Von 1878 bis 1914 waren deutsche Sanitätsoffiziere der Marine und des Heeres in Dienststellungen in Japan und China kommandiert. Alle in Ostasien an Land eingesetzten deutschen Sanitätsoffiziere werden mit Kurzbiographien dargestellt, inklusive der ihnen verliehenen Auszeichnungen.
Der Zeitraums 1878 bis 1914 wird in vier Bereiche aufgeteilt: Das Marine-Lazarett Tsingtau, der Zeitraum 1900-1901 (Boxeraufstand) mit Marine und Heer sowie Nachfolge-Formationen, Belagerung von Tsingtau und das Marine-Lazarett Yokohama.
Die vorliegende Arbeit, als Nachschlagewerk konzipiert, schließt eine Lücke in der kolonialen Berichterstattung. Der angestrebten Vollständigkeit, speziell im Bereich des Sanitätsunterpersonals, wurden durch fehlende oder dürftige Quellen Grenzen gesetzt. Die Arbeit kann jedoch als Grundlage für weitere Forschungen genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Die Besetzung von Tsingtau/Kiautschou 14.11.1897
Gesundheitswesen Tsingtau
Marine-Sanitätsoffiziere auf dem Weg nach Ostasien
Gouvernements- (Marine) Lazarett
Russische Verwundete im Marine-Lazarett Tsingtau 1904-1906
Deutsche Sanitätsoffiziere in der Mandschurei 1904-1905
Gesandtschaftsärzte der Deutschen Gesandtschaft in Peking 1897-1914
Die medizinische Versorgung der belagerten Gesandtschaften
Einsatz III. Seebataillon, Boxeraufstand
Marine-Expeditionskorps 1900, Sanitätsoffiziere
Das Kreuzergeschwader in der Frühphase des Boxeraufstandes
Kreuzergeschwader Ostasien 1900/1901 (nach der Verstärkung)
Deutscher Marine-Sanitätsdienst in China 1900-1901
Ostasiatisches Expeditionskorps
China Feldlazarette Heer
Truppenärzte des Ostasiatischen Expeditionskorps
Der Deutsche Sanitätsdienst in Ostasien 1900/01(Heer)
Sanitätsoffiziere im Gefecht 1900/1901
Lazarettschiffe
Der Deutsche Sanitätsdienst in Ostasien 1900/01
Sanitätsoffiziere des Heeres in China und SWA
Sanitätsoffiziere der Marine in China und SWA
Ostasiatische Besatzungs-Brigade 1901
Ostasiatisches Detachement 1906
Ostasiatisches Marine-Detachement
Sanitätsdienst während der Belagerung von Tsingtau/
Sanitätsdienst während der Belagerung
Infanteriewerke
Hilfslazarette und Verwundetensammelstellen in Tsingtau 1914
Schiffsärzte aufgegebener oder versenkter Schiffe 1914
Sanitäts-Detachement Tientsin
Marine-Lazarett Yokohama
Deutsche Sanitätsoffiziere in Japan
Ärzte der deutschen Gesandtschaft in Tokio
Sanitätsoffiziere der Marine
Sanitätsoffiziere des Heeres
Sanitätsdienst Ostasien Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Werk dokumentiert umfassend den Einsatz und die Struktur der deutschen Sanitätsoffiziere von Marine und Heer in Ostasien zwischen 1878 und 1914 und dient als detailliertes Nachschlagewerk zur kolonialen medizinischen Berichterstattung.
- Biographische Kurzdarstellungen aller in Ostasien eingesetzten deutschen Sanitätsoffiziere.
- Struktur und Entwicklung des Marine-Lazaretts in Tsingtau.
- Medizinische Versorgung während des Boxeraufstandes und der Belagerung von Tsingtau.
- Einsätze der Feldlazarette und Lazarettschiffe unter schwierigen klimatischen und infrastrukturellen Bedingungen.
- Dokumentation von Auszeichnungen und militärischen Dienststellungen des medizinischen Personals.
Auszug aus dem Buch
Die medizinische Versorgung der belagerten Gesandtschaften
Die medizinische Versorgung während der Belagerung der Gesandtschaften vom 20.6.-14.8.1900 war durch Improvisation und hohes Engagement geprägt. Im Kanzleigebäude der englischen Gesandtschaft, die auch als letzter Rückzugsort vorgesehen war, wurde das Lazarett eingerichtet. Der englische Gesandtschaftsarzt Dr. Woodsworth Poole und der deutsche Gesandtschaftsarzt SA Dr. Gustav Velde leiteten das Lazarett, als Oberschwester fungierte Miss Lambert von der Church of England Mission. Als Krankenschwestern tätig waren 4 englische bzw amerikanische Ärztinnen (!), unter ihnen die von Dr. Velde geschätze Miss Dr. Lillie Saville MD, sowie zwei französiche kath. Schwestern und sechs weitere Damen, wie Paula von Rosthorn, die Ehefrau des österreichischen Gesandten, Mme de Giers, die Ehefrau des russischen Gesandten, und Jessie Ransome, eine englische Diakonisse der Anglikanischen Mission.
Die Einrichtung des Lazaretts begann am 20. Juni, zugleich mit der Aufnahme der ersten Verwundeten, das Lazarett wurde am 18.August aufgelöst, nachdem die vorhandenen Patienten, in die mit den Entsatztruppen eingetroffenen Feldlazaretten, verlegt waren.
Insgesamt wurden 166 Patienten im Lazarett aufgenommen; davon tot eingeliefert 5; an erlittenen Verwundungen innerhalb von 24 Std. verstorben 13, nach längerer Zeit 4; an Krankheiten (Ruhr) verstorben 2; Gesamtzahl Verstorbene 24. Von den 166 Aufgenommenen waren 126 verwundet, 40 litten an sonstigen Erkrankungen. Verwundungen wurden verursacht durch Infanteriegeschosse (97), Artilleriegeschosse (18), Steinsplitter (10) und eine Verletzung durch einen Speer (Cpt Myers, USMC, Nachtangriff gegen eine chinesische Barrikade auf der Mauer). Die Verwundungen wurden durch den Einsatz von Luntenflinten, Perkussionsgewehren, Wallbüchsen, Mausergewehren M71, M88, M98, Mannlichergewehren usw., Vorderladergeschützen 500g – 10 Kg Geschoßgewicht, Krupp Geschützen Kal. 3-9 cm, Schnellfeuergeschützen und Brandraketen verursacht.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Besetzung von Tsingtau/Kiautschou 14.11.1897: Zusammenfassung der historischen Ereignisse zur Besetzung der Bucht nach der Ermordung von Missionaren.
Gesundheitswesen Tsingtau: Chronologische Auflistung des eingesetzten Sanitätspersonals von 1897 bis 1901.
Marine-Sanitätsoffiziere auf dem Weg nach Ostasien: Darstellung der betroffenen Offiziere auf dem Seeweg und deren Schicksale bei S.M.S.-Einsätzen.
Gouvernements- (Marine) Lazarett: Aufbau und Entwicklung des Lazarettwesens in Tsingtau unter chefarztlicher Leitung.
Russische Verwundete im Marine-Lazarett Tsingtau 1904-1906: Beschreibung der Versorgung russischer Soldaten während des russisch-japanischen Krieges.
Schlüsselwörter
Ostasien, Tsingtau, Marine-Lazarett, Boxeraufstand, Sanitätsoffiziere, Feldlazarett, Kaiserliche Marine, Militärarzt, Kiautschou, Medizinische Versorgung, Verwundetenbetreuung, Lazarettschiff, Kolonialgeschichte, Truppenarzt, Seekrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte des deutschen Sanitätsdienstes in Ostasien zwischen 1878 und 1914, insbesondere der Rolle der Marine- und Heeres-Sanitätsoffiziere.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Lazarettstrukturen in Tsingtau, dem Einsatz während des Boxeraufstandes sowie der medizinischen Versorgung in den Gesandtschaften.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines umfassenden Nachschlagewerks über das eingesetzte Sanitätspersonal sowie die medizinische Infrastruktur in den deutschen Kolonialgebieten in China.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine historische Dokumentation basierend auf Quellenarbeit, Personalverzeichnissen und medizinischen Berichten der Kaiserlichen Marine.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Listen des Personals, Beschreibungen einzelner Lazarettstandorte sowie die Dokumentation von Einsätzen bei militärischen Konflikten.
Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf ihre Zielgruppe?
Die Arbeit richtet sich an Historiker, Militärhistoriker und Interessierte an der Kolonialgeschichte sowie der Medizingeschichte des späten 19. Jahrhunderts.
Welche Rolle spielte das Marine-Lazarett in Tsingtau für russische Verwundete?
Das Lazarett bot während des russisch-japanischen Krieges Behandlungsplätze für russische Offiziere und Mannschaften an, was durch russische Auszeichnungen für die deutschen Mediziner gewürdigt wurde.
Was zeichnete die medizinische Improvisation während der Belagerung in Peking aus?
Aufgrund fehlender Standardausrüstung mussten Gaze-Säckchen mit Sägemehl sterilisiert und Knochenbrüche mit einfachsten Holzkonstruktionen geschient werden.
- Arbeit zitieren
- Dr. Martin Husen (Autor:in), 2021, Sanitätsdienst in Ostasien 1878-1914, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1041905