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Die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich. Verknüpfung von Politik und Sport im Nationalsozialismus

Titel: Die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich. Verknüpfung von Politik und Sport im Nationalsozialismus

Masterarbeit , 2021 , 65 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sophie Schönherr (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Forschungsfrage dieser Masterarbeit ist, inwiefern die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich für die Zielführung der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisiert worden ist. Für die Darstellung und Ermittlung der völkischen Leibeserziehung werden der politikgeschichtliche und sportgeschichtliche Ansatz miteinander verknüpft. Damit wird sowohl die Auffassung der schulischen Leibeserziehung im Nationalsozialismus anhand historischer Sinn- und Wahrnehmungsstrukturen des Sports untersucht als auch gleichzeitig diese sporthistorische Wahrnehmung im Dritten Reich in Verbindung mit politisch handelnden Personen und staatlichen Maßnahmen gesetzt.

Inhaltlich werden zunächst die historischen Voraussetzungen der Leibeserziehung zur Zeit der Weimarer Republik erklärt, sodass eine Kontextualisierung der reformpädagogischen Leibeserziehung mit der völkischen Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich möglich ist. Daraufhin werden die ideologischen und bildungstheoretischen Grundsätze der Leibeserziehung dargelegt, wobei inhaltlich eine deutliche Abgrenzung zwischen der Leibeserziehung der Jungen und der Mädchen erfolgt.

Mit Beginn des vierten Kapitels startet der Schwerpunkt dieser Arbeit, indem die nationalsozialistischen Körperbilder, welche eng mit der nationalsozialistischen Leibeserziehung verbunden waren, erklärt werden. Hierbei steht das nationalsozialistische Rasseverständnis im Mittelpunkt, in welchem der arische Körper als Leitbild diente und der weibliche Körper auf die Funktion beschränkt wurde, gesunde Nachkommen zu gebären. In dem darauffolgenden Kapitel wird die hier zu untersuchende Forschungsfrage beantwortet, indem die schulsportlichen Vorgaben und Maßnahmen für Mädchen und Frauen im Verhältnis zur nationalsozialistischen Ideologie untersucht werden. Dabei werden die veränderten Zielstellungen, Inhalte und Methoden der Leibeserziehung betrachtet.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Die Leibeserziehung in der Weimarer Republik

3. Der Auftrag der politischen Leibeserziehung im Kontext der ideologischen und bildungstheoretischen Grundsätze der Nationalsozialisten

3.1 Die schulisch-nationalsozialistische Leibeserziehung in Beziehung zu Adolf Hitlers weltanschaulichem Konzept

3.2 Alfred Baeumlers erziehungstheoretische Auffassung einer politischen Leibeserziehung

3.3 Die Beurteilung der Funktion der völkischen Leibeserziehung der Mädchen und Frauen in weiteren nationalsozialistischen Publikationen

4. Die Rolle des Körpers in der nationalsozialistischen Leibeserziehung

4.1 Der ,arische‘ Körper als Leitbild

4.2 Das Rollenverständnis und der ,Auftrag‘ des weiblichen Körpers

5. Die Inhalte und Methoden der schulischen Leibeserziehung im Dritten Reich

5.1 Schulische Leibeserziehung an Jungenschulen

5.2 Schulische Leibeserziehung an Mädchenschulen

5.2.1 Die Leitlinien für die körperliche Erziehung der Mädchen

5.2.2 Die inhaltliche Strukturierung der Leibeserziehung

5.2.3 Die methodischen Empfehlungen

5.2.4 Die besondere Rolle der Gymnastik- und Tanzerziehung

6. Die Schwierigkeiten zur Umsetzung der nationalsozialistischen Leibeserziehung während der Kriegsvorbereitung und des Zweiten Weltkrieges

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich als Instrument zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisiert wurde. Im Zentrum steht die Analyse des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Lenkung, rassistischen Zielvorgaben und dem zeitgenössischen, patriarchalischen Frauenbild.

  • Wandel von individualistischer Sportpädagogik hin zum „Volksdienst“
  • Rolle des Körpers als politisches Konstrukt und Medium der Rassenpolitik
  • Spezifische Ausrichtung der Mädchenerziehung auf die Rolle als Mutter und Gebärerin
  • Einfluss der Kriegsvorbereitung auf die Praxis der Leibeserziehung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die schulisch-nationalsozialistische Leibeserziehung in Beziehung zu Adolf Hitlers weltanschaulichem Konzept

Die pädagogisch-politischen Bestimmungen Hitlers stützten sich auf die erste und bedeutendste Aufgabe seiner Erziehungsvorstellungen, nämlich „gerade den rassisch wertvollsten Kern des Volkes und gerade seine Fruchtbarkeit zu steigern“20. Die in diesem Leitsatz beinhaltete zweifelhafte Rassedoktrin Hitlers, gründete auf dem Verständnis eines rassischen Dualismus zwischen einer hochwertigen nordischen und einer minderwertigen ostischen Rasse. Diese Rivalität wurde an den Kontrasten des Ariers und der jüdischen Bevölkerung verdeutlicht. Er verbreitete die Überzeugung, dass das arische Volk das Recht besäße, andere Völker und Rassen zu kontrollieren und zu unterwerfen. Hierbei forderte er die ‚Reinhaltung des Blutes‘, beziehungsweise die ‚Rassenerhaltung‘ des arischen und überlegenden Volkes als Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft. Diese rassistische Notwendigkeit der Blutreinhaltung sah Hitler als Krönung der Erziehungsarbeit und forderte deshalb, dass „kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen [soll], ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt worden zu sein“21.

Das Ergebnis seiner menschenverachtenden Intention wurde nach der Machtübernahme sichtbar, indem Staats- und Erziehungsinstitutionen nach seiner Rassenideologie umfunktioniert wurden. Ziel der Bildungs- und Erziehungsarbeit im Dritten Reich war von nun an, die Durchführung eines ‚Züchtigungsprozesses‘, mit welchem gesunde und kräftige Soldaten für den Kampf um das Dasein herangezogen werden sollten. Der Gesundheitszustand und die körperliche Leistungsfähigkeit der Jungen als zukünftiges ‚Menschenmaterial‘ stand nun im Mittelpunkt der völkischen Erziehung.22

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Zäsur durch die Machtergreifung 1933 und die damit verbundene Umstellung des Erziehungsverständnisses von „Erziehung vom Kinde aus“ hin zum Dienst am „Volksleib“.

2. Die Leibeserziehung in der Weimarer Republik: Erläutert die reformpädagogischen Ansätze und das „Natürliche Turnen“, die den Ausgangspunkt der sportpädagogischen Diskussion bildeten.

3. Der Auftrag der politischen Leibeserziehung im Kontext der ideologischen und bildungstheoretischen Grundsätze der Nationalsozialisten: Analysiert die theoretischen Grundlagen durch Hitler und Baeumler sowie die Instrumentalisierung des Leibes für rassistische Ziele.

4. Die Rolle des Körpers in der nationalsozialistischen Leibeserziehung: Untersucht das „arische“ Körperideal und die patriarchalen Rollenbilder, die den weiblichen Körper auf die Gebärfähigkeit reduzierten.

5. Die Inhalte und Methoden der schulischen Leibeserziehung im Dritten Reich: Detaillierte Betrachtung der strukturellen und inhaltlichen Maßnahmen für Jungen- und Mädchenschulen sowie die spezifische Rolle der Gymnastik- und Tanzerziehung.

6. Die Schwierigkeiten zur Umsetzung der nationalsozialistischen Leibeserziehung während der Kriegsvorbereitung und des Zweiten Weltkrieges: Dokumentiert die praktischen Auswirkungen der Beschlagnahmung von Turnhallen und des Lehrermangels auf den Schulsport.

7. Schlussbetrachtung: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die Instrumentalisierung des Schulsports als antihumanistisches Mittel zur Durchsetzung totalitärer Ideologie.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Leibeserziehung, Schulsport, Volksgemeinschaft, Rassenpolitik, Frauenbild, Körpererziehung, Reformpädagogik, Instrumentalisierung, Mädchenschulen, Drittes Reich, Gymnastik, Tanz, Wehrhaftigkeit, Biologismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das NS-Regime den Schulsport und die Leibeserziehung instrumentalisierte, um seine rassistischen und militärischen Ideologien bei Jugendlichen zu verbreiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung durch NS-Ideologen, der Körper als politisches Konstrukt sowie die geschlechtsspezifische Ausgestaltung der Leibeserziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, inwiefern die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen gezielt dazu genutzt wurde, sie in das nationalsozialistische System einzuordnen und auf ihre Rolle als Mutter vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sportgeschichtliche und politikgeschichtliche Analyse, die historische Quellen wie Richtlinien, Aufsätze und fachliche Publikationen der Zeit kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundsätzen Hitlers und Baeumlers, den Körperidealen, den spezifischen Lehrplänen für Jungen und Mädchen sowie den Schwierigkeiten der Umsetzung während des Krieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Volksgemeinschaft, Instrumentalisierung, Rassenpolitik, Frauenbild, Schulsport und Totalitarismus.

Warum wurde die Tanzerziehung bei Mädchen als „Erziehung obersten Ranges“ gefordert?

Sie galt als Mittel, das über die bloße körperliche Übung hinausging, um Gemeinschaftsgefühl und eine Bindung an völkische Traditionen zu erzeugen, während individualistische Tanzformen abgelehnt wurden.

Welchen Einfluss hatte der Zweite Weltkrieg auf den Schulsport?

Durch die Beschlagnahmung von Turnhallen für Getreideeinlagerungen, den Mangel an Lehrkräften und Luftangriffe war ein regulärer Sportunterricht zunehmend unmöglich, was oft zu Stundenkürzungen führte.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich. Verknüpfung von Politik und Sport im Nationalsozialismus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,0
Autor
Sophie Schönherr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
65
Katalognummer
V1042626
ISBN (eBook)
9783346468802
ISBN (Buch)
9783346468819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drittes Reich Nationalsozialismus Leibeserziehung Sportunterricht Sport im Dritten Reich Die Rolle der Frau im Dritten Reich Adolf Hitlers Sportverständnis Alfred Baeumler Der arische Körper Schulische Leibeserziehung im Dritten Reich Die deutschen Leibesübungen Hans von Tschammer und Osten Carl Krümmel Sport im Nationalsozialismus
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Sophie Schönherr (Autor:in), 2021, Die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich. Verknüpfung von Politik und Sport im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042626
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Leseprobe aus  65  Seiten
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