In dieser Arbeit wird beschrieben und analysiert, wie sich der Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt tatsächlich gestaltet. Was für Maßnahmen während und im Anschluss an die Schulzeit existieren zur Eingliederung und wie sehen diese aus? Und wie gestaltet sich die tatsächliche Situation auf dem Arbeitsmarkt? Dabei soll neben einem kurzen Überblick über die Allgemeinsituation für Menschen mit Beeinträchtigung näher auf die Situation für Lernhilfeschüler eingegangen werden.
Die Arbeit wird eingeleitet mit dem Beschluss der UN-Behindertenkonvention, die das gleiche Recht auf Arbeit für alle Menschen in unserem Rechtssystem verankert. Neben der Rechtslage wird die Relevanz auf die gleichberechtigte Chance auf dem Arbeitsmarkt für das Individuum erläutert. Danach wird näher auf die Masse an Maßnahmen, die dieses Recht auf die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt sichern sollen, eingegangen. Es wird einmal die Berufsorientierung in der Schule, unter besonderer Berücksichtigung von Praktika und dem Integrationsfachdienst und zu anderen die Berufsvorbereitung nach der Pflichtschulzeit, unter Bezugnahme von dem Berufsbildungsvorbereitungsjahr und der Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme beschrieben.
Zum Schluss wird auf die aktuelle Situation für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung im Übergangssystem Schule-Beruf und auf dem Arbeitsmarkt eingegangen, um ein Fazit ziehen zu können, inwieweit die Maßnahmen zum gewünschten Ziel, die Jugendlichen mit einer Lernbeeinträchtigung auf dem Arbeitsmarkt integrieren zu können, führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlage-Recht auf Arbeit
3. Maßnahmenvielfalt im Übergangssystem Schule-Beruf
3.1 Berufsorientierung in der Schule
3.1.1 Praktika
3.1.2 Integrationsfachdienste (IFD)
3.2 Berufsvorbereitung nach der Pflichtschulzeit
3.2.1 Berufsbildungsvorbereitungsjahr (BVJ)
3.2.2 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)
4. Aktuelle Situation beim Übergang Schule-Beruf für Jugendliche mit einer Lernbeeinträchtigung
5. Situation auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt für Jugendliche mit einer Lernbeeinträchtigung gestaltet ist, welche unterstützenden Maßnahmen existieren und warum diese trotz ihrer Vielfalt oft nicht den gewünschten Integrationserfolg erzielen.
- Rechtliche Grundlagen zur Teilhabe am Arbeitsleben (UN-Behindertenkonvention)
- Strukturen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im Übergangssystem
- Die Rolle von Praktika und Integrationsfachdiensten in der Schule
- Barrieren bei der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt
- Kritische Analyse der regionalen Angebotsvielfalt und deren Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Praktika
Praktika sollten in der Lernhilfeschule immer durchgeführt und kompetent begleitet werden. Damit Praktika einen integrativen Übergang in die Arbeitswelt begünstigen können, sollten diese über einen längeren Zeitraum in Betrieben stattfinden. Dadurch können die Jugendlichen erste berufliche Erfahrungen sammeln (vgl. Doose, S., 2005) und innerhalb der Tätigkeit ihre Kompetenzen einsetzen und weiterentwickeln (vgl. Bundeministerium für Arbeit und Soziales et al., 2011).
Praktika übernehmen zwei Funktionen, die Qualifizierungs- und Orientierungsfunktion. Die Schüler erkennen, ob sie selbst in dieses Berufsfeld und ins Team hineinpassen und in wie weit ihnen diese Tätigkeit Freude bereitet (vgl. Bundeministerium für Arbeit und Soziales et al., 2011). Praktika in der Schule können somit eine grundlegende Chance sein, ein neues Berufsfeld zu erkunden und damit berufliche Interessen, Sehnsüchte und Fertigkeiten zu entdecken. Des Weiteren bietet es die Möglichkeit, Kontakte zu Arbeitnehmern und den ersten Zugang zur Arbeitswelt zu knüpfen. Eine gute Leistung im Praktikum könnte sogar zu einer Übernahme oder Ausbildung führen (vgl. Hohn, K., 2009).
In der Förderschule ist das Absolvieren von mehreren Betriebspraktika vorgesehen. Dadurch können sie in unterschiedliche Berufstätigkeiten reinschnuppern und sich ausprobieren. Die Praktika sollen dem Jugendlichen dabei helfen, eine Sicherhit in ihren Berufsplänen zu erhalten oder Pläne zu überdenken, um dann einen neuen Weg einschlagen zu können. Die Jugendlichen sollen eigenes Engagement und Motivation entwickeln (vgl. Hofmann-Lun, I. (2011)).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der beruflichen Integration anhand eines Beispiels und definiert die Forschungsfrage nach den bestehenden Übergangsmaßnahmen.
2. Grundlage-Recht auf Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Verankerung der Teilhabe am Arbeitsleben durch die UN-Behindertenkonvention und deren Relevanz für Chancengleichheit.
3. Maßnahmenvielfalt im Übergangssystem Schule-Beruf: Hier werden komplexe Übergangsstrukturen und spezifische Angebote wie Praktika und Berufsvorbereitungsprogramme detailliert analysiert.
4. Aktuelle Situation beim Übergang Schule-Beruf für Jugendliche mit einer Lernbeeinträchtigung: Das Kapitel analysiert, warum trotz zahlreicher Maßnahmen oft keine erfolgreiche Integration stattfindet und welche Hürden bestehen.
5. Situation auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt: Es wird die berufliche Realität für Lernbehinderte beschrieben, die durch Stigmatisierung und einen intensiven Wettbewerb erschwert wird.
6. Fazit: Das Fazit kritisiert die aktuelle Praxis der Übergangsgestaltung und fordert ein einheitlicheres, kontinuierliches Unterstützungssystem.
Schlüsselwörter
Übergang Schule-Beruf, Lernbeeinträchtigung, Inklusion, Arbeitsmarkt, Berufsorientierung, Sonderpädagogik, Praktika, Berufsvorbereitung, UN-Behindertenkonvention, Integrationsfachdienst, Teilhabe, Berufsfindung, Förderschule, Jugendliche, Bildungsmaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und unterstützenden Maßnahmen für Jugendliche mit einer Lernbeeinträchtigung beim Übergang von der Schule in die Berufswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die rechtliche Inklusionslage, die schulische Berufsorientierung, diverse Berufsvorbereitungsprogramme sowie die tatsächlichen Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie effektiv die existierenden Maßnahmen sind und warum der Übergang trotz der theoretischen Möglichkeiten in der Praxis oft problematisch verläuft.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene Studien, Gesetzesgrundlagen und Berichte (z. B. der Bundesagentur für Arbeit) zur Evaluation der aktuellen Situation heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das deutsche Übergangssystem, spezifische schulische Maßnahmen wie Praktika, die Rolle des Integrationsfachdienstes sowie die Berufsvorbereitungsjahre detailliert beschrieben und kritisch hinterfragt.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Inklusion, Übergangssystem, Berufsorientierung, Lernbeeinträchtigung und Partizipation.
Warum wird im Fazit die aktuelle Lage als "angespannt" bezeichnet?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die bestehenden Maßnahmen trotz ihrer Vielfalt oft zu standardisiert sind und nicht individuell genug greifen, was dazu führt, dass viele Jugendliche trotz Ausbildungswunsch scheitern.
Welche Rolle spielt die regionale Abhängigkeit bei den Übergangsmaßnahmen?
Die Autorin betont, dass die Qualität und das Angebot der Maßnahmen stark regional variieren, was zu einer ungleichen Verteilung der Chancen für die Jugendlichen führt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Der Übergang von der Schule zum Beruf bei Schülern mit Lernbeeinträchtigung. Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041521