Kondensatoren - Bauformen und Kenngrößen


Ausarbeitung, 2000
8 Seiten, Note: 1

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I S O L I E R S T O F F E

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Anforderungen an Isolierstoffe

1. 1. Hoher Isolationswiderstand

a) Hoher Widerstand im Inneren des Werkstoffes (Durchgangswiderstand, kleiner Sickerstrom)
b) Hoher Widerstand auf der Obersfläche (Oberflächenwiderstand, kleiner Kriechstrom)

Verunreinigungen und Feuchtigkeit verschlechtern den Isolationswiderstand. Der Widerstand von Isolierstoffen wird in [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ·cmangegeben. Dies ist der Widerstand eines Würfels mit 1cm Kantenlänge.

1.2. hohe Durchschlagfestigkeit

Beim Durchschlag findet ein gewaltsamer Ladungsausgleich statt, der den Isolator unbrauchbar macht.

Angabe in kV/cm oder kV/mm

1.3. hohe oder niedrige Dielektrizitätskonstante e

Werkstoffe für das Dielektrikum von Kondensatoren erfordern eine hohe Dielektrizitätskonstante, bei der Isolation von Kabeln oder sonstigen Hochfrequenzleitungen soll sie möglichst niedrig sein.

1.4. mechanische Festigkeit

Bei Beanspruchung auf Zug, Druck oder Biegung darf keine starke Formveränderung eintreten, außerdem ist eine gewisse Härte erforderlich.

1.5. nicht brennbar und wärmebeständig

Bei Entzündung eines Isolierstoffes mittels einer Flamme darf dieser nach Wegnahme des Wärmeträgers nicht selbständig weiterbrennen.

Ebenso darf die Einwirkung einer hohen Temperatur den Isolierstoff nicht wesentlich ändern. Anstelle der höchstzulässigen Temperatur kann auch die Wärmeklasse des Isolierstoffes angegeben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.6. chemische Beständigkeit

Die Einwirkung von Säuren, Laugen, Gasen oder sonstigen Chemikalien darf den Isolierstoff nicht unbrauchbar machen.

Besonders gefährdet sind organische Isolierstoffe einschließlich Kunststoff, wenn zusätzlich z.B. flüssige Isoliermittel (Öle und noch nicht ausgehärtete Gießharze) und Betriebsstoffe (u.a. Kältemittel) verwendet werden.

Isolierstoffe sollen außerdem bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ihre eigenschaften nicht verschlechtern. Insekten und z.B. Nagetiere sollen Isolierstoffe nicht beschädigen bzw. zerstören können.

1.7. nicht hygroskopisch

Wasseraufnahme setzt die Isoliereigenschaften herab. Faserstoffe und Papier müssen deswegen imprägniert werden.

1.8. niedrige dielektrische Verluste tan d

Beim Anschluss eines Kondensators an Gleich- und Wechselspannung fließt durch das Dielektrikum ein sehr kleiner Strom (Isolationswiderstand). Beim Anlegen von Wechselspannung ist mit jeder Halbwelle eine Umpolarisierung des Dielektrikums verbunden. Die zur Umpolarisierung benötigte Energie ergibt zusammen mit der vom Strom durch den Isolationswiderstand erzeugten Wärme die sogenannten dielektrischen Verluste.

2. Anorganische Isolierstoffe

2.1. Glimmer

Vorkommen

Glimmer ist ein Material in Form von Platten, die wenige mm dick und bis zu 1m2 groß sind. Er kommt vor allem in vulkanischem Gestein und in Meeresablagerungen vor.

Muskovit: Kaliglimmer, Kaliumsilikat

Diese Glimmerart wird meist in der Elektronik verwendet.

Biotit: Magnesiumglimmer, Magnesiumsilikat Ist auch unter dem Namen Marienglas bekannt.

Paragonit: Natronglimmer, Natriumsilikat

Eigenschaften

Dichte: 2,8...3,2 g/cm3

Spezifischer Widerstand: 5 * 1016 W*cm

Durchschlagfestigkeit: 60 kV/mm

e = 5...8

tan d = 2...15 *10-4

Glimmer brennt nicht und ist je nach Art bis über 600°C verwendbar. Im elektrischen Lichtbogen wird er zerstört.

Glimmer ist durchsichtig. Verunreinigungen vermindern die Durchschlagfstigkeit und damit die Qualität.

Glimmer nimmt kein Wasser auf (nicht hygroskopisch), ist sehr witterungsbeständig, wird aber von Säuren angegriffen.

Bei nur geringer mechanischer Festigkeit ist das Material sehr elastisch und biegsam. Es kann sehr leicht gestanzt, gebohrt und sogar mit der Schere geschnitten werden.

Verwendung

Glimmer wird zur Isolation von Hochspannung, elektrischen Maschinen und in Wärmegeräten verwendet.

Kunstglimmer

Kleine Glimmerstücke, Abfälle usw. werden mit einem Bindemittel verklebt und unter Wärme gepresst.

Der so hergestellte Kunstglimmer (Mikanit) hat schlechtere Eigenschaften als Naturglimmer, ist aber wesentlich billiger.

Mikanit ist nicht mehr feuerfest, die dauertemperatur soll 150°C nicht überschreiten. Die Durchschlagfestigkeit geht auf 12 kV/mm zurück.

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Details

Titel
Kondensatoren - Bauformen und Kenngrößen
Hochschule
Hochschule Merseburg
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V104187
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ich erlerne seit 1999 bis 2003 den Beruf des Prozessleitelektronikers und habe in diesem Zusammenhang im 2. Lehrjahr diese Ausarbeitung über Kondensatoren angefertigt. Falls jemand nützliche Informationen und Ausarbeitungen für den weiteren Verlauf dieser Ausbildung hat, wäre ich dafür sehr dankbar.
Schlagworte
Kondensatoren, Bauformen, Kenngrößen
Arbeit zitieren
Jens Hentschel (Autor), 2000, Kondensatoren - Bauformen und Kenngrößen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104187

Kommentare

  • Gast am 19.8.2004

    d.

    das kann man alles schön raussuchen aus den Fachbüchern ;-)

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