Die Digitalisierung ermöglicht den Markteintritt neuer Wettbewerbe wie FinTechs oder multinationalen Technologiekonzerne und die Entwicklung neuer Technologien wie der Blockchain, die eine ernsthafte Konkurrenz für die Finanzintermediäre darstellen. Daher wird es darum gehen, die bestehenden Geschäftsmodelle den aktuellen Gegebenheiten anzupassen oder die Existenz von Finanzintermediären könnte in Frage gestellt werden. Daraus lässt sich die Frage ableiten, worin die Existenz von Finanzintermediären überhaupt begründet ist.
Das Ziel dieser Arbeit wird es daher sein, dass Modell „Financial Intermediation and Delegated Monitoring“ von Douglas W. Diamond insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Informationsasymmetrien zu erläutern und zu untersuchen, wie Diamond die Existenz von Finanzintermediären begründet. In Kapitel 2 werden zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten definiert, die im Zusammenhang mit dem Modell von Bedeutung sind. Darauf aufbauend wird das Modell von Diamond eingehend erläutert. Dabei wird zuerst auf die grundlegenden Ideen Diamonds eingegangen und die Ausgangssituation des Modells näher beleuchtet. Im Anschluss wird gezeigt, wie der Umgang mit ex-post Unsicherheiten bei einer direkten Finanzbeziehung und unter Berücksichtigung eines Finanzintermediäres gehandhabt wird. Am Ende des dritten Kapitels wird das Modell kritisch hinterfragt und geprüft, ob die Aussage des Modells unter Einfluss der aktuellen Entwicklungen noch Bestand haben. Abschließend werden die gewonnen Erkenntnisse in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Finanzintermediär
2.2 Ex-post Informationsasymmetrien
3 Das Modell von Diamond
3.1 Idee und Ausgangssituation
3.2 Umgang mit ex-post Unsicherheiten
3.2.1 Direkte Finanzbeziehungen
3.2.2 Finanzintermediär und delegiertes Monitoring
3.3 Modellkritik und Aktualität
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Modell „Financial Intermediation and Delegated Monitoring“ von Douglas W. Diamond zu analysieren, um insbesondere zu erläutern, wie dieses Modell Informationsasymmetrien adressiert und daraus die Existenz von Finanzintermediären theoretisch begründet.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Finanzintermediären
- Analyse von ex-post Informationsasymmetrien und deren Bewältigung
- Darstellung des Diamond-Modells zur Delegation von Monitoring-Aufgaben
- Untersuchung von Diversifikationseffekten und Delegationskosten
- Kritische Würdigung des Modells im Hinblick auf aktuelle technologische Entwicklungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Idee und Ausgangssituation
Das Modell von Diamond war 1984 revolutionär, da es das erste Modell war, welches die Existenz von Finanzintermediären nicht als gegeben annahm, sondern deren Existenz endogen, also aus dem Modell heraus, erklärte. Diamond bezieht in seine Argumentation Anreizprobleme mit ein, die infolge von ex-post Informationsasymmetrien entstehen. Zur Reduktion der Informationsasymmetrien schlägt Diamond vor, anstelle des ineffizienten Monitoring durch die Kleininvestoren, das Monitoring an einen Finanzintermediär zu delegieren, da der Intermediär ausschließlich mit der Bewertung und Überwachung der Projekte beschäftigt ist, kann er von Skalen- und Verbundeffekten profitieren und die realisierten Kosteneinsparungen an die Investoren weitergeben. Unter diesen Umständen verschiebt sich das Anreizproblem auf die Geschäftsbeziehung zwischen Kapitalgeber und Finanzintermediär. Daher muss ein anreizkompatibler Vertrag entworfen werden, der verhindert, dass der Intermediär den Investor hintergeht. Die daraus resultierenden Vertragskosten werden Delegationskosten genannt und können jedoch durch simultane Investitionen in unterschiedliche und voneinander unabhängige Projekte durch den Intermediär erheblich reduziert werden. Nichtdestotrotz sollten die Transaktionskosten des Projekts im Vergleich zu einer direkten Finanzbeziehung sowohl im Gesamtsystem als auch bei den einzelnen Geschäftspartnern geringer sein. Aus dieser Überlegenheit wird letztendlich die Existenz von Finanzintermediären abgeleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Transformationsprozess des europäischen Finanzsektors ein und definiert das Ziel der Arbeit, die theoretische Begründung von Finanzintermediären nach Diamond zu erläutern.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, wie die Definition des Finanzintermediärs und die verschiedenen Arten von Informationsasymmetrien, eingeführt.
3 Das Modell von Diamond: Dieses Hauptkapitel erläutert Diamonds Modellansatz, die Dynamik von ex-post Unsicherheiten und die Rolle des delegierten Monitorings zur Kostensenkung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die theoretische Herleitung der Intermediäre durch Diversifikation und Monitoring zusammen und gibt einen Ausblick auf die Auswirkungen moderner Technologien.
Schlüsselwörter
Finanzintermediär, Diamond Modell, Informationsasymmetrien, ex-post Unsicherheit, delegiertes Monitoring, Delegationskosten, Diversifikation, Schuldvertrag, Straffunktion, Finanzsektor, Blockchain, Digitalisierung, Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie, Risikotransformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das 1984 veröffentlichte Modell von Douglas W. Diamond, das theoretisch erklärt, warum Finanzintermediäre wie Banken existieren und welche Rolle sie beim Abbau von Informationsasymmetrien spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Rolle von Finanzintermediären, der Umgang mit ex-post Informationsasymmetrien, das Prinzip des delegierten Monitorings und die Auswirkungen der Diversifikation auf die Vertragskosten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Modell von Diamond zu erläutern und zu untersuchen, wie es die Existenzberechtigung von Finanzintermediären aus der Bewältigung von Informationsproblemen ableitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf der Literaturanalyse des Modells von Diamond und der Einordnung in die Neue Institutionenökonomik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Ausgangssituation des Modells, vergleicht direkte Finanzbeziehungen mit Finanzintermediation und beleuchtet die Modellkritik sowie die aktuelle Relevanz der Thesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Finanzintermediär, ex-post Informationsasymmetrien, delegiertes Monitoring, Diversifikationseffekt und Delegationskosten.
Wie unterscheidet Diamond das Monitoring bei direkten Beziehungen gegenüber der Intermediation?
Bei direkten Beziehungen müssen die Kapitalgeber das Projekt einzeln und kostspielig überwachen. Der Intermediär hingegen nutzt Skaleneffekte und Diversifikation über viele Projekte, um die Delegationskosten deutlich zu senken.
Welche Rolle spielt die Blockchain-Technologie in der aktuellen Betrachtung?
Die Arbeit hinterfragt, ob die dezentrale und manipulationssichere Natur der Blockchain die Verifizierbarkeit von Projektergebnissen verbessern könnte, was den Einsatz von Finanzintermediären langfristig in Frage stellen würde.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Jannik Seeger (Autor:in), 2021, Das Modell von Diamond. Umgang mit asymmetrischen Informationen und ex-post Unsicherheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043620