Die folgende Arbeit geht der Frage nach, ob sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Kundendatenbanken mit dem Datenschutz in Einklang bringen lässt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Verwendung von personenbezogenen Daten. In Zeiten von Nutzerverhaltensanalysen durch Cookies und präferenzbezogenen Werbeanzeigen im Internet ist klar, Big Data und die Analyse von Kundendaten ist präsent. Sie werden von einer Vielzahl von Unternehmen genutzt, um die Angebote an Kunden stetig zu optimieren. Durch intelligente Geräte, wie beispielsweise mit dem Internet verbundene Kühlschränke oder Sprachassistenten im eigenen Haushalt, dem sogenannten Internet of Things, werden immer mehr Daten erzeugt. Aus einer Unmenge von Kundendaten wie dem Kauf- oder Click-Verhalten, der Altersgruppe oder dem Geschlecht lassen sich Informationen ableiten, die für Unternehmen enorm wertvoll sein können. Fraglich ist allerdings, ob sich der Einsatz künstlicher Intelligenz bei Kundendatenbanken mit dem Datenschutzrecht in Einklang bringen lässt.
Im Laufe der Arbeit werden deshalb folgende Aspekte ausgeführt: denkbare Einsatzmöglichkeiten, die datenschutzrechtliche Problematik, Erlaubnistatbestände, Betroffenenrechte, Datenschutz-Folgeabschätzungen und die Möglichkeiten der Pseudo- und Anonymisierung.
Inhaltsverzeichnis
- B.) Abkürzungsverzeichnis
- C.) Ausarbeitung
- I.) Einleitung
- 1.) Künstliche Intelligenz
- 2.) Kundendatenbank
- II.) Denkbare Einsatzmöglichkeit
- III.) Datenschutzrechtliche Problematik
- 1.) datenschutzrechtliche Einordnung
- 2.) Prinzip der Datensparsamkeit
- 3.) Zweckbindung
- 4.) Informationspflichten
- 5.) Speicher- und Löschfristen
- IV.) Erlaubnistatbestände
- 1.) Art. 6 DS-GVO
- a.) lit. a Die Einwilligung
- b.) lit. b – für die Erfüllung eines Vertrages
- c.) lit. f - das berechtigte Interesse
- 2.) Art. 6 Abs. 4 DS-GVO
- 3.) besondere Kategorien nach Art. 9 DS-GVO.
- V.) Betroffenenrechte
- 1.) Art. 13 Abs. 2 lit. f DS-GVO
- 2.) Art. 15 Abs. 1 lit, h DS-GVO
- 3.) Art. 17 Abs. 1 lit. a DS-GVO
- VI.) Datenschutz-Folgenabschätzung
- VII.) Möglichkeiten durch Pseudo- oder Anonymisierung
- VIII.) Fazit
- D.) Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik des Einsatzes künstlicher Intelligenz in Kundendatenbanken. Sie analysiert die Einsatzmöglichkeiten, die datenschutzrechtlichen Problematiken, die Erlaubnistatbestände und die Betroffenenrechte im Kontext der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Dabei steht die Frage im Zentrum, ob sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Kundendatenbanken mit den Vorgaben des Datenschutzrechts in Einklang bringen lässt.
- Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in Kundendatenbanken
- Datenschutzrechtliche Problematiken im Kontext der DS-GVO
- Erlaubnistatbestände für die Verarbeitung personenbezogener Daten
- Betroffenenrechte im Zusammenhang mit Kundendatenbanken
- Möglichkeiten der Pseudo- oder Anonymisierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Künstlichen Intelligenz und Kundendatenbanken ein, beleuchtet den aktuellen Kontext von Big Data und betont die Relevanz des Datenschutzes in diesem Zusammenhang. Kapitel II erläutert verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in Kundendatenbanken, wie z.B. die Verhaltensanalyse und die Personalisierung von Angeboten. Kapitel III widmet sich den datenschutzrechtlichen Problematiken, die sich aus dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz ergeben, insbesondere im Hinblick auf die Datensparsamkeit, die Zweckbindung und die Informationspflichten. Kapitel IV analysiert die Erlaubnistatbestände nach Art. 6 DS-GVO, die für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit Kundendatenbanken relevant sind. Kapitel V behandelt die Betroffenenrechte, die den Kunden im Zusammenhang mit der Verarbeitung ihrer Daten zustehen. Kapitel VI beleuchtet die Notwendigkeit einer Datenschutz-Folgenabschätzung und Kapitel VII geht auf die Möglichkeiten der Pseudo- oder Anonymisierung ein, die den Schutz von Kundendaten erhöhen können.
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, Kundendatenbank, Datenschutz, Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO), Zweckbindung, Datensparsamkeit, Betroffenenrechte, Erlaubnistatbestände, Pseudo-Anonymisierung, Big Data, Verhaltensanalyse, Personalisierung, Informationspflichten.
Häufig gestellte Fragen
Wie lässt sich der Einsatz von KI in Kundendatenbanken mit dem Datenschutz vereinbaren?
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz muss strengen datenschutzrechtlichen Anforderungen genügen, insbesondere im Hinblick auf die Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß der DS-GVO. Zentrale Aspekte sind hierbei die Zweckbindung und die Datensparsamkeit.
Welche Rolle spielt die DS-GVO bei Verhaltensanalysen?
Die DS-GVO gibt den rechtlichen Rahmen vor, unter dem Nutzerverhaltensanalysen (z. B. durch Cookies) zulässig sind. Wichtig sind hierbei die Erlaubnistatbestände nach Art. 6, wie die Einwilligung des Nutzers oder das berechtigte Interesse des Unternehmens.
Was sind die wichtigsten Betroffenenrechte im Kontext von KI-Datenbanken?
Kunden haben unter anderem das Recht auf Auskunft (Art. 15), das Recht auf Löschung (Art. 17) sowie Informationspflichten seitens der Unternehmen (Art. 13), besonders wenn automatisierte Entscheidungsfindungen stattfinden.
Was ist eine Datenschutz-Folgeabschätzung?
Eine Datenschutz-Folgeabschätzung (DSFA) ist notwendig, wenn eine Datenverarbeitung, insbesondere bei Einsatz neuer Technologien wie KI, ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen birgt.
Wie können Pseudo- und Anonymisierung den Datenschutz verbessern?
Durch Pseudonymisierung oder Anonymisierung wird der Personenbezug der Daten aufgehoben oder stark erschwert, was das Risiko für die Betroffenen minimiert und die datenschutzkonforme Analyse von Big Data erleichtert.
Welche Herausforderungen stellt das Internet of Things (IoT) an den Datenschutz?
Durch vernetzte Geräte entstehen riesige Mengen an sensiblen Daten. Die Herausforderung besteht darin, diese Datenflut rechtssicher zu verarbeiten und die Privatsphäre der Nutzer im privaten Raum zu schützen.
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- Justin Bleh (Author), 2021, Künstliche Intelligenz und Kundendatenbanken. Datenschutzrechtliche Anforderungen an Verhaltensanalysen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042540