In der vorliegenden Arbeit soll auf den Unterschied zwischen Platon und Aristoteles, mit dem Fokus auf der Auffassung der Sozialität des Menschen, Bezug genommen werden. Zu Beginn wird in groben Zügen das Leben und das Werk Platons chronologisch dargestellt. Daran anschließend soll die platonische Auffassung der Sozialität des Menschen betrachtet werden.
Raffaels berühmtes Wandgemälde "Causarum - Cognito" im Vatikan, was übersetzt "Die Erkenntnis der Ursachen" bedeutet, bekam den populären Namen "Die Schule von Athen" erst zu einem späteren Zeitpunkt zugewiesen. Platon und Aristoteles stehen dabei im Zentrum des Gemäldes. In Raffaels Gemälde ist zu erkennen, dass Platon, mit dem Finger nach oben zeigend, als Philosoph der Ideen und Aristoteles, mit der Hand in die Mitte weisend, als Philosoph der Verbindung zwischen Erd- und Ideenreich zu verstehen ist. Somit lässt sich bei der Deutung der Abbildung beider Philosophen bereits ein grundsätzlicher Unterschied in ihrer philosophischen Herangehensweise erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Platon
2.1 Leben und Werk
2.2 Die platonische Auffassung der Sozialität des Menschen
3. Aristoteles
3.1 Leben und Werk
3.2 Die aristotelische Auffassung der Sozialität des Menschen
4. Fazit: Gegenüberstellung von Platon und Aristoteles bezüglich der Sozialität der Menschen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Auffassungen von Platon und Aristoteles hinsichtlich der Sozialität des Menschen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diese beiden Philosophen die Notwendigkeit von Gemeinschaft, politischer Ordnung und die Rolle des Einzelnen innerhalb eines Staates begründen und legitimieren.
- Chronologische Darstellung von Leben und Werk Platons und Aristoteles'
- Analyse der platonischen Ideenlehre und des Höhlengleichnisses im Kontext sozialer Strukturen
- Untersuchung des aristotelischen Begriffs des "zoon politikon" (politisches Wesen)
- Vergleich der Legitimierung von Herrschaftsformen und sozialer Hierarchien
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Gerechtigkeitsverständnisse beider Denker
Auszug aus dem Buch
Die platonische Auffassung der Sozialität des Menschen
Für das Verständnis der platonischen Auffassung bezüglich der Sozialität des Menschen, soll im Folgenden durch das Höhlengleichnis, welches Platon in seinem Werk der Politeia in dialogischer Form offengelegt hat, dargestellt werden. „Hierauf vergleiche nun, fuhr ich [Platon] fort, unsere Natur in bezug auf Bildung und Unbildung mit folgenden Erlebnis.“ Die Höhle symbolisiert das Erdreich in welcher die Menschen leben. In dieser genannten Höhle leben die Menschen von Geburt an, an eine Wand gefesselt und nehmen nur die Schatten von den Gegenständen wahr, welche an die gegenüberliegende Höhlenwand projiziert werden. Außerhalb der Höhle befindet sich, symbolisiert durch das Erdreich, die Ideenwelt, in der die wahren Gegenstände und das wahre Leben existieren.
Platon beschreibt die Menschen im Höhlengleichnis als Gefangene in der Scheinwelt, welche nicht fähig sind die Unwahrheit als diese zu identifizieren. Die ‚Höhlenmenschen‘ sind vertraut mit ihrer Umgebung und ihrem Wissen, sodass sie, nach Platons Auffassung, es aus eigener Kraft nicht versuchen werden aus der von ihnen bekannten Umwelt auszubrechen. Daraus lässt sich zum einen schlussfolgern, dass Platon sich selbst nicht als Teil dieser Menschen sieht, sondern einen übergeordneten Part einnimmt, welcher die Wahrheit hinter den Schein erkennt, was es ihm ermöglicht über die ‚Höhlenmenschen‘ zu urteilen. Er scheint ein Vertreter der Menschengruppe zu sein, welcher fähig ist den Menschen die Wahrheit entdecken zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, indem sie Raffaels Gemälde "Die Schule von Athen" als Ausgangspunkt für den Vergleich der unterschiedlichen Denkweisen von Platon und Aristoteles nutzt.
2. Platon: Das Kapitel beleuchtet das Leben und Werk Platons unter dem Einfluss politischer Umwälzungen und erläutert seine Theorie der Sozialität, die stark von seiner Ideenlehre und dem Höhlengleichnis geprägt ist.
3. Aristoteles: Hier wird das Leben und Wirken von Aristoteles analysiert, wobei sein Konzept des Menschen als "zoon politikon" im Zentrum steht, das die soziale Gemeinschaft als natürlichen Prozess versteht.
4. Fazit: Gegenüberstellung von Platon und Aristoteles bezüglich der Sozialität der Menschen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Unterschiede zusammen, insbesondere die platonische Philosophenherrschaft im Gegensatz zum aristotelischen Verständnis einer Gemeinschaft freier und gleicher Bürger.
Schlüsselwörter
Platon, Aristoteles, Politische Theorie, Sozialität, Höhlengleichnis, Ideenlehre, Gerechtigkeit, Zoon Politikon, Polis, Philosophenherrschaft, Sklaverei, Gemeinwohl, Staatsform, Mensch, Gemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen philosophischen Ansätze von Platon und Aristoteles in Bezug auf das menschliche Zusammenleben und die politische Organisation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die politische Anthropologie, die Gerechtigkeitskonzeptionen sowie die Legitimation von Herrschaft und sozialer Hierarchie bei beiden antiken Denkern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist eine vergleichende Analyse, um herauszuarbeiten, wie Platon und Aristoteles die Sozialität des Menschen interpretieren und in ihre jeweiligen Staatsmodelle integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die methodische Analyse der historischen Lebensumstände, der philosophischen Hauptwerke sowie eine kontrastierende Gegenüberstellung der theoretischen Positionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Leben, Werk und die spezifische Auffassung zur Sozialität des Menschen für Platon und Aristoteles jeweils gesondert und chronologisch betrachtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Theorie, Gerechtigkeit, Zoon Politikon, Ideenlehre und Polis charakterisiert.
Inwiefern beeinflusst das Höhlengleichnis Platons Verständnis von Sozialität?
Das Höhlengleichnis verdeutlicht Platons Distanz zur Masse und die Notwendigkeit einer Führung durch "Wissende" (Philosophen), die die Wahrheit hinter dem Schein erkennen können.
Warum hält Aristoteles die Sklaverei für legitim?
Aristoteles betrachtet die Sklaverei als notwendigen natürlichen Zustand, da sie den freien Männern erst die notwendige Muße ermöglicht, um sich der Politik und dem Gemeinwohl zu widmen.
Worin liegt der Hauptunterschied bei der Bewertung der Gemeinschaft?
Während Platon eine strenge Hierarchie unter einer Philosophenherrschaft vorsieht, betont Aristoteles die Gemeinschaft freier und gleicher Bürger, die in einer Politie nach dem Gemeinwohl streben.
- Arbeit zitieren
- Franziska Lax (Autor:in), 2020, Die Sozialität des Menschen in der aristotelischen und platonischen politischen Theorie. Eine Kontroverse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042570