Weiblichkeitsbilder in den "Vernünftigen Tadlerinnen" und der "Pomona für Teutschlands Töchter"

"So möchte ich nur suchen, die Blumen zu zeigen, welche schon auf dem Weg unserer Bestimmung wachsen"


Bachelorarbeit, 2021

53 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Diskurs um Weiblichkeit(en)

3 Zeitschriften als „Medium der Aufklärung“

4 Weiblichkeitsbilder der Periodika

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Ziel der Bachelorarbeit soll sein, Geschlechterkonzepte und Weiblichkeitsentwürfe des 18. Jahrhunderts herauszuarbeiten und festzustellen, inwiefern diese in Frauenzeitschriften konstruiert, rezipiert, adaptiert oder gar verworfen wurden. Unter Frauenzeitschriften werden in der vorliegenden Arbeit periodisch erscheinende Journale mit vornehmlich weiblicher Zielgruppe verstanden, die didaktische Erziehungsbestrebungen verfolgten, von Frauen (mit-)herausgegeben wurden oder in maßgeblicher Mitarbeit dieser erschienen. Eine Sonderform nehmen dabei Moralische Wochenschriften mit fiktiver Herausgeberinnenschaft1 ein, die zwecks der Darstellung der Weiblichkeitsbilder und der Vollständigkeit halber mitgemeint werden sollen.

Es wird untersucht, in welchem Maße Frauenzeitschriften als pädagogische Leitlinien für bürgerliche Frauen fungierten und inwiefern sich mögliche Weiblichkeitsbilder im Laufe des Jahrhunderts in Bezug auf Vermittlung, Stringenz und Diskursbezogenheit entwickelten. Hierbei sollen die Moralische Wochenschrift Die Vernünftigen Tadlerinnen (1725-1726) von Johann Christoph Gottsched und die Frauenzeitschrift Pomona für Teutschlands Töchter (1783-1784) von Sophie von La Roche zur Analyse zu Rate gezogen werden. Als Primärtext der Pomona für Teutschlands Töchter 2 wird der Nachdruck von 1987, herausgegeben von Jürgen Voderstemann genutzt, für Die Vernünftigen Tadlerinnen 3 der Nachdruck von 1993 von Helga Brandes4 herangezogen.

Nachfolgend soll kein Vergleich über möglicherweise nachhaltigere Vermittlung und Propagierung von Weiblichkeitsbildern der beiden Periodika ausgearbeitet werden, sondern es wird aufgezeigt, wie ambivalent Weiblichkeit zu Beginn des Jahrhunderts und an dessen Ende aufgefasst und thematisiert wurde. Auch soll davon abgesehen werden, die Moralischen Wochenschriften als Schablone bei der Analyse der Frauenzeitschriften zu betrachten. Eine Erstnennung der Moralischen Wochenschriften hat lediglich literaturgeschichtliche Gründe.

Eingangs soll der Diskurs um Weiblichkeit(en) im 18. Jahrhundert nachgezeichnet werden, wobei die Hauptthesen dieser Ausarbeitung vornehmlich auf den Ausführungen Bovenschens (1979) und Hausens (1976) beruhen. Weiblichkeitsbilder werden hierbei als Konstrukte und unfertige, komplexe Systeme begriffen, die nicht die Realität, sondern eine imaginierte, durch Kulturtechniken und literarische Verarbeitung geprägte Weiblichkeit abbilden. Es werden verschiedene Weiblichkeitsentwürfe dargelegt, die, beeinflusst und (mit-)konstruiert durch Konzepte der Früh- und Spätaufklärung sowie Empfindsamkeit zutage traten und das weibliche Selbst- und Fremdbild nachhaltig prägten.

Aufklärerische Ideen und Konzepte wurden vornehmlich in periodischen Zeitschriften ver- und behandelt. In einem kurzen Abriss über inhaltliche Ausrichtung, Konstitution und Abgrenzung sollen die Zeitschriftentypen Moralische Wochenschrift und Frauenzeitschrift vorgestellt werden. Hierbei bilden Martens (1968) und Weckel (1998a) den aktuellen Forschungsstand5 ab.

Daran schließt sich der Analyseteil an. Die Tadlerinnen und die Pomona werden vorerst getrennt und unabhängig voneinander betrachtet und es wird schwerpunktmäßig auf Besonderheiten in der Konzeption der Zeitschriften verwiesen. Anschließend erfolgt eine auf den jeweiligen Primärtext gestützte Auseinandersetzung mit den vermittelten Weiblichkeitsbildern, als auch jene dem Text inhärente Entwürfe von Weiblichkeit. Brandes (1989, 1993) und Nörtemann (1990) bilden die fundierte Grundlage der Arbeit am Primärtext der Tadlerinnen. Die Forschungslage explizit zu Weiblichkeit in den Tadlerinnen ist sehr dünn; diese Konzepte wurden eher am Rande beleuchtet, da auf der anonymen Verfasserinnenschaft und Stillehre Gottscheds der Fokus lag. Dies steht ganz im Gegensatz zu Forschungsarbeiten über die Pomona, die sich hauptsächlich mit den Konzepten um Weiblichkeit befassten. Hierbei sind (in Auswahl) Roßbach (2015), Brandes (1989) und Weckel (1998b) für die Analyse des Primärtextes herangezogen worden.

Das Ziel der Analyse soll sein, den allgemeinen Diskurs anhand der Periodika zu verifizieren oder zu falsifizieren, Brüche und Widersprüche herauszuarbeiten und eventuelle Gemeinsamkeiten in Darstellungsform und Vermittlung aufzuzeigen.

Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Jahrgänge der Periodika wurden stichprobenartig durchgesehen und es wurde eine auf Weiblichkeitsentwürfe bezogene Auswahl getroffen, die mit zahlreichen weiteren Textstellen und Belegen erweitert werden kann; davon wurde hier abgesehen.

2 Diskurs um Weiblichkeit(en)

Methodisch konstituieren sich die nachfolgenden Ausführungen aus der Frauengeschichtsforschung, die Geschlecht als eine historisch-soziale Kategorie begreift. Zentraler Forschungsgegenstand ist die Annahme, dass sich das weibliche Geschlecht vom männlichen unterscheidet und diese Verschiedenheit sowohl historisch entstanden, als auch historisch begründbar ist. Somit bilden Frauen eine eigene soziale Gruppe, wodurch das Geschlecht ebenfalls zu einer historischen Untersuchungsvariable wird.6

Das 18. Jahrhundert wies kein stringentes Weiblichkeitsbild auf7, sondern es existierte ein lebendiger Diskurs darum, was unter Weiblichkeit zu verstehen sei und welche Rechte und Pflichten damit einhergingen. Früh- und Spätaufklärung8 beziehungsweise Empfindsamkeit9 sollen hier lediglich als relative Bezugsgrößen angeführt werden und als Orientierungspunkte dienen. Es steht außer Frage, dass etwaige Weiblichkeitsbilder nicht starr einer Bezugsgröße zugeordnet werden können, da jenen ebenfalls keine Stringenz inhärent ist. Eine Einordnung soll dennoch dazu dienen, literaturgeschichtliche Tendenzen auszumachen.

Es lässt sich im Laufe des Jahrhunderts ein Wandel des Geschlechtsmodells vom frühaufklärerischen Ein-Geschlechtsmodell der geistigen Mündigkeit aller Menschen zum spätaufklärerischen Zwei-Geschlechtsmodell der Polarisierung der Geschlechter erkennen, der den Diskurs um Weiblichkeit formte. Während die Frühaufklärung für ein „weitgefaßtes, differenziertes weibliches Bildungsideal“10 ;11 und, naturrechtsphilosophisch begründet, für die Gleichheit der Menschen eintrat, bei der die Variable Geschlecht nicht über die soziale, politische oder intellektuelle Stellung entschied, sondern Vernunft und Tugend zur Vervollkommnung der*des Einzelnen beitrugen, entstand mit der Spätaufklärung das Konstrukt des Geschlechtscharakters, das die Daseinsberechtigung von Frauen auf die Trinität von Ehefrau, Mutter und Hausfrau beschränkte. Auch Konzepte der Empfindsamkeit spielten dem Geschlechtscharakter zu, wurden doch nun die „besonders ausgeprägt vermuteten Gefühlswerte und ihre durch 'künstliche' Bildungseinflüsse gerade nicht verzerrte oder gar korrumpierte 'natürliche Tugend'“12 hoch geschätzt.

Es kam, laut Bovenschen (1979), mit Hilfe literarischer Frauenfiguren zu einer „Konzeptualisierung des Weiblichen“13, da diese Figuren „zunehmend Produkte weiblicher Imagination“14 und fernab jeglicher lebensweltlicher Erfahrung waren. Daraus ergibt sich, dass der Diskurs im 18. Jahrhundert zwei Weiblichkeitsbilder kannte: einerseits die gelehrte, aufgeklärte Frau, die Gelehrte15 und andererseits die empfindsame, tugendhafte Frau, die Empfindsame16. Während das erstgenannte Frauen-Konzept noch zu Beginn des Jahrhunderts als theoretisches Ideal angepriesen und gefördert wurde, entwickelte sich die empfindsame Frau ab Mitte des Jahrhunderts zur konventionell akzeptierten Norm. Bovenschen (1979) arbeitete den Unterschied zwischen beiden Konzepten heraus und kam zu dem Ergebnis, dass die beiden Typen aufgrund ihrer „jeweiligen inhaltlichen Bestimmung des Weiblichen“17 voneinander differierten. Die Gelehrte ließ sich aus dem „populärwissenschaftlichen Bildungsprogramm, wie es die frühen Aufklärer vertraten“18 analog konstruieren und wurde zum Kulturtypus, jedoch nicht zu einer Repräsentationsfigur des Weiblichen in der Literatur – nicht zum Literaturtypus […], es gab keinen weiblichen Nathan.19

Ergänzend dazu stellte Martens (1968) fest, es gehe bei der weiblichen Gelehrsamkeit vielmehr um ein nützliches Wissen, das der Aufklärung des Geistes dien[t](e), der Orientierung über Gott und die Welt und die Aufgaben des Menschen in dieser Welt – es geh[t](e) um Bildung in dem zugleich die Besserung, die menschliche Vervollkommnung mit umfassenden Sinne.20

Auch verwies Stüssel (1998) darauf, dass „[w]eibliche Gelehrsamkeit […] nur zulässig (sei), solange sie für 'häusliche Geschäfte' funktionalisiert“21 werden könne. Im 18. Jahrhundert wurde „gelehrsam sein“ jedoch nicht im heutigen Sinne verstanden, sondern war gleichzusetzen mit „gebildet“, da das Lexem Bildung22 noch nicht gebräuchlich war.

Dem gegenüber sollte die Empfindsame „die Spezifika des Weiblichen“23 verkörpern und „suppplementär zum Männlichen begriffen (werden)“24, um dem empfindsamen Schriftsteller keine Konkurrenz zu werden. Die Abwertung der Gelehrten hatte nicht die Aufwertung der Empfindsamen zur Konsequenz, ganz im Gegenteil. Sollte zwar die „Empfindelei“25 nun die „literarische Qualifikation (der Schreibenden) ausmachen“26 – ganz nach der emotionalen Natur der Frauen –, doch galt sie nicht als „besondere produktive Potenz des Weiblichen“27. Schriftstellerinnen sahen sich mit dem Bild der imaginierten empfindsamen Frau konfrontiert. Versuchten sie, es zu bedienen, wurden sie der Schwärmerei bezichtigt. Zweckgebundenes, aber breites Wissen, wie es die Gelehrte noch haben sollte, wich dem Anspruch, Wissen so aufzubereiten, dass es auch eine Frau verstand; Verstand dagegen wurde nicht gefördert.

Mit der Konstruktion der Empfindsamen ging das Konzept des Geschlechtscharakters einher. Der Begriff des Geschlechtscharakters28 kam im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts auf und meint die „allgemeine, d. h. universal gültige Bestimmung des Geschlechts aufgrund von naturgegebenen Eigenschaften“29, bezogen auf physiologische und psychologische Geschlechtsmerkmale. Während der Mann die gesellschaftliche Produktion übernahm, wurde die Frau in die private Reproduktion gedrängt. Sie wurde als komplementäre Ergänzung des Mannes in Eigenschaften, Fähigkeiten und Zweck – als Kontrastelement zum Mann, als Muster der Selbstdefinition – gesehen.30 Hausen (1976) arbeitete zwischen geschlechtsspezifischer Rollenerwartung und Arbeitsteilung innerhalb der sich konstituierenden Kernfamilie einen Erfahrungszusammenhang heraus und stellte fest, es komme durch Institutionalisierung und Performanz zu einer Typisierung des Geschlechtscharakters, der nachhaltig den zeitgenössischen Diskurs und somit das Gesellschaftsbild prägte.31 32

Mit der Entstehung der bürgerlichen Kernfamilien und der daraus resultierenden Verschiebung der sozialen und häuslichen Position der Frauen, kam das Bedürfnis nach Orientierungsmustern auf. Männer und Frauen wurden fortan nicht mehr nach Stand, sondern nach geschlechtlich-biologischem Charakter definiert. Pädagogische Literatur und Geschlechterphilosophie lieferten unter anderem diese Orientierung – ein Diskurs um Geschlecht hatte sich gebildet, der die Verschiebung und Neubestimmung der Weiblichkeitsentwürfe verdeutlichte. Besonders prägten den Diskurs:

I. Jean-Jacques Rousseaus Erziehungsroman Emile (1762), der die natürliche Untergebenheit und Abhängigkeit der Frau vom Mann konstatierte sowie davon ausging, Frauen hätten keinen der Bildung würdigen Eigenwert.

II. Johann Heinrich Campes Väterlicher Rath für meine Tochter (1789), der Affektkontrolle, weibliche Selbstverleugnung und häusliche Erziehung im Abhängigkeitsverhältnis zum Mann („das Geschlecht, wozu du (seine Tochter, Anm.) gehörst, nach unserer dermaligen Weltverfassung, in einem Zustande der Abhängigkeit und der Unterdrückung lebt und, solange jene Weltverfassung die nämliche bleibt, notwendig leben muß“33 ) propagierte, da eine „[a]ndere Bestimmung, andere Pflichten; andere Pflichten, andere Geistes- und Herzensbedürfnisse“34 bedürften.

Und III. Der Grundriß des Familienrechts von Johann Gottlieb Fichte (1796), in dem er konstatierte, „das zweite (weibliche, Anm.) Geschlecht steh[t](e) der Natureinrichtung nach um eine Stufe tiefer, als das erste; es [ist] (sei) Objekt einer Kraft des erstern“35 und weiter polemisierte:

wenn einige Weiber meinen, sie müßten eben sowohl das Recht haben, auf die Heirat zu gehen, als die Männer […] Es ist dies gerade so, als ob untersucht würde, ob der Mensch nicht eben sowohl das Recht habe, zu fliegen wie der Vogel.36

Stimmen für Frauenrechte waren dagegen deutlich seltener und weniger wirksam: Der Barockdichter Georg Philipp Harsdörffer (1607-1658) trat beispielsweise in seinen Frauenzimmergesprächsspielen (1644-1649) für weibliche Bildung ein und der Jenaer Frühromantiker Friedrich Schlegel (1772-1829) wies in seinem Aufsatz Über die Diotima (1795), öffentlich unterstützt vom Philosophen Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768-1834), das Konstrukt des Geschlechtscharakters zurück und propagierte in weiteren Schriften eine Annäherung der Geschlechter. Der Aufklärer Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere (1741-1796) veröffentlichte 1792 anonym die Schrift Über die Verbesserung der Weiber, in der er sich für die rechtliche Gleichstellung der Frau als Bürgerin einsetzte. Letztlich wurde im Diskurs stets versucht, die These, Frauen seien keine Menschen, zu be- oder widerlegen.37

Roßbach (2015) verwies dennoch darauf, wie uneinig sich die Forschung bezüglich des Geschlechterdiskurses des 18. Jahrhunderts sei. Insbesondere die „separate spheres“-These, wonach Männlichkeit mit Öffentlichkeit und Weiblichkeit mit Privatheit gleichgesetzt wurde, ist auf ihre Stringenz überprüft worden (Anne K. Mellor, 2002). Auch der „gängige[n] Forschungstopos der zwei verschiedenen Jahrhunderthälften und ihrer Geschlechtermodelle“38 erweist sich als zu starr formuliert, da der Kulturhistoriker Adalbert von Hanstein (1861-1904) im Jahre 1900 beispielsweise in seiner Arbeit Die Frauen in der Geschichte des deutschen Geisteslebens des 18. und 19. Jahrhunderts darauf hinwies, dass in einem Erlanger Vorlesungsplan ein besonderer Fokus auf die Hörerinnenschaft gesetzt wurde39 und im Allgemeinen die Toleranz für akademische und publizistische weibliche Bildung – bemessen am konträren Weiblichkeitsbild der Spätaufklärung – stieg. Somit, resümiert Roßbach, sei es angemessen, von einem stets ambivalenten Weiblichkeitsbild auszugehen.40

Dieser Diskurswandel um Weiblichkeit wurde in verschiedenen Medien und Textgenres, wie den Moralischen Wochenschriften, Lexika, Kalendern, Journalen, Frauenzimmerkatalogen und didaktischen Schriften rezipiert, besprochen sowie verarbeitet und soll nachfolgend vertieft dargelegt werden.

3 Zeitschriften als „Medium der Aufklärung“

Das Zeitschriftenwesen entwickelte sich im späten 17. Jahrhundert aus den gelehrten lateinischen Journalen und den historisch-politischen Blättern und grenzte sich von der Nachrichtenpresse durch seine periodische und nicht tagesaktuelle Erscheinung ab. Mitte des 18. Jahrhunderts, befeuert durch gravierende Vorgänge […] (wie) der Siebenjährige Krieg 1756-1763, die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 […], (die) 'erweiterte Preßfreyheit' 1781 im habsburgischen Österreich […] (und) schließlich die Französische Revolution41, kam es zum Anstieg an publizistischen Veröffentlichungen, wodurch Alphabetisierungsraten und damit das Lesepublikum rasant anstieg: eine sich politisierende und polarisierte mediale Öffentlichkeit war entstanden. Insbesondere bürgerliche Frauen machten einen großen Teil der Neuleser*innen aus, was nach zeitgenössischem Urteil in „Lesewut“ oder „Lesesucht“42 ausartete. Damit trat die Notwendigkeit zutage, Lektüreempfehlungen auszusprechen oder zielgruppenorientierter zu publizieren. Das Medium der Zeitschriften machte sich diese „Marktlücke“ besonders zu Eigen.43 Zeitschriften als „Medium der Aufklärung“44 (im Sinne eines hauptsächlich genutzten Mediums zur Verbreitung und Ausformulierung aufklärerischer Ideen) prägten nachhaltig Diskurs und Publikum. Durch ihre leichte Zugänglichkeit erfreuten sie sich einer weiten Verbreitung und waren kostengünstiger und leichter lesbar als Bücher. Weiterhin bereiteten sie wissenschaftliche, philosophische und politische Themen auf und boten eine zeitgenössische Diskussionsplattform, wodurch sich eine politisch interessierte Öffentlichkeit ausbilden und der „Prozess der ideologischen Gesinnungsbildung“45 vorangebracht werden konnte. Insbesondere zwei Zeitschriftentypen sind für die vorliegende Arbeit von Interesse: Die Moralischen Wochenschriften und die Frauenzeitschriften.

3.1 Moralische Wochenschriften

Unter Moralischen Wochenschriften werden periodisch erscheinende apolitische Zeitschriften verstanden, die in Form von Charakterskizzen den „Moralischen Charakter“46 als „Mittel aufklärerischer Menschendarstellung“47 zur Vernunftserziehung des Publikums propagierten und pädagogische Konzepte zur Sittlichkeit und „ethisch geläuterte(n) Lebensführung“48 vorlegten. Die ersten deutschen Moralischen Wochenschriften orientierten sich noch stark am englischen Vorbild des Tatlers (1709-1711), Spectators (1711-1712) und The Guardian (1713) von Joseph Addison (1672-1719) und Sir Richard Steele (1672-1729), denn sie übernahmen anfangs nicht nur die kurzen Titel, die eine herausgebende Stimme und somit Nähe zum Publikum suggerierten, sondern behielten auch das Konzept der fiktiven Verfasser*innenschaft beziehungsweise Mitarbeit und die damit verbundene Anonymität bei.49

Die Moralischen Wochenschriften stehen aus „gattungsgeschichtlicher Sicht für den Übergang vom literarischen Genre zum journalistischen Medium“50. Dies zeigt sich an der kommunikativen Struktur, die sich in der direkten Ansprache des Publikums – häufig im Plauderton – und der Installation fiktiver Diskussionen äußerte, die die eigene Meinungsbildung und Partizipation durch Zusendungen von Beiträgen, Reaktionen und Kommentaren sowie Leser*innenbriefen51 anregen sollten. Fiktive Nebencharaktere waren oft stark überzeichnet und wurden zum Zwecke der Abschreckung oder als moralisches Vorbild, aber auch als Kommentator*innen der Zeitschrift eingesetzt.52

Zumeist in einer Ausgabe ein bestimmtes Thema behandelnd, ließen sich weiterhin abgedruckte Texte unterschiedlicher Genres wie Fabeln, Gedichte, Beispielgeschichten, Briefe oder Auszüge aus Abhandlungen finden, die der Allgemeinbildung als zuträglich erachtet wurden. Die immense Genrevielfalt könnte, so Brandes (1999), beabsichtigt und als Abgrenzung zur Form des Buches gewählt worden sein sowie der sich wiederholenden didaktischen Themen zur Auflockerung gedient haben. Sprach- und Literaturkritik nahm zudem einen großen Teil ein.53 Ihre target audience war das Bürgertum – dessen Bildung ein selbsterklärendes Ziel – was eine Neuerung im Vergleich zu den gelehrten Journalen darstellte, die sich ausschließlich an die akademisch gebildete Oberschicht wandte. Folglich waren die Zeitschriften Mittragende bei der Herausbildung einer bürgerlichen Öffentlichkeit sowie deren „Bewusstseinsbildung und Selbstverständigung“54. Noch wurde die mindere Bildung der Frau nicht als naturgegeben hingenommen, sondern Kritik an der Frauenbildung und deren Erziehung geübt, was sich aber mit der Spätaufklärung und der Verschiebung der Konzepte um Weiblichkeit änderte.55

Gegen Mitte des Jahrhunderts, beeinflusst durch das spätaufklärerische Konzept des Geschlechtscharakters, kam die Notwendigkeit auf, Gebrauchsliteratur speziell für Frauen zu schaffen (allgemeine Gebrauchsliteratur zielte auf ein rein oder überwiegend männliches Publikum ab), da von dem „anderen Geschlecht“, aufgrund der statuierten biologischen Verschiedenheit differierende Vorlieben, Interessen, aber auch Wissen vorausgesetzt wurden. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurden Moralischen Wochenschriften aus männlicher Feder und Herausgabe veröffentlicht, die durch fiktive weibliche Mitarbeit und Herausgabe ein größeres weibliches Publikum ansprechen und beeinflussen wollten. Die Verwendung von Pseudogynymen – weiblichen Pseudonymen zum Fingieren einer Autorinnenschaft – ist einzigartig, tritt ausschließlich in Moralischen Wochenschriften zur Belehrung des weiblichen Geschlechts auf und ist sonst äußerst selten im 18. Jahrhundert vorzufinden. Zwischen 1713 und 1786 wurden 13 Moralische Wochenschriften dem Titel nach von einer vermeintlichen Herausgeberin veröffentlicht und deswegen „in einigen pressegeschichtlichen Arbeiten als die ersten deutschen Frauenzeitschriften betrachtet“56.

Insbesondere die Moralischen Wochenschriften förderten durch ihre ausdrückliche Ansprache an Leserinnen, ihre Aufforderungen zur Mitarbeit und ihre empfohlenen Lektürelisten, den sogenannten „Frauenzimmer-Bibliotheken“ das wachsende weibliche Publikum und dessen beginnende Partizipation am Literaturbetrieb. Dieser Verdienst wird in gewisser Weise dadurch relativiert, dass sich die Moralischen Wochenschriften stets an ein gemischtes Publikum richteten und die Bildung beider Geschlechter zur Vervollkommnung der*des Einzelnen im Hinblick auf die Steigerung des häuslichen Glücks zum Ziel hatten. Emanzipatorische Ansätze der Frauenbildung um der Frauen Bildung wegen können deshalb eher nicht erkannt werden. Zudem sollten aufgeklärte Frauen „nur die Früchte der nützlichen und der schönen Wissenschaften genießen“57, dienten also schlichtweg als profitierendes passives Publikum und potentieller Absatzmarkt.58

Den Moralischen Wochenschriften kann dennoch ein Beitrag zum Wandel der Frauenarbeit von der Nadel zur Feder, wie es so vielzitiert heißt, attestiert werden. Dieser Wandel vollzog sich durch die Entwicklung von der Leserin über die Mitarbeiterin, bis hin zur Herausgeberin, wie es Krull (1939) nachzeichnete. Gebote und Verbote der weiblichen Lektüre bildeten einen großen Absatzmarkt. Durch die nützlich-belehrende Gattungskonzeption der Moralischen Wochenschriften trugen diese maßgeblich zur Erziehung der Frau zur Leserin bei: Kürze der Hefte, Periodizität und Volkstümlichkeit bedienten den noch jungen Geschmack der Leserin. Weiterhin regten sie die Leserinnen an, als Mitarbeiterin und Beiträgerin zu fungieren. So wurde der Weg in die produktive Öffentlichkeit geebnet, durch den Prozess des Lesens hatten sie sich emanzipiert. Ihre Mitarbeit an Moralischen Wochenschriften befähigte sie letztendlich dazu, selbst als Mitherausgeberin und später selbstständige Herausgeberin eigener Frauenzeitschriften zu agieren.59 Diese setzten neue Akzente in der Vermittlung von Frauenbildung und waren Forum der Meinungsbildung und des Austauschs. Zwar ließ sich, nach Bovenschen (1979) eine „Feminisierung der Kultur“60 hinsichtlich der Produktivität und Sichtbarkeit feststellen, der enge Aktionsrahmen ließ jedoch kaum Raum für Individualität.

3.2 Frauenzeitschriften

Die Verwendung des Begriffs „Frauenzeitschrift“ oder „Frauenzeitung“ trat mit der Veröffentlichung erster Almanache und Journale auf, die periodisch, für das weibliche Publikum bestimmt, erschienen. Es fand jedoch im 18. Jahrhundert noch keine einheitliche Klassifizierung als „Frauenzeitschrift“ statt, da eine Abgrenzung zu Taschenbüchern, Kalendern und Musen-Almanachen nicht erfolgte. Mit der Gründung und Herausgabe von Frauenzeitschriften durch Journalistinnen und Schriftstellerinnen ließen sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts verstärkt lediglich noch Schnittstellen zu den Moralischen Wochenschriften vorfinden, obwohl sich Frauenzeitschriften inhaltlich, strukturell und funktional an den Moralischen Wochenschriften orientierten: Neben didaktischer Vermittlung von Frauenbildung und der Herausgabe von hauptsächlich belletristischen Texten und somit Zuordnung zur Kategorie der literarischen Zeitschriften, installierten die Herausgeberinnen fiktive Figuren, die in Korrespondenz mit dem Publikum standen oder als „abschreckende Charakterskizzen lasterhafter, eitler und klatschsüchtiger Frauen“61 auftraten. Frauenzeitschriften dienten folglich der didaktischen Informationsvermittlung, als Kommunikationsmittel und öffentliches Forum zum Meinungsaustausch. Programmatisch versuchten sie, die Balance zwischen Nützlichkeit und Unterhaltung zu finden und popularisierten vorher selektierte Beiträge aus allen Wissenssparten.62

Der Autorinnenschaft im 18. Jahrhundert war eine Abhängigkeit von männlich dominierten Literaturbetrieb inhärent. Dies reichte vom Verleger, Drucker, Herausgeber, über mögliche Förderer bis hin zur Einwilligung des Vormundes beziehungsweise Ehemannes. Aber auch das Lesepublikum – im 18. Jahrhundert wuchs langsam der Anteil von Leserinnen – und die Literaturkritik waren im Patriarchat eingegliedert. Die Literaturkritik war lediglich den akademisch gebildeten Männern vorbehalten, die zwar nur einen marginalen Teil des Publikums ausmachten, dafür [d]urch ihre öffentlichen Urteile versuchten […], Einfluß zu nehmen sowohl auf Rezeption der Lesenden als auch die Produktion der Schreibenden.63

[...]


1 Aufgrund der Thematik und des besonderen Fokus´auf der Sichtbarkeit weiblicher Lebens- und Erfahrungswelten, wird stets eine adäquate weibliche Bezeichnung verwendet. Diese geht nicht zwingend mit dem Duden konform, soll hierbei jedoch etabliert werden, um sprachliche Marginalisierung zu vermeiden. Es wird für diese Arbeit der Einfachheit halber von einer Zweigeschlechtlichkeit ausgegangen. Erfolgt eine Einfachnennung, so wird nur auf ein Geschlecht referiert, wird gegendert, so beziehen sich die Ausführungen auf beide Geschlechter.

2 Im Folgenden der Einfachheit halber nur als Pomona bezeichnet.

3 Im Folgenden der Einfachheit halber nur als Tadlerinnen bezeichnet.

4 In der Analyse wurde die erste Auflage genutzt. Eine zweite gab Gottsched 1738 mit veränderter Schwerpunktsetzung heraus, eine dritte Auflage veröffentlichte er aufgrund der anhaltenden Aktualität und des Erfolgs 1748.

5 Es gibt zwar zeitlich aktuellere Lektüre, diese bezieht sich jedoch fast ausschließlich auf Martens und Weckel, weswegen diese zu Rate gezogen wurden.

6 Vgl. Kuhn, Annette: „Das Geschlecht – eine historische Kategorie? Gedanken zu einem aus der neueren Geschichtswissenschaft verdrängten Begriff“. In: Ilse Brehmer u.a. (Hrsg.): Frauen in der Geschichte IV. 'Wissen heißt leben …' Beiträge zur Bildungsgeschichte von Frauen im 18. und 19. Jahrhundert (Geschichtsdidaktik, Bd. 18) Düsseldorf 1983, S. 29-31.

7 Mit der Betitelung „Weiblichkeit(en)“ soll dies verdeutlicht werden.

8 Aufklärung soll primär als Kulturepoche gedeutet werden, der tiefgreifende gesellschaftliche und philosophische Veränderungen inhärent sind. Selbsterkenntnis und der Vernunftgedanke sind zentrale Maximen, Vgl. aus: Greif, Stefan: Literatur der Aufklärung. In: Norbert Otto Eke (Hrsg.): Literaturwissenschaft elementar, Paderborn 2013, S. 9-12.

9 „Empfindsamkeit ist als Tendenz der Aufklärung zu begreifen“ wobei der Vernunftgedanke die Klammer bildet im „Gleichgewicht von Denken und Empfinden“. Sittlichkeitsgefühl steht im Vordergrund. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte eine Abwertung des Begriffs., aus: Sauder, Gerhard: Empfindsamkeit. Band I. Voraussetzungen und Elemente. Stuttgart 1974, S. XI u. S. 125.

10 Mix, York-Gothart: „Medien für Frauen“. In: Ernst Fischer u. Wilhelm Heafs u. York-Gothart Mix (Hrsg.): Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700-1800. München 1999, S. 51.

11 Die Zitation in dieser Arbeit orientiert sich nicht an der aktuellen Rechtschreibung und wurde so übernommen, wie vorgefunden.

12 Bovenschen: Imaginierte Weiblichkeit, S. 159.

13 Ebd. S. 161.

14 Ebd. S. 159.

15 Begriff von Bovenschen übernommen.

16 Begriff von Bovenschen übernommen.

17 Bovenschen: Imaginierte Weiblichkeit, S. 161.

18 Ebd.

19 Ebd. S. 81.

20 Martens, Wolfgang: Die Botschaft der Tugend. Die Aufklärung im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften. Stuttgart 1968, S. 525.

21 Stüssel, Kerstin: „Die 'häuslichen Geschäfte' und die 'studia'. Die 'gelehrten Frauenzimmer' im 18. Jahrhundert“. In: Jürgen Fohrmann (Hrsg.): Lebensläufe um1800, Tübingen 1998, S. 59.

22 „In der heutigen geistig-sittlichen Bedeutung seit Campe 1807 gebucht und seit dem Ende des 18. Jahrhs. Bezeugt.“, aus: Kluge, Friedrich: „Bildung“. In: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Straßburg 1910, S. 54 Sp. 1. Bei Campe als „Zustand, da ein Mensch an Geist und Herzen gebildet ist, Geschicklichkeiten und feine Sitten angenommen hat.“, aus: Campe, Joachim Heinrich: „Bildung“. In: Wörterbuch der deutschen Sprache, Bd. 1, S. 534, Sp. 2, http://www.olmsonline.de/fileadmin/scripts/image.php?fes=d68710c41090362a39d71016e00b9cca&ppn=PPN521263719&resize=150&rotate=0&filename=00000585.jpg [zuletzt eingesehen am 25.01.2021].

23 Bovenschen: Imaginierte Weiblichkeit, S. 161.

24 Ebd. S. 163.

25 Ebd. S. 161, zitiert nach: Sauder: Empfindsamkeit, S. 168.

26 Ebd. S. 161.

27 Ebd. S. 160.

28 Geschlechtsspezifische Rollenzuschreibungen setzten schon im 16./17. Jahrhundert mit der Hausvater- und Predigtliteratur ein; durch die Spätaufklärung nahm die Dynamik um die Geschlechterbestimmung jedoch neue Dimensionen an.

29 Kuhn, Annette: „Das Geschlecht – eine historische Kategorie? Gedanken zu einem aus der neueren Geschichtswissenschaft verdrängten Begriff“. In: Ilse Brehmer u.a. (Hrsg.): Frauen in der Geschichte IV. 'Wissen heißt leben …' Beiträge zur Bildungsgeschichte von Frauen im 18. und 19. Jahrhundert (Geschichtsdidaktik, Bd. 18) Düsseldorf 1983, S. 43.

30 Vgl. Hausen, Karin: „'Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere'. Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben“. In: Werner Conze (Hrsg.): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Stuttgart 1976, S. 363-382.

31 Dies ließ sich besonders anschaulich anhand von Lexika-Artikeln erkennen, in denen die Frau lediglich über ihre Rechte und Pflichten im Haushalt definiert wurde. So zum Beispiel in Zedlers Großes vollständiges Universal-Lexikon von 1735: „Frau oder Weib ist eine verehelichte Person, so ihres Mannes Willen und Befehl unterworfen, die Haushaltung führet“, nach Hausen: „Geschlechtscharaktere“, S. 370, zitiert aus: Zedler, J.H.: G roßes vollständiges Universal-Lexikon, Bd. 9, Halle u. Leipzig 1735, Sp. 1767 (unkenntlich in Kopie, Anm.).

32 Vgl. Hausen: „Geschlechtscharaktere“, S. 363-382.

33 Campe, Joachim Heinrich: Väterlicher Rat für meine Tochter. Ein Gegenstück zum Theophron; der erwachsneren weiblichen Jugend gewidmet. Hrsg. von Sigrid Lange. In: Ob die Weiber Menschen sind. Geschlechterdebatten um 1800. Leipzig 1992, S. 26.

34 Campe: Väterlicher Rat, S. 24.

35 Fichte, Johann Gottlieb: Grundriß des Familienrechts. Hrsg. von Sigrid Lange. In: Ob die Weiber Menschen sind. Geschlechterdebatten um 1800. Leipzig 1992, S. 366.

36 Fichte: Familienrecht, S. 367.

37 Vgl. Fichte: Familienrecht, S. 411-431.

38 Roßbach, Nikola: Wissen, Medium und Geschlecht. Frauenzimmer-Studien zu Lexikographie, Lehrdichtung und Zeitschrift. In: Claudia Brinker-von der Heyde u.a. (Hrsg.): Medien – Literaturen– Sprachen in Anglistik/Amerikanistik, Germanistik und Romanistik (Bd. 21) Frankfurt a. M. 2015, S. 61-62.

39 Vgl. Ebd., zitiert aus: Hanstein: Frauen in der Geschichte, Bd. 2, S. 357 f.

40 Vgl. Ebd.

41 Fischer, Ernst u. Haefs, Wilhelm u. Mix, York-Gothart: „Aufklärung, Öffentlichkeit und Medienkultur in Deutschland im 18. Jahrhundert“. In: Ernst Fischer u. Wilhelm Heafs u. York-Gothart Mix (Hrsg.): V on Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700-1800. München 1999, S. 14.

42 Dieser abwertende Begriff fand nicht nur in der Literaturgeschichte Einklang, sondern wurde bereits 1809 im Wörterbuch der deutschen Sprache von Joachim Heinrich Campe als „unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.“ charakterisiert., aus: Campe, Joachim Heinrich: „Lesesucht“. In: Wörterbuch der deutschen Sprache, Bd.3, S. 107, Sp. 1, http://www.olmsonline.de/fileadmin/scripts/image.php?fes=d68710c41090362a39d71016e00b9cca&ppn=PPN521265142&resize=125&rotate=0&filename=00000114.jpg [zuletzt eingesehen am 24.10.2020].

43 Vgl. Fischer u. Haefs u. Mix: „Aufklärung, Öffentlichkeit und Medienkultur“, S. 14.

44 Böhmel Fichera, Ulrike: „Das Frauenzimmer und die Mannsperson. Politik in literarischen Frauenzeitschriften des ausgehenden 18. Jahrhunderts“. In: Helga Brandes (Hrsg.): 'Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht'. Frauen und die Französische Revolution. Wiesbaden 1991b, S. 133, zitiert aus: Raabe, Paul: Die Zeitschrift als Medium der Aufklärung. In: Wolfenbüttler Studien zur Aufklärung 1/1974, S. 99-136.

45 Brandes, Helga: „'Ueber die Revolutionssucht deutscher Weiber'. Frauenbilder in der deutschen Publizistik um 1800“. In: Helga Brandes (Hrsg.): 'Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht'. Frauen und die Französische Revolution. Wiesbaden 1991, S. 147.

46 „Moralischer Charakter“, erstmals bei Theophrasts „ethici characteres“ als Haupteigenschaft verstanden, der die „psychische und sittliche Grundbeschaffenheit eines Menschen bezeichnet“. Aus: Schneider, Ute: Der Moralische Charakter. Ein Mittel aufklärerischer Menschendarstellung in den frühen deutschen Wochenschriften. In: Ulrich Müller u.a. (Hrsg.): Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik (Bd. 19) Stuttgart 1976, S. 14-15.

47 Ebd.

48 Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Konstanz u. München 3 2014, S. 86.

49 Vgl. Martens: Botschaft der Tugend, S. 15-24.

50 Brandes, Helga: „Moralische Wochenschriften“. In: Ernst Fischer u. Wilhelm Heafs u.York-Gothart Mix (Hrsg.): Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700-1800. München 1999, S. 228.

51 Über die Echtheit der abgedruckten Leser*innenbriefe ist sich die Forschung uneins. Höchstwahrscheinlich war ein Großteil fingiert. Vgl. u.a. Weckel, Ulrike: Zwischen Häuslichkeit und Öffentlichkeit. Die ersten deutschen Frauenzeitschriften im späten 18. Jahrhundert und ihr Publikum. In: Wolfgang Frühwald u.a. (Hrsg.): Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur (Bd. 61) Tübingen 1998a, S. 21.

52 Vgl. Weckel: Häuslichkeit und Öffentlichkeit, S. 20-21.

53 Vgl. Brandes: „Moralische Wochenschriften“, S. 227.

54 Ebd. S. 228.

55 Vgl. Ebd. S. 226-228.

56 Weckel: Häuslichkeit und Öffentlichkeit, S. 22.

57 Martens: Botschaft der Tugend, S. 525.

58 Vgl. Weckel: Häuslichkeit und Öffentlichkeit, S. 21-23.

59 Vgl. Krull, Edith: Das Wirken der Frau im frühen deutschen Zeitschriftenwesen. In: Ernst Herbert Lehmann (Hrsg.): Beiträge zur Forschung der deutschen Zeitschrift (Bd. V) Charlottenburg 1939, S. 11-17.

60 Bovenschen: Imaginierte Weiblichkeit, S. 158.

61 Ebd. S. 25.

62 Vgl. Ebd. S. 25-26.

63 Weckel, Ulrike: „Bewegung im Publikum. Zur Mobilisierung von Leserinnen durch die ersten deutschen Frauenzeitschriften im späten 18. Jahrhundert“. In: Anne Conrad u.Arno Herzig u. Franklin Kopitzsch (Hrsg.): Das Volk im Visier der Aufklärung. Studien zur Popularisierung der Aufklärung im späten 18. Jahrhundert. Hamburg 1998b, S. 74.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Weiblichkeitsbilder in den "Vernünftigen Tadlerinnen" und der "Pomona für Teutschlands Töchter"
Untertitel
"So möchte ich nur suchen, die Blumen zu zeigen, welche schon auf dem Weg unserer Bestimmung wachsen"
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
53
Katalognummer
V1043164
ISBN (eBook)
9783346465115
ISBN (Buch)
9783346465122
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weiblichkeitsbilder, vernünftigen, tadlerinnen, pomona, teutschlands, töchter, blumen, bestimmung
Arbeit zitieren
Felix Naundorf (Autor:in), 2021, Weiblichkeitsbilder in den "Vernünftigen Tadlerinnen" und der "Pomona für Teutschlands Töchter", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043164

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