Die Arbeit setzt sich mit dem Thema des Sozialen Dienstes im Strafvollzug auseinander. Zu Beginn wird der allgemein historische Hintergrund dargestellt, um das Verständnis zu erbringen, wie die Resozialisierung und damit die Soziale Arbeit in den Strafvollzug kam und warum sie aus diesem nicht mehr wegzudenken ist.
Anschließend wird die Organisation innerhalb und zum besseren Verständnis auch außerhalb des Strafvollzugs erläutert. Hierbei wird nicht nur auf die Aufgaben, Ziele und Probleme der Sozialarbeiter*innen im Strafvollzug eingegangen, sondern auch der Unterschied der justiziellen und der freien Straffälligenhilfe erläutert. Wichtig, um zu verstehen, wie die Soziale Arbeit im Strafvollzug abläuft und was sie bewirkt, sind die eingesetzten Methoden, auf welche im weiteren Verlauf eingegangen wird.
Über viele Jahrhunderte hinweg hat sich der Strafvollzug und sein Konzept immer weiterentwickelt, bis er schließlich beim heutigen Konzept angekommen ist. Der Strafvollzug besitzt eine lange Entstehungsgeschichte, die bis ins 4. Jahrhundert zurückführt. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich dann langsam der Gedanke der Resozialisierung im Strafvollzug, welcher aus dem heutigen Konzept nicht mehr wegzudenken ist. Durch die Resozialisierung im Strafvollzug entstand im 20. Jahrhundert auch das Arbeitsfeld des Sozialen Dienstes im Strafvollzug. Auch wenn der soziale Dienst im Strafvollzug eine kurze Vergangenheit hat, so ist seine Vorgeschichte, die Resozialisierung ein großer Teil von diesem, denn ohne sie gäbe es heute das Arbeitsfeld des Sozialen Dienstes nicht. Heutzutage ist das Ziel der Resozialisierung und damit der soziale Dienst ein fester Bestandteil des Strafvollzugs.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Geschichtliche Entwicklung des Strafvollzugs
1.1 Vor dem Strafvollzug
1.2 Die Entstehung der Freiheitsstrafe
1.3 Die Entstehung der Resozialisierung im Strafvollzug
1.4 Die Gesetzeslage
1.5 Soziale Arbeit im Strafvollzug
2 Die Organisation im Handlungsfeld des Sozialen Dienstes im Strafvollzug
2.1 Freie und Justizielle Straffälligenhilfe
2.2 Der Aufbau eines Strafverfahrens
2.3 Die Organisation
2.4 Das Tripelmandat und der Kontrollaspekt
2.5 Aufgaben und Ziele
2.6 Probleme
3 Methodisches Handeln im Strafvollzug
3.1 Methodische Vorgehensweise
3.2 Einzelfallhilfe
3.3 Case- Management
3.4 Täter-Opfer Ausgleich in Restorative Justice
3.5 Soziale Gruppenarbeit
3.6 Prävention
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Handlungsfeld des Sozialen Dienstes im Strafvollzug und analysiert dessen historische Genese, organisatorische Einbettung sowie die angewandten Methoden zur Unterstützung der Resozialisierung unter Berücksichtigung des bestehenden Zwangskontextes.
- Historische Entwicklung des Strafvollzugs und der Resozialisierung.
- Unterscheidung zwischen freier und justizieller Straffälligenhilfe.
- Das Tripelmandat und die daraus resultierenden Spannungsfelder für Sozialarbeiter*innen.
- Klassische und moderne Methoden der Sozialen Arbeit im Haftkontext (z. B. Einzelfallhilfe, Case-Management, Täter-Opfer-Ausgleich).
- Herausforderungen in der praktischen Anwendung, wie Motivation und Vertrauensaufbau im Zwangskontext.
Auszug aus dem Buch
2.4 Das Tripelmandat und der Kontrollaspekt
Der Soziale Dienst im Strafvollzug hat nicht nur die Aufgabe eines Doppelmandats, sondern die eines Tripelmandats zu leisten. Ein Doppelmandat beinhaltet das Wohl der Klienten und das Allgemeinwohl, welches ein*e Sozialarbeiter*in in jedem Aufgabenfeld sicherstellen muss. Ein*e Sozialarbeiter*in hat also zwei unterschiedliche Aufgaben, die es beide zu erfüllen gilt. Das Tripelmandat bezieht sich auf drei unterschiedliche zu lösende Aufgaben. Zunächst einmal die wissenschaftlich begründete Arbeitsweise- oder Methode, auf die sich berufen wird. Dann das Arbeiten auf einer ethischen Basis unabhängig von dem aktuellen Zeitgeist. Zuletzt wird sich immer und überall auf die Menschenrechte berufen und auch nach ihnen gehandelt (Nickolai 2020, 79 ff.).
Durch das Doppel- bzw. Tripelmandat ist die eigentliche Aufgabe der Sozialen Arbeit also die „reine“ Hilfeleistung nicht mehr vorhanden. Im Zwangskontext hat die Soziale Arbeit nun vor allem einen gesetzlichen Zweck, die Gefangenen zu reintegrieren. Der*Die Gefangene wird nun gedrängt, sich in die Gesellschaft einzugliedern und dafür die Normen und Verhaltensweisen der Gesellschaft zu akzeptieren und anzunehmen (Kurze 1999, 24). Außerdem muss sich der oder die Sozialarbeiter*in nicht nur darum kümmern, dass sich der*die Gefangene in die Gesellschaft integriert, sondern muss sich auch um eine Rückfallprävention kümmern (Cornel 2014, 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Geschichtliche Entwicklung des Strafvollzugs: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von archaischen Bestrafungsformen über die Entstehung der Freiheitsstrafe und Resozialisierung bis hin zur aktuellen gesetzlichen Verankerung der Sozialen Arbeit nach.
2 Die Organisation im Handlungsfeld des Sozialen Dienstes im Strafvollzug: Es beleuchtet die institutionellen Rahmenbedingungen, differenziert zwischen freier und justizieller Hilfe und analysiert die Rolle des Sozialen Dienstes im Spannungsfeld von Hilfe, Kontrolle und Tripelmandat.
3 Methodisches Handeln im Strafvollzug: Hier werden die professionellen Arbeitsweisen wie Einzelfallhilfe, Case-Management, Täter-Opfer-Ausgleich und Prävention diskutiert, die darauf abzielen, Gefangene zur Problemlösung zu befähigen.
4 Fazit: Das Fazit resümiert die Belastungen für Sozialarbeiter*innen im Strafvollzug und hinterfragt kritisch, inwiefern das theoretische Konzept der Hilfe im Zwangskontext in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann.
Schlüsselwörter
Strafvollzug, Soziale Arbeit, Resozialisierung, Straffälligenhilfe, Tripelmandat, Einzelfallhilfe, Case-Management, Täter-Opfer-Ausgleich, Zwangskontext, Rückfallprävention, Justizvollzugsanstalt, Hilfe zur Selbsthilfe, Sozialer Dienst, Menschenrechte, Gesetzliche Grundlagen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Aufgaben des Sozialen Dienstes im deutschen Strafvollzug sowie den Herausforderungen, die sich durch das Arbeitsumfeld in einer Justizvollzugsanstalt ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Genese des Strafvollzugs, die organisatorische Struktur der Straffälligenhilfe, die professionellen Methoden der Sozialen Arbeit und die ethischen Spannungsfelder in Zwangskontexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit im Strafvollzug trotz der institutionellen Vorgaben und der Kontrollfunktion dazu beitragen kann, Gefangene bei der Resozialisierung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachpublikationen und rechtlicher Grundlagen (wie das StVollzG), um das Handlungsfeld systematisch zu beschreiben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Organisation des Sozialen Dienstes (inklusive des Tripelmandats) und die Beschreibung spezifischer methodischer Vorgehensweisen, von der Einzelfallberatung bis hin zur Prävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Resozialisierung, Tripelmandat, Zwangskontext, Strafvollzug, Hilfe zur Selbsthilfe und Rückfallprävention.
Inwiefern beeinflusst das Tripelmandat die Arbeit der Sozialarbeiter*innen?
Das Tripelmandat zwingt Sozialarbeiter*innen dazu, die Interessen der Klienten, das Allgemeinwohl und ethische Standards gleichzeitig zu bedienen, was zu ständigen Rollenkonflikten und Akzeptanzproblemen bei den Gefangenen führt.
Warum ist die Freiwilligkeit bei der Hilfe im Strafvollzug problematisch?
Da die Soziale Arbeit in einem institutionellen Zwangskontext stattfindet, nehmen Gefangene Hilfsangebote oft als erzwungen wahr, was den Aufbau der notwendigen Vertrauensbasis zwischen Sozialarbeiter*in und Klient erschwert.
Welche Bedeutung hat der Täter-Opfer-Ausgleich im untersuchten Kontext?
Der Täter-Opfer-Ausgleich dient als Instrument der Restorative Justice, um den durch eine Straftat entstandenen Konflikt aktiv zu bearbeiten, wobei der Soziale Dienst als Vermittler zwischen den Parteien fungiert.
- Citar trabajo
- Benita Wolf (Autor), 2021, Der Soziale Dienst als Handlungsfeld im Strafvollzug. Aufgaben, Ziele sowie Herausforderungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042162