In dieser Arbeit wird der Prozess der gegenseitigen Beeinflussung von Führung und selbstregulierender Gruppenarbeit anhand der teilautonomen Arbeitsgruppen (TAG) skizziert. Da Führung und auch Produktionsarbeit der globalen Dynamik der Gesellschaft, des Marktes, der Technik unterworfen sind, stellt sich für die in ihnen involvierten Menschen die Forderung nach Flexibilität, effizienterer Arbeitsleistung, stetiger Qualifizierung ,Motivation und Volition. Ökonomische Notwendigkeiten greifen in ihren Auswirkungen auf das Handeln und Denken von Menschen, können bedrohlich und als Zwang empfunden werden. So bedarf die Einführung neuer Produktionsformen der Unterstützung der gesamten Führungsebenen, verändern deren Struktur, fordern neue Führungskulturen und tragen neben ihren Chancen Spannungs- und Widerstandspotential. Historische Führungsmodelle erfassen dieses Geschehen marginal, daher stützt sich die Arbeit auf neuere Erkenntnisse der „Führungsforschung im Wandel“(Wiswede, 1990,S.2).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Führung in betrieblichen Organisationen
2.1 Führungsbegriff
2.2 Führung in betrieblichen Organisationen
2.3 Die Auswirkungen des Wertewandels auf betriebliche Organisationen
3 Arbeitsgruppen in Organisationen
3.1 Gruppen in Organisationen
3.2 Arbeitsgruppen
3.3 Gruppenmerkmale
4 Führung in der teilautonomen Arbeitsgruppe (TAG)
4.1 Neue Anforderungen an Führungskräfte
4.2 Das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppe (TAG)
4.3 Führung in teilautonomen Arbeitsgruppen (TAG)
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, den wechselseitigen Einfluss von Führung und selbstregulierender Gruppenarbeit am Beispiel teilautonomer Arbeitsgruppen (TAG) zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich Führungsrollen und -anforderungen durch moderne Produktionskonzepte verändern.
- Bedeutung und Definition von Führung in betrieblichen Organisationen
- Merkmale, Dynamik und Struktur von Arbeitsgruppen
- Konzept und Funktionsweise der teilautonomen Arbeitsgruppe (TAG)
- Neue Kompetenzanforderungen an Führungskräfte im Wandel
- Partizipation und zielorientierte Führung als Steuerungsinstrumente
Auszug aus dem Buch
4.2 Das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppe (TAG)
Die Einführung flexibler, sich selbst regulierender und -organisierender Arbeitsgruppen entspricht dem soziotechnischen Systemansatz, „wonach eine effiziente Flexibilisierung der Gesamtorganisation die Etablierung technisch und organisatorisch flexibler Subsysteme voraussetzt“ (Bungard & Antoni, 1995, S.396 mit Verweis auf Theerhorn, 1991). Dessen zentrale Aussagen zitieren Bungard & Antoni (1995,S.392) nach Rohmert & Weg (1976):
„1. Organisationen müssen als offene technische und soziale Systeme verstanden werden.
2. Eine effiziente Gestaltung von Produktionsprozessen setzt eine gleichzeitige Beeinflussung des technischen und sozialen Systems voraus.
3. Arbeitssysteme sollten so gestaltet werden, dass sie sich möglichst weitgehend selbst regulieren und sich somit geänderten Bedingungen innerhalb und außerhalb des Systems selbst anpassen können.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der gegenseitigen Beeinflussung von Führung und selbstregulierender Gruppenarbeit vor dem Hintergrund dynamischer Marktanforderungen ein.
2 Führung in betrieblichen Organisationen: Das Kapitel definiert den Führungsbegriff, differenziert zwischen struktureller und interaktioneller Führung und erläutert die Auswirkungen des Wertewandels auf Unternehmen.
3 Arbeitsgruppen in Organisationen: Hier werden Merkmale, Funktionen und Differenzierungen von Gruppen in betrieblichen Kontexten sowie die Bedeutung der Gruppenarbeit analysiert.
4 Führung in der teilautonomen Arbeitsgruppe (TAG): Der Abschnitt beleuchtet neue Anforderungsprofile für Führungskräfte sowie das spezifische Konzept der TAG inklusive der Entscheidungsspielräume und der Rolle des Meisters als Coach.
5 Diskussion: In der Diskussion werden die Ergebnisse zur Neubestimmung der Meisterrolle und die Bedeutung von Zielvereinbarungen als Führungsinstrument kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Führung, Arbeitsgruppen, teilautonome Arbeitsgruppen, TAG, soziotechnischer Systemansatz, Organisationspsychologie, Gruppenkohäsion, Zielvereinbarung, Führungskompetenz, Selbstregulation, Arbeitsmotivation, Meisterrolle, Partizipation, Management by Objectives, Wertewandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und den Wandel von Führungsrollen innerhalb betrieblicher Gruppenkonzepte, insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden Flexibilisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Führungstheorien, die Dynamik von Arbeitsgruppen, die Implementierung teilautonomer Arbeitsgruppen und die damit verbundenen psychologischen sowie organisationalen Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Führungsverhalten und der Selbststeuerung in Arbeitsgruppen zu skizzieren, um effektive Ansätze für die moderne Organisationsführung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die aktuelle arbeits- und organisationspsychologische Erkenntnisse sowie soziotechnische Systemansätze zusammenführt und diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Führungsbegriffs, beschreibt Gruppenmerkmale und detailliert das Konzept sowie die Führungspraxis in teilautonomen Arbeitsgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Führung, Selbstregulation, teilautonome Arbeitsgruppen, soziotechnischer Systemansatz und Kompetenzentwicklung sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
Welche spezifische Rolle nimmt der Meister in einer teilautonomen Arbeitsgruppe ein?
Der Meister fungiert nicht mehr primär als direkter Anweiser, sondern entwickelt sich zum "Coach", der die Rahmenbedingungen stabilisiert und die Gruppen bei der Zielerreichung unterstützt.
Was kritisiert die Arbeit an klassischen tayloristischen Organisationsprinzipien?
Die Arbeit betont, dass Taylorismus aufgrund seiner Starrheit, Überbürokratisierung und Entmündigung der Arbeitskraft den heutigen Anforderungen an Flexibilität und Marktgeschwindigkeit nicht mehr gerecht wird.
- Quote paper
- Matthias Bünder (Author), 2001, Bedeutung von Führung in betrieblichen Gruppenkonzepten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10421