Die Arbeit wird sich primär auf weibliche heterosexuelle Prostitution in der römischen Antike beschränken, wenngleich es auch männliche oder auch homosexuelle Prostitution in der Antike gab. Sie folgt dabei der zeitgenössischen Definition Ulpians, welche ausschließlich weibliche Prostitution betrifft. Diese Arbeit wird sich aufgrund der aufkommenden käuflichen Liebe allerdings auf Ovids Liebeskunst beschränken.
Der folgende Text soll sich mit der römischen Frau beschäftigen, in der der Ehe eine besondere Rolle zuteilwerden soll. Aber auch die Rahmenbedingungen, unter denen sich eine römische Frau prostituierte interessieren. So werden Fragen wie „Welche Formen der Prostitution sind bekannt?“ und „Wie verhält sich die Prostitution in Bezug auf das zeitgenössische Recht?“ behandelt.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. PROSTITUTION IN DER ANTIKE
1. DIE RÖMISCHE FRAU
1.1. Das Idealbild der Frau
1.2. Das Konzept der Ehe
2. SEXUALITÄT IM ALTEN ROM AM BEISPIEL DER ARS AMATORIA
3. ARTEN DER PROSTITUTION IN DER ANTIKE
3.1. Zwangsprostitution - Sklaverei
3.2. Freiwillige Prostitution
III. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Prostitution in der römischen Antike, wobei sie insbesondere die gesellschaftliche Stellung der römischen Frau, das Konzept der Ehe sowie die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen analysiert, unter denen sexuelle Dienstleistungen erbracht wurden. Ein zentrales Anliegen ist es, die Diskrepanz zwischen der moralischen Idealisierung der Ehefrau und der alltäglichen Realität von Prostituierten sowie die Rolle des Geschlechterverhältnisses in Ovids "Ars amatoria" kritisch zu beleuchten.
- Die gesellschaftliche Rolle und das Idealbild der römischen Frau
- Strukturen und Funktionen der Ehe im alten Rom
- Sexualität als Gegenstand literarischer Reflexion in der "Ars amatoria"
- Unterscheidung zwischen Zwangsprostitution (Sklaverei) und freiwilliger Prostitution
- Sozioökonomische Faktoren und rechtliche Rahmenbedingungen der Prostitutionsausübung
Auszug aus dem Buch
1.2. Das Konzept der Ehe
Auch wenn sich die Sichtweise auf die Ehe im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ein wenig veränderte, so blieb die Führungsrolle des Mannes immer bestehen. Die Ehe hatte, ähnlich wie die Frau die Hauptaufgabe, Nachkommen hervorzubringen. Dennoch gilt die Ehe bereits im alten Rom „als gesellschaftlich wichtigste Verbindung zwischen Mann und Frau“. Die Ehe wurde in aller Regel sehr früh beschlossen und ging in den meisten Fällen von den jeweiligen Vätern aus, die ihre Kinder bereits im Kindesalter versprachen. Während Mädchen bereits im Alter von 12 Jahren vermählt werden konnten, war dies bei Jungen erst ab 14 möglich. Üblich war es allerdings, dass die Männer erst deutlich später heirateten. Aber auch eine vorpubertäre Vermählung (die dann auch eine Hochzeitsnacht daran anschloss) war möglich. Da die Mädchen zur Enthaltsamkeit erzogen wurden und ihre Ehemänner häufig sehr viel älter und auch sexuell erfahrener waren, kann man diesen Akt in gewissen Zügen bereits als sexuelle Gewalt bezeichnen.
Es ist davon auszugehen, dass Persönlichkeit, gegenseitiges Interesse oder gar Liebe kaum bis keine Rolle gespielt hat. Von den Eheleuten wurde die concordia erwartet, die sich in etwa mit Solidarität umschreiben lässt. Die Ehe war in vielen Fällen eine Zweckgemeinschaft, die sich um die adäquate Fortführung von Nachkommen kümmerte und keinesfalls (zumindest in den seltensten Fällen) zur Befriedigung von emotionalen und sexuellen Bedürfnissen gedacht. Das wiederum führte dazu, dass sich diese Bedürfnisse oft nur außerhalb der Ehe befriedigen ließen. Da Prostituierte nicht zu den ehrbaren Menschen gehörten, galten sexuelle Handlungen mit ihnen offiziell nicht als Ehebruch.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Thema Prostitution unter Berücksichtigung antiker Quellenlage und grenzt das Vorhaben auf weibliche heterosexuelle Prostitution sowie die Analyse von Ovids "Ars amatoria" ein.
II. PROSTITUTION IN DER ANTIKE: Dieses Hauptkapitel untersucht die soziokulturelle Stellung der Frau, das römische Ehekonzept, die Darstellung von Sexualität in der Literatur und die verschiedenen Erscheinungsformen der Prostitution.
1. DIE RÖMISCHE FRAU: Das Kapitel beleuchtet das Idealbild der Frau als Ehefrau und Mutter und analysiert die rigiden sozialen sowie rechtlichen Erwartungen an ihr Verhalten.
1.1. Das Idealbild der Frau: Hier werden die antiken Geschlechterrollen und die Tugend der "pudicitia" als zentrale normative Anforderungen an die römische Ehefrau dargestellt.
1.2. Das Konzept der Ehe: Es wird die Ehe als Zweckgemeinschaft zur Fortpflanzung unter männlicher Führung und die Rolle der "concordia" beschrieben.
2. SEXUALITÄT IM ALTEN ROM AM BEISPIEL DER ARS AMATORIA: Dieses Kapitel analysiert Ovids Werk als literarisches Lehrbuch der Liebe und diskutiert dessen moderne Auffassung von beidseitigem sexuellem Vergnügen.
3. ARTEN DER PROSTITUTION IN DER ANTIKE: Der Abschnitt klassifiziert Prostitution in erzwungene Formen durch Sklaverei und sogenannte freiwillige Ausübung aus ökonomischer Not.
3.1. Zwangsprostitution - Sklaverei: Es wird die systematische sexuelle Ausbeutung von Sklavinnen als Teil der römischen Sklaverei und deren rechtliche Einordnung betrachtet.
3.2. Freiwillige Prostitution: Dieses Unterkapitel beschreibt die ökonomischen Motive freier Frauen, die Bordellkultur sowie die städtische Wahrnehmung der Prostituierten.
III. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass Prostitution tief in der römischen Kultur verwurzelt war und zeigt Parallelen zwischen antiken gesellschaftlichen Zwängen und modernen Problematiken auf.
Schlüsselwörter
Prostitution, römische Antike, Ehe, Sklaverei, Sexualität, Ars amatoria, Ovid, mater familias, Zwangsprostitution, gesellschaftliche Zwänge, römische Frau, sexuelle Gewalt, pudicitia, Bordellkultur, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Phänomen der Prostitution im antiken Rom unter Einbeziehung rechtlicher, gesellschaftlicher und literarischer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Schwerpunkte bilden die Rolle der römischen Frau, das Konzept der Ehe, die literarische Auseinandersetzung mit Erotik bei Ovid sowie die sozialen Bedingungen der Prostitution.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Formen der Prostitution bekannt waren und wie sich das Phänomen in Bezug auf das damalige Recht sowie gesellschaftliche Normen verhielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen und historischen Analyse antiker Quellen, ergänzt durch moderne Forschungsliteratur zur Sozialgeschichte der Antike.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das antike Idealbild der Frau, die Ehegesetzgebung des Augustus, die Darstellung der Sexualität in der "Ars amatoria" und die Unterscheidung zwischen unfreiwilliger und ökonomisch motivierter Prostitution diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Prostitution, römische Antike, Sklaverei, Ehe, Ovid und gesellschaftliche Zwänge.
Welche Rolle spielt die Sklaverei bei der Prostitution?
Die Sklaverei wird als wesentlicher Faktor für Zwangsprostitution identifiziert, da Sklavinnen rechtlich schutzlos der sexuellen Ausbeutung durch ihre Herren ausgesetzt waren.
Wie bewertet die Autorin die "freiwillige" Prostitution?
Die Autorin betrachtet den Begriff als ambivalent, da viele Frauen primär aufgrund von ökonomischer Not und mangelnden Arbeitsmarktchancen in die Prostitution getrieben wurden.
Warum wird Messalina als prominentes Beispiel angeführt?
Messalina dient als historisches Beispiel für eine Frau, die trotz ihres hohen sozialen Status als "meretrix Augustana" und durch ihre vermeintliche Verbindung zu Orgien im öffentlichen Diskurs mit Prostitution assoziiert wurde.
- Citation du texte
- Jessica Trescher (Auteur), 2021, Prostitution in der römischen Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043050