmende Faktoren) (Frage 9)
3.2.5 Dimension 5: Formen der Zusammenarbeit: bevorzugte und fördernde Formen (Fragen 10–12)
3.2.6 Dimension 6: Bedürfnisse, Interessen, bevorzugte bzw. fördernde Themen, Angebote in der Zusammenarbeit (Fragen 13–14)
3.2.7 Dimension 7: Generelle Erfahrungen in der Zusammenarbeit (Fragen 15–16)
3.2.8 Dimension 8: Bewertung der Zusammenarbeit (Frage 17)
3.2.9 Dimension 9: Persönliche Kommentare (Frage 18)
4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die interkulturelle Elternarbeit im schulischen Kontext mit einem spezifischen Fokus auf die Erfahrungen, Einstellungen, Bedürfnisse und Hindernisse ungarischer Migranteneltern im Südburgenland, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Analyse des Ist-Zustands der Elternarbeit mit ungarischen Migranteneltern
- Identifikation von fördernden und hemmenden Einflussfaktoren der Zusammenarbeit
- Untersuchung bevorzugter Kommunikationsformen und Beteiligungsmuster
- Vergleich der empirischen Daten mit dem bestehenden fachliterarischen Kanon
- Ableitung von Ansätzen zur Optimierung der Eltern-Schule-Kooperation
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Was bedeutet Migrationshintergrund?
Das Wort ‚Migrationshintergrund‘ wird in der Literatur oft verwendet; deswegen ist es notwendig, diesen Begriff zu erklären. Laut Statistik Austria werden als Personen „mit Migrationshintergrund […] Menschen bezeichnet, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Diese Gruppe lässt sich in weiterer Folge in Migrantinnen und Migranten der ersten Generation (Personen, die selbst im Ausland geboren wurden) und in Zuwanderer der zweiten Generation (Kinder von zugewanderten Personen, die aber selbst im Inland zur Welt gekommen sind) untergliedern.” (STATISTIK AUSTRIA, MIGRATIONSHINTERGRUND, o. A.)
Diese Definition beruht auf der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE). Es gibt außerdem Personen, bei denen nur ein Elternteil im Ausland geboren ist; dieser Umstand wird als ‚gemischter‘ Migrationshintergrund bezeichnet. Ich nutze auch in meiner Arbeit diese Begrifflichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Elternarbeit für Kinder mit Migrationshintergrund dar und formuliert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begrifflichkeiten, erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich und beleuchtet die Formen sowie Einflussfaktoren der interkulturellen Elternarbeit anhand der Fachliteratur.
3 Empirischer Teil: Im empirischen Teil wird das Forschungsdesign beschrieben, die Online-Befragung von ungarischen Migranteneltern durchgeführt und die gewonnenen Daten systematisch analysiert.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die theoretischen Erkenntnisse mit den Ergebnissen der empirischen Untersuchung zusammen und zieht ein Fazit bezüglich der Relevanz der interkulturellen Elternarbeit.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Elternarbeit, ungarische Migranteneltern, Eltern-Schule-Kooperation, Migrationshintergrund, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, Schulerfolg, Elternbeteiligung, Kommunikationsformen, Südburgenland, Online-Befragung, interkulturelles Elternarbeitsbarometer, schulische Integration, Elternsprechtage, Sprachbarrieren, Kooperationsbereitschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Themenfeld der interkulturellen Elternarbeit im schulischen Kontext, speziell aus der Perspektive ungarischer Migranteneltern im Südburgenland.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen zählen die bisherigen Erfahrungen der Eltern in der Zusammenarbeit mit der Schule, deren Einstellungen, Bedürfnisse und Haltungen sowie die Identifikation von hemmenden und fördernden Einflussfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, ein umfassendes Bild über die Situation ungarischer Migranteneltern zu erstellen und auf Basis der Ergebnisse hilfreiche Handlungsansätze für eine gelingende interkulturelle Elternarbeit zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet ein quantitatives Verfahren in Form einer standardisierten, zweisprachigen (Deutsch und Ungarisch) Online-Befragung, um eine breitere Datenbasis zu erhalten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er umfasst eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Begriffe und rechtlichen Grundlagen sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Befragung entlang von neun Dimensionen ausgewertet werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Besonders prägend sind die Begriffe interkulturelle Elternarbeit, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, ungarische Migranteneltern sowie die spezifischen Faktoren wie Sprachbarrieren und Kommunikationssettings.
Warum wurde gerade die ungarische Elternschaft im Südburgenland als Zielgruppe gewählt?
Die Wahl fiel auf diese Gruppe, da Ungarn im Burgenland die größte Zuwanderergruppe bilden, es jedoch bisher kaum herkunftsspezifische Forschungen zu deren Elternarbeit gibt.
Welche Bedeutung haben die persönlichen Kommentare in der Auswertung?
In der Dimension 9 (persönliche Kommentare) konnten keine speziellen Bemerkungen oder Wünsche extrahiert werden, da von den Befragten in dieser Kategorie keine weiteren Angaben gemacht wurden.
Welches zentrale Ergebnis liefert das sogenannte „Interkulturelle Elternarbeitsbarometer“?
Es zeigt, dass die Mehrheit der befragten ungarischen Eltern mit der Zusammenarbeit zufrieden ist, wobei jedoch spezifische Wünsche nach verstärkten Informationen über das Schulsystem und individuellen Beratungsangeboten deutlich wurden.
- Quote paper
- Mag.a. Angéla Scherlein (Author), 2021, Interkulturelle Elternarbeit in der Schule aus Sicht von ungarischen Migranteneltern. Barrieren und Entwicklungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041484