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Die Sexualität von Agathe aus Gabriele Reuters "Aus guter Familie" im Vergleich zur Sexualität von Roches Hauptfigur Elizabeth. Die Emanzipationsdebatte um 1900 und 2000

Title: Die Sexualität von Agathe aus Gabriele Reuters "Aus guter Familie" im Vergleich zur Sexualität von Roches Hauptfigur Elizabeth. Die Emanzipationsdebatte um 1900 und 2000

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marissa Krolo (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Frage, wie die Sexualität von von Frauen geschriebenen Hauptfiguren im Kontext zu der seit Jahrzehnten andauernden Emanzipationsdebatte fungiert und welchen Beitrag die Autorinnen dieser Debatte beitragen, soll geklärt werden. In dieser Arbeit wird die Sexualität von den Protagonistinnen, welche beide unter dem Druck der Moralvorstellungen der jeweiligen Zeit litten, aufgearbeitet.

Die nicht gelebte Sexualität von Agathe, der Protagonistin von Gabriele Reuters Bildungsromans Aus guter Familie wird in dieser Arbeit der überdargestellten Sexualität von Roches Hauptfigur Elizabeth gegenübergestellt. Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand dieser Gegenüberstellung Parallelen zwischen den Figuren und schließlich auch der Autorinnen bezüglich der Emanzipationsdebatte zu ziehen – und die Kernproblematik, dem Versagen der von der Gesellschaft erzogenen und geprägten Eltern, ganz besonders den Müttern, deutlich zu machen. Ebenfalls soll ein Verständnis für die Problematik der fiktiven als auch realen Frauen im Bezug auf die sexuellen Wertvorstellungen der jeweiligen Gesellschaft um 1900 und 2000 vermittelt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HISTORISCHER HINTERGRUND. DIE DREI WELLEN DER EMANZIPATION

3. DIE EMANZIPATIONSDEBATTE UM 1900 ANHAND DER NICHT DARGESTELLTEN SEXUALITÄT VON AGATHE

3.1 Agathe und ihre Sexualität

3.2 Agathe Schicksal als Beispiel der Emanzipationsdebatte von 1900

4. ELIZABETH UND IHRE SEXUALISIERTE REBELLION GEGEN DIE ZWEITE WELLE DER FEMINISMUSDEBATTE

4. 1 Elizabeth zwischen Trauma, Pornos, Puff und Mutterhass

4. 2 Elizabeth als Feminismus-Rebellin der dritten Welle

5. DAS VERSAGEN DER MÜTTERLICHEN VORBILDFUNKTION ALS URSACHE DER SEXUALITÄT DER BEIDEN HAUPTFIGUREN

6. DIE AUTORINNEN MIT IHREN WERKEN IM DISKURS DER FRAUENBEWEGUNG

7. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Sexualität und deren gesellschaftliche Prägung anhand der Romane Aus guter Familie von Gabriele Reuter und Schoßgebete von Charlotte Roche. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse aufzuzeigen, wie unterschiedliche Generationen von Frauen unter dem Druck gesellschaftlicher Moralvorstellungen und dem Versagen mütterlicher Vorbildfunktionen leiden und nach sexueller Selbstbestimmung streben.

  • Vergleich der Emanzipationsdebatte um 1900 und 2000
  • Analyse der sexuellen Unterdrückung bei Agathe Heidling
  • Rebellion und sexualisierte Selbstfindung bei Elizabeth Kiel
  • Die Rolle der Mutter als prägende Instanz für das Körperbild
  • Der Beitrag literarischer Werke zum Diskurs der Frauenbewegung

Auszug aus dem Buch

3.1 Agathe und ihre Sexualität

Die nicht dargestellte Sexualität von Agathe lässt sich im Kern auf die Moralvorstellungen der Gesellschaft zurückführen. Eine Gesellschaft, die ihre Werte wie jede andere von der einen zur nächsten Generation weitergibt und somit für das Versagen der Eltern – besonders das der Mutter –, Agathe zu verheiraten, verantwortlich ist. Der Gedanke der wilhelminischen Gesellschaft, dass ein junges Mädchen erst Jungfrau, dann Ehefrau und schließlich Mutter wird, ist in sämtlichen Vorbildern von Agathe wiederzufinden. Schon zu Beginn des Romans, der mit Agathes Konfirmation beginnt, wird das Mädchen in ihre Rolle als spätere Ehefrau erzogen. So tadelt die Pastorin das wilde, kindliche Verhalten des Mädchens mit den Worten „wenn ein Mädchen geduldig Knoten lösen kann, so bekommt es einen guten Mann“ und auch der Vater „schätzte eine positive Frömmigkeit an dem weiblichen Geschlecht.“ Dadurch drängt er Agathe in das Rollenbild der Zeit: „Für den deutschen Mann die Pflicht – für die deutsche Frau der Glaube und die Treue.“ Agathe wird mit einer Moralvorstellung konfrontiert, die auf dem Glauben der Christianisierung zurückzuführen ist. Das junge Mädchen entwickelt eine starke Bindung Gott gegenüber, die sie ihr ganzes Leben begleiten wird. In der höheren Töchterschule wird sie aufgrund ihrer Frömmigkeit von ihren Freundinnen ausgeschlossen, was zu einer Spaltung zwischen dem Druck der Gesellschaft durch Gott und dem Druck ihrer pubertierenden Freundinnen führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung zur Darstellung von Sexualität in der Literatur im Kontext der Emanzipationsgeschichte anhand der Romane von Gabriele Reuter und Charlotte Roche.

2. HISTORISCHER HINTERGRUND. DIE DREI WELLEN DER EMANZIPATION: Überblick über die historische Entwicklung der Frauenbewegung vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart zur Einordnung der untersuchten Figuren.

3. DIE EMANZIPATIONSDEBATTE UM 1900 ANHAND DER NICHT DARGESTELLTEN SEXUALITÄT VON AGATHE: Analyse von Agathes Leidensgeschichte als Konsequenz gesellschaftlicher Erziehung zur Unselbstständigkeit und sexuellen Unterdrückung.

4. ELIZABETH UND IHRE SEXUALISIERTE REBELLION GEGEN DIE ZWEITE WELLE DER FEMINISMUSDEBATTE: Untersuchung der Protagonistin Elizabeth Kiel und ihrer Versuche, durch Sexualität und Abgrenzung von ihrer Mutter eigene Identität zu finden.

5. DAS VERSAGEN DER MÜTTERLICHEN VORBILDFUNKTION ALS URSACHE DER SEXUALITÄT DER BEIDEN HAUPTFIGUREN: Erörterung des Einflusses der Mütter auf das gestörte Verhältnis ihrer Töchter zu Sexualität und Körperbild.

6. DIE AUTORINNEN MIT IHREN WERKEN IM DISKURS DER FRAUENBEWEGUNG: Darstellung der literarischen Rezeption der beiden Romane und ihre Bedeutung als Diskussionsbeiträge innerhalb der Frauenbewegung.

7. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung, dass trotz zeitlicher Unterschiede die gesellschaftliche Kontrolle über die weibliche Sexualität weiterhin ein aktuelles Problem bleibt.

Schlüsselwörter

Emanzipation, Sexualität, Frauenbewegung, Gabriele Reuter, Charlotte Roche, Schoßgebete, Aus guter Familie, Mutterrolle, Unterdrückung, Geschlechterrollen, Feminismus, Weiblichkeit, Rollenbild, Selbstbestimmung, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Romane "Aus guter Familie" von Gabriele Reuter und "Schoßgebete" von Charlotte Roche hinsichtlich der Darstellung weiblicher Sexualität und deren gesellschaftlicher Bedingtheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der historische Wandel des Feminismus, das Rollenverständnis von Frauen in der Gesellschaft um 1900 und 2000 sowie der Einfluss mütterlicher Erziehung auf die sexuelle Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Parallelen zwischen den fiktiven Protagonistinnen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie gesellschaftliche Erwartungen und das Versagen der Eltern die sexuelle Freiheit von Frauen einschränken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die die Romanfiguren vor dem Hintergrund feministischer Theorie und historischer Emanzipationswellen betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebenswege von Agathe und Elizabeth, untersucht die Auswirkungen der mütterlichen Erziehung und diskutiert die Werke im Kontext des Diskurses der Frauenbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Feminismus, sexuelle Selbstbestimmung, gesellschaftliche Moralvorstellungen, Frauenbewegung und die Rollenbilder der Töchter.

Warum spielt die Mutter-Tochter-Beziehung eine so zentrale Rolle in der Analyse?

Die Autorin argumentiert, dass beide Mütter – sowohl die aus der wilhelminischen Zeit als auch die feministisch geprägte Mutter von Elizabeth – daran scheitern, ihren Töchtern eine gesunde Sexualität vorzuleben, was bei den Töchtern jeweils zu einer Blockade führt.

Wie unterscheidet sich Agathes Schicksal von dem von Elizabeth?

Während Agathe an den strengen gesellschaftlichen Normen zerbricht und in einer Nervenheilanstalt endet, hat Elizabeth im 21. Jahrhundert mehr Spielraum, ihre Rebellion durch Sexualität aktiv auszuleben, auch wenn sie weiterhin mit inneren Konflikten kämpft.

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Details

Title
Die Sexualität von Agathe aus Gabriele Reuters "Aus guter Familie" im Vergleich zur Sexualität von Roches Hauptfigur Elizabeth. Die Emanzipationsdebatte um 1900 und 2000
College
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)  (Germanistik)
Course
Frauen schreiben Frauen – Die wirtschaftliche und politische Figur der Frau in der Erzählliteratur 1870–1919
Grade
1,7
Author
Marissa Krolo (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1043166
ISBN (eBook)
9783346465016
ISBN (Book)
9783346465023
Language
German
Tags
Feminismus Frauen Charlotte Rouche Gabriele Reuter Emanzipazionsdebatte Erzählliteratur 1870 1900
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marissa Krolo (Author), 2021, Die Sexualität von Agathe aus Gabriele Reuters "Aus guter Familie" im Vergleich zur Sexualität von Roches Hauptfigur Elizabeth. Die Emanzipationsdebatte um 1900 und 2000, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043166
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