Michael Charlton fasst die drei grundsätzlichen Paradigmen von Rezeptionsforschung zusammen und geht auf ihre theoretischen Grundlagen ein. Am ausführlichsten tut er dies bei der handlungstheoretischen Rezeptionsforschung.
§ Die kausalnomologische Wirkungsforschung geht aus vom S-R-Modell und vom passiv rezipierenden Zuschauer.
§ Die kognitionswissenschaftliche Verstehensforschung baut auf dem Paradigma des Konstruktivismus auf: (Medien-) Wirklichkeit wird individuell konstruiert.
§ Die handlungstheoretische Rezeptionsforschung betrachtet Medienrezeption in ständiger und beidseitiger Interaktion mit der Alltagspraxis des Rezipienten.
Der interdisziplinäre Aspekt aus dem Titel kommt nur am Rande vor: in der Forderung am Schluss, die Wissenschaften sollten doch ihre Ergebnisse gegenseitig nutzen und in der Feststellung, die drei Forschungsrichtungen existierten zwar in wechselseitiger
Unabhängigkeit, könnten sich aber auch gegenseitig gut ergänzen.
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Inhaltsverzeichnis
- Rezeptionsforschung als Aufgabe einer interdisz. Medienwissenschaft
- Relevanz
- Der Kern
- Die Nachricht
- Gegenstand, Standort der Rezeptionsforschung
- 1. Kausalnomologische Medienwirkungsforschung
- 2. Kognitionswissenschaftliche Textverstehensforschung
- 3. Handlungstheoretische Rezeptionsforschung
- Medienökonomie
- Massenmedien im Internet 1999
- Rundfunk in Deutschland
- Presse in Deutschland
- Zeitungen in den Neunzigern: Faktoren ihres Erfolges
- Was wird aus dem Zeitungslesen?
- Mediaforschung
- Neue Medien-Chancen und Risiken
- Kommunikationspolitik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert die verschiedenen Paradigmen der Rezeptionsforschung und erörtert deren theoretische Grundlagen. Er beleuchtet die Relevanz einer interdisziplinären Herangehensweise und zeigt die unterschiedlichen Ansätze der Wirkungsforschung, der Textverstehensforschung und der handlungstheoretischen Rezeptionsforschung auf.
- Die verschiedenen Paradigmen der Rezeptionsforschung
- Die Bedeutung einer interdisziplinären Medienwissenschaft
- Die Rolle des Rezipienten in der Medienrezeption
- Die Interaktion zwischen Medienrezeption und Alltagspraxis
- Die Konstruktion von Sinn und Bedeutung in der Medienrezeption
Zusammenfassung der Kapitel
- Rezeptionsforschung als Aufgabe einer interdisz. Medienwissenschaft: Der Text beleuchtet die drei grundsätzlichen Paradigmen der Rezeptionsforschung – die kausalnomologische Wirkungsforschung, die kognitionswissenschaftliche Verstehensforschung und die handlungstheoretische Rezeptionsforschung – und analysiert deren theoretische Grundlagen.
- 1. Kausalnomologische Medienwirkungsforschung: Dieser Abschnitt untersucht die Medienwirkungsforschung, die von einem passiven Rezipienten ausgeht und die Beziehung zwischen Medienereignissen und dem Verhalten des Zuschauers analysiert.
- 2. Kognitionswissenschaftliche Textverstehensforschung: Dieser Abschnitt befasst sich mit der kognitionswissenschaftlichen Verstehensforschung, die den Rezipienten als aktiven Konstrukteur von Sinn betrachtet und die Prozesse der Wahrnehmung und des Verstehens beleuchtet.
- 3. Handlungstheoretische Rezeptionsforschung: Dieser Abschnitt analysiert die handlungstheoretische Rezeptionsforschung, die Medienrezeption als Teil der sozialen Praxis versteht und die Interaktion zwischen Rezeption und Alltagspraxis untersucht.
Schlüsselwörter
Rezeptionsforschung, Medienwissenschaft, Wirkungsforschung, Verstehensforschung, Handlungstheorie, Medienrezeption, Interdisziplinarität, Rezipient, Textverstehen, Alltagspraxis, Konstruktivismus, Medienwirkung, Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die drei Hauptparadigmen der Rezeptionsforschung?
Unterschieden werden die kausalnomologische Wirkungsforschung (S-R-Modell), die kognitionswissenschaftliche Verstehensforschung (Konstruktivismus) und die handlungstheoretische Rezeptionsforschung (Alltagspraxis).
Was besagt das S-R-Modell in der Medienwirkungsforschung?
Das Stimulus-Response-Modell geht von einem passiven Zuschauer aus, bei dem ein Medienreiz (Stimulus) eine direkte, berechenbare Wirkung (Response) auslöst.
Wie versteht der Konstruktivismus die Medienrezeption?
Hier wird davon ausgegangen, dass Medienwirklichkeit vom Rezipienten individuell konstruiert wird. Jeder Zuschauer versteht und interpretiert Inhalte auf Basis seines eigenen Vorwissens.
Was ist der Kern der handlungstheoretischen Rezeptionsforschung?
Sie betrachtet die Mediennutzung als soziale Handlung, die in ständiger Wechselwirkung mit dem Alltag und der Lebenspraxis des Rezipienten steht.
Warum ist ein interdisziplinärer Ansatz in der Medienwissenschaft wichtig?
Da Medienrezeption sowohl psychologische, soziologische als auch ökonomische Aspekte berührt, können sich die verschiedenen Forschungsrichtungen gegenseitig ergänzen, um ein vollständiges Bild zu erhalten.
- Arbeit zitieren
- Reinhard Röde (Autor:in), 2001, Medienlehre, Kommunikationspolitik - Skript mit Rezensionen zur Basisliteratur (Diplom- / Magisterprüfung), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042